Harleshausen: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Harleshausen''' ist von Grün umgeben, von Feldern und Wiesen durchsetzt und in weiten Teilen eine Wohnstadt mit großzügigen Gärten. Zwei Drittel der Fläche des mit über 14 Quadratkilometern zweitgrößten Kasseler Stadtteils nimmt der nördliche Part des Habichtswalds ein. Im Süden reicht Harleshausen bis an den Wilhelmshöher Schlosspark heran.
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Waldrandlage, Waldblick und Spazierwege gibt es hier im Übermaß. Harleshausen hat sogar einen Anteil am Naturpark Habichtswald und darf sich rühmen, in fußläufiger Nähe die am Blauen See gelegene einzigartigen Künstlernekropole in seinen Stadtteilgrenzen zu haben. Unter Industrie, Lärm und Schmutz haben die Harleshäuser weniger zu leiden. Dafür um so mehr unter stark befahrenen Durchgangsstraßen wie der Wolfhager, Harleshäuser und Obervellmarer Straße. 
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== Harleshausen - 1074 erstmals erwähnt ==
 
== Harleshausen - 1074 erstmals erwähnt ==

Version vom 25. Februar 2011, 17:41 Uhr

Erlöserkirche Harleshausen

Harleshausen ist von Grün umgeben, von Feldern und Wiesen durchsetzt und in weiten Teilen eine Wohnstadt mit großzügigen Gärten. Zwei Drittel der Fläche des mit über 14 Quadratkilometern zweitgrößten Kasseler Stadtteils nimmt der nördliche Part des Habichtswalds ein. Im Süden reicht Harleshausen bis an den Wilhelmshöher Schlosspark heran. Waldrandlage, Waldblick und Spazierwege gibt es hier im Übermaß. Harleshausen hat sogar einen Anteil am Naturpark Habichtswald und darf sich rühmen, in fußläufiger Nähe die am Blauen See gelegene einzigartigen Künstlernekropole in seinen Stadtteilgrenzen zu haben. Unter Industrie, Lärm und Schmutz haben die Harleshäuser weniger zu leiden. Dafür um so mehr unter stark befahrenen Durchgangsstraßen wie der Wolfhager, Harleshäuser und Obervellmarer Straße.

Bevölkerung

(Stand: 31. Dezember)

2010: 12728 Einwohner (Ausländeranteil: 589 = 4,6 Prozent)

Harleshausen - 1074 erstmals erwähnt

Im Jahr 1074 wurde Harleshausen in der Gründungsurkunde des Klosters Hasungen erstmals erwähnt. Zu Ehren des Heiligen Heimerad wurde das Kloster gegründet, im Schenkungskatalog wird Herldeshusun (Harleshausen) erwähnt. Hier schenkte ein Mann mit dem Namen Ruothnc (oder Ruothne), der erste mit Namen bekannte "Harleshäuser", dem Kloster Hasungen eine Manse (ein Mansus(lat.) etwa 7,5 Hektar Land). Die Ortsnamenforschung nach Arnold weist nicht unbedingt einen Mann Namens "Harold" als Gründer aus, die Person des "Harold" bleibt fiktiv, somit eine "literarische Gestalt". 1974 feierten die Harleshäuser das 900-jährige Bestehen ihres Ortes, 1999 wurde die 925-Jahrfeier mit einem bunten Festprogramm begangen.

"Harold, so hieß der erste Mann, der sich da siedelte in 'Herldeshusen' an", so beginnt die gereimte Chronik, die Georg Buchmann in der Festschrift zur 900-Jahrfeier veröffentlichte. Entlang des Geilebachs ließen sich die ersten Siedler nieder, die hier von Ackerbau und Viehzucht lebten. Auch die Geschichte, die den Harleshäusern ihren Spitznamen "Ossen" einbrachte, ist in der Chronik festgehalten. Die Auerochsen des Landgrafen verwüsteten immer wieder die Felder der Harleshäuser Bauern. Die griffen zur Selbsthilfe, fingen einen der Ochsen ein, schlachteten ihn und teilten die Beute auf. Einer, der dabei zu kurz gekommen war, muß die Geschichte verraten haben, denn die Harleshäuser wurden zu langjährigen Bußgeldzahlungen verdonnert - und sie hatten ihren Spitznamen weg. Die "befreiende Tat" war im 20. Jahrhundert mehrfach Anlass zu "Ossenfesten".

