Gudensberg

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Gudensberg
Gudensberg.jpg
Blick auf Gudensberg
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 9 072 (2009)
Postleitzahl: 34281
Vorwahl: 05603
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeverwaltung: Kasseler Straße 2
Website: www.gudensberg.de
Bürgermeister: Frank Börner (SPD)

Gudensberg ist eine Kleinstadt im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen.

Geografie

Lage

Die Stadt im Schwalm-Eder-Kreis liegt im Südosten des Naturparks Habichtswald.

Gudensberg liegt südlich von Kassel und nordöstlich von Fritzlar. Im Norden grenzt der Ort an die Gemeinde Edermünde, im Osten an Stadtteile von Felsberg.

Die Stadt ist über die Bundesautobahn A 49 gut angebunden, die Stadt Kassel ist in etwa 15 Minuten zu erreichen.

Der öffentliche Personennahverkehr (NVV) verbindet Gudensberg ebenfalls mit der Großstadt Kassel und den umliegenden Städten Fritzlar, Bad Wildungen und Frankenberg.

Stadtteile

Zur Stadt gehören neben Gudensberg die Stadtteile Deute, Dissen, Dorla, Gleichen, Maden und Obervorschütz.

Umgebung

In der Umgebung liegen die Überreste mehrerer mittelalterliche Burgen etwa die Burg Heiligenberg, die Altenburg oder die Burgruinen in Homberg, Felsberg und Jesberg.

Geschichte

Aus der Stadtgeschichte

WappenGudensberg.jpg

Hier liegt eigentlich die Wiege Hessens, denn unterhalb der Obernburg in der Mader Heide ließ Sophie von Brabant, Tochter der Heiligen Elisabeth, ihren vierjährigen Sohn Heinrich von den örtlichen Rittern und Adelsleuten nach dem Ende der thüringer Herrschaft über das Gebiet zum ersten Hessischen Landgrafen wählen. Dieser Vergangenheit nimmt sich das Städtchen bisher nicht an.

Dafür schmückt man sich mit Kolki, dem Schlossberg-Raben und einem Trommler unter Bezugnahme auf ein Grimm-Märchen, denn Gudensberg liegt an der Deutschen Märchenstraße.

Erstmals urkundlich erwähnt wird Gudensberg im Jahr 1121.

Gudensberg - Ansicht
Foto: Günther Pöpperl

Vor- und frühgeschichtliche Funde verweisen allerdings auf eine sehr viel ältere Siedlungsgeschichte und die vorchristliche Siedlung der Chatten in diesem Gebiet.

Markant ist neben der Ruine der Obernburg, auf der östlichen Bergkuppe nahe der Stadt (dem Schlossberg), die erhaltene Wenigenburg im Fachwerkstil auf der kleineren westlichen Bergkuppe.

Die ältesten Bauteile der sehenswerten evangelischen Pfarrkirche, der ehemaligen St. Margarethen-Kirche, stammen aus dem 13. Jahrhundert.

Im Jahre 1336 wurde das Kirchenschiff und der Turm fertiggestellt, im Jahre 1500 kam die Sakristei mit spätgotischem Gewölbe hinzu.

Das Kirchenschiff und der Kirchturm erfuhren im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Veränderungen. Nach einem Brand im Jahre 1736 erhielt der Turm eine Barockhaube mit Laterne an Stelle der ursprünglichen gotischen Kirchturmspitze mit vier Ecktürmchen.

Zwischen den Stadtteilen Maden, Deute und Gudensberg liegt die historisch bedeutsame Mader Heide. Im Jahre 1626 wurde ein Landtag der hessischen Städte in Gudensberg einberufen, der die Abdankung des Landgrafen Moritz zum Ziel hatte.

Dieses Zeil wurde aber erst ein Jahr später erreicht und im Jahre 1627 die Regentschaft auf seinen Sohn Wilhelm V. übertragen.

