Karlskirche: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Hugenottische Architektur'''
 
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In bewußter Abkehr von den mittelalterliche Kirchen in Frankreich bauten die Architekten der Hugenotten schlichte Saalbauten ohne aufwändigen Kirchturm, die in Anlehnung an das Alte Testament "Tempel" genannt wurden.
 
In bewußter Abkehr von den mittelalterliche Kirchen in Frankreich bauten die Architekten der Hugenotten schlichte Saalbauten ohne aufwändigen Kirchturm, die in Anlehnung an das Alte Testament "Tempel" genannt wurden.

Version vom 8. April 2008, 11:21 Uhr

Karlskirche
Eingerahmt von mehrstöckigen Wohnhäusern, am Ende der gepflasterten Karlsstraße, setzte sich die Karlskirche in Kassel zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestens ins Bild.

Damals präsentierte sich das 1697 begonnene und 1710 geweihte Gotteshaus noch mit vorgelagertem Haupteingang an der Frankfurter Straße, der mit Giebel und kleinem Glockenturm das Straßenbild bestimmte. Mit der mächtigen Kuppel und einem weiteren achteckigen Aufsatz überragte die auf dem Grundriss eines gestreckten Achtecks entstandene Kirche die umgebende Bebauung.

Geschichte

Erbe der Hugenotten

Die Karlskirche wurde für Glaubensflüchtlinge aus Frankreich erbaut und im Jahre 1710 fertig gestellt. Landgraf Karl hatte das damals noch als Tempel bezeichnete Gotteshaus für die hugenottischen Flüchtlinge aus Frankreich inmitten der eigens für sie geschaffenen französischen Oberneustadt erbauen lassen, vermutlich nach seinen Vorstellungen und unter dem Eindruck mehrerer Reiseerlebnisse.

Hugenottische Architektur

Hauptportal der Karlskirche

In bewußter Abkehr von den mittelalterliche Kirchen in Frankreich bauten die Architekten der Hugenotten schlichte Saalbauten ohne aufwändigen Kirchturm, die in Anlehnung an das Alte Testament "Tempel" genannt wurden.

Auch die Karlskirche entstand als schlichte, wenn auch eindrucksvolle Predigtkirche. Für die Bauleitung der achteckigen Kirche war Paul du Ry verantwortlich, die Entwürfe stammten vermutlich aus dem Hofbauamt. Der Grundstein der Kirche wurde am 3. August 1698 gelegt, am 45. Geburtstag des Landgrafen und späteren Namensgebers. Am 12. Februar des Jahres 1710 weihte der französische Pfarrer Paul Joly die Karlskirche ein. Im Unterschied zum heutigen Nachfolgebau öffenete sich das Hauptportal der Kirche zur Frankfurter Straße hin.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Karlskirche stark zerstört, lediglich die Außenmauern blieben stehen. Beim Neuaufbau nach dem Krieg wurde die Ausrichtung der Kirche umgekehrt: Der Altar steht jetzt im Südosten, der Haupteingang befindet sich im Nordwesten.

Die Karlskirche heute

Karlskirche

Heute zeigt sich die Karlskirche als ein auf seine Grundform reduziertes Bauwerk. Das gilt auch für das Dach samt Glockenturm. Wie einst wird die Karlskirche beim Blick aus der Königsstraße optisch von Gebäuden rechts und links der Karlsstraße gesäumt. Aus dieser Perspektive nicht zu sehen ist der Ufa-Palast daneben, dessen Bau viele Kritiker auf den Plan rief. Das Großkino, so ihr Einwand, stelle das Gotteshaus in den Schatten.

Im Schlepptau des Ufa-Palastes hat sich das Umfeld der Karlskirche in jüngster Zeit stark belebt. Kunsthandwerker und Flohmarkthändler sind hier regelmäßig anzutreffen, im Sommer diente der Vorplatz auch als großzügiger, innerstädtischer Biergarten. Und mit dem Mädchen-Treff Girls only in der Nachbarschaft ist das ganz junge Publikum vertreten.

Das Glockenspiel der Karlskirche wird an Sonn- und Feiertagen vor dem Gottesdienst, montags, mittwochs und an Feiertagen von 17.30 - 18.00 Uhr gespielt. In unregelmäßigen Abständen finden auch Glockenspielkonzerte und -festivals statt.

Literatur

  • Jochen Desel, Hugenottenkirchen in Hessen-Kassel, Bad Karlshafen 1992, S. 16 ff.

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