Historische Straßen und Plätze in Hofgeismar

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Hofgeismar – Überblick über die Kernstadt

Am Fronhof

In einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Sigfrid I. wird Hofgeismar im Jahre 1082 als "Hovegeismari" erwähnt.

Am Fronhof

Damals bestand allerdings schon 300 Jahre lang ein „Fronhof“, woran bis heute eine Straßenbezeichnung („Am Fronhof“) erinnert.

Steinweg

Die Stadt Hofgeismar ist ehemals an einem Hauptverkehrsweg entstanden, der von der Fulda im Süden zur Diemel und weiter zur Weser im Norden führte. Innerhalb der Stadtgrenze bildete den südlichen Teil dieser Straße der Steinweg inmitten der Hofgeismarer "Neustadt", der in den Töpfermarkt einmündete.

Am oberen Steinweg steht das heute restaurierte Fachwerkbauernhaus Scheffer im diemelsächsischen Stil errichtet.

Töpfermarkt

Hofgeismar-Töpfermarkt.jpg
Töpfermarkt

Hier wurden einst Töpfereiwaren aus der Umgebung der Stadt zum Kauf angeboten.

Eindrucksvoll ist das bis heute erhaltene Fachwerkhaus am Töpferplatz, das ehemalige Bauernhaus des Landwirts Müller, der im "Nebenerwerb" auch Töpferei-Erzeugnisse anbot und deshalb bei manchen Zeitgenossen "Pöttemüller" hieß.

Gegenüber lag die Gastwirtschaft Ludwig, die über Land fahrenden Gästen auch die Unterbringungsmöglichkeit für Pferde und Gespanne bot.

Das "erste Haus am Platz" war Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts das Hotel Deutscher Kaiser, neben dem Hotel Hessischer Hof am Steinweg. Den Ansprüchen mancher Offiziere, die seinerzeit in der Hofgeismarer Dragonerkaserne stationiert waren, haben aber offenbar beide Häuser nicht entsprochen, wie die erhaltenen Aufzeichnungen eines Dragoneroffiziers belegen.

Mühlenstraße

Über den Töpfermarkt hinaus führte einst der ehemalige Hauptverkehrsweg in Hofgeismar über die Marktstraße weiter zum Marktplatz.

Am Töpfermarkt zweigte aber auch ein Weg zu den Mühlen der Stadt und zu den Dörfern im Reinhardswald ab, der später zur Mühlenstraße ausgebaut wurde.

Nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie Mitte des 19. Jahrhunderts und der Errichtung des Bahnhofs entwickelte sich die Mühlenstraße sowie deren Verlängerung, die Bahnhofstrasse zur Hauptverkehrsstrasse der Stadt.

Marktstraße

Die Marktstraße verbindet den Töpfermarkt mit dem Marktplatz. Auch sie ist bereits seit langer Zeit als Fussgängerbereich umgestaltet worden.

In früheren Jahren stand im oberen Bereich der Marktstraße - unmittelbar neben dem Rathaus - das ehemalige Gilde- und Hochzeitshaus der Stadt. Das Gebäude wurde im Jahre 1620 im Stil der Spätrenaissance erbaut, erfuhr aber nach einem Brand im Jahre 1850 starke bauliche Veränderungen. Das ehemals mehrstöckige Haus wurde in seiner ehemaligen Form nicht mehr wieder errichtet und lediglich ein Dachstuhl mit neoklassizistischer Fassade auf das Erdgeschoss aufgebaut.

Am früheren Standort in der Marktstraße diente der Bau dann noch bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als Museumsstandort, bevor er 1978 der neuen Stadthalle weichen musste. An seinem heutigen Standort in der Farbestrasse ist nur noch die Fassade erhalten geblieben.

Markt

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Markt

Hier findet man einige interessante Fachwerkhäuser und das Rathaus der Stadt, davor ein noch zu Kaisers Zeiten errichtetes Kriegerdenkmal aus dem Jahre 1902.

Die Enthüllung des neuen Denkmals – und zugleich Brunnens – vor dem Rathaus am Markt war seinerzeit ein besonderes Ereignis für die Hofgeismarer Bevölkerung . Mit seiner Erstellung zu Ehren der im preußisch-französischen Krieg (1870/ 71) gefallenen Hofgeismarer Bürger wurde seinerzeit der ortsansässige Steinmetzmeister Adolf Israel beauftragt.

Literatur

  • Friedrich Pfaff, Geschichte der Stadt Hofgeismar, 2. Auflage, 1954
  • Alt-Hofgeismar, Bilder aus einer vergangenen Zeit 1870 - 1925, herausgegeben und erläutert von Helmut Burmeister und Klaus-Peter Lange, Hofgeismar 1979

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