Zuletzt wurde im Jahre 1654 ein hessischer Landtag auf der Mader Heide einberufen.

Grifte-Gudensberger-Kleinbahn

Mit dem Bau der "Grifte-Gudensberger-Kleinbahn" wurde 1898 begonnen und die knapp 8 km lange Eisenbahnstrecke am 15. Juli 1899 eröffnet. Sie führte von Grifte (0,00 km) über Haldorf (2,58 km) und Dissen (4,25 km) nach Gudensberg (7,72 km).

Am 31. Dezember 1954 wurde der Personenverkehr eingestellt, die Bahngleise wurden inzwischen entfernt.

Stadtentwicklung

Trotz einiger Gebäudeabrisse in den sechziger und siebziger Jahren hat Gudensberg seinen Kern mit alten Fachwerkhäusern behalten.

Zwei Hotels, zwei Cafés, ein Eiscafé und mehrere Gasthäuser laden zum längeren Verweilen ein. Fast alle Einkäufe können im Stadtkern erledigt werden.

In Gudensberg gibt es einen Hähnchen-Großschlachtbetrieb und die Firma "Big Drum" stellt Eiswaffeln her.

Neben zahlreichen Kulturveranstaltungen (Theater, Kabarett, Chormusik, Musikgruppen, Musikschule, Ausstellungen, Lesungen) macht Gudensberg auch sportlich von sich reden. Überörtlich erfolgreich sind die Schützen, Schwimmer, Fußballer und vor allem die Langstreckenläufer.

Kirchen

Stadtkirche Gudensberg

Evangelische Stadtkirche St. Margarethen

Mit dem Bau der evangelische Ev. Stadtkirche St. Margarethen (auch: St. Margareten) in Gudensberg wurde im späten 13. Jahrhundert begonnen. Der im gotischen Baustil errichtete Chor der Kirche wurde 1271 geweiht, Kirchenschiff und Turm waren aber erst 65 Jahre später vollendet.

Im Jahre 1336 wurde das Kirchenschiff und der Turm fertiggestellt, im Jahre 1500 kam die Sakristei mit spätgotischem Gewölbe hinzu.

Das Kirchenschiff und der Kirchturm erfuhren im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Veränderungen. Nach einem Brand im Jahre 1736 erhielt der Turm eine Barockhaube mit Laterne an Stelle der ursprünglichen gotischen Kirchturmspitze mit vier Ecktürmchen.

Die Orgel der Kirche stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Bis heute lässt der Standort der Kirche am Marktplatz und die hoch aufragende Mauer des Kirchhofs deren besondere Rolle innerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung erkennen.

Katholische Kirchengemeinde "Herz Jesu"

Die Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu Gudensberg in Gudensberg gehört zum Pastoralverbund St. Petrus Canisius, Schwalm-Eder-Nord – Melsungen.

Persönlichkeiten

Politik

Bürgermeister

Frank Börner ist seit dem 25.02.2010 Bürgermeister der Stadt Gudensberg.