2004 wurde anlässlich des 400. Jahrestages der Ossengeschichte ein außergewöhnliches Fest gefeiert, dass noch lange in Erinnerung bleiben wird.

1936 wurde Harleshausen ein Stadtteil von Kassel. Obwohl die Bauernhöfe längst fast verschwunden sind und moderne Läden und Dienstleister das Zentrum bestimmen, bleibt es für die Harleshäuser "das Dorf".

Ein lebendiges Vereinsleben - auch das spiegelt die Chronik wider - zeichnet Harleshausen bis auf den heutigen Tag aus.

Warum man die Harleshäuser Ossen nennt

Der ungewöhnliche Spitzname geht auf das 17. Jahrhundert zurück

Über wilde Ochsen und wehrhafte Bürger

Bei Fremden sorgt er für Verwunderung, Eingeweihte wissen Bescheid: Der Ochsenkopf an der Hausfassade in der scharfen Kurve an der Wolfhager Straße verweist auf den Spitznamen der Harleshäuser: Ossen. Schuld an diesem Spitznamen sind einige Auerochsen, die es im 14. Jahrhundert noch wild lebend in einigen Wäldern Deutschlands gab. 200 Jahre später lebten nur noch einige wenige Exemplare in den Wildparks deutscher Fürsten, und im 17. Jahrhundert gab es sie gar nicht mehr. So mag es sein, dass Landgraf Moritz (1592 bis 1627), der einige dieser wertvollen Rindviecher im Habichtswald nahe bei Weißenstein hielt, sehr stolz auf den Besitz dieser besonderen Tiere war. Immer wieder brachen die Ochsen aus dem eingezäunten Gehege aus, zerstampften die Äcker und die kostbare Saat oder Frucht der Felder.

Trotz wiederholter Anträge und Gesuche der betroffenen Bauern, die Entschädigung forderten, stellte sich der Landgraf taub und sah keine Notwendigkeit, den Ersuchen nachzugeben. In ihrer Not griffen die Geplagten im Jahre 1604 zur Selbstjustiz. Der nächste Auerochse, der die Felder betrampelte, überlebte diesen Ausflug nicht. Eine Bürgerwehr, bewaffnet mit Mistgabeln, Schlachtmessern und dergleichen mehr, trat dem mächtigen Wiederkäuer mutig entgegen, jagte und erschlug ihn. Anschließend wurde das tote Tier säuberlich zerlegt, und alle Beteiligten erhielten ihren Anteil. Damit war die Sache eigentlich erledigt und wäre wohl auch nie publik geworden. Doch einer aus den eigenen Reihen war zu spät zur Jagd gekommen und ging deshalb leer aus. Ihn plagte der Zorn, und wütend berichtete er über das heimliche Schlachtfest auf dem Harleshäuser Feld. So erfuhr der Landgraf von der Sache und verhängte eine drastische Strafe: 235 Jahre lang mussten die Harleshäuser jährlich zwölf Thaler und acht Albus zahlen, um die landesherrliche Allmacht wieder herzustellen.

Die Entdeckung der Ossengeschichte und das Ossengedicht

Schon im 18. Jahrhundert hat man, inspiriert von der französischen Revolution, über Agrarreformen nachgedacht. So wurde zum Beispiel 1807 durch die Stein-Hardenbergschen Reformen die Befreiung der preußischen (vor allem ostdeutschen) Bauern von der Leibeigenschaft verwirklicht.

