Hofgeismar - Bad Gesundbrunnen: Unterschied zwischen den Versionen

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Erst unter der Regentschaft seiner Nachfolger, der Landgrafen [[Landgraf Wilhelm VIII.|Wilhelm VIII.]] und besonders [[Landgraf Friedrich II.|Friedrich II.]] erhielt die Anlage am Gesundbrunnen aber ein angemessenes architektonisches Gepräge, wobei der weitere Ausbau zum Heilbad durch den Siebenjährigen Krieg empfindlich gestört wurde. Landgraf Friedrich II. beauftragte dann im Jahre 1764 mit der Planung und Errichtung einer einheitliche Gebäudegruppe den damaligen Obrist-Lieutnant J. L. Splittorf. Zu den schon bestehenden Gebäuden des "Wilhelmsbads" kam 1770 insbesondere ein neues Flügelgebäude, "Friedrichsbad" genannt, hinzu.  
 
Erst unter der Regentschaft seiner Nachfolger, der Landgrafen [[Landgraf Wilhelm VIII.|Wilhelm VIII.]] und besonders [[Landgraf Friedrich II.|Friedrich II.]] erhielt die Anlage am Gesundbrunnen aber ein angemessenes architektonisches Gepräge, wobei der weitere Ausbau zum Heilbad durch den Siebenjährigen Krieg empfindlich gestört wurde. Landgraf Friedrich II. beauftragte dann im Jahre 1764 mit der Planung und Errichtung einer einheitliche Gebäudegruppe den damaligen Obrist-Lieutnant J. L. Splittorf. Zu den schon bestehenden Gebäuden des "Wilhelmsbads" kam 1770 insbesondere ein neues Flügelgebäude, "Friedrichsbad" genannt, hinzu.  
  
Der Nachfolger, [[Landgraf Wilhelm IX.]] von Hessen-Kassel, der sich oft am Gesundbrunnen aufhielt, brach die Geschlossenheit der Bebauung wieder auf, die sich seither in der heutigen Form präsentiert. Hinzu kam das Schlösschen Schönburg (das zunächst den Namen „Montcherie“ trug) etwas abseits gelegen im Park Gesundbrunnen, erbaut 1787-1789 im klassizistischen Baustil nach den Plänen von [[Simon Louis du Ry]]. Vier Säulen tragen einen nach antikem Vorbild geschaffenen Giebel.  
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Der Nachfolger, [[Kurfürst Wilhelm I.|Landgraf Wilhelm IX.]] von Hessen-Kassel, der sich oft am Gesundbrunnen aufhielt, brach die Geschlossenheit der Bebauung wieder auf, die sich seither in der heutigen Form präsentiert. Hinzu kam das Schlösschen Schönburg (das zunächst den Namen „Montcherie“ trug) etwas abseits gelegen im Park Gesundbrunnen, erbaut 1787-1789 im klassizistischen Baustil nach den Plänen von [[Simon Louis du Ry]]. Vier Säulen tragen einen nach antikem Vorbild geschaffenen Giebel.  
  
 
Das Schlösschen war ursprünglich der Wohnsitz des Landgrafen (seit 1803: Kurfürst Wilhelm I.) während seiner Aufenthalte in den Sommermonaten am Gesundbrunnen und beheimatet heute die Evangelische Akademie Hofgeismar.  
 
Das Schlösschen war ursprünglich der Wohnsitz des Landgrafen (seit 1803: Kurfürst Wilhelm I.) während seiner Aufenthalte in den Sommermonaten am Gesundbrunnen und beheimatet heute die Evangelische Akademie Hofgeismar.  
  
