Königsplatz

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Version vom 18. Oktober 2010, 15:26 Uhr von Dbackovic (Diskussion | Beiträge) (Der Königsplatz 1833)

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Kassel koenigsplatz august 2009.jpg


Der Königsplatz liegt im Zentrum von Kassel und gehört zum Stadtteil Mitte.

Von ihm gehen folgende Straßen aus: Obere Königsstraße, Kölnische Straße, Poststraße, Untere Königsstraße, An der Garnisonkirche und Untere Karlsstraße.

Geschichte

Der Königsplatz wurde bereits im 18.Jahrhundert von Simon Louis du Ry angelegt.

Seinen Namen hat er - wie Königstor und Königsstraße - von dem hessischen Landgrafen Friedrich von Hessen-Kassel (* 1676 Kassel - + 1751 Stockholm), der seit 1720 als Friedrich I. König von Schweden war.

Der Königsplatz 1833

Schon 1883, als Eugen Kegel den Königsplatz wohl vom Balkon der heutigen Commerzbank fotografierte, herrschte auf dem Platz das „dollste“ Marktleben. Dort, wo heute der City-Point steht, stand seinerzeit die Hauptpost. Sie wurde 1882 eingeweiht. Zu jener Zeit reiste man auch noch mit der Post, weshalb rund um den Königsplatz viele Hotels betrieben wurden. Erstes Haus am Platze war das Hotel König von Preußen, von dem man einen Teil links neben der Hauptpost sieht. Die Hotels am Königsplatz florierten bis zum 1. Weltkrieg. Danach wurde das Reisen mit der Bahn populärer, und Kasseler Hotels gruppierten sich nun nahe dem Hauptbahnhof.

Königsplatz um 1833
... um 1914
... ca. Mitte der 70er Jahre

Speckkuchenduft und Neubau Neckermann

"Speckkuchenduft über dem Königsplatz: Insel der Romantik im flutenden Verkehr" lautete die HN-Schlagzeile am 15. Juni 1952 über Probleme mit dem Wochenmarkt. Die einen wollen, daß alles bleibt, wie es ist (immerhin kommen noch 150 Kötzenfrauen auf den Markt!), andere träumen von einer Markthalle, und Stadtrat Dr. Karl Branner denkt über den Markt auf dem Entenanger nach - nur Obst und Blumen sollen auf dem Königsplatz bleiben. Der Grund für die Diskussion ? Natürlich der Autoverkehr rund um den Platz, der sich durch das muntere Treiben schlicht gestört fühlt. ...

Trotz des eiskalten Winters 1963 wurde an einer wichtigen Großbaustelle in Kassel weitergearbeitet, man betonierte schlicht unter Zeltplanen: Die letzte Baulücke am Königsplatz, dort, wo früher die Alte Hauptpost stand, wurde vom Deutschen Lloyd mit einem betont modernen Stahlbeton-Zweckbau der Berliner Architekten Schwebes und Schloßberger geschlossen - nachdem zuvor 12 000 Kubikmeter Trümmerschutt beseitigt worden waren.

Am 8. Mai eröffnete die Neckermann KG eines ihrer schönsten und größten Kaufhäuser. 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche waren dort entstanden, 700 Menschen fanden in den 30 Verkaufsabteilungen sowie der Verwaltung Arbeit. Und im autofreundlichen Kassel besonders begrüßt wurde das Parkdeck mit 184 Plätzen.

Die schier unendliche Geschichte der Treppe

... ca. Mitte der 90er Jahre
... und 2005

Im Jahr 1993 hatte Georg Lewandowski unter anderem mit dem Versprechen, daß die Treppe fällt, die Oberbürgermeisterwahl gewonnen. Ende 1994 steht das meistgehaßte Bauwerk Kassels aber immer noch, und zwar fester denn je.

Der neue OB hatte zwar die versprochenen Sponsoren des kostenträchtigen Abrisses gefunden. Wenige Tage vor der für den 2. Mai geplanten Aktion attestierte jedoch das Landgericht Treppen-"Vater", Professor Gustav Lange, daß er ein Urheberrecht an dem von ihm neugestalteten Königsplatz habe, an der "Gebäudeskulptur" samt Baumreihen und Pflaster. Die Stadt dürfe den Platz nur verändern und die Treppe beseitigen, wenn der Hamburger Architekt zustimme.

Lange sagte immer wieder nein, weitere juristische Auseinandersetzungen brachten der Stadt nichts. Die Ereignisse vom Frühjahr `94 waren lediglich eines von vielen Kapiteln der schier unendlichen Geschichte der Treppe, die noch lange für Schlagzeilen sorgen sollte. Auch fünf Jahre danach stand das Kunstwerk, als das die Treppe formal gilt, felsenfest auf dem Königsplatz und war, milde ausgedrückt, keineswegs schöner geworden.

Erst am 27. August 2000 wurde in den Abendstunden die Treppe, Kassels umstrittenstes Bauobjekt, im Auftrag des damaligen Oberbürgermeisters abgerissen.

Der Königsplatz 'Heute'

Der Königsplatz im Zentrum von Kassel ist kreisrund.

Er ist Teil der Fußgängerzone und verbindet Obere und Untere Königsstraße.

In den letzten Jahrzehnten wurde er immer wieder neuen und umstrittenen gestalterischen Veränderungen unterworfen (Treppe, City-Point, Wasserspeier).

Von der Vorkriegsbebauung ist heute nur noch ein Gebäude erhalten. Wo heute das Citypointgebäude steht, befand sich vor der Zerstörung Kassels das Gebäude der Alten Hauptpost.

Strophe des Kasselliedes zum Königsplatz

Das Verhältnis der Kasseläner zu "ihrem Königsplatz" hat sich in Jahrhunderten nicht verändert. Bereits im Kassellied ("Wie Kassel noch en ahles Nest") lautet eine Strophe:

"Der ahle, scheene Keenigsplatz - wie wach der hibsch vor Zieten!-

Do dachte mer : 'schockschwere Not! Den lossen se in Frieden!'

Ich piff där was, es äß vorbie, nix Schlimmres kunnt's noch gäwen,

grad mitten uffem Keenigsplatz äß uch des dollste Läwen!' " ...

  • Text und Melodie: Gustav Weber (1896-1943)

siehe auch

Wintermorgen am Königsplatz

Entfernungen zum Königsplatz in Kassel unter der Quelle: Dr. med. Peter M. Raasch - Orthopädische - Praxis am Königslatz 36 b
Moskau - 1881 km London - 668 km New York - 6192 km Tokyo - 9218 km Madrid - 1582 km Sydney - 16404 km


Weblinks