In Kurhessen trat 1832 das Ablösungsgesetz in Kraft. Die noch von den Gesetzen des Mittelalters (Lehnsrecht, Afterlehen) herrührenden Grundlasten, die auf allen Feldstücken und Häusern lagen und an verschiedene Empfänger (z. B. Landesherrschaft, Adel, Kirche) geleistet werden mussten, wurden per Zahlung auf zwanzig Jahre abgelöst. Gleichermaßen wurden auch die Abgaben, die die Gemeinden zu leisten hatten auf die Möglichkeit der Ablösung überprüft. So stieß man in Harleshausen auf die Summe von 12 Thalern und 8 Albus, die seit "ewigen Zeiten" an die Gelehrtenschule (seit Landgraf Friedrich II. Friedrichsgymnasium)gezahlt werden mussten. 1832 wusste keiner mehr wofür man das Geld eigentlich zu zahlen hatte (gezahlt wurde hier nur noch sieben Jahre bis 1839). Erst die historischen Akten des Friedrichsgymnasiums gaben das Geheimnis preis. Das Gelächter über diese Erkenntnis soll in den Nachbargemeinden ziemlich groß gewesen sein.

Die Harleshäuser begegneten jedoch der Entdeckung der Tat der Vorfahren mit großem Stolz, waren ihre Vorväter und -mütter es doch gewesen, die dem mächtigen Landgrafen Moritz 1604 die Stirn geboten hatten. In diesem Sinne entstand das Ossengedicht mit den Namen einiger um 1830 in Harleshausen ansässiger Bauern und Bürger, wobei einige der hier genannten Familien auch schon 1604 in Harleshausen ansässig waren:

          Ein Urochs ging spatzmausen....
          Ein Urochs ging spatzmausen.
          von Wilhelmshöh`nach Harleshausen
          und als er kam ins Lückenrod
          da schlugen ihn die Harleshäuser tot.
          Da kam der Klapp und stach ihn ab.
          Da kam der Hildebrand mit seinen vier weißen
          Zicksen angerannt.
          Da kam der Beisheim und schleppte Kopf und Füße heim.
          Da kam der Klunz und sprach:
          Gebt mir auch `was in meinen Stunz!
          Da kam der Moog und sprach:
          Gebt mir auch `was in meinen Trog!
          Dann kam der Hermen und holte sich de Därmen.
          Dann kam der Metzger- Henner und sprach:
          Gebt mäh au was für Frau un Kenner!
          Dann kam der Knoche und sprach:
          Dies Späßchen bleibt nicht ungerochen!

Mut zur Selbsthilfe

Der Mut zur Selbsthilfe begleitete indes die Harleshäuser durch alle Epochen der Geschichte. Jahrhundertelang mussten sie Abgaben zahlen, zunächst ans Kloster Hasungen hier wurde Harleshausen erstmals urkundlich im Jahre 1074 erwähnt - später dann ans Kloster Weißenstein. Doch weder bittere Armut noch Kriege, Krankheiten oder Seuchen konnten das Selbstbewusstsein der Harleshäuser erschüttern. Sie trotzten im Dreißigjährigen Krieg den Bayern und im Siebenjährigen Krieg den Württembergern. Auch der Nationalsozialismus stieß auf Widerstand bei den Genossen aus dem im Zuge der Industrialisierung groß gewordenen Arbeiterdorf. An Bachmanns Ecke wurden die heimkehrenden Versammlungsbesucher von lattenbewaffneten Rotten überfallen, heißt es in einem Bericht aus jener Zeit. Umso bitterer stieß den Ossen der Verlust ihrer Selbstständigkeit durch die Eingemeindung in die Stadt Kassel am 1. Juni 1936 auf. Nicht zuletzt durch die Gründung des Bürgervereins im Jahr 1960 konnten Wünsche nach altem Harleshäuser Kulturgut endlich umgesetzt werden. 1985 wurde das Uhrtürmchen an seinem Standort Harleshäuser Straße/Wolfhager Straße wieder aufgebaut. Das ehemalige Harleshäuser Wahrzeichen war Anfang des 20. Jahrhunderts an der Kreuzung erbaut worden, überlebte zwei Kriege, war dann aber 1959 beim Straßenbau spurlos verschwunden. Für die Nachbildung hatte man nur ein Foto als Vorlage zur Verfügung. Auch der Kreuzstein, ein Relikt aus dem späten Mittelalter, fand als Nachbildung mithilfe des Bürgervereins 1979 seinen Weg zurück nach Harleshausen (Spielplatz Wolfhager Straße/Am Kreuzstein). Das Original war bei Straßenbauarbeiten Anfang der 1960er Jahre verschleppt und später zerschlagen worden.

