Georg Christian Carl Henschel

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Georg Christian Carl Henschel (* in Gießen; † in Kassel) war ein deutscher Industrieller, Techniker und Unternehmer.

Von ihm ging mit der Gründung einer Gießerei in 1810, die sich an der Weserstraße in Kassel (ungefähr in Höhe des Finkenherds gegenüber der heutigen Max-Eyth-Schule) befand, die Entwicklung des Henschel-Imperiums aus.

Leben und Werk

Georg Christian Carl Henschel wuchs in Gießen auf und erlernte das Gießerhandwerk bei seinem Vater.

1777 kam er als Geselle nach Kassel und fand beim Stück- und Rotgießer Johann Friedrich Anton Storck Arbeit. Nach nur drei Jahren als Geselle wurde er Teilhaber an der Gießerei, die Storck als Staatsbediensteter auf private Rechnung betrieb.

Er heiratete 1780 die Tochter seines Prinzipalen Christine Wilhelmine Storck die ihn im Schreiben, Lesen und Rechnen unterrichtete. 1799 wurde die erste Feuerspritze von Storck und Henschel nach Zittau verkauft.

Landgraf Wilhelm IX. verlieh ihm 1795 den Titel der "vacante Stückgießerstelle gegen die freye Wohnung in dem dasigen Gießhause" und Benutzung des daneben liegenden Gartens.

1796 wurde nach Henschels Entwürfen ein Bleiwalzwerk gebaut, das ein Halbzeug der Bleirohrproduktion herstellte. Zudem wurde er 1796 herrschaftlicher Brunnenleiter und war verantwortlich für die Wasserversorgung in Kassel.

1799 erwarb er zum Ausbau der Gießerei und Werkstätten das so genannte Freyhaus, das mit der Gießerei einen geschlossenen Gebäudekomplex bildete.

1802 kam das 10. Kind des Ehepaares Henschel zur Welt. Als "fürstlicher Hofgießer" stand Henschel im öffentlichen Dienst. Er beschäftigte sich vornehmlich mit Geschütz- und Glockenguss.

1806 goss Henschel im durch die Truppen Napoleons besetzen Kassel für dessen Truppen Kanonenrohre. Nach Streitigkeiten um die Preise für die Kanonenrohre verließ er am 28. Juni 1810 das Gießhaus im Streit mit dem französischen Stadtkommandanten Artilleriegeneral Alix und zog ins benachbarte zufällig leer stehende Freyhaus.

Gründung der Firma Henschel

1810 kann als eigentliches Gründungsjahr der Firma Henschel angesehen werden, da Henschel nunmehr völlig selbständig war. Er baute im "Freyhaus" erneut eine Gießerei.

1817 beantragte Henschel die Verlängerung des Produktionsprivilegs und zusätzlich beantragte er die Genehmigung zum Alleinverkauf seiner Erzeugnisse. Den Wandel, der durch die industrielle Revolution ausgelöst wurde und gekennzeichnet war von der Werkstattfertigung zur Massenfertigung, konnte er nicht auf sein Unternehmen übertragen.

1836 wurde das Gießhaus durch einen Brand zerstört, das erlebte Georg Christian Carl Henschel jedoch nicht mehr; 1835, drei Jahre nach dem Tod seiner Frau starb er in Kassel.

Sein zweiter Sohn Johann Werner Henschel sollte das Unternehmen übernehmen; auch war bereits 1817 Carl Anton Henschel, sein erster Sohn, der zum Baumeister und Maschinendirektor avanciert war, in das Unternehmen eingetreten.

siehe auch