Glowes: Unterschied zwischen den Versionen

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(1) In unserer Region (Kassel) die mundartliche Kurzform des Hl. Nikolaus: "Klaus" (vgl. in angels. Ländern "Sta. Claus"). Das "w" in Clowes ist die noch in angelsächsischen Ländern erkennbare, ehemals konsonantische Verwendung als Doppel-u und nicht als Reibelaut. Insofern hieß es korrekterweise: Kloues, wobei der Diphthong "ou" als "au" gesprochen wird.
 
(1) In unserer Region (Kassel) die mundartliche Kurzform des Hl. Nikolaus: "Klaus" (vgl. in angels. Ländern "Sta. Claus"). Das "w" in Clowes ist die noch in angelsächsischen Ländern erkennbare, ehemals konsonantische Verwendung als Doppel-u und nicht als Reibelaut. Insofern hieß es korrekterweise: Kloues, wobei der Diphthong "ou" als "au" gesprochen wird.
  
Der 6. Dezember wird als [[Glowesowend/Globesobend]] begangen. Kinder verkleiden sich mehr oder weniger einfallsreich ([[Gloweskobb/Globeskobb]]), bewaffnen sich mit einem Beutel oder Sack und gehen meist zu den nächsten Nachbarn an deren Haustür. Dort wird dann geklingelt und es werden gereimte und fröhliche Sprüche aufgesagt. Als Dank bekommen die kleinen Poeten Kleinigkeiten in den mitgebrachten Sack geschenkt.
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Der 6. Dezember wird als [[Glowesowend]] begangen. Kinder verkleiden sich mehr oder weniger einfallsreich ([[Gloweskobb]]), bewaffnen sich mit einem Beutel oder Sack und gehen meist zu den nächsten Nachbarn an deren Haustür. Dort wird dann geklingelt und es werden gereimte und fröhliche Sprüche aufgesagt. Als Dank bekommen die kleinen Poeten Kleinigkeiten in den mitgebrachten Sack geschenkt.
  
 
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Version vom 15. September 2006, 20:39 Uhr

= Glowes/Globes (auch Klowes/Klobes oder Clowes/Clobes)

(1) In unserer Region (Kassel) die mundartliche Kurzform des Hl. Nikolaus: "Klaus" (vgl. in angels. Ländern "Sta. Claus"). Das "w" in Clowes ist die noch in angelsächsischen Ländern erkennbare, ehemals konsonantische Verwendung als Doppel-u und nicht als Reibelaut. Insofern hieß es korrekterweise: Kloues, wobei der Diphthong "ou" als "au" gesprochen wird.

Der 6. Dezember wird als Glowesowend begangen. Kinder verkleiden sich mehr oder weniger einfallsreich (Gloweskobb), bewaffnen sich mit einem Beutel oder Sack und gehen meist zu den nächsten Nachbarn an deren Haustür. Dort wird dann geklingelt und es werden gereimte und fröhliche Sprüche aufgesagt. Als Dank bekommen die kleinen Poeten Kleinigkeiten in den mitgebrachten Sack geschenkt.

Globesowendspriche:

Ich benn dr kleine Dicke,

ich winsche uch viel Gligge,

ich winsche uch 'n langes läben,

dä murrd mä au was schenes gäben!


oder:


Ich benn dr kleine keenich,

gäbd mä nid zu weenich,

lossd mich nid zu lange stehn,

denn ich muss noch weider gehn!


oder für ganz Faule:

Ich kumme uss Bonn unn wäll au was honn!

(2) Eine abgeleitete Bedeutung ist im niederhessischen Raum entstanden. Als "Clowes" wird jemand bezeichnet,der für sein Alter eigentlich Unerwartetes(auch Fehler) gemacht hat. "Was hodd dann der ahle Clowes voor´n Blödsinn verzappet?"