Gewissenruh

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Waldenserkirche in Gewissenruh

Gewissenruh ist ein Dorf in Nordhessen und ein Ortsteil der Gemeinde Oberweser mit etwa 130 Einwohnern.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich zum 1. Februar 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Arenborn, Gewissenruh, Gieselwerder, Gottstreu und Oedelsheim zur neuen Gesamtgemeinde Oberweser zusammen. Am 1. August 1972 kam Heisebeck hinzu.

Weserabwärts liegt die Stadt Bad Karlshafen und weseraufwärts die Stadt Hann. Münden.

Geografie

Das Dorf liegt oberhalb der Weser am Reinhardswald und an der Deutschen Märchenstraße.

Geschichte

Gedenkstein in Gewissenruh
Die Kirche in Gewissenruh

Aus der Ortsgeschichte

Der Ort wurde im Jahre 1722 von waldenser Glaubensflüchtlingen aus Frankreich als eine von Landgraf Carl von Hessen-Kassel neu gegründete "Kolonie" angelegt, ebenso wie das nahegelegene Dorf Gottstreu.

Die Weser trennt das hessische Dorf von der niedersächsischen Ortschaft Wahmbeck - früher im Königreich Hannover. Noch bis 1854 war Zoll beim Grenzübertritt nach Kurhessen zu entrichten.

Auch das hessische Forsthaus diesseits der Weser trägt den Namen Wahmbeck, in früheren Jahren oft Wambeck geschrieben. Ein Forstsitz ist hier seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts belegt, nachdem an dieser Stelle zunächst eine Glashütte betrieben worden war.

Die Kirche in Gewissenruh

Obwohl die Waldensersiedlung bereits 1722 gegründet wurde, konnte erst im Jahre 1779 die Dorfkirche gebaut werden.

Zunächst war für die Gottesdienste der Waldensergemeinden in Gewissenruh und Gottstreu die Kirche in Gieselwerder vorgesehen, später wurde vorübergehend ein gemeinsamer Kirchbau in Gottstreu geplant.

Der kleine Saalkirchenbau in Gewissenruh wurde aus unverputztem Wesersandstein errichtet. Auf dem Dach befindet sich ein viereckiger Dachreiter mit Wetterfahne. Über dem Eingang der Kirche lautet die französischen Inschrift: "Certes leternel est en ce lieu et je n´an savoie rien" (Gewiß ist der Ewige an diesem Ort, und ich wusste es nicht. 1. Mose 28, 16).

Im Innern der Kirche befindet sich hinter dem Altartisch die erhöhte Kanzel. Erst im Jahre 1885 kam eine Orgel hinzu, die auf der Orgelempore über dem Eingangsbereich ihren Platz fand.

Noch bis zum Jahr 1825 feierte die Waldensergemeinde ihre Gottesdienste in französischer Sprache, die aber zunehmend weniger verstanden wurde. Danach wurde die Kirchengemeinde in Gewissenruh der Kirchengemeinde in Lippoldsberg als Filialgemeinde angeschlossen.

Literatur

  • Jochen Desel, Hugenottenkichen in Hessen-Kassel, Hofgeismar 1992, S. 96 ff.
  • Thomas Ende u.a., Waldenserdörfer Gottstreu und Gewissenruh 1722-1997, Oberweser 1997, 503 S.
  • Roland Henne, 100 Jahre Wagenfähre Wahmbeck, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2005, S. 27 ff.

Fähre

Seit 1905 verbindet eine Fähre das heute niedersächsische Dorf Wahmbeck mit dem nordhessischen Ort Gewissenruh.

Radwandern

Baggerschiff auf der Oberweser

Auf beiden Seiten der Weser verlaufen heute gut ausgebaute Radwege.

Fulda-Weser-Radweg

Gesamtlänge: 255 km: Bad KarlshafenGewissenruhGieselwerderGottstreuWeißehütteReinhardshagen - VeckerhagenVaakeHann. MündenWilhelmshausenWahnhausenFuldatalKasselBergshausenFuldabrückBaunatal/ RengershausenBaunatal/ Guntershausen - GuxhagenBüchenwerraGrebenauWagenfurthMelsungenMalsfeldBeiseförthBinsförthMorschenBaumbachBraachRotenburgBreitenbachBlankenheimMecklarFriedlosBad HersfeldKohlhausen – Kesperhausen – Mengshausen – Solms – Unter-Schwarz – Queck – Hutzdorf – Pfordt – Harteshausen – Lüdermünd – Kämmerzell – Gläserzell – Fulda – Gersfeld.

Weser-Radweg

Aus Richtung Hann. Münden (Start) verläuft der Weser-Radweg entlang der Weser bis nach Oberweser (25,0 km) und von dort weiter nach Lippoldsberg (30,0 km), Bodenfelde-Wahmbeck (35,0 km) und Bad Karlshafen (45,0 km). Von dort schliesst sich eine mehr als 400 km lange Strecke bis nach Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven an.

siehe auch:

Übernachtungsmöglichkeiten

Hotels/ Gasthäuser

Jugendherbergen

siehe auch

Weserdampfschifffahrt

Aus dem „Begleiter auf dem Weser-Dampfschiffe von Münden bis Bremen“:

Im Frühjahr 1844 gab der Lehrer für Geschichte und Erdkunde am Rintelner Gymnasium, Dr. Ludwig Boclo, seinen „Begleiter auf dem Weser-Dampfschiffe von Münden bis Bremen“ heraus. Boclo war schon verschiedentlich als Reiseschriftsteller hervorgetreten. Das kleinformatige Büchlein sollte ein kundiger Mitreisender für alle fremden Passagiere sein.

Weserabwärts rühmte er neben vielem anderen den lieblichen Blick von Hilwartshausen auf Münden, der den dortigen Stiftsdamen ein Ausgleich für ihr entsagungsvolles Leben gewesen sein mochte. Auch die Eisengießerei in Veckerhagen sowie das Eisenhammerwerk in Lippoldsberg vergaß Boclo ebenso wenig wie den vom Fluss noch weithin sichtbaren Turm der Bramburg und die mit ihr verknüpften Sagen. Zudem warnte er vor den leicht reizbaren Bewohnern von Gewissenruh, die mit Prügel, Steinwürfen und Schimpfworten sehr freigiebig gewesen sein sollen.

Weblinks


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WappenLkKassel.jpg

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