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Version vom 26. Dezember 2008, 00:27 Uhr

Hann. Münden
Schloss.jpg
Hann. Münden - Welfenschloss
(Foto: Schmidt)
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Höhe: 123 m
über NN.
Einwohner: 24830 (31.12.2007)
Postleitzahl: 34346
Telefonvorwahl: 05541
Adresse der Stadtverwaltung: Lotzestr. 2
Website: www.hann-muenden.de

Hann. Münden ist eine Fachwerkstadt in Südniedersachsen mit etwa 25.000 Einwohnern.

Die vielbesuchte Stadt liegt am Zusammenfluss von Fulda und Werra und damit an der Weserquelle.

Die Stadtteile

Die Kernstadt von Hann. Münden besteht aus Altmünden, Blume, Hermannshagen, Innenstadt, Neumünden und dem Stadtgebiet Über der Bahn (Galgenberg, Vogelsang, Kattenbühl).

Geschichte

Aus der Stadtgeschichte

Stadtansicht

Heinrich der Löwe, ein mächtiger Welfe des 12. Jahrhunderts, seit 1142 Herzog in Sachsen, baute die Herrschaft in seinem Lande zielstrebig aus und erlangte auch Einfluss an der Oberweser. Nicht eindeutig belegt ist aber, ob sich der Welfenherzog damals auch das Mündungsdreieck zwischen Fulda und Werra aneignete, auf dem die Stadt Münden entstand. Eine Urkunde, die Heinrich als Besitzer des Grund und Bodens ausweisen würde, gibt es nicht. Gleichwohl sehen viele in ihm den Stadtgründer von Hann. Münden, andere dagegen in den hessisch-thüringischen Landgrafen. (Siehe dazu auch den RegioWiki-Artikel: Welfen contra Ludowinger - Wer gründete die Stadt Münden? Ein geschichtlicher Diskurs.)

In geschichtlichen Urkunden ist jedenfalls erstmals im Jahre 1183 von einer Stadt die Rede. Die Siedlungsgeschichte reicht aber in sehr viel frühere Jahrhunderte zurück. So wurden mit der Siedlung Gimundi - im späteren Gebiet von Altmünden - schon um das Jahr 800 die Abteien in Fulda und Corvey beschenkt.

Das Privileg des sogenannten Stapelrechts erhielt die Stadt Münden im Jahre 1247. Erst 1823 wurde das Mündener Stapelrecht aufgehoben, das der Stadt zu einem großen Aufschwung verhalf. Im 16. Jahrhundert gehörte Münden zu den wichtigen Handelsstädten und trieb den Weserhandel bis nach Bremen.

Das Rathaus in Hann. Münden

Seit Herzog Otto ("dem Kind") - der 1247 in das überwiegend aus den Eigengütern seines Großvaters Heinrich dem Löwen geschaffene Herzogtum Braunschweig-Lüneburg Münden einverleibte - waren die Welfen bis 1866 die Herren der Stadt. Am lebhaftesten ist in Münden indessen die Erinnerung an ein anderes Mitglied des welfischen Herzogshauses, die Herzogin Elisabeth, eine geborene Prinzessin von Brandenburg.

Sie gilt als „Mutter der Reformation“ in Stadt und Umland von Hann. Münden. 1542 führte sie mit Hilfe des Theologen Antonius Corvinus die Lehre Luthers im Fürstentum Calenberg-Göttingen ein.

In der St. Blasius-Kirche in Hann. Münden hängt oberhalb der Sakristeikirche eine Tafel aus dem Jahr 1901 - dem 400. Geburtstag von Antonius Corvinus - „der Herzogin Elisabeth zu Münden und ihrem treuen Berater Antonius Corvinus, dem Reformator Südhannovers zu Gedächtnis gewidmet“.

Wiederholt war die Stadt im Laufe ihrer Geschichte in kriegerische Auseinandersetzungen einbezogen, ohne sich vor Angreifern wirksam schützen zu können.

