Grebenstein

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Grebenstein
Grebenstein-Jungfernturm.JPG
Am Jungfernturm
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 193 - 249
Fläche: 49,85 qkm
Einwohner: ca. 6.100
Postleitzahl: 34393
Vorwahl: 05674
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
34393 Grebenstein
Website: www.stadt-grebenstein.de
Bürgermeister: Armin Kölling (SPD)

Grebenstein ist eine Stadt im Landkreis Kassel in Nordhessen mit mehr als 6.000 Einwohnern.

Stadtteile

siehe dazu: Die Stadtteile von Grebenstein

Weiterhin entstand zur Zeit des Landgrafen Friedrich II. in den Jahren 1776/ 77 in der Gemarkung Rixen die Kolonie Friedrichsthal, die sich aber zu keinem selbständigen Dorf ausgebildet hat, anders als die etwa zur selben Zeit gegründeten Dörfer Friedrichsdorf (heute ein Stadtteil von Hofgeismar) oder Friedrichsfeld (heute ein Stadtteil von Trendelburg).

Stadtparlament

Die Kommunalwahl am 26.4.2006 brachte für die Stadtverordnetenversammlung folgendes Ergebnis:

Ergebnis der Kommunalwahl 26. März 2006 % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,8 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 57,2 18
FDP Freie Demokratische Partei Deutschlands 12,8 4


Städtepartnerschaften

Grebenstein unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Sehenswürdigkeiten

Rathaus - Seitenansicht

Sehenswert ist insbesondere die historische Altstadt und die Stadtkirche sowie die Ruine der Burg aus dem 13. Jahrhundert.

Die Burgruine erinnert an die ehemalige Residenz hessischer Landgrafen oberhalb der Altstadt, die rund 190 Fachwerkhäuser umfasst und wo sich noch Teile der ehemaligen Stadtbefestigung mit ihren Stadttürmen finden.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört aber auch das Ackerbürgermuseum in einem restaurierten diemelsächsischen Fachwerkhaus aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Das ursprünglich gotische Rathaus der Stadt wurde im 17. Jahrhundert erneuert.


siehe dazu auch: Sehenswürdigkeiten in Grebenstein

Geschichte

Der Ort lag im Mittelalter an der "Königsstraße", einer alten Handelsstrasse, die von der Fulda im Süden, über Grebenstein, Hombressen und Gottsbüren zur Weser führte. In einer Urkunde des Bischofs von Münster wird die Stadt im Jahre 1311 erwähnt, die im Verlaufe von etwa 300 Jahren aus einem Marktflecken entstanden war.

Bereits um das Jahr 1265 zur Zeit des Grafen Ludolph von Dassel wurde auf einem Berg südlich der Stadt eine Burg errichtet, auf der später - im Jahre 1341 - Landgraf Hermann II. von Hessen geboren wurde und von der heute noch die Ruine erhalten ist.

Stadtkirche

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadt im Jahre 1311 als „noua municio“ Greuenstein. Der Besiedelung und Bebauung der Altstadt (Oberstadt) folgt im 14. Jahrhundert die Bebauung der Neustadt zwischen Altstadt und Burg. Offenbar zogen Bauern aus den umliegenden Dörfern wegen der andauernden Auseinandersetzungen um die nahegelegene Burg Haldessen hinzu. Die Burg stand im Besitz des Erzbistums Mainz und lag nahe der Grebensteiner Landwehr auf halbem Weg zwischen Carlsdorf und Udenhausen.

Am 1. Oktober 1370 zur Zeit der Herrschaft des Landgrafen Heinrich II. wurden Alt- und Neustadt dann unter einem Rat vereinigt und ein starker Mauerring um die Stadt angelegt. Die bis heute teilweise erhaltene Stadtmauer haben zeitweilig bis zu 13 Türme überragt. Mit dem Jungfernturm, Eulenturm, Pulverturm, Burgtorturm und Lindenturm sind bis heute noch 5 Türme erhalten geblieben, zumindest Reste sind im Stadtgebiet vom Schinderturm und vom Ketzerturm zu finden.

Die Stadtkirche ("St. Katharina und Elisabeth") wurde als dreischiffige, spätgotische Kirche konstruiert, mit einem Turm aus behauenen Quadersteinen. Sie wurde zwischen 1320 und 1340 als Hallenkirche mit Kreuzrippengewölbe erbaut. Auf Achteckpfeilern ruht das Kreuzgewölbe des Kirchenschiffs. Mit Chor und Sakristei wurde der Kirchbau offenbar 1350 beendet.

