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Vor genau 300 Jahren – im Jahre 1710 – teufte Ludwig Balthasar Müller in der Appelau in [[Dorfitter]] den ersten Schacht ab und führte den Kupferbergbau im Itter-Revier zu höchster Blüte. Rund um [[Dorfitter]] und [[Thalitter]] wurde in etlichen Bergbaurevieren über 150 Jahre lang Kupferschiefer in Stollen gewonnen, durch Schächte ans Tageslicht gebracht und in der Schmelzhütte zu Garkupfer verhüttet. [[Datei:ausbeutetaler.jpg|thumb|left|300 px|Silberprägung: Stolz ließ Bergsekretär [[Balthasar Ludwig Müller]] schon drei Jahre nach Bergbau-Eröffnung diesen Ausbeutetaler herstellen]].
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Vor genau 300 Jahren – im Jahre 1710 – teufte [[Ludwig Balthasar Müller]] in der Appelau in [[Dorfitter]] den ersten Schacht ab und führte den Kupferbergbau im Itter-Revier zu höchster Blüte. Rund um [[Dorfitter]] und [[Thalitter]] wurde in etlichen Bergbaurevieren über 150 Jahre lang Kupferschiefer in Stollen gewonnen, durch Schächte ans Tageslicht gebracht und in der Schmelzhütte zu Garkupfer verhüttet. [[Datei:ausbeutetaler.jpg|thumb|left|300 px|Silberprägung: Stolz ließ Bergsekretär [[Balthasar Ludwig Müller]] schon drei Jahre nach Bergbau-Eröffnung diesen Ausbeutetaler herstellen]].
  
 
Auftraggeber der Bergleute war der Landgraf zu Hessen-Darmstadt, der die Einnahmen aus dem Kupferbergbau in Itter dringend benötigte. Gebäude wie die Bergkirche, das spätere Bergamt, das Große Haus in Thalitter und das Zechenhaus in Dorfitter, aber auch die montanhistorische Landschaft vermitteln noch heute ein lebendiges Bild der glanzvollen Zeit des itterschen Kupferbergbaus.  
 
Auftraggeber der Bergleute war der Landgraf zu Hessen-Darmstadt, der die Einnahmen aus dem Kupferbergbau in Itter dringend benötigte. Gebäude wie die Bergkirche, das spätere Bergamt, das Große Haus in Thalitter und das Zechenhaus in Dorfitter, aber auch die montanhistorische Landschaft vermitteln noch heute ein lebendiges Bild der glanzvollen Zeit des itterschen Kupferbergbaus.  
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Daß man von dir find überall / Gold, Silber, Kupffer und Metall / Und wenn es reichlich sich vermehrt /Gott, von uns werde hoch verehrt“.  
 
Daß man von dir find überall / Gold, Silber, Kupffer und Metall / Und wenn es reichlich sich vermehrt /Gott, von uns werde hoch verehrt“.  
  
 
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== siehe auch ==
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* [[Ludwig Balthasar Müller]]
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* [[Kupferbergbau im Ittertal]]
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* [[Dorfitter]]
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* [[Thalitter]]
  
  
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[[Kategorie: Waldeck-Frankenberg]]
 
[[Kategorie: Waldeck-Frankenberg]]
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Aktuelle Version vom 1. September 2010, 21:24 Uhr

Am 1. Januar 1974 wurden die Gemeinden Hessenstein, Marienhagen, Obernburg, Ittertal und Vöhl zur Großgemeinde Vöhl zusammengeschlossen.

Am 1. Februar 1971 hatte sich zunächst die Gemeinde Ittertal aus den Gemeinden Dorfitter, Herzhausen und Thalitter gebildet.

Verwaltungssitz der heutigen Großgemeinde ist der Ortsteil Vöhl.

Geschichte

Vor genau 300 Jahren – im Jahre 1710 – teufte Ludwig Balthasar Müller in der Appelau in Dorfitter den ersten Schacht ab und führte den Kupferbergbau im Itter-Revier zu höchster Blüte. Rund um Dorfitter und Thalitter wurde in etlichen Bergbaurevieren über 150 Jahre lang Kupferschiefer in Stollen gewonnen, durch Schächte ans Tageslicht gebracht und in der Schmelzhütte zu Garkupfer verhüttet.
Silberprägung: Stolz ließ Bergsekretär Balthasar Ludwig Müller schon drei Jahre nach Bergbau-Eröffnung diesen Ausbeutetaler herstellen
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Auftraggeber der Bergleute war der Landgraf zu Hessen-Darmstadt, der die Einnahmen aus dem Kupferbergbau in Itter dringend benötigte. Gebäude wie die Bergkirche, das spätere Bergamt, das Große Haus in Thalitter und das Zechenhaus in Dorfitter, aber auch die montanhistorische Landschaft vermitteln noch heute ein lebendiges Bild der glanzvollen Zeit des itterschen Kupferbergbaus.

„Gott hat seinen reichen Seegen Itter in dich wollen legen“, ließ Bergbauinspektor Balthasar Ludwig Müller im Jahr 1714 auf die Vorderseite seines Ausbeutetalers prägen. Die Umschrift zieht sich neben den Strahlen der Sonne als schmückender Bogen über einer Hüttenlandschaft, man sieht ein Fuhrwerk und arbeitende Bergleute, die Itter schlängelt sich durchs Bild, links oben liegt Obernburg. Der Taler meldete stolz Erfolg: Drei Jahre zuvor, 1710, war mit dem Abteufen des ersten Schachtes auf der Appelau in Dorfitter eine neue Blütezeit des Kupferbergbaues eingeleitet worden.

Für die Bergleute wurde nicht nur eine Kirchengemeinde mit spezieller Bergkirchenordnung in Thalitter eingerichtet, sondern Bergsekretär Sebastian Jasche gab 1756 sogar ein eigenes „Gebät- und Gesang-Buch vor christliche Bergwercks-Verwandte“ heraus, das man später mehrfach neu auflegte. Die Lieder berichten von Arbeit in steter Todesgefahr, aber auch fröhlicher Glaubenszuversicht. Eine Grabplatte unter der Kanzel kündet von Jasches tödlichem Sturz in den Schacht „Neuer Segen“ am 25. Januar 1734.

Kunstvolle Kartenzeichnungen: Der Ittersche Schichtmeister J. F. Rohde war auch ein begabter Zeichner. Sein schmuckvoll ausgearbeiteter Grundriss von Thalitter aus dem Jahr 1768 mit dem Bergmann in zünftiger Uniform und Schubkarre ziert das Titelblatt des neusten Waldeck-Frankenberger Museumsheftes.

Zu den wertvollen kulturellen Zeugnissen der Montangeschichte im Ittertal gehören zwei von Gerhard Seib erst 1977 entdeckte, barock gestaltete „Hoch-Fürstlich Hessen-Darmstädtische Berg-Calender“ von etwa 1730, die sich durch besonders schmuckvolle, detaillierte Landschaftsbilder auszeichnen.

Auch hier prägte Frömmigkeit der Bergleute das Motto:

„Des höchsten Segens volle Hand /Erfülle dich, du Itter Land /
Daß man von dir find überall / Gold, Silber, Kupffer und Metall / Und wenn es reichlich sich vermehrt /Gott, von uns werde hoch verehrt“.

siehe auch