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* [http://www.hna.de/lokales/kassel/fotoarchiv-entdeckt-historische-bilder-30er-jahren-entdeckt-3610386.html '''Fotoalbum''': Kasseler Bilder aus den 1930er-Jahren]
  

Version vom 5. Mai 2015, 17:39 Uhr

Kassel
Wolkenfenster kassel.jpg
Basisdaten
Portal der Stadt: Stadt Kassel
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Fläche: 106,79 km²
Einwohner: 195.422 (Stand: 31.12.2012)
Postleitzahlen: 34001 - 34134
Telefonvorwahl: 0561
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Obere Königsstr. 8
34117 Kassel
Offizielle Webseite: www.stadt-kassel.de
Oberbürgermeister: Bertram Hilgen (SPD)

Kassel (bis 1926 amtlich: "Cassel") ist die Metropole von Nordhessen und war einst die historische Hauptstadt der Landgrafschaft Hessen (später: Landgrafschaft Hessen-Cassel und Kurfürstentum Hessen).

Nach Frankfurt und Wiesbaden ist Kassel die drittgrößte Stadt Hessens. Kassel wird auch als documenta-Stadt bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Informationen

Nach Frankfurt und Wiesbaden ist Kassel (195.422 Einwohner Stand:12/ 2012) die drittgrößte Stadt des Bundeslandes Hessen.

Lage

Kassel liegt nur 70 km nordwestlich vom geografischen Mittelpunkt Deutschlands.

Die Stadt liegt im sogenannten Kasseler Becken im Nordhessischen Bergland an der Fulda, in früheren Zeiten eine wichtige Schifffahrtsstraße der hessischen Landgrafen.

Nordhessens Wirtschafts-, Verwaltungs- und Kulturzentrum

Kassel hatte von 1277 bis 1866 Hauptstadtfunktionen inne. Heute ist die kreisfreie Stadt unter anderem Sitz des Regierungsbezirks Kassel und des Landkreises Kassel, des Bundessozialgerichts, des Hessischen Landesamts für Regionalentwicklung und Landwirtschaft, der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Kurhessen und Waldeck oder der Gesamthochschule-Universität Kassel.

International bekannt ist Kassel vor allem durch den Bergpark Wilhelmshöhe (siehe auch Wasserkünste) und die seit 1955 stattfindende Kunstausstellung documenta. Seit März 1999 nennt sich Kassel daher auch documenta-Stadt.

Sehenswürdigkeiten

Das Herkules-Denkmal im Bergpark Wilhelmshöhe - seit 2013 Weltkulturerbe (Foto: Günther Pöpperl)

Die Stadt

Architektur

Im Zweiten Weltkrieg wurde insbesondere die Kasseler Innenstadt weitestgehend zerstört, bei Luftangriffen am 22.10.1943 über 78 % der Stadt.

An das "alte Kassel" erinnern oft nur noch historische Foto- und Filmaufnahmen.

Historische Bauwerke: So sah Kassel früher aus


siehe dazu auch:

Kasseler Nachkriegsarchitektur

Es sind nur noch wenige historische Gebäude erhalten geblieben, das Stadtbild wird vielmehr durch typische 1950er-Jahre-Architektur geprägt. Die Treppenstraße in Kassel ist besipielsweise aus dieser Zeit und im Jahre 1953 im zeittypischen Stil entstanden.

Allerdings wurden einige historische Bauwerke wieder aufgebaut, beispielsweise die Martinskirche aus dem 14./ 15. Jahrundert, die Brüderkirche aus dem 14. Jahrundert, die Karlskirche, mit deren Errichtung in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begonnen wurde, der Marstall aus dem späten 16. Jahrhundert (heute Markthalle), das Fridericianum am Friedrichsplatz, in den Jahren 1769 bis 1776 erbaut, das ehemalige Palais Bellevue aus dem 18. Jahrhundert oder die Orangerie, mit den erhaltenen Eckpavillons, dem Marmorbad und dem Küchenpavillon.

Grünflächen

Die bekanntesten Grünflächen sind der Bergpark Wilhelmshöhe im Habichtswald sowie die Karls- und Fuldaaue.

