Großenenglis

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Ortsangaben in Kurzform
Wehrturm und ehemal. Rittergut
Weithin sichtbar: Wehrturm u. ehemaliges Rittergut
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Stadt: Borken (Hessen)
Größe/Fläche: 988 Hektar
Einwohner: 1.136 (Sept. 2007)
Postleitzahl: 34582
Vorwahl: 05682
Kfz-Kennzeichen: HR
Stadtverwaltung: Am Rathaus 7
Bürgermeister: Bernd Heßler (SPD)
Ortsvorsteher: Heinz Boppert

Großenenglis ist ein Stadtteil von Borken (Hessen), Schwalm-Eder-Kreis, und grenzt im Norden an die 7 km weiter gelegene Domstadt Fritzlar.

Lage

Die vormals eigenständige Gemeinde wurde 1974 im Rahmen der Hessischen Gebietsreform der Nachbarstadt Borken (Hessen) angegliedert.

Großenenglis übertrifft mit seiner Gesamtfläche sowohl die Größe der Kernstadt als auch die der übrigen Stadtteile.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 775 als „Angelgise“ im Breviarium Sancti Lulli, dem Hersfelder Güterverzeichnis. Im Jahr 1125 hieß das Dorf „Engilgis“, 1225 „Engilgis major“ (lat. der größere oder ältere) und unterschied sich dadurch vom Nachbardorf Kleinenglis.

Historische Gebäude:

  • Kirchturm „Warte auf der Landwehr“ (1431 erbaut)
  • Amtshaus (Sternstraße, 1686 erbaut)
  • Ehemaliges Rittergut Handt (Herrenhaus 1505–1515 erbaut)
  • Ehemaliges Rittergut Kalbsburg (ca. 2 km nördlich außerhalb gelegen) mit Turm „Hohenenglis“ und Villa (1911–1913 erbaut)

Neben einem reichhaltigen Angebot an lokalen Vereinen und Verbänden unterhält der Ort seit über 30 Jahren partnerschaftliche Beziehungen zur 70 km nördlich von Paris gelegenen Stadt Noailles.


Warte auf der Landwehr


Zu Großenenglis ist anzumerken, dass diese große Hochebene auf der "Eiszeitmoräne" immer wieder bei Kriegen für Schlachten "genutzt" wurde, aber auch im Frieden für Mannöver; so auch in den 30ern des "1000-jährigen-Reiches" unter den Nazis, als tausende Soldaten hier aufmarschierten um vor der obersten NS-Führung anzutreten. Im Ort selbst steht ein eindrucksvolles Ensemble des mittelalterlichen Gutshofbaues, mit arrondierten großzügigen Wirtschaftsgebäuden und einem prächtigen Wohnhaus mit hohem Dach auf Fachwerkobergeschoss und gotischem Erdgeschoss; dicht daneben ein freistehender Wehrturm, der mit seinem Glocken beherbergendem Holzaufbau knapp 30 m hoch ist und so als Kampanile schon lange Zeit als Großenengliser Kirchturm genutzt wird.

Viele Kasseler kamen vor allem nach den Angriffen im Jahr 1943 als so genannte "Ausgebombte" aufs Land, insbesondere auch nach Großenenglis. Viele hatten persönliche Wurzeln zur dörflichen Bevölkerung, denn ihre Mütter, Väter oder gar sie selbst waren vor Jahrzehnten nach Kassel "zugewandert", meist wegen der Arbeit, auf die dann die Liebe und Verheiratung folgte.

Großenenglis musste durch den Bergbau seinen südlichen Teil opfern und zudem wurden durch den Untertage-Kohleabbau im nördlichen und östlichen Gemarkungsteil erhebliche Bergsenkungen hervorgerufen, auch die örtlichen Quellen versiegten.

Siehe auch

Weblinks


Stadtteile der Stadt Borken
WappenBorken.jpg

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