Gottsbüren

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gottsbüren - ehemalige Wallfahrtskirche
Gottsbüren - Ortsansicht
Gottsbüren - Ortsansicht

Gottsbüren mit etwa 900 Einwohnern ist ein Stadtteil der Kleinstadt Trendelburg im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Der durch den Ort verlaufende Fuldebach mündet in die Holzape.

Geschichte

Der Ort lag im Mittelalter an der "Königsstraße", einer alten Handelsstrasse, die von der Fulda im Süden, über Grebenstein, Hombressen und Gottsbüren zur Weser führte und wurde im 9. Jahrhundert als Buria urkundlich erwähnt.

Der urspünglich zur Grafschaft des Grafen Ludwig von Dassel gehörende Ort kam im Jahre 1272 zum Erzbistum Mainz und wurde weitere 60 Jahre später dem Kloster Lippoldsberg übertragen.

Geschichtliche Quellen belegen, dass im Reinhardswald bereits im Mittelalter das Töpferhandwerk verbreitet war. Neben den Kannegießern und den Schüsslern, die ihre Gefäße aus Zinn bzw. Holz fertigten, stellten die Töpfer ihre Tongefäße her. In der Gemarkung von Gottsbüren erinnert die Flurbezeichnung "Große Beckerseite" auf einem Höhenzug zwischen dem Donnebach und dem Fuldebach an die Töpfereien aus dem 12. und 13. Jahrhundert und die Wirkungsstätte der "Tonbecker".

Bekannt wurde der Ort im Reinhardswald im 14. Jahrundert durch das "Wunder von Gottsbüren"; angeblich wurde der Leichnam Christi in den Wäldern um Gottsbüren gefunden und in der Kirche aufgebahrt, nach anderer Darstellung wurde eine geweihte Hostie aufgefunden.

Jedenfalls wurden bis zum Jahre 1399 Wallfahrten nach Gottsbüren durchgeführt, nachdem Erzbischof Balduin von Trier schon 1331 die kirchliche Erlaubnis erteilt hatte. Die wirtschaftliche Situation des Ortes hat sich durch die Wallfahrten und die Spenden der gläubigen Pilger deutlich verbessert.

Nachdem die vom Kloster Lippoldsberg organisierten Wallfahrten einsetzen, wurde auch mit dem Bau der bis heute erhaltenen Wallfahrtskirche begonnen.

Nach dem Ende der Herrschaft des Erzbistums Mainz im nördlichen Hessen kam das Dorf im Reinhardswald im Jahre 1462 zur Landgrafschaft Hessen und wurde dem Amt Sababurg zugeordnet.

Besonders die Land- und Forstwirtschaft prägte das wirtschaftliche Leben des Dorfs im Reinhardswald, aber auch die Holzverarbeitung, die Töpferei und der Orgelbau. In der ehemaligen Wallfahrtskirche befindet sich seit dem Jahre 1775 mit der Heeren – Euler Orgel ein Zeugnis des Gottsbürener Orgelbaus.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich zu Beginn der 1970-er Jahre sieben bis dahin selbständige Gemeinden der Stadt Trendelburg an, darunter Gottsbüren.

Sehenswürdigkeiten

Die historische Wallfahrtskirche - Seitenansicht
Wallfahrtskirche - Innenansicht mit Wandgemälden

Im Ort steht die 1330/ 31 erbaute Wallfahrtskirche, die im 14. Jahrhundert zu der heutigen dreischiffigen Hallenkirche erweitert wurde.

Die zunächst vorhandene kleine Dorfkirche konnte die Wallfahrer bald nicht mehr fassen, so dass auch mit deren Spenden eine grosse Wallfahrtskirche gebaut wurde. Dem Schutz der Wallfahrer diente die schon 1334 ganz in der Nähe errichtete Zapfenburg (Sababurg).

Durch das nur kurze Langhaus der Kirche entfaltet diese auf den Besucher eine besondere Raumwirkung. Im Jahre 1961 wurden in den Seitenschiffen Wandmalereien freigelegt.

Historische Pilgerwege

Von der Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Gottsbüren wurden historische Pilgerwege in der Umgebung des Orts als Rundwanderwege angelegt und diese "Eco-Pfade" mit Hinweistafeln zu geschichtlichen Ereignissen ausgestattet.

Ein Hinweisschild zum Eco-Pfad Gottsbüren an der Wallfahrtskirche verweist auch auf die Gottsbürener Orgelbauer-Familien Kohlen, Heeren, Kuhlmann und Euler und deren Wirken vom frühen 17. Jahrhundert bis zum Umzug der Orgelbaufirma Euler nach Hofgeismar im Jahre 1910.

Literatur

  • A. Schreiber, Die Sage von der Auffindung des heiligen Leichnams Christi bei Gottbüren und die Entstehung des Wallfahrtsortes, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1959, S. 76 ff.
  • J. Lips u.a., EcoPfad - Pilgerwege zum Wallfahrtsort Gottsbüren, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Gottsbüren e. V., 2006

siehe auch

Vereine

VdK Gottsbüren

Die Feier zum 60-jährigen Bestehen des Sozialverbandes, dem rund 100 Mitglieder angehören, fand im Jahre 2008 in der alten Schule statt.

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

Ahnatal | Bad Emstal | Bad Karlshafen | Baunatal | Breuna | Calden | Espenau | Fuldabrück | Fuldatal | Grebenstein | Habichtswald | Helsa | Hofgeismar | Immenhausen | Kaufungen | Liebenau | Lohfelden | Naumburg | Nieste | Niestetal | Oberweser | Reinhardshagen | Schauenburg | Söhrewald | Trendelburg | Vellmar | Wahlsburg | Wolfhagen | Zierenberg