Hügelgräber in Borken (Hessen): Unterschied zwischen den Versionen

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* [[Der Sträflingskopf]]
 
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Version vom 1. März 2018, 01:09 Uhr

Die Örtlichkeit

In der äußersten Südostecke des Borkener Stadtwaldes, in der Nähe des Weinkopfes befinden sich mindestens 5 bronzezeitliche (1.500 - 1.000 v. Chr.) Hügelgräber, die jedoch alle geplündert oder zerstört sind.
Schnitt durch ein bronzezeitliches Hügelgrab

Funde

Holste schreibt 1939 in seinem Buch "Die Bronzezeit im nordmainischen Hessen": In einem ausgegrabenen Hügel, 4 Schuh (1 Schuh = 31,39 cm, 4 Schuh = 1,26 m) unter der Ackeroberfläche wurden unverbrannte Menschenknochen ( welches darauf hindeutet, dass es sich um eine Körperbestattung der mittleren Bronzezeit, 1.500 - 1.300 v. Chr., handeln könnte), Spuren eines Felles und fettige Asche gefunden, des weiteren ein Beil und ein Dolch mit zwei Nieten. Die Grabung wurde im Jahr 1817 von dem kurfürstlichen Archivar, Dr. Christoph Rommel ausgeführt. Vor Rommel hatte bereits Dr. Pinder 1883-84 einen Hügel untersucht und eine Doppelradnadel und eine Armspirale so wie einen Bronzetutulus (Bronzeschmuck) gefunden. Ein Herr Schröder fand bei einer Grabung im Jahr 1922 zwei massive Armringe, mehrere hellblaue Glasperlen, Reste zweier Skelette und ein Bronzedolch. Aus einem weiteren Hügel wurden ein Dolch, ein zerbrochener Armring und eine Pinzette so wie zwei beigabenlose Skelettbestattungen gefunden. Die Hügel haben sich mittlerweile weitgehend dem umgebenen Gelände angepasst. Es bedarf eines geübten Auges um sie überhaupt noch festzustellen.

Die Konstruktion

Die Hügelgräber waren rund und hatten einen ursprünglichen Durchmesser von bis zu 15 Metern. Die Höhe betrug etwa 3 Meter. Man benötigte etwa 200m³ Erde um einen derartigen Hügel aufzuschütten. Teilweise war die Randsteinfassung noch zu erkennen. Unweit der Gräber befand sich in der Regel die dazugehörige Siedlung. Oft wurden die Hügelgräber an durchgehenden Straßen angelegt, wie es wahrscheinlich in Borken auch der Fall war. Nach bronzezeitlichen Verständnis wurde damit Vorbeiziehenden die Möglichkeit gegeben für das Seelenheil der Verstorbenen zu beten.




Literatur

  • Friedrich Döring
 - ZHG, Band 1, 1837, Seite 83/84
 - F. Holste, Die Bronzezeit im nordmainischen Hessen, 1939, Seite 173
 - H. Pitz, Die Entwicklung des Amtes Borken, 18.10.1954, Seite 9-12

Siehe auch