[[Landgraf Wilhelm IX.]] ließ während der Erbauung auch die Gartenanlagen des Gesundbrunnens erweitern und im englischen Landschaftsgartenstil gestalten, womit offenbar schon zu Zeiten von [[Landgraf Wilhelm VIII.]] begonnen worden war. Allein 40 Eichen aus dem [[Reinhardswald]] wurden 1794 eingepflanzt. Ebenso gehörte ein „natürliches“ Gewässer unmittelbar vor dem Schlösschen zur neuen Parkanlage, die bis heute als Ort der Erholung in [[Hofgeismar]] erhalten ist.
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[[Kurfürst Wilhelm I.|Landgraf Wilhelm IX.]] ließ während der Erbauung auch die Gartenanlagen des Gesundbrunnens erweitern und im englischen Landschaftsgartenstil gestalten, womit offenbar schon zu Zeiten von [[Landgraf Wilhelm VIII.]] begonnen worden war. Allein 40 Eichen aus dem [[Reinhardswald]] wurden 1794 eingepflanzt. Ebenso gehörte ein „natürliches“ Gewässer unmittelbar vor dem Schlösschen zur neuen Parkanlage, die bis heute als Ort der Erholung in [[Hofgeismar]] erhalten ist.
  
 
Über dem "Gesundbrunnen" selbst wurde ein auf acht Sandsteinsäulen ruhender Rundtempel errichtet, passend zur klassizistischen Architektur im antiken Stil und bis heute ein Wahrzeichen der Stadt [[Hofgeismar]].
 
Über dem "Gesundbrunnen" selbst wurde ein auf acht Sandsteinsäulen ruhender Rundtempel errichtet, passend zur klassizistischen Architektur im antiken Stil und bis heute ein Wahrzeichen der Stadt [[Hofgeismar]].

Version vom 11. April 2008, 14:27 Uhr

Schlösschen Schönburg in Hofgeismar

In der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden an vielen Orten Heilquellen entdeckt, die die Menschen von weither anlockten, nicht nur Fürsten und Adelige sondern auch das einfache Volk. Schon im Dreißigjährigen Krieg soll die Quelle des "Gesundbrunnens" in Hofgeismar von einem verwundeten Soldaten entdeckt worden sein und ihm die erhoffte Heilung gebracht haben.

Doch erst im 18. Jahrhundert stieg die Stadt Hofgeismar mit dem Stadtteil Gesundbrunnen zum Badeort auf. Daran erinnern bis heute die Bauten, die rund um die Heilquelle entstanden sind.

In "Bad Gesundbrunnen" erholten sich nicht nur die Mitglieder des kurhessischen Hofes sondern auch Gäste aus ganz Deutschland und über die Grenzen hinaus und nicht zuletzt auch Bürger aus Hofgeismar. Der Kuraufenthalt diente nicht allein der körperlichen Erholung sondern war letztlich auch ein gesellschaftliches Ereignis.

Im Schlösschen Schönburg im Park Gesundbrunnen ist heute die Evangelische Akademie Hofgeismar untergebracht. Außer den Gebäuden der Evangelischen Akademie befinden sich heute am Gesundbrunnen Alten- und Pflegeheime der Evangelischen Altenhilfe.

Am Rand des Parks gelegen ist die Brunnenkirche Hofgeismar.


Heilquelle aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Brunnentempel in Hofgeismar-Gesundbrunnen
Quelle im Brunnentempel
Hofgeismar-Brunnenpark

Der Überlieferung nach fand ein schwer verwunderter Soldat am Ostertag des Jahres 1639, also noch im Dreißigjährigen Krieg, auf einer Wiese an der Lempe eine Quelle, deren heilende Kraft ihm half, gesund zu werden. Diese Kunde verbreitete sich rasch und wurde in späteren Jahren noch unterstützt, etwa durch das Lob des Kasseler Hof- und Garnisonsarztes Johann Conrad Wagner, der 1727 in einer Schrift 32 erfolgreiche Kuren beschrieb, die dem Hofgeismarer Gesundbrunnen zu verdanken waren und der sich selbst "Brunnen-Medico zu Hof-Geißmar" nannte.