Wahlkreis


Sehenswürdigkeiten

Die Hintergasse Foto: G. Pöpperl
  • Der Stadtkern ist durch Fachwerkhäuser geprägt, wobei das alte Amtshaus über eine sehenswertes Renaissanceportal verfügt. Das ältestes Gebäude ist das 1596 errichtete Ackerbürgerhaus.
  • Kulturhaus Synagoge: die ehemalige Synagoge in der Hintergasse aus den Jahren 1840 - 1843 wird seit 1995 als Kulturhaus genutzt.
  • Der Gudensberger Kulturpfad: er beginnt am Rathaus in der Fußgängerzone und führt unter anderem zum Renthof (dem ehemaligen Sitz des Rentmeisters der landgräflichen Güter), zum ehemaligen Pfarrhaus „Die Pfarre” (aus dem späten 15. Jahrhundert, dass nach einem Stadtbrand im Jahre 1642 neu erbaut wurde), zur ehemaligen Synagoge (1840 - 1843 erbaut im neoromanischem Stil nach Plänen des Baumeisters Rosengarten für die damals mehr als 100 Mitglieder zählende jüdische Gemeinde), zur Evangelischen Stadtkirche (ehemals St. Margareten, erstmals erwähnt im Jahre 1271), zur St. Crucis-Kapelle (ab 1572 als Schule genutzt, später als Wohnhaus, seit 1970 leerstehend), zum letzten erhaltenen Wehrturm der Stadt, dem Gefangenenturm (aus dem 12. Jahrhundert), zur Wenigenburg (im 13. Jahrhundert als Vorburg errichtet und 1387 zerstört), zur Ruine der Obernburg (aus dem 11. Jahrhundert, einem Hauptstützpunkt der Landgrafschaft gegen das Erzbistum Mainz) und zum Hospital (1365 errichtet vor den Mauern der Stadt als Siechenhaus) mit Hospitalskapelle (aus dem 15. Jahrhundert mit Sterngewölbe).

siehe dazu:

Radwandern und Wandern

Wotanstein

Radwege

Zunächst den Ederauenradweg R 10 von Ungedanken nach Fritzlar. Dann geht es wie folgt weiter:
Werkel - Dorla - Gudensberg - Dissen - Holzhausen - Besse - und weiter Richtung Baunatal.

Wandern

"Zur Wiege der Landgrafschaft"

Ein Wandervorschlag vom Rhönklub Kassel

Unsere Wanderung ist eine Rundwanderung, sie beginnt und endet in Gudensberg am Rathaus.

Zu Beginn steht ein Rundgang durch die schöne Altstadt, über den Marktplatz ansteigend zur Kirche St. Margarethen und weiter zum Schlossberg mit der Wenigenburg und der Ruine der Obernburg.

Es geht zurück zum Marktplatz, hier finden wir das Wegzeichen, ein weißes Kreuz. Dieses weist uns den Weg bis nach Böddiger. Der Weg führt aus Gudensberg durch ein kleines Tal nach Maden. Links oberhalb von Maden liegt auf einer Kuppe der Maderstein.

In Maden führt der Weg auf der Hauptstraße nach rechts Richtung Obervorschütz. Am Ortsende erblickt man auf der linken Seite in einer kleinen Anlage den Wotansstein. Der Weg zurück in den Ort verläuft auf dem Wanderweg mit dem weißen Kreuz, auf diesem durch Feld und Flur erreicht man Böddiger. Im Ort auf der Hauptstraße etwa 150 Meter nach links liegt am Friedhof das weiße Wegzeichen X 2 für den Löwenweg.

Diesem Zeichen folgt der Weg nach links, leicht ansteigend bis nach Gudensberg, nach der Unterquerung einer Hochspannungsleitung wird der Wald erreicht, das Mader Holz. Im Wald lädt eine schöne Schutzhütte zur Rast ein. Weiter geht es durch den Wald und über die Bundesstraße 254. Der Weg führt weiter links am Lamsberg vorbei, mit einem aufgegebenen Basaltbruch. Dem Zeichen X 2 folgend wird der Ausgangspunkt wieder erreicht, das Rathaus von Gudensberg.

siehe auch

Maderstein

Vereine

Weblinks


Stadtteile der Stadt Gudensberg
WappenGudensberg.jpg

Deute | Dissen | Dorla | Gleichen | Gudensberg | Maden | Obervorschütz


Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis
WappenSchwalmEderKreis.jpg

Bad Zwesten | Borken | Edermünde | Felsberg | Frielendorf | Fritzlar | Gilserberg | Gudensberg | Guxhagen | Homberg | Jesberg | Knüllwald | Körle | Malsfeld | Melsungen | Morschen | Neuental | Neukirchen | Niedenstein | Oberaula | Ottrau | Schrecksbach | Schwalmstadt | Schwarzenborn | Spangenberg | Wabern | Willingshausen