Als letzter katholischer Pfarrer an dieser Kirche gilt Curdt Ansorge, dessen Amtszeit urkundlich vom 8. September 1498 bis zum 21. März 1519 belegt ist. Unter der Herrschaft von Landgraf Philipp I. von Hessen wurde die Landgrafschaft Hessen nach der Homberger Synode im Jahre 1521 protestantisch.

Der Turm der heute evangelischen Kirche in Grebenstein ist als Wehrturm angelegt und erhielt erst nach einem verheerenden Brand im Jahre 1637 eine schiefergedeckte „welsche Haube“. Bis heute erhalten geblieben sind zwei Sakramentshäuschen aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Feuersbrünste, Epidemien und Wasserfluten (von der Esse her) haben der Stadt in den nachfolgenden Jahrhunderten immer wieder geschadet. Die Unterstadt ist in unmittelbarer Nähe der Esse auf sumpfigen Grund entstanden. Hier wohnten überwiegend die ärmeren Leute, Hirten, Schäfer und Tagelöhner.

Rathaus

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die eroberte Stadt geplündert und weit mehr als 200 Bürgerhäuser aber auch die Kirche, das Rathaus und die Schule wurden niedergebrannt. Hatte die Stadt bis zum Beginn des Dreißigjährigen Kriegs etwa 2000 Einwohner, waren es nach dem Ende des Kriegs noch etwa 600 Bewohner. Noch zu Beginn des Siebenjährigen Kriegs im Jahre 1756 liegen viele Brandstätten unbebaut.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte Grebenstein einige Jahre als „Canton Grebenstein“ zum „District Kassel“ im Königreich Westphalen das mit König Jérôme, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, an der Spitze errichtet wurde. Nach dem Frieden von Tilsit im Jahre (1807) entstand aus dem ehemaligen Herzogtum Braunschweig, Kurhessen und vormals hannoverschen und preußischen Gebietsteilen das Königreich Westphalen mit der Hauptstadt Kassel.

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig löste sich das Königreich Westfalen auf. Durch den Wiener Kongress 1814/1815 wurden die alten Regierungsstrukturen weitestgehend wiederhergestellt und Veränderungen aus der Zeit des Königreichs Westphalen abgeschafft, die unter anderem in der Einführung der Gewerbefreiheit und des Code Civil zum Ausdruck gekommen waren.

Unter Kurfürst Wilhelm II. und dessen Sohn Friedrich Wilhelm I. wurde ab 1844 im Kurfürstentum Hessen mit dem Bau der Friedrich-Wilhelms–Nordbahn von Karlshafen über Kassel bis nach Bebra begonnen. Die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn war die erste kurhessische Eisenbahnstrecke. Der erste eröffnete Abschnitt war die Strecke Grebenstein–Hümme am 30. März 1848.

Das Meyersche Konversationslexikon (Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892) beschreibt die Stadt Grebenstein als „Stadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar, 182 m ü. M., an der Esse und an der Linie Schwerte-Warburg-Kassel der Preußischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht, eine schöne Kirche aus dem 14. Jahrh. und (1885) 2140 meist evang. Einwohner. Dabei auf einem Basaltfelsen die Ruinen der Burg G. ."

Elektrisches Licht erhielt die Stadt erst im Jahre 1914, wobei sich die Installation durch den Ersten Weltkrieg noch bis zum Jahresende verzögerte.

Nach der Machtergreifung Hitlers wurden auch in Grebenstein jüdische Bürger und politisch Andersdenkende verhaftet, nach Hofgeismar zum Verhör gebracht und dort oft schwer mißhandelt. Auch im übrigen Gau Kurhessen wurden Sozialdemokraten und Kommunisten von den neuen Machthabern verfolgt, besonders aber Juden. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Grebensteiner Synagoge innen verwüstet.

Im Stadtmuseum Hofgeismar wird an 453 jüdische Opfer der Nazi-Zeit erinnert, die aus den Städten und Gemeinden der früheren Landkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen stammen.

Katholische Kirche Hl. Geist in Grebenstein

Der Zweite Weltkrieg endete für die Grebensteiner Bevölkerung im Jahre 1945 mit dem Einmarsch amerikanischer Soldaten, die von Schachten her weiter in Richtung Hofgeismar marschierten.