Der Bergpark Wilhelmshöhe im Stadtteil Wilhelmshöhe wird geprägt durch das Schloss und die über einer Wasserkaskade aufragenden Statue des Herkules, zugleich das Wahrzeichen der Stadt; in den Jahren 1793 bis 1801 entstand im Park auch die künstliche Ruine der Löwenburg.

Die Karlsaue wurde im Jahr 1954 im Zuge der damaligen Bundesgartenschau umgestaltet.

Die 125 Hektar große Anlage, von Ortsansässigen schlicht als "Aue" bezeichnet, befindet sich im Gebiet des Stadtteils Südstadt; sie ist eine ursprünglich barocke, innerstädtische Parkanlage in der Fuldaaue am westlichen Fuldaufer und reicht bis an die Innenstadt von Kassel heran.

Die Parkanlage, die auf dem flachen Gelände einer ehemaligen Fuldainsel zwischen Kleiner Fulda und Fulda angelegt wurde, beinhaltet künstlich angelegte Gewässer - Teiche, Seen und Gräben - die die barocke Grundkonzeption der Anlage noch heute veranschaulichen.

Stadtoberhäupter seit 1821

Karl Branner
Lauritz Lauritzen


Städtepartnerschaften

Kassel unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Stadtteile

Insgesamt hat Kassel 23 Stadtteile. Neben den historisch gewachsenen Stadtteilen, sind einige ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen nach Kassel eingemeindet worden. Das Jahr der Eingemeindung findet sich in Klammern.

Verkehrsanbindung

Durch seine zentrale Lage ist Kassel gut zu erreichen. Die Stadt liegt an den Bundesautobahnen A 7, A 44 und A 49.

Neben dem Fernbahnhof Bahnhof Wilhelmshöhe verbindet die RegioTram am Hauptbahnhof die Stadt mit dem Umland.

Zudem verfügt die Stadt über einen eigenen Flughafen in Calden.

Radwege

Strassen und Plätze

In Kassel gibt es mehr als 1360 benannte Straßen, davon mehr als 500 mit einem persönlichen Namensbezug. Seit 2002 werden alle neuen Straßenschilder, die sich auf Personen beziehen, automatisch von der Stadtverwaltung mit Zusatzschildern versehen - beispielsweise auf der Marbachshöhe. Wer bestehende Namensschilder mit Zusatzschildern bestücken will, muss pro Schild die Materialkosten bezahlen. Der Text, der mit dem Stadtarchiv Kassel abgestimmt werden muss, ist maximal drei Zeilen lang.

Forschung und Bildung

Galerie

Geschichte

Aus der Stadtgeschichte

In seiner wechselvollen Geschichte wird Kassel bereits im Jahre 913 als fränkischer Königshof erwähnt, erhielt 1189 Stadtrechte und war ab dem Jahre 1277 Residenz der Landgrafen (seit 1803 der Kurfürsten) von Hessen.

Im Jahre 913 wurde Kassel erstmals urkundlich erwähnt. Konrad I. war in den Jahren 911 bis 918 König des Ostfrankenreichs. Zu seinem Herrschaftsbereich gehörte auch die Burg „Chassalla“ (Kassel) an der Fulda. Die Burg schützte eine Furt, die vermutlich schon zur Zeit der Kelten und Römer genutzt wurde. Bei einem Aufenthalt Konrads am 18. Februar 913 im befestigten Königshof "Chassella" unterzeichnete er zwei Urkunden, die als die ältesten bekannten schriftlichen Dokumente zur Geschichte der Stadt Kassel gelten.

Später übertrug Kaiser Heinrich II. seiner Gemahlin Kunigunde die Pfalzen in Kassel und in Kaufungen und ihr Bruder Friedrich wurde Gaugraf im fränkischen Hessengau.

Um das Jahr 1150 wurde der ehemalige fränkische Königshof dann als Residenz ausgebaut, zur Zeit des ludowingischen Grafen Heinrich Raspe. Zwischen 1140 und 1148 gründeten er und seine Mutter Hedwig von Gudensberg das Prämonstratenserinnenstift auf dem Ahnaberg am Nordrand der damaligen Siedlung.