So belagerte Herzog Heinrich II. von Braunschweig-Lüneburg im Jahr 1553 Münden. Als die Essensvorräte in der Stadt knapp wurden und die Menschen anfingen, unter Hunger zu leiden, kapitulierte Münden. Die Fürstin Elisabeth wurde aus der Stadt vertrieben und flüchtete nach Hannover.

Fachwerkhäuser in Münden
(Foto: Schmidt)

Eine weitaus blutigere Niederlage erlitt Münden, als die weit überlegenen Truppen des Heerführer Johann t’Serclaes von Tilly die Stadt im Jahr 1626 einnahmen, plünderten und ein Blutbad anrichteten. Es scheint, als habe die Dreiflüssestadt den Angreifern nichts entgegensetzen können.

Am Ende der Schlacht wurde Münden eingekesselt und innerhalb weniger Stunden sturmreif geschossen. Etwa 2000 Einwohner wurden getötet und die Stadt geplündert.

Im Siebenjährigen Krieg erlebte die Stadt in der Zeit zwischen 1757 und 1762 dann wiederholt die Besetzung von französischen Truppen.

Von der damaligen Stadtmauer ist heute nicht mehr viel zu sehen. Im Jahr 1836 beschloss der Magistrat der Stadt Münden den vollständigen Abbruch der Mauer.

Ein dampfgetriebenes Verkehrsmittel erreichte Münden schon zwölf Jahre vor der 1856 vollendeten Hannoverschen Südbahn. Als auf der Weser noch Dampfer fuhren wurde in Hameln 1842 die „Vereinte Weser-Dampfschifffahrt“ gegründet, die auch in Bremen, Minden und Münden Geschäftsstellen einrichtete. Im Frühjahr 1844 nahm sie mit zwei Passagierdampfern den vollen Betrieb zwischen Bremen und Münden auf.

Durch die Hannöversche Südbahn wurde die Stadt dann im Jahre 1856 an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Strecke führte von Hannover, über Göttingen und Dransfeld nach Hann. Münden und wurde im September 1856 bis nach Kassel verlängert.

Nach Einstellung des Personenverkehrs über Dransfeld im Mai 1980 wurde der Bahnverkehr über Eichenberg geführt. Der ehemalige Streckenabschnitt GöttingenDransfeld – Hann. Münden wurde zu einem Grossteil zu einem Fahrradweg umgebaut oder als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesen.

Im Abschnitt Hann. Münden - Kassel verkehren dagegen die von Göttingen kommenden Regionalzüge und es findet reger Güterverkehr statt.

Auswahl von Artikeln zur Geschichte von Hann. Münden

Belagerung der Stadt Münden im Dreißigjährigen Krieg

Literatur

  • Martin Czichelski: „Die Gründung der Stadt Münden unter dem Einfluss der Welfen“, 2002
  • Martin Czichelski: „Gemunde im frühen und hohen Mittelalter“, 2006
  • Dr. Johann-Dietrich von Pezold: „Geschichte an den drei Flüssen. Streiflichter in die Vergangenheit der Stadt Hann. Münden an Werra, Fulda und Weser" , 2008

