Kautabak-Manufaktur in Witzenhausen: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Maschinen der Kautabakfabrik in [[Witzenhausen]] – [[Unterrieden]] laufen noch, auch wenn sich die einst stolze Zahl der Mitarbeiter inzwischen auf einige wenige reduziert hat.
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Die '''Kruse Kautabak GmbH''' ist eine Kautabakfabrik in [[Witzenhausen]] – [[Unterrieden]]. Heute ist die Firma die einzige Kautabakfabrik Deutschlands.
  
Auch Besichtigungen der Manufaktur sind nach Voranmeldung möglich.
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== Geschichte ==
  
Heute ist die Firma Grimm & Triepel Kruse Kautabak GmbH die einzige Kautabakfabrik Deutschlands.
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Am [[14. Juni]] [[1849]] gründete Kaufmann Theodor Grimm eine Kau-, Rauch-, Schnupftabak und Zigarrenfabrik in Nordhausen am [[Harz]]. Nach kurzer Zeit spezialisierte sich die Firma auf die Herstellung von Kautabak. [[1858]] trat Adolf Triepel als Teilhaber in den Betrieb ein. Da Grimm und Triepel keine Erben hatten, verkauften sie das Unternehmen im Jahr [[1881]] an Otto Kruse. Nach ihm leiteten seine beiden Söhne Georg und Otto die Geschäfte.
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Grimm & Triepel beschäftigte vor dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] 1800 Arbeiter, galt als Europas Kautabak-Imperium. Nach dem Krieg wurde die Familie Kruse enteignet (kommunistische Bodenreform), sie verließ daraufhin den Standort in Nordshausen. Otto Kruse startete neu: In Unterrieden befand sich noch eine Filiale des einst großen Unternehmens. Diese war die einzige Filiale im Westen Deutschlands. Zusammen mit Tochter Elisabeth und Sohn Peter-Otto aute Kruse die Produktion wieder auf. Im Jahr [[1961]] begann das Unternehmen, Plastikflaschen herzustellen, um sich ein zweites Standbein zu schaffen.
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=== Kautabak verlor seine Bedeutung ===
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Bergarbeiter und Seeleute stellten füher das Hauptklientel der Kautabakfirmen. Glühende Zigaretten waren auf Schiffen und unter Tage verboten, der Kautabak in der Backentasche sorgte für Nikotin und Speichelfluss - wichtig für staubige Arbeiten im Bergwerk. Doch in den vergangenen Jahren wurden viele Bergwerke geschlossen, vor allem im Saarland. Dadurch ging dem Unternehmen im [[Werra-Meißner-Kreis]] viel Kundschaft verloren. In den USA ist Kautabak aber bis heute ein beliebtes Produkt.  
  
 
== Weblinks ==
 
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Version vom 2. September 2014, 15:54 Uhr

Die Kruse Kautabak GmbH ist eine Kautabakfabrik in WitzenhausenUnterrieden. Heute ist die Firma die einzige Kautabakfabrik Deutschlands.

Geschichte

Am 14. Juni 1849 gründete Kaufmann Theodor Grimm eine Kau-, Rauch-, Schnupftabak und Zigarrenfabrik in Nordhausen am Harz. Nach kurzer Zeit spezialisierte sich die Firma auf die Herstellung von Kautabak. 1858 trat Adolf Triepel als Teilhaber in den Betrieb ein. Da Grimm und Triepel keine Erben hatten, verkauften sie das Unternehmen im Jahr 1881 an Otto Kruse. Nach ihm leiteten seine beiden Söhne Georg und Otto die Geschäfte.

Grimm & Triepel beschäftigte vor dem Zweiten Weltkrieg 1800 Arbeiter, galt als Europas Kautabak-Imperium. Nach dem Krieg wurde die Familie Kruse enteignet (kommunistische Bodenreform), sie verließ daraufhin den Standort in Nordshausen. Otto Kruse startete neu: In Unterrieden befand sich noch eine Filiale des einst großen Unternehmens. Diese war die einzige Filiale im Westen Deutschlands. Zusammen mit Tochter Elisabeth und Sohn Peter-Otto aute Kruse die Produktion wieder auf. Im Jahr 1961 begann das Unternehmen, Plastikflaschen herzustellen, um sich ein zweites Standbein zu schaffen.

Kautabak verlor seine Bedeutung

Bergarbeiter und Seeleute stellten füher das Hauptklientel der Kautabakfirmen. Glühende Zigaretten waren auf Schiffen und unter Tage verboten, der Kautabak in der Backentasche sorgte für Nikotin und Speichelfluss - wichtig für staubige Arbeiten im Bergwerk. Doch in den vergangenen Jahren wurden viele Bergwerke geschlossen, vor allem im Saarland. Dadurch ging dem Unternehmen im Werra-Meißner-Kreis viel Kundschaft verloren. In den USA ist Kautabak aber bis heute ein beliebtes Produkt.

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