Als Stadt ist Kassel erstmals 1189 bezeugt, seit dem 13. Jahrhundert (1277) erfolgte dann - zunächst unter Landgraf Heinrich I. - der Ausbau als Hauptstadt der Landgrafschaft Hessen, später der Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Die Stadtgeschichte ist seither eng verflochten mit dem hessischen Herrscherhaus.

Unter Landgraf Philipp I. dem Großmütigen wurde die Landgrafschaft Hessen 1526 in Folge der Homberger Synode protestantisch. Hessen gehörte neben Sachsen und Württemberg zu den mächtigen Vorkämpfern der Reformation im Deutschen Reich. Nach dem Tod des Landgrafen gehörte Kassel dann zur Landgrafschaft Hessen-Kassel, die 1567 entstand, als die Landgrafschaft Hessen nach den Erbregeln des Hauses Hessen aufgeteilt wurde. Der älteste Sohn des Landgrafen, Wilhelm IV. erhielt etwa die Hälfte des Landesterritoriums einschließlich der alten Hauptstadt Kassel, woraus die Landgrafschaft Hessen-Kassel entstand.

Entscheidend prägte in der Folgezeit Landgraf Carl von Hessen-Kassel (1654 – 1730) das Stadtbild durch seine ambitionierten barocken Bauten.

Auf Schritt und Tritt begegnet man in Kassel und Umgebung den Zeugnissen aus der Zeit seiner Herrschaft, darunter die Karlsaue, das Marmorbad oder die Orangerie. Im Bergpark Wilhelmshöhe entstand der Herkules, heute das Wahrzeichen der Stadt.

Landgraf Carl siedelte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch französische Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) an, die nach dem Edikt von Fontainebleau und der Aufhebung der Religionsfreiheit in Frankreich im Jahre 1685 ihre Heimat verloren hatten. Der Dreißigjährige Krieg hatte auch der Landgrafschaft Hessen-Kassel schwere wirtschaftliche Schäden zugefügt, so dass nach Kriegsende ein Hauptaugenmerk auf die Neubesiedlung von Wüstungsgemarkungen, zum Beispiel in der Nähe der Städte Hofgeismar oder Trendelburg gelegt wurde.

Für die nach 1685 aufgenommenen Hugenotten entstand in Kassel die Oberneustadt. Am 3. August 1688 legte Landgraf Karl den Grundstein. Hier sollten sich die Hugenotten eine neue Heimat aufbauen. Neben Karlshafen war es die zweite Neugründung einer Stadt für die angesiedelten Hugenotten, hinzu kamen 19 kleinere Orte, beispielsweise das Dorf Carlsdorf als älteste hessische Hugenottenkolonie, oder ab dem Jahr 1699 die Dörfer Kelze oder Schöneberg, nahe der Stadt Hofgeismar.

Seitdem haben die hugenottischen Namen einen festen Platz in der Geschichte des Landes und der früheren Hauptstadt Kassel. Zu ihnen gehört die Baumeisterfamilie du Ry. Über drei Generationen waren in Kassel tätig; besonders der letzte, Simon Louis du Ry, prägte die Architektur Kassels von Friedrichsplatz und Königsplatz bis zum Schloss Wilhelmshöhe.

Zu Beginn des 19 Jahrhunderts gehörte Kassel unter französischer Herrschaft zum Königreich Westfalen, das mit König Jérôme, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, an der Spitze errichtet wurde.

1806 besetzten napoléonische Truppen die Stadt. Nach dem Frieden von Tilsit im Jahre (1807) entstand aus dem ehemaligen Herzogtum Braunschweig, Kurhessen und vormals hannoverschen und preußischen Gebietsteilen das Königreich Westphalen mit der Hauptstadt Kassel.

Von 1807 bis 1813 war Kassel Hauptstadt des Königreichs Westphalen.

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig löste sich das Königreich Westfalen auf. Durch den Wiener Kongress 1814/1815 wurden die alten Regierungsstrukturen weitestgehend wiederhergestellt und Veränderungen aus der Zeit des Königreichs Westphalen abgeschafft, die unter anderem in der Einführung der Gewerbefreiheit und des Code Civil zum Ausdruck gekommen waren.