Die Rasenallee oberhalb von Harleshausen wurde 1797 für adelige Reiter angelegt

Rasenallee Kassel-Harleshausen - Postkarte von 1947

Im Dezember 1949 rückten fünf Holzfäller aus dem Kellerwald mit Motorsägen und Äxten an – und machten aus der Rasenallee eine kahle Landstraße zweiter Ordnung. Bis dahin und seit mehr als 100 Jahren hatten über 300 Pappeln das Landschaftsbild oberhalb von Harleshausen geprägt. Die stolzen Baumriesen dienten den schon zur Plage gewordenen diebischen Elstern als Nistplatz und den Anwohnern bei Gewitter als natürliche Blitzableiter. Tatsächlich fiel eine Pappel nach der anderen Blitz und Sturm zum Opfer. Den morschen Rest erledigte der Kahlschlag. Im März 1950 folgten Neupflanzungen. Diesmal Bergahorn.

Die Pappeln stammten noch aus kurfürstlicher Zeit. Als die Allee ein echter Rasenweg war. Angelegt anno 1797 für Landgraf Wilhelm IX. als Verbindung zwischen den Schlössern Wilhelmshöhe und Wilhelmsthal. Und so wurde diese historische Straße noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Fürstenallee genannt. Leichte Kutschen im Sommer und Schlitten im Winter fuhren hier durch Feld und Wald, durch Täler und über Höhen.

Schulhäuser in Harleshausen

Das erste Harleshäuser Schulhaus stand in der Kronenstraße. Es wurde 1817 erbaut. 60 Kinder gingen dort zur Schule.

Das zweite Schulhaus wurde 1880 in der Karlshafener Straße gebaut, weil die alte Schule zu klein geworden war. Die Glocken auf dem Türmchen läuteten zum Unterrichtsbeginn und zu jeder Gebetsstunde. Früher war die Polizei in dem Gebäude untergebracht.

Das zweite Schulhaus reichte nicht mehr aus. Deshalb wurde 1902 das rote Backsteingebäude in der Karlshafener Straße gebaut. 354 Schüler besuchten die Schule.

Im Krauthof baute die Gemeinde Harleshausen im Jahr 1909 ein neues Schulhaus mit 6 Klassenräumen.

Die Schülerzahlen stiegen weiter an. Deshalb wurde in den Jahren 1914 bis 1918 das Schulgebäude durch Anbauten erweitert. 1920 hatte die Schule 770 Schüler. Zwischen 1953 und 1955 wurden die beiden Pavillons und die Turnhalle gebaut. 1981 wurde der Spielplatz gebaut.

Sport in Harleshausen

Handball

Handballer Harleshausen, Namen unbekannt , Foto: unbekannt ,
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Besonders der Handaballsprot hat in Harleshausen eine lange und erfolgreiche Tradition. Die SV Harleshausen Kassel ist im Handball einer der Traditionsvereine in Nordhessen.

Für die Sportvereinigung Harleshausen sind in jedem Jahr zahlreiche Mannschaften und Minis gemeldet. Etwa 420 der rund 2300 Mitglieder des Vereins gehören zur Sparte Handball.

Höhepunkt der Vereinsgeschichte war das Erringen der Deutschen Feldhandball Vizemeisterschaft im Jahre 1973.

Polizeirevier Südwest

siehe auch

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