Der Anteil der katholischen Bevölkerung in dem bis dahin stark protestantisch geprägten Norden von Hessen stieg nach dem Zweiten Weltkrieg stark an, im ehemaligen Kreis Hofgeismar auf mehr als 22.000 Personen. Heimatvertriebene – zum Beispiel aus dem sog. Sudetenland – mit zumeist katholischer Konfession kamen im Kreisgebiet an und fanden hier auf Dauer eine neue Heimat. In den 1950-er Jahren entstanden zahlreiche neue katholische Gotteshäuser im ehemaligen Kreisgebiet, darunter auch die Kirchen in Immenhausen (1952) und Grebenstein (1955 - Kirche Hl. Geist).

Grebenstein gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst zu den Städten und Gemeinden im ehemaligen Kreis Hofgeismar, später im Zuge der hessischen Gebietsreform zum Landkreis Kassel. Durch die hessische Gebietsreform kam es am 01. Oktober 1970 auch zum Zusammenschluss von Grebenstein mit den umliegenden Dörfern Burguffeln, Schachten und Udenhausen.

Literatur

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 102 ff.
  • Gottfried Gansauge, Die kirchliche Baukunst im Landkreis Kassel, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1978, S. 59 ff.


Unter einer Haut aus Steinen

Von den einst 13 Türmen Grebensteins existieren noch fünf, doch nur der Pulverturm ist begehbar

von Antje Thon (in HNA vom 22.5.2007):

Die Stadt Grebenstein war schon früher eine Gemeinde mit Weitblick. Von den 13 Wehrtürmen, die das Örtchen an der Esse Mitte des 14. Jahrhunderts umgaben, konnten die Wächter weit in alle Himmelsrichtungen spähen und Feinde früh erkennen. Geblieben aus jener Zeit sind fünf Türme: Jungfernturm, Eulenturm, Pulverturm, Burgtorturm und Lindenturm.

Während so ziemlich jeder Grebensteiner mindestens einmal in seinem Leben den Jungfernturm bestiegen hat, dürfte die Bilanz für die anderen baulichen Überbleibsel aus dem Mittelalter eher mager ausfallen. Und wen die Neugier treibt, wie es im Bauch vom Pulverturm aussieht und wie der Ausblick wohl vom Eulenturm sein mag, hat kaum Chancen, dem auf den Grund zu gehen.

Denn bis auf den Jungfernturm ist keines der Bauwerke begehbar. Ihnen fehlen die Treppen, sagt Herbert Gebert, der früher den Bauhof geleitet hat und heute Gäste durch den Jungfernturm begleitet. Anders als Eulen- und Burgtorturm verfügen Linden- und Pulverturm über mehrere Plattformen im Inneren. Sie lassen sich zumindest mit einer Leiter erklimmen. Gebert hat dies auch schon das ein oder andere Mal getan, um der Vergangenheit Grebensteins unter die steinerne Haut zu schauen. Ursprünglich habe es in den meisten Türmen Zwischenebenen gegeben, weiß der historisch bewanderte Rentner. Die allerdings seien aus Holz gewesen und im Laufe der Zeit verwittert. Spuren ihrer Existenz gibt es aber noch heute: Löcher in den Mauern und Vorsprünge, auf denen die Balken ruhten.

Nahezu allen der 13 Türme gemein war das Vorhandensein von Verliesen. Prominentester Insasse dürfte Bartholomäus Rieseburg, Pfarrer in Immenhausen, gewesen sein. Er hatte in seinen Predigten zu großes Gefallen an den Thesen Luthers bekundet und wurde 1523 als einer der ersten evangelischen Prediger in Hessen durch den Landgrafen Philipp im Jungfernturm gefangen gehalten.

Wer sich vom einstigen Reichtum an Wehrtürmen ein Bild verschaffen möchte, kann sich noch heute auf eine spannende Spurensuche begeben. Vom Schinderturm etwa, im Südosten der Oberstadt, steht nur noch ein Stumpf. Mit seinen Steinen wurde die Schule in der Marktstraße gebaut. Reste des Ketzerturms finden sich nahe der Unteren Strohstraße. Im Westen, wo die Esse in die Stadt fließt, ragte einst der Hildenturm auf. Heute rattern dir Züge über seine Bestandteile, den seine Steine wurden beim Bau des Bahndamms verwendet. Überbleibsel eines Gefängnisses am Essenaustritt zeugen von einem weiteren Turm. Heute heißt die Stelle Dreimännchen.

Kirchen

siehe auch

Stadtansicht

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

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