Huterechte: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Huterecht wurde, nachdem Klöster, Adel und Landesherrschaft die Wälder im Mittelalter "in Besitz" genommen hatten, in der so genannten "Hute- und Streugerechtsame" verbrieft, als ewiges Recht der für die Bauern der jeweiligen Dörfer vorgesehenen Hute- und Streubezirke (Streu = Laub als Stall-Einstreu im Winter).
 
Das Huterecht wurde, nachdem Klöster, Adel und Landesherrschaft die Wälder im Mittelalter "in Besitz" genommen hatten, in der so genannten "Hute- und Streugerechtsame" verbrieft, als ewiges Recht der für die Bauern der jeweiligen Dörfer vorgesehenen Hute- und Streubezirke (Streu = Laub als Stall-Einstreu im Winter).
  
Das Recht war ein Recht der politischen Gemeinde. So hatten z.B. Harleshausen ca. 100 ha und Heckershausen ca. 62 ha Flächen im herrschaftlichen [[Naturpark Habichtswald|Habichtswald]], die der Hute- und Streugerechtigkeit (von der Obrigkeit"Servitut" genannt) unterlagen. Da die Huterechte auf den jeweiligen Häusern im Dorf lagen, hatten auch die Kleinbauern (Köthner, Kötter) bedeutenden Anteil am Huterecht. Für sie war das Huterecht existenziell. Bei der Ablösung 1885 wurden die Kleinbauern  nicht entsprechend entschädigt und daher benachteiligt. In Harleshausen wurde mit der Ablösungssumme z.B. eine Schule gebaut. Bis zur Ablösung mussten für die Servitute von den Bauern Abgaben geleistet werden.
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Das Recht war ein Recht der politischen Gemeinde. So hatten z.B. Harleshausen ca. 100 ha und Heckershausen ca. 62 ha Flächen im herrschaftlichen [[Naturpark Habichtswald|Habichtswald]], die der Hute- und Streugerechtigkeit (von der Obrigkeit "Servitut" genannt) unterlagen. Da die Huterechte auf den jeweiligen Häusern im Dorf lagen, hatten auch die Kleinbauern (Köthner, Kötter) bedeutenden Anteil am Huterecht. Für sie war das Huterecht existenziell. Bei der Ablösung 1885 wurden die Kleinbauern  nicht entsprechend entschädigt und daher benachteiligt. In Harleshausen wurde mit der Ablösungssumme z.B. eine Schule gebaut. Bis zur Ablösung mussten für die Servitute von den Bauern Abgaben geleistet werden.
  
 
''Heiner Range''
 
''Heiner Range''

Version vom 16. März 2007, 20:07 Uhr

Huterecht

Abgeleitet von der aus dem Mittelalter (und der Vorzeit) stammenden Berechtigung der Bauern ihr Vieh selbstverständlich in die umliegenden Wälder treiben zu können um sie dort mit Futter zu versorgen.

Die Rechte galten bis zu Ablösung (1885) als "ewig und unabänderlich". Das Huterecht wurde, nachdem Klöster, Adel und Landesherrschaft die Wälder im Mittelalter "in Besitz" genommen hatten, in der so genannten "Hute- und Streugerechtsame" verbrieft, als ewiges Recht der für die Bauern der jeweiligen Dörfer vorgesehenen Hute- und Streubezirke (Streu = Laub als Stall-Einstreu im Winter).

Das Recht war ein Recht der politischen Gemeinde. So hatten z.B. Harleshausen ca. 100 ha und Heckershausen ca. 62 ha Flächen im herrschaftlichen Habichtswald, die der Hute- und Streugerechtigkeit (von der Obrigkeit "Servitut" genannt) unterlagen. Da die Huterechte auf den jeweiligen Häusern im Dorf lagen, hatten auch die Kleinbauern (Köthner, Kötter) bedeutenden Anteil am Huterecht. Für sie war das Huterecht existenziell. Bei der Ablösung 1885 wurden die Kleinbauern nicht entsprechend entschädigt und daher benachteiligt. In Harleshausen wurde mit der Ablösungssumme z.B. eine Schule gebaut. Bis zur Ablösung mussten für die Servitute von den Bauern Abgaben geleistet werden.

Heiner Range