Museen

Persönlichkeiten

Die alte Werrabrücke mit L. Symphers Geburtshaus.
Repro: von Pezold

Sehenswürdigkeiten

Bedeutende Bauwerke

Blasiuskirche
(Foto: Siebert)
  • Fachwerkaltstadt: In der Altstadt stehen mehr als 700 Fachwerkbauten.
  • Marktplatz mit Weserrenaissance-Rathaus - Renaissancefassade von 1603; Glockenspiel; prächtige Eingangstür.
  • Kirchplatz mit St. Blasius - Kirche - die Kirche wurde zwischen dem 13. und 16. Jh. errichtet; reiche Innenausstattung (u. a. Taufbecken von 1392, Kanzel).
  • Alte Werrabrücke - Steinbogenbrücke von 1250.
  • Welfenschloss - erbaut im 16. - 18. Jh., heute Sitz des Stadtmuseums; das erste Schloss an dieser Stelle wurde bereits im Jahr 1501 durch Herzog Erich I. im gotischen Baustil errichtet, wurde aber durch einen Brand vernichtet. Im Jahr 1560 ließ dann Herzog Erich II. das Schloss in seiner heutigen Form im Stil der frühen Weserrenaissance errichten.
  • Reste der Stadtmauer - Tortürme und Mauerreste sind erhalten, z. B. die Rotunde.
  • Fährenpfortenturm - Sitz des Museums für Arbeit.
  • Historischer Packhof - an der Bremer Schlagd.
  • Tillyschanze - der 25 m hohe Aussichtsturm liegt am Osthang des Reinhardswaldes; schöner Blick auf Hann. Münden; Ausflugsgastronomie. Der Turm wurde in den Jahren 1881 - 1885 errichtet und soll an die Belagerung der Stadt durch den Feldherrn Tilly während des Dreißigjährigen Kriegs im Jahr 1626 erinnern.

Parks und Grünanlagen

Weserquelle und Weserstein

Der Weserstein mit Inschrift - links ist die Fulda zu sehen, rechts die Werra

Weserquelle: Den Zusammenfluss von Werra und Fulda bezeichnet man auch als "Weserursprung". Das Flusssystem aus Werra, Fulda und Weser besitzt mit 744 km den längsten deutschen Flusslauf (Werra / Weser). Flusslängen: Weser: 452 km Werra: 292 bzw. 298 km je nach Quelle Fulda: 218 km

Die Inschrift auf dem Weserstein:
"Wo Werra sich und Fulda küssen,
Sie ihre Namen büssen müssen.
Und hier entsteht durch diesen Kuss,
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.
Hann. Münden, den 31. Juli 1899"

Der Stein besteht übrigens aus Süßwasserquarzit. Er wurde vom Hann. Mündener Industriellen Natermann gestiftet. Herr Natermann hat auch die Inschrift vorgegeben.

Kastanie mit Rundbank: Der Weserstein steht unter einer grossen Kastanie. Auf der schattigen Rundbank ist es auch an heißen Tagen angenehm kühl.

Stadtansichten

> zahlreiche weitere Stadtansichten unter: Münden gestern und heute

Wandern und Radwandern

Der Weser-Radweg

Am Weserstein in Hann. Münden

Aus Richtung Hann. Münden (Start) verläuft der Weser-Radweg entlang der Weser bis nach Oberweser (25,0 km) und von dort weiter nach Lippoldsberg (30,0 km), Bodenfelde-Wahmbeck (35,0 km) und Bad Karlshafen (45,0 km). Von dort schliesst sich eine mehr als 400 km lange Strecke bis nach Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven an.

Der Fulda-Weser-Radweg

Bad KarlshafenGewissenruhGieselwerderGottstreuWeißehütteReinhardshagen - VeckerhagenVaakeHann. MündenWilhelmshausenWahnhausenFuldatalKasselBergshausenFuldabrückBaunatal/ RengershausenBaunatal/ Guntershausen - GuxhagenBüchenwerraGrebenauWagenfurthMelsungenMalsfeldBeiseförthBinsförthMorschenBaumbachBraachRotenburgBreitenbachBlankenheimMecklarFriedlosBad HersfeldKohlhausen – Kesperhausen – Mengshausen – Solms – Unter-Schwarz – Queck – Hutzdorf – Pfordt – Harteshausen – Lüdermünd – Kämmerzell – Gläserzell – Fulda – Gersfeld. (Gesamtlänge: 255 km)

Werra-Radweg

Der ca. 377 km lange Werra-Radweg verläuft entlang der Werra in Thüringen, Hessen und Niedersachsen.