Zum Teil heftige Auseinandersetzungen mit dem wirtschaftlich erstarkenden Bürgertum fielen in die nachfolgenden Jahrzehnte und damit in die Regierungszeit von Kurfürst Wilhelm I., vor allem aber seiner beiden Nachfolger, Kurfürst Wilhelm II. und Kurfürst Friedrich Wilhelm I.. Differenzen mit dem Kurfürsten zogen sich bereits durch die Amtsjahre des ersten Kasseler Bürgermeisters Carl Schomburg, dessen Auffassung von Bürgerrecht und Bürgerfreiheit in dieser Zeit viel Zuspruch in der Bevölkerung fand.

Das neue Rathaus (ca. 1912) nach einer Ansichtskarte

Die Märzrevolution in Hessen im Jahre 1848 endete damit, dass Bürgerdeputationen aus dem ganzen Land dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. ihre Forderungen überbrachten. Etwa fünfzig Reformgesetze wurden bis zum Herbst 1848 im Kurfürstentum verabschiedet. Es war die Zeit, als zwischen Juni und September 1848 die "Grundrechte des deutschen Volkes" in der Nationalversammlung der Frankfurter Paulskirche leidenschaftlich diskutiert wurden.

Letztlich wurden auch die Errungenschaften der Märzrevolution in Kurhessen, ebenso wie in anderen deutschen Staaten, in den Folgejahren weitgehend rückgängig gemacht. Zwar hatte die Revolution von 1848 noch einmal die liberalen Kräfte gestärkt, doch ab 1850 setzte sich die Restauration durch und bereits im Jahre 1852 wurde auch die Kurhessische Verfassung wieder außer Kraft gesetzt.

Unter Kurfürst Wilhelm II. und dessen Sohn Friedrich Wilhelm I. wurde bereits ab 1844 im Kurfürstentum Hessen mit dem Bau der Friedrich-Wilhelms–Nordbahn von Karlshafen über Kassel bis nach Bebra begonnen. Die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn war die erste kurhessische Eisenbahnstrecke. Der erste eröffnete Abschnitt war die Strecke GrebensteinHümme am 30. März 1848. Zeitgleich wurde der Streckenabschnitt Hümme-Bad Karlshafen eröffnet, der auch als Carlsbahn bezeichnet wurde und die einzige Eisenbahnverbindung von Kassel zu einem Weserhafen (in Karlshafen) darstellte.

Nach der preußischen Annexion Kurhessens 1866 wurde die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn in Hessische Nordbahn umbenannt.

Der kurhessische Staat erlosch 1866, nachdem er von Preußen in Folge des Deutschen Krieges annektiert worden war. Zwei Jahre später wurde er mit dem ebenfalls annektierten Herzogtum Nassau und der durch preußische Truppen besetzten Freien Stadt Frankfurt zur preußischen Provinz Hessen-Nassau vereinigt, in der das bisherige Kurhessen den Regierungsbezirk Kassel bildete.

Von 1866 bis 1945 war Kassel die Hauptstadt der preußischen Provinz Hessen-Nassau.

In den Jahren zwischen 1933 und 1945 war Kassel die „Gauhauptstadt“ der damaligen Provinz Kurhessen. Wirtschaftlich war die Stadt besonders aufgrund Ihrer Industrie von Interesse. Die Stadt war nicht nur ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt sondern beherbergte auch wichtige Rüstungsbetriebe wie Henschel (Panzerbau) oder die Fieseler-Werke (Flugzeuge) (siehe dazu auch den Regiowiki-Artikel Zweiter Weltkrieg).

Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) hatte ihren Sitz in der Straße Königstor. Von dort aus wurden in großem Umfang die taktischen Säuberungen, die Pogrome sowie Verfolgung und Deportation politischer, religiöser und rassischer Gegner der NS-Ideologie geplant und organisiert.

