Hessencourrier: Unterschied zwischen den Versionen

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* [http://www.dampflokfotos.de Fotos über die Einsätze der ersten hessischen Museumseisenbahn gibt es z.B. unter: www.dampflokfotos.de]
 
* [http://www.dampflokfotos.de Fotos über die Einsätze der ersten hessischen Museumseisenbahn gibt es z.B. unter: www.dampflokfotos.de]
  
 
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* [http://www.hev-ev.de/index.html Der Heiligenstädter Eisenbahnverein e. V.]
  
  

Version vom 16. September 2007, 18:54 Uhr

Dampflok HC 5 beim überqueren der Leipziger Straße

Hessencourrier lautet der Name der ersten hessischen Museumseisenbahn.

Geschichte

Seit 1972 führt der Verein Hessencourrier Zugfahrten mit historischen Eisenbahnfahrzeugen durch. Das Sammlungskonzept legt den Schwerpunkt auf den Erhalt von Eisenbahnfahrzeugen aus Hessen, vorzugsweise der ehemaligen preußisch-hessischen Klein- und Nebenbahnen. Die Fahrzeuge wurden zum großen Teil im schrottreifen Zustand angekauft und von den Vereinsmitgliedern in ehrenamtlicher Arbeit restauriert. Am Ende einer jahrelangen Aufarbeitung steht das Ziel, ein Fahrzeug mit allen erforderlichen bahnamtlichen Prüfungen wieder für den öffentlichen Verkehr zuzulassen.

Mittlerweile umfasst die Sammlung 50 Eisenbahnfahrzeuge, davon vier Dampflokomotiven, vier Diesellokomotiven und 19 betriebsfähige Pack- und Personenwagen. Damit kann nahezu die gesamte Entwicklung von zwei- und dreiachsigen Personenwagen der preußisch-hessischen Klein- und Nebenbahnen vorgestellt werden.

Prunkstück der Sammlung ist ein Originalzug der Kleinbahn Kassel-Naumburg, bestehend aus der Dampflokomotive HC 206 und über 100 Jahre alten Personenwagen.

Eigener Bahnhof

34 Jahre lang war der ehemalige Güterbahnhof Kassel-Wilhelmshöhe Süd der Kassel Naumburger Eisenbahn die Heimat der Museumseisenbahn. In Zukunft wird der Standort für den Neubau einer Werkstatt und Wartungshalle für die Triebwagen im Nordhessenverkehr der Firma Cantus benötigt. Deshalb war es für den weiteren Betrieb des historischen Zuges notwendig, eine Alternative zum Abstellen der teilweise über 100 Jahre alten Wagen und Lokomotiven zu finden. In unmittelbarer Nähe zum bisherigen Gelände konnte im Kasseler Technologiepark Marbachshöhe ein Areal erworben werden auf dem die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder die Grundlagen für die nächsten 35 Betriebsjahre errichten können.

Nachdem die ehemalige Panzerverladerampe durch eine Fachfirma abgerissen wurde, begannen die Gleisplanungen. Dank großzügiger Unterstützung durch einen professionellen Gleisplaner war es möglich das Optimum an Gleisen aus den Gegebenheiten heraus zu holen. Damit die 2 ursprünglich vorhandenen Gleise um ein drittes erweitert werden konnten wurden mehrere Weichen gekauft die zum Glück nicht weit entfernt eingebaut waren.

Anlieferung der Weichen aus dem Kasseler Hauptbahnhof

Aus dem Kasseler Hauptbahnhof konnten kurzfristig die benötigten Weichen abgebaut werden. Mit einem Schwertransport der aus 5 überbreiten LKW bestand sind die Weichen an ihren neuen Bestimmungsort durch die ganze Stadt transportiert worden.

Als auch die Gleisanlagen durch Kasseler Spezialisten fertig gestellt waren haben die Mitglieder der Museumsbahn den neuen Abfahrtsbahnsteig errichtet. Hier werden künftig die Züge der Museumseisenbahn zu den Sonderfahrten starten.

Das gesamte Areal soll in naher Zukunft komplett überdacht werden damit die historischen Fahrzeuge vor Regen und Sonne geschützt sind. Die Planungen sehen vor, dass auf dem Dach eine große Solaranlage mit einer Leistung von etwa 110 kW errichtet wird. Das Konezept zur Finanzierung wurde vom Verein unter Mithilfe von Solarspezialisten erarbeitet. Leider wurden auf der Zielgeraden die Bedingungen zur Vorfinanzierung derart angehoben dass eine kurzfristige Realisierung des Projektes nicht mehr möglich ist.

