Hofgeismar - Altstädter Kirche: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Altstädter Kirche''' in [[Hofgeismar]] stammt aus dem 13. Jahrhundert. Im Jahre 1223 wurden der Siedlung „Hove Geismari“ durch den Mainzer Erzbischof Siegfried II. Stadtrechte verliehen, nachdem sie sich bereits zum Mittelpunkt eines Kirchsprengels entwickelt hatte. Zum weltlichen Machtbereich des Erzbistums Mainz gehörte damals auch der Bereich zwischen [[Diemel]] und oberer [[Weser]].
 
 
 
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Die '''Altstädter Kirche''' in [[Hofgeismar]] stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist eines der Wahrzeichen der [[Stadt Hofgeismar]] im [[Landkreis Kassel]].
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Im Jahre 1223 wurden der Siedlung „Hove Geismari“ durch den Mainzer Erzbischof Siegfried II. Stadtrechte verliehen, nachdem sie sich bereits zum Mittelpunkt eines Kirchsprengels entwickelt hatte. Zum weltlichen Machtbereich des Erzbistums Mainz gehörte damals auch der Bereich zwischen [[Diemel]] und oberer [[Weser]].
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Geschichtliche Urkunden erwähnen seit dem 13. Jahrhundert einen Archidiakonatssitz  an der Altstädter Liebfrauenkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht worden war.  
 
Geschichtliche Urkunden erwähnen seit dem 13. Jahrhundert einen Archidiakonatssitz  an der Altstädter Liebfrauenkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht worden war.  
 
Angegliedert war ein Chorherrenstift, das bereits im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Die Archidiakonate waren Verwaltungsbezirke im Erzbistum Mainz, denen Pröpste vorstanden. Diese verwalteten nicht nur das Kirchengut sondern übten auch die geistliche Gerichtsbarkeit aus. Etwa 30 Pfarreien gehörten bis zur Reformation zu diesem Kirchensprengel .
 
Angegliedert war ein Chorherrenstift, das bereits im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Die Archidiakonate waren Verwaltungsbezirke im Erzbistum Mainz, denen Pröpste vorstanden. Diese verwalteten nicht nur das Kirchengut sondern übten auch die geistliche Gerichtsbarkeit aus. Etwa 30 Pfarreien gehörten bis zur Reformation zu diesem Kirchensprengel .

Version vom 24. Februar 2007, 17:04 Uhr

Altstädter Kirche

Die Altstädter Kirche in Hofgeismar stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist eines der Wahrzeichen der Stadt Hofgeismar im Landkreis Kassel.

Geschichte

Im Jahre 1223 wurden der Siedlung „Hove Geismari“ durch den Mainzer Erzbischof Siegfried II. Stadtrechte verliehen, nachdem sie sich bereits zum Mittelpunkt eines Kirchsprengels entwickelt hatte. Zum weltlichen Machtbereich des Erzbistums Mainz gehörte damals auch der Bereich zwischen Diemel und oberer Weser.

Geschichtliche Urkunden erwähnen seit dem 13. Jahrhundert einen Archidiakonatssitz an der Altstädter Liebfrauenkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht worden war. Angegliedert war ein Chorherrenstift, das bereits im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Die Archidiakonate waren Verwaltungsbezirke im Erzbistum Mainz, denen Pröpste vorstanden. Diese verwalteten nicht nur das Kirchengut sondern übten auch die geistliche Gerichtsbarkeit aus. Etwa 30 Pfarreien gehörten bis zur Reformation zu diesem Kirchensprengel .

Im 16. Jahrhundert wurde aus der ehemaligen Stiftskirche das Gotteshaus der protestantischen Gemeinde in der Hofgeismarer Altstadt. Unter der Herrschaft des Landgrafen Philipp I. wurde Hofgeismar – inzwischen ein Städtchen der Landgrafschaft Hessen – protestantisch. Hessen gehörte neben Sachsen und Württemberg zu den Vorkämpfern der Reformation im Deutschen Reich.

Die einstige romanische Pfeilerbasilika wurde ab 1330 in eine gotische Hallenkirche umgewandelt und erfuhr anschließend noch verschiedene Umbauten. Im 19. Jahrhundert erhielt die Kirche einen neugotischen Chorabschluss sowie eine (verkleinerte) Sakristei in ebenfalls neugotischer Form.

Hofgeismarer Passionsaltar

Zur wertvollen Ausstattung der Kirche gehört seit 1889 der Hofgeismarer Passionsaltar (etwa aus dem Jahre 1310), ein frühgotisches Tafelwerk, das dem ehemaligen Franziskanerkloster Hofgeismar zugeordnet wird und von dem heute noch die beiden Altarflügel mit jeweils zwei Feldern vorhanden sind. Es fehlt der Mittelteil mit wahrscheinlich vier Einzelfeldern.

Literatur

Altstädter Kirche
  • Willi Vesper, Die kirchliche Entwicklung im Kreise Hofgeismar bis zur Reformationszeit, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1959, S. 55 ff.
  • Jochen Desel, Die Altstädter Kirche in Hofgeismar, Melsungen 1982, ISBN 3-8720-013-2

Weblink