Am Abend des 7. November 1938 wurden die Kasseler Synagoge und andere jüdische Einrichtungen von Angehörigen der SA und SA verwüstet, zwei Tage vor der Novemberpogromen. Vor den Augen der Öffentlichkeit wurde in Kassel am 7. November 1938 die Große Synagoge gestürmt. Es waren die dunkelsten Stunden, die die Jüdische Gemeinde am 7. November 1938 über sich ergehen lassen musste. Hunderte Menschen sahen am Abend an der Bremer Straße/Ecke Untere Königsstraße zu, wie ein aufgebrachter brauner Mob die 1839 eingeweihte große Synagoge stürmte. Männer schleppten Gebetsrollen und andere Gegenstände auf die Straßen und zündeten sie an. Auch in der Großen Rosenstraße, im Schul- und Verwaltungsgebäude der Gemeinde mit Altersheimplätzen und der benachbarten orthodoxen Synagoge kannte der Pöbel keinen Halt mehr. Während die beschädigte große Synagoge abgetragen wurde und 1939 verschwunden war, durfte in dem orthodoxen Gotteshaus noch bis 1942 weitergebetet werden. In jenem Jahr, am 7. September, mussten die letzten Juden in Deportationszügen die Stadt verlassen; es war das unmenschliche Ende einer Jahrhunderte alten jüdische Geschichte, die mit dem Bau der ersten Synagoge im Jahre 1398 begonnen hatte. Sie stand in der Judengasse in der Altstadt.

Während des Zweiten Weltkriegs war Kassel ein Zentrum der Rüstungsindustrie und damit wichtiges Ziel für die alliierten Luftangriffe. Die größten der insgesamt 21 Standorte waren die Fieseler-Werke, das Henschel - Flugmotorenwerk Altenbauna und das 1940 errichtete Zweigwerk der Firma Junkers in Bettenhausen.

Ab Mitte 1942 wurden in Kassel die von Henschel und Porsche entwickelten schweren Kampfpanzer Tiger I und Tiger II gebaut. Damit gehörte Henschel zu den drei größten Panzerherstellern des Reichs. Der wichtigste Zulieferer war die als Waggonfabrik gegründete Kasseler Firma Wegmann, die die Türme für den "Tiger" herstellte. Allein bei Henschel wurden 1942 in der Rüstungsproduktion über 6000 Zwangsarbeiter eingesetzt.

Am 22. Oktober 1943 wurde die Altstadt von Kassel bei einem Luftangriff nahezu zerstört (vgl. dazu auch: HNA zur Bombennacht von 1943). „Insgesamt registrierten die Behörden 5830 Tote, 11.600 Verwundete und 150.000 Obdachlose – das waren ¾ der Bevölkerung“ schreibt Jörg Adrian Huber in Kapitel 15 „Kassel im Zweiten Weltkrieg" seiner Kasseler Stadtgeschichte. [1]

Am 4. April 1945 kapitulierten die in Kassel befindlichen Einheiten der Wehrmacht, als Truppen der US-Armee von Süden her kommend in die Frankfurter Straße einmarschierten und bis zum 5. April auch Bettenhausen als letzten Stadtteil eroberten. Und die Tätigkeit des damaligen Kasseler Oberbürgermeisters endete mit dessen Verhaftung am 6. April 1945 durch die in Kassel einmarschierenden US-Truppen.

Video: Bombennacht '43: In den Trümmern las er: Die Familie ist tot

Video: Bombennacht 1943: Bilder des zerstörten Kassels


Kasseläner Kommunikation

Kasseläner gelten zuweilen als mürrisch und inkommunikativ. Bestimmte Verhaltensregeln erleichtern jedenfalls den Umgang mit ihnen. Gespräche beginnen oft mit: "Unn, wie iss?" und mit der Antwort: "Muss schonn" wobei dem Gespräch ein pessimistischer Grundton zugrunde liegt, auch "mähren" genannt - oder wie es ein Kasseläner ausdrücken würde: "Als hoste was ze mähren!".

Vorsichtshalber gibt es im Regiowiki neben den Lexikon-Artikeln ein Mundartwörterbuch Kasselänisch.

Kirchen und Religionsgemeinschaften

Altkatholische Kirche

Evangelische Kirchengemeinden

siehe auch:

Katholische Kirchengemeinden

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