Jüngere Geschichte

52 4544 mit dem Kasseler Herkules im Hintergrund
524544 auf der Fahrt durch Baunatal nach Naumburg

Im April 2005 randalierten Jugendliche in den Wagen des historischen Zuges und hinterließen einen Schaden von 15000 Euro.

Schlimmer noch war der Brand am 5. Dezember 2006: Um 20.50 Uhr brannte an einem Dienstag der Buffetwagen des historischen Zuges aus. Der materielle Schaden: mindestens 30 000 Euro. Die Ursache: Vermutlich ein Defekt am Kühlschrank. Schwer wiegt insbesondere der ideelle Schaden: In hunderten Arbeitsstunden hatten Vereinsmitglieder aus einem schrottreifen Waggon einen edlen, weinroten Buffetwagen hergerichtet.

Lokomotiven

Der Betrieb wird mit diesen vereinseigenen Lokomotiven durchgeführt:

HC 206 in Naumburg

HC 206

Baujahr: 1941
Hersteller: Krauss-Maffei, München
Bauart / Leistung: Eh2t / 750 PS


HC 52 4544 bei Altenstädt

HC 52 4544

Baujahr: 1944
Hersteller: Cegielski, Posen
Bauart / Leistung: 1'Eh2 / 1620 PS


HC 5 im Bahnhof Naumburg

HC 5

Baujahr: 1952
Hersteller: Henschel, Kassel
Bauart / Leistung: Bn2t / 350 PS


HC V15 im Bahnhof Wilhelmshöhe-Süd

HC V15

Baujahr: 1958
Hersteller: MAK, Kiel
Bauart / Leistung: D-dh / 650 PS

Streckenführung der Museumsbahn

Von Kassel nach Naumburg verläuft die 33,4 km lange Bahnlinie, die im Volksmund auch "Naumburger Bahn" genannt wird. Die Streckenführung ist besonders deswegen interessant, weil auf verhältnismäßig kurzen Abschnitten beträchtliche Höhenunterschiede zu bewältigen sind. Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe 187,5 m über Meeresspiegel (Ausgangspunkt) Bahnhof Hoof 403,3 m über Meeresspiegel (höchster Punkt) Bahnhof Naumburg 286.0 m über Meeresspiegel (Endpunkt) Der tiefste Punkt liegt bei Kassel-Niederzwehren mit 170,0 m . Die größte Steigung mit 1:35, das sind ca. 29 ‰, befindet sich auf einer Länge von 4,7 Kilometer zwischen Elgershausen und Hoof. 16 Kilometer des Hauptgleises liegen in Kurven, davon überwiegend mit einem Halbmesser von 200 - 300 m.

Beim Bahnbau mußten drei von Norden nach Süden verlaufende Höhenzüge umgangen oder an geeigneter Stelle überschritten werden, nämlich der Habichtswald mit dem südlichen Ausläufer Baunsberg, die Langenberge mit dem nördlichen Ausläufer Saukopf und der Höhenzug am linken Elbeufer zwischen Altenstädt und Fritzlar.

Um Tunnelbauten zu vermeiden, wurden längere Strecken mit einem Neigungswinkel von 1;35 bis 1:60 notwendig. Der tiefste Punkt der Trasse liegt mit 170 m ü. NN nur 14 Streckenkilometer vom höchsten Punkt mit 403 m ü. NN entfernt. 233 m Höhenunterschied sind also zu überwinden. Die Trassierung wurde nach ausgesprochenen Billigkeitsprinzipien vorgenommen. Der kleinste Krümmungshalbmesser beträgt 200 m. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 40 km/h festgesetzt. Durch diese Vorgabe erhielt die Kleinbahn eine recht eigenwillige Note, die unter den deutschen NE- Bahnen ihresgleichen sucht.

Bei der Planung war man darauf bedacht, der Bahn einen eigenen Bahnkörper ohne Benutzung von Chausseen oder anderen öffentlichen Wegen zu schaffen. Für alle kreuzenden Wege waren schienengleiche Bahnübergänge ins Auge gefaßt. Nur bei Eintreten sehr ungünstiger Rampenverhältnisse sollte eine Über- oder Unterführung des betreffenden Weges erfolgen. Die Hochbauten sollten in einfachster Weise erstellt werden, jedoch den Verkehrs- und Betriebsbedürfnissen voll gerecht werden.

siehe auch

Weblinks