Karlskirche

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Erbe der Hugenotten

Die Karlskirche wurde 1710 für Glaubensflüchtlinge aus Frankreich erbaut

Karlskirche
Eingerahmt von mehrstöckigen Wohnhäusern, am Ende der gepflasterten Karlsstraße, setzte sich die Karlskirche zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestens ins Bild. Damals präsentierte sich das 1697 begonnene und 1710 geweihte Gotteshaus noch himmelwärtsstrebend mit Glockenturm und allerlei Giebeln, die dem Gebäude ein ehrwürdiges Gepräge geben.

Mit ihrem mächtigen Dachaufbau überragte die auf dem Grundriss eines gestreckten Achtecks entstandene Kirche die umgebende Bebauung. Landgraf Karl hatte das damals noch als Tempel bezeichnete Gotteshaus für die hugenottischen Flüchtlinge aus Frankreich inmitten der eigens für sie geschaffenen französischen Oberneustadt erbauen lassen, vermutlich nach seinen Vorstellungen und unter dem Eindruck mehrerer Reiseerlebnisse Karls.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Karlskirche stark zerstört, lediglich die Außenmauern blieben stehen. Obwohl die Brandbomben von dem historischen Gebäude kaum etwas übrig gelassen hatten, wurde es nach dem Krieg wieder aufgebaut. Dabei wurde die Ausrichtung der Kirche umgekehrt: Der Altar steht jetzt im Südosten, der Haupteingang befindet sich im Nordwesten.

Heute zeigt sich die Karlskirche als ein auf seine Grundform reduziertes Bauwerk. Das gilt auch für das Dach samt Glockenturm. Wie einst wird die Karlskirche beim Blick aus der Königsstraße optisch von Gebäuden rechts und links der Karlsstraße gesäumt. Aus dieser Perspektive nicht zu sehen ist der Ufa-Palast daneben, dessen Bau viele Kritiker auf den Plan rief. Das Großkino, so ihr Einwand, stelle das Gotteshaus in den Schatten.

Im Schlepptau des Ufa-Palastes hat sich das Umfeld der Karlskirche in jüngster Zeit stark belebt. Kunsthandwerker und Flohmarkthändler sind hier regelmäßig anzutreffen, im Sommer diente der Vorplatz auch als großzügiger, innerstädtischer Biergarten. Und mit dem Mädchen-Treff Girls only in der Nachbarschaft ist das ganz junge Publikum vertreten.

Das Glockenspiel der Karlskirche wird an Sonn- und Feiertagen vor dem Gottesdienst, montags, mittwochs und an Feiertagen von 17.30 - 18.00 Uhr gespielt. In unregelmäßigen Abständen finden auch Glockenspielkonzerte und -festivals statt.

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