Bad Gesundbrunnen und Schlösschen Schönburg

Den Plan zum Ausbau einer Kur- und Badeanlage fasste Landgraf Karl von Hessen-Kassel. Noch zu seinen Lebzeiten wurde ab dem Jahre 1728 mit der Errichtung des ersten Badehauses ("Karlsbad") begonnen. Mit Unterstützung des Landgrafen entstand in Hofgeismar auch ein neues Rathaus, dass unter anderem einen Ratskeller mit Gesellschaftszimmern und Unterkunftsräume für vornehme Badegäste bot. Ebenso wurde für die Gäste auch ein Spazierweg im Stadthagen angelegt. Mit der Untersuchung des "Sulteborns" wurde vom Landgraf bereits im Jahre 1700 der französische Arzt, Dr. Elie Pierre de Beaumont beauftragt, der später auch seinen Wohnsitz in der Stadt nahm und mehrmals deren Bürgermeister wurde. Der Plan zum Ausbau des "Sauerbrunnens" zu einem Heilbad stammte offenbar von einem Aufenthalt des Landgrafen in Pyrmont im Jahre 1681.

Erst unter der Regentschaft seiner Nachfolger, der Landgrafen Wilhelm VIII. und besonders Friedrich II. erhielt die Anlage am Gesundbrunnen aber ein angemessenes architektonisches Gepräge, wobei der weitere Ausbau zum Heilbad durch den Siebenjährigen Krieg empfindlich gestört wurde. Landgraf Friedrich II. beauftragte dann im Jahre 1764 mit der Planung und Errichtung einer einheitliche Gebäudegruppe den damaligen Obrist-Lieutnant J. L. Splittorf. Zu den schon bestehenden Gebäuden des "Wilhelmsbads" kam 1770 insbesondere ein neues Flügelgebäude, "Friedrichsbad" genannt, hinzu.

Der Nachfolger, Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel, der sich oft am Gesundbrunnen aufhielt, brach die Geschlossenheit der Bebauung wieder auf, die sich seither in der heutigen Form präsentiert. Hinzu kam das Schlösschen Schönburg (das zunächst den Namen „Montcherie“ trug) etwas abseits gelegen im Park Gesundbrunnen, erbaut 1787-1789 im klassizistischen Baustil nach den Plänen von Simon Louis du Ry. Vier Säulen tragen einen nach antikem Vorbild geschaffenen Giebel.

Das Schlösschen war ursprünglich der Wohnsitz des Landgrafen (seit 1803: Kurfürst Wilhelm I.) während seiner Aufenthalte in den Sommermonaten am Gesundbrunnen und beheimatet heute die Evangelische Akademie Hofgeismar.

Landgraf Wilhelm IX. ließ während der Erbauung auch die Gartenanlagen des Gesundbrunnens erweitern und im englischen Landschaftsgartenstil gestalten, womit offenbar schon zu Zeiten von Landgraf Wilhelm VIII. begonnen worden war. Allein 40 Eichen aus dem Reinhardswald wurden 1794 eingepflanzt. Ebenso gehörte ein „natürliches“ Gewässer unmittelbar vor dem Schlösschen zur neuen Parkanlage, die bis heute als Ort der Erholung in Hofgeismar erhalten ist.

Über dem "Gesundbrunnen" selbst wurde ein auf acht Sandsteinsäulen ruhender Rundtempel errichtet, passend zur klassizistischen Architektur im antiken Stil und bis heute ein Wahrzeichen der Stadt Hofgeismar.

Literatur

  • Friedrich Pfaff, Geschichte der Stadt Hofgeismar, 2. Auflage, 1954
  • Gerhard Bott, Der Gesundbrunnen zu Hofgeismar, Heft 213 der Reihe „Große Baudenkmäler“, 2. Auflage, München – Berlin 1975
  • Jutta Schuchard, Schlösschen Schönburg bei Hofgeismar, in: Hessische Heimat – Sonderheft Hofgeismar -, Marburg 1978, S. 63 ff.

siehe auch

Hofgeismar-altes Brunnenhaus

Weblinks