Heimatverein Dissen: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 18. Mai 2008, 18:11 Uhr

Aus der Geschichte des Dorfs Dissen:

* Quelle: Die Geschichte eines Dorfes von Josef Mertin, herausgegeben vom Heimatverein Dissen e. V., Dezember 1985


Es wäre eine lange Geschichte, die Mutter Erde da zu erzählen hätte. Für uns Menschen voller Rätsel, die uns nur stückchenweise preisgegeben werden. — Und mitten drin, kaum wahrnehmbar, sind wir, ein winzig Teilchen von dem "Stoffe" aus dem der Himmel ward und die Erde.

Es begann in einer Zeit, welche die Geologen "Tertiär" nennen. Sie liegt die Kleinigkeit von etwa 60 Millionen Jahren zurück. Da formte sich das Angesicht von Mutter Erde, überall zuckte und ruckte es. Es kam zu vulkanischen Ausbrüchen, und es bildeten sich Runzeln und Falten, welche die Oberfläche beeinflußten und blieben. So entstand jene Landschaft, welche uns unter "Nordhessisches Bergland" vertraut ist. Es war ein auf und ab der Erdschollen, ein Hin- und Hergezerre, und so entstanden durch dieses "Erdgeschiebe" auch die sogenannten "Erdverwerfungslinien", wie wir sie in unserer nächsten Umgebung vom Odenberg hinüber zu den Langenbergen kennen. So entstanden auch an einer Parallel-Linie die vom Scharfenstein zum Bilstein verläuft, der Sonne-Born und der Glißborn. Dann kam eine Zeit, die alles andere als freundlich war. Vom Norden her schoben sich dicke Eispanzer, als rutschender "Eiskuchen" ins Land, die alles mitnahmen, was ihnen im Wege stand, bis sie sich selber Grenzsteine setzten, die wir hier in unserer Gegend so zahlreich finden, die großen Quarzfindlinge. Damals veränderten Ströme und Flüsse ihren Lauf und es tobten grimmige Stürme, wie sie heute nur noch in Polargegenden vorkommen. Diese trieben in Unmengen feinste Bodenbestandteile vor sich her, wirbelten sie hunderte von Kilometern durch die Lüfte, bis sie an den Hügeln und Bergen, an den erstarrten Felszacken der ehemaligen Vulkane zur Erde fielen und sich von einem Sturm zum anderen anhäuften. So entstand bei uns der fruchtbare Lößboden, der das niederhessische Gebiet zum besten Ackerland machte. Wundert man sich, daß es gerade hier, in unserem Raum, so zahlreiche historische Siedlungs- und Fundstätten gibt? Es wäre jedoch vermessen, die Geschichte der Menschen in Zeiten abzugrenzen. Es gibt nur große Zeiträume, die man nach ihren Merkmalen so kennzeichnet, doch die sich nahtlos von einem zum anderen Jahr ineinanderschoben bis auf den heutigen Tag. Nur aus diesen Gesichtspunkten ist die nachfolgende Zeittafel über die Ur- und Frühgeschichte des Chattengaus zu betrachten. Dasselbe gilt auch für die damalige Besiedlung, deren Ausmaße wir nur als Stückwerk, nämlich durch die zahlreichen Siedlungsfunde in unserem Raum feststellen können.

Sehenswürdigkeiten

An der Ecke Stückweg/Chattenstraße steht das Prachtstück von Baum. Sie ist ca. 300 Jahre alt und grünt immer wieder auf's neue. Ihre ausladende, schöne Baumkrone ist ein Wald für sich und hat einen Umfang von 16 Metern, der Stammumfang beträgt 3 Meter. Im Herbst fallen ihre welken Blätter zu tausenden auf die Straße und das angrenzende Gartenland und müssen natürlich von dort wieder entfernt werden. Sie stößt auch das alte Holz ihrer Zweige und Äste, wie jeder Eichenbaum im Walde ab. Wenn man aber bedenkt, wie unermüdlich diese Eiche für gute Luft sorgt, darf man ruhig den kleinen Groll von wegen der Äste und Blätter vergessen. Immerhin erzeugt sie soviel Sauerstoff, daß im weiten Umkreis das ganze Dorf profitiert. Ihre Blätter nehmen die verbrauchte, stickige Luft in sich auf, reinigen sie, damit könnte sie 800 Einfamilienhäuser entgiften. An ihrer Stelle müßten 2700 Jungbäume im Wert von 135000,- DM angepflanzt werden um ihren Dienst wettzumachen. Es verstand sich von selbst, daß man dieses schmucke Wahrzeichen und ihren Wert rechtzeitig erkannt hatte und sie im Jahre 1970 unter Naturschutz stellte.