Er führt von den beiden Werraquellen in Fehrenbach und Siegmundsburg bis nach Hann. Münden.

Wandertipps

Wandertipp 1
  1. Auf nach Spiekershausen
  2. Vom Hopbach nach Hann. Münden
  3. Durch Wald und Elsterbachtal

Der Wandervorschlag ""Durch Wald und Elsterbachatal" kommt vom Rhönklub Kassel:

Unsere Wanderung ist eine Rundwanderung, sie beginnt und endet in Wilhelmshausen, einem Ortsteil von Fuldatal, an der Fulda gelegen.

Die Wanderung beginnt an der Fuldaschleuse an der B 3, wir wandern auf dem Weg mit den weißen Zeichen X 3 und X 17 für Wildbahn und Fuldahöhenweg flussabwärts, Richtung Hann. Münden bis zur Bushaltestelle Elsterbach. Hier überqueren wir nach links die B 3 und wandern auf einer Waldstraße in den Reinhardswald. Nach etwa 50 Meter biegt der Wanderweg X 3 nach rechts ab.

Wir bleiben auf der Waldstraße und folgen den gelben Wegzeichen 2 und 4 in einem Kreis.

Immer leicht ansteigend treffen wir nach etwa 3500 Metern auf den Wanderweg mit der gelben 6 im Kreis.

Diesem folgen wir nach rechts und treffen nach etwa 1500 Meter auf eine geteerte Straße, auf dieser verläuft auch der Wanderweg mit dem weißen Zeichen X 3, dem wir nach rechts folgen, und der uns bis nach Wilhelmshausen führt.

Der Weg führt nun auf der Alten Kohlenstraße, immer leicht abwärts durch Hochwald, über den Mündener Stock, den Staufenküppel. Nach etwa 6 Kilometern erreichen wir die Tillyschanze mit Aussichtsturm und Gaststätte an der hessisch-niedersächsischen Grenze, oberhalb von Hann. Münden gelegen.

Eine Einkehr und Besteigung des Turmes ist empfehlenswert, mit Blick auf Hann. Münden und in die Flusstäler der Weser, Fulda und Werra. Auf dem Weg mit dem weißen Zeichen X 3 erreichen wir nach etwa 6 Kilometern Wilhelmshausen, den Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Rhönklub: Andreas Koch, Telefon/Fax 05 61-87 11 80. Wanderungen jeden Dienstag und alle 14 Tage sonntags.

Wussten Sie schon, ...?

Altstadt Münden

... dass es in Hann. Münden neben den zwei Kliniken 16 Allgemeinärzte, 44 Fachärzte und acht Apotheken gibt ?

Stadt Hann. Münden

Wussten Sie schon, dass die Stadt Hann. Münden im Jahr 2006 ...

  • insgesamt 27 322 Einwohner zählt und Gimte mit 2194 Bewohnern der größte, Laubach mit 433 der kleinste Ortsteil ist,
  • trotz klammer Kassenlage vier Millionen Euro in 26 wichtige Projekte investiert - zum Beispiel in Straßen- und Brückenbau, Dorf- und Stadtsanierung, öffentliche Sicherheit,
  • 1,8 Millionen Euro zur Unterhaltung der Kindergärten zuschießt, 784 000 Euro zum Brandschutz, 498 000 Euro zu den Dorfgemeinschaftshäusern, 727 000 Euro zur Pflege öffentlicher Grünflächen und 254 000 Euro zu den Sportstätten - die Einnahmen bereits abgezogen,
  • für einen „normalen“ Hund 60 Euro Steuern erhebt, für einen „gefährlichen“ Hund aber 408 Euro,
  • immer noch mit 36 Millionen Euro in der Kreide steht?

siehe auch

Altstadt Münden - Langestraße

Weblinks

Grafik Weserverlauf.png

Überregional:




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Wappen Landkreis Goettingen.png

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