Hügelgräber in Singlis

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Besuch der Örtlichkeit

Im südöstlichen Bereich der Gemarkung Singlis, in der Flur "Blasserod", die sich auch bis in den nordöstlichen Teil der Gemarkung Lembach ausdehnt, war der Direktor des Museums Fridericianum in Kassel,Dr. Edward Pinder, am 07. April 1874 zu Gast. Er war der Einladung des Gutsbesitzers Philipp Deichmann gefolgt,der bereits im Sommer des vorangegangen Jahres bei der Ausübung der Jagd das erste Hügelgrab entdeckt hatte und auch schon im Herbst des Vorjahres archäologische Grabungen durchgeführt hatte. Es wurden dabei bereits einige Urnen mit Asche und Knochenresten gefunden sowie eine Nadel mit goldenem Knopf und eine eiserne Fibel. Nadel und Fibel sind heute im Landesmuseum Kassel aufbewahrt.

Singlis,Blasserod, Urne mit Beigefäß

Große Ausdehnung

Dr. Pinder stellte fest, dass die Ausdehnung des Hügelgräberfeldes in Richtung Nordwesten enorme Ausmaße hatte und um die Einhundert Hügelgräber vorhanden waren. Man kann deshalb bereits von einer Nekropole (größere Begräbnisstätte der Ur- und Frühgeschichte) ausgehen. Als Belegzeit ist anhand der Funde von dem Zeitraum der jüngeren Bronzezeit / ältere Eisenzeit, das entspricht etwa 1.200 v. Chr. - 800 v. Chr., auszugehen.

Die Forschungsarbeit

Dr. Pinder und sein Team öffneten vier Grabhügel, die reiche Funde zu Tage förderten. Die Grabhügel waren rund und hatten einen Durchmesser bis zu 15 Metern und eine Höhe bis zu 2 Metern. Im Zentrum, auf dem Grund des Hügels, waren die Urne mit der Asche und den Knochenresten des Verstorbenen untergebracht, sowie oftmals, zusätzlich, kleinere Urnen mit Beigaben. Das Ganze war in der Regel geschützt durch eine Steinpackung. Auch Fibeln und Nadeln wurden geborgen. Die Funde werden heute noch im Landesmuseum in Kassel aufbewahrt.



Siehe auch

   *Steinkopf von Borken
   *Mühlsteine aus Borken(Hessen)
   *Hügelgräber in Borken (Hessen)
   *Der Sträflingskopf
   *Die Burg Borken (Hessen)
   *Der Giesenbühl
   *700 Jahre Stadt Borken (Hessen)
   *Der Wasserturm von Borken (Hessen)
   *Die Hardt bei Trockenerfurth
   *Die Schwalm