Kirche Nieder-Waroldern

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Konstant zehn Grad

Franziskus-Altar in der Kirche von Nieder-Waroldern

Klima in der Kirche muss stimmen, um den Altar zu schützen

Wilfried Thiel kennt die Kirche von Nieder-Waroldern wie kein Zweiter. Er hat 17 Jahre mit seiner Frau Wilhelmine den Küsterdienst geleistet, war 30 Jahre im Kirchenvorstand. Jetzt habe er noch einen Schlüssel, sagt der 67-Jährige und sei gerne nach Anmeldung bereit, die Kirche zu zeigen.

Das ist lohnenswert, verbirgt sich doch hinter der Fachwerkfassade eines der wenigen mittelalterlichen sakralen Kunstwerke im Kirchenkreis der Twiste: Der Franziskusaltar erschaffen höchstwahrscheinlich vom Franziskanermönch Johannes Henßberg aus Korbach. Thiele zeigt alte Fotos, auf denen zu erkennen ist, dass das Mittelbild des als Triptychon gemalten Kunstwerkes als Schalldeckel und die Seitenteile den Kanzelkorb begrenzt haben. Nicht nur dadurch habe der Altar sehr gelitten.

Aufgrund einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit und starken Temperaturschwankungen, bedingt durch das Aufheizen jeweils zu Gottesdiensten, fand ein Schimmelpilz idealen Nährboden. Neun Jahre befand sich das Bild in der Restaurierungswerkstatt des Amtes für Denkmalpflege in Biebrich/Wiesbaden, bis es im April 1995 in die Kirche zurückkehrte.

Mittlerweile ist eine Klimaanlage eingebaut, die die Luftfeuchtigkeit reguliert. Die Temperatur muss den ganzen Winter über konstant zehn Grad betragen, bei Gottesdiensten bis 15 Grad. Vorhänge an den Fenstern verhindern, dass Sonnenlicht eindringt. Der Aufwand lohnt sich, das Kunstwerk ist phantastisch. Das Mittelbild zeigt die Kreuzabnahme Christi, der linke und rechte Seitenflügel jeweils Szenen aus dem Leben des heiligen Franziskus.

(Der Altar befindet sich im Moment wegen der umfangreichen Renovierungsarbeiten erst wieder im Frühjahr/ Frühsommer 2009 in der Kirche)

Quelle

Kirche Nieder-Waroldern

Artikel aus der HNA - Waldeckische Allgemeine
aus der Serie Kirchen im Waldecker Land

siehe auch

Weblinks