Er ist 247,7 m hoch und umfaßt 1,634 Hektar gemeindeeigenes Land. Geologisch entstand der Berg im "Dilivium" (Eiszeit), mit seinem nach Nordosten gerichteten Basaltgang ist er vulkanischen Ursprungs. Die Eiszeit hat hier ein Musterbeispiel ihrer Arbeit hinterlassen. Nordseite: Basaltischer Boden, Geröll, Steinablagerungen, geringer Mutterboden. Südseite: meterhohe Lößlehmschichten mit Fossilien der Schneckenarten: Succinea oblonga Drap., der Pupa muscorum Lin., und der Helix hispida. Früher zuweilen Schafhute, Flurnamen unterhalb des Hügels an Ortsgrenze "Schaafstall". 1857 Obstbaumanpflanzung, 1869 Fichten und Hainbuchen, 1885 Fichtenabholzung, wieder Schafhute. 1913-1925 wurde der Kopf des Berges mit Schwarzkiefern, Kiefern, Fichten und Lärchen bepflanzt und unter Forstschutz gestellt. Außerdem sind dort noch alte Eichen erhalten, aber nur noch wenige Haselbüsche von denen der Berg seinen Namen hat. Im Jahre 1386 tauschte Bürgermeister Hans Grebe zu Gudensberg, Land am "Nußilberge" bei Dissen mit den Kloster Breitenau. 1935 errichtete der Kriegsverein einen Schießstand und ab 1938 war auf dem Berg ein Horchposten postiert. Auf dem Gipfel ein Trigonomischer Punkt mit der Bezeichnung 30 02.8/1 Register Dissen Neußelberg, Kartenblatt Nr. 2, Parz. 39 Früher war zahlreiches Niederwild in der kleinen Waldung vertreten. Heute hausen zahlreiche Wildkaninchen in den vielen Fuchslöchern und richten großen Schaden an den Bäumen an. Im Verlauf der 5 Dorfverschönerungen wurden vom Gesangverein und Heimatverein Dissen dort eine beispielhafte Naherholungsanlage geschaffen Ersterer schuf einen terassenförmigen Festplatz, der zu den Neußelbergsingen benutzt wurde. Letzterer einen Wanderweg mit zahlreichen Ruhebänken und Vogelschutzgehölz. Leider kam es in der letzten Zeit zu bedauerlichen Zerstörungen. Siehe auch Sagen von den Wichtein.


Höhe 301 Meter üM. Vielzackige, zerklüftete, Felsengruppe mit Basaltgängen, Felsenstürzen, Gesteinswänden, tiefen Spalten und höhlenartigen Felsüberhängen. Geologisch ist der Berg dem Odenbergmassiv vorgelagert, dessen Landrücken sich über Dissen und Haldorf bis zur Eder erstreckt. Geologen, Geschichts- und Heimatkundler bezeichnen den Scharfenstein als vorgeschobenen Toreingang zum Inneren des Odenberges. Er ist vulkanischen Ursprungs und stellt sowohl eine Quellkuppe, als ein Basaltmassiv dar, das mehrere Basaltgänge aufweist. Das Gestein ist ein ba-saltischer Limburgit, welcher dort in fast 100 m Länge, 40-80 m Breite und 40-50 m Höhe vorkommt. Seine äußere Form besteht aus Säulen, die kaum 10 cm Durchmesser aufweisen und manchmal zu trommelartigen Bündeln zusammengepfercht sind, welche dem Betrachter waagerecht erscheinen, nach innen zu jedoch zu senkrechten Gebilden emporstreben. In den 50-er und 60-er Jahren 19. Jh. wurden dort Steine für den Straßenbau gebrochen und dabei die ursprüngliche Gestalt des S. verändert. Bald darauf, noch Mitte 19. Jh. untersagte man das wahllose Brechen der Steine und wies den Steinbrechern ein Gebiet außerhalb des Bergmassivs, an der Nord- und Südwestecke des Berges zu. Zuwiderhandelnde Steinbrecher wurden sogar mit Gefängnis bestraft, wie jener Gudensberger, den man kurzerhand einlochte. 1865 stürzte durch Frost und plötzlichem Tauwetter die ganze nordwestliche Hälfte nach hinten zusammen. Bis zu diesem Jahre soll der Scharfenstein um die Hälfte seiner jetzigen Gestalt höher gewesen sein. Alten Berichten zufolge soll er sogar siebenmal höher gewesen sein, was sich nicht nachprüfen läßt. Im J. 1870 wurde am Sch. noch einmal gesprengt, dann wurde der Felsen unter Naturschutz gestellt. Die Felsenklippen an der Nordseite des Bergmassivs sind Teile des zusammengestürzten Felsenfingers von einst. Kein Wunder, daß die Menschen der damaligen Zeit dieses Naturwunder, wie eine "Irminsäule" angesehen haben. Zu seinen Füßen lag der kleinere Hügel des Bußbalges (siehe dort), von welchem man auch Steine holte und gleich dahinter entdeckten die Erbauer der Kleinbahn 1898 den großen Urnenfriedhof aus der Hallsteinzeit; auf dem Gemarkungsgebiet des einstigen Unseligendissen.

Der Scharfenstein ist aber auch für Botaniker eine wahre Fundgrube ihrer Tätigkeit. Verschiedene alpine Pflanzen haben hier seit undenklichen Zeiten ihren Standort. Die heimischen Gehölze gedeien allerdings mehr in Krüppelform. Beachtenswert auch die Flechten und Farne. In der Vogelwelt begegnet man am Scharfenstein auch den Turmfalken, die sich in den Felsenzinnen heimisch fühlen. Auf Grund seiner einzigartigen Felsen anordnungen wurde der Scharfenstein zu einem Kletterparadies und namentlich die Alpinisten finden hier ideale Übungsmöglichkeiten, wenn sie auch mit ihren Kraftfahrzeugen fast an die Felsen heranfahren. Unerfahrene sollten jedoch keine riskante Kletterpartien vornehmen, denn immer wieder kam es zu mehr oder weniger schweren Unglücksfällen. Das Gelände des Scharfensteins ist 2,1518 Hektar groß und gemeindeeigenes Land. Es wurde früher auch als Weideplatz und Schafhute benutzt. In den Jahren 1910/11 wurde ein Teil des Gebietes bepflanzt. Am 4. 2. 1938 wurde das gesamte Gebiet des Scharfensteins unter Denkmalschutz gestellt. Leider kommt es immer wieder von Seiten der Besucher des einzigartigen Naturwunders zu Übergriffen gegen das Naturschutzgesetz. Vor einiger Zeit schrieb ein "Ausländer" aus Berlin: "Ach, was ist das für eine herrliche Gegend in der Sie leben!"

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