Fritzlar: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Sehenswürdigkeiten)
(Aus der Stadtgeschichte)
Zeile 76: Zeile 76:
 
Als "schwarzer Tag" in der Stadtgeschichte gilt der 14. September [[1232]]. Konrad von Thüringen und der Ritter von Treffurt, die Fritzlar lange Zeit belagert hatten, erstürmten die Mauern, zerstörten und plünderten und brandschatzten die Stadt.
 
Als "schwarzer Tag" in der Stadtgeschichte gilt der 14. September [[1232]]. Konrad von Thüringen und der Ritter von Treffurt, die Fritzlar lange Zeit belagert hatten, erstürmten die Mauern, zerstörten und plünderten und brandschatzten die Stadt.
  
Das Rathaus in Fritzlar entstand ursprünglich in romanischer Zeit (auch als "Vogtei" bezeichnet) und erhielt im 15. Jahrhundert ein reichverziertes Fachwerkgeschoss. Überhaupt wird das Stadtbild rund um den Markt (mit Rolandsbrunnen) durch eindrucksvolle Fachwerkbauten bestimmt.  
+
Das [[Fritzlar-Rathaus|Rathaus in Fritzlar]] entstand ursprünglich in romanischer Zeit (auch als "Vogtei" bezeichnet) und erhielt im 15. Jahrhundert ein reichverziertes Fachwerkgeschoss. Überhaupt wird das Stadtbild rund um den Markt (mit Rolandsbrunnen) durch eindrucksvolle Fachwerkbauten bestimmt.  
  
Aufgrund der ständigen Auseinandersetzungen zwischen dem [[Erzbistum Mainz]] und der [[Landgrafschaft Hessen]] entstanden im Bereich der mainzischen Stadt Fritzlar auch eine ganze Reihe von sogenannten Landwarten. Auch die Hellenwarte im Norden war eine dieser runden Wachtürme, die mit Ringmauer und Graben umgeben waren. Die Überreste von fünf dieser ursprünglich sieben Warten sind heute noch vorhanden.
+
Aufgrund der ständigen Auseinandersetzungen zwischen dem [[Erzbistum Mainz]] und der [[Landgrafschaft Hessen]] entstanden im Bereich der mainzischen Stadt Fritzlar eine ganze Reihe von Wehrtürmen (etwa der ''Graue Turm'' von 1274) und Landwarten. Auch die ''Hellenwarte'' im Norden war eine dieser runden Wachtürme, die mit Ringmauer und Graben umgeben waren. Die Überreste von fünf dieser ursprünglich sieben Warten sind heute noch vorhanden.
  
 
Auch sie änderten allerdings nicht an der späteren militärischen Niederlage der Mainzer Erzbischöfe gegen die hessischen Landgrafen im 15. Jahrhundert, unter anderem mit einem entscheidenden Sieg von [[Landgraf Ludwig I.]] am 23. Juli 1427 bei [[Kleinenglis]]. Nach dem ''Augsburger Religionsfrieden'' blieb Fritzlar mit den benachbarten Dörfern [[Ungedanken]] und [[Rothhelmshausen]] mainzisch und katholisch, was zu einer zunehmenden konfessionellen und damit auch ökonomische Isolierung der Stadt in einem protestantisch geprägten Umland führte.  
 
Auch sie änderten allerdings nicht an der späteren militärischen Niederlage der Mainzer Erzbischöfe gegen die hessischen Landgrafen im 15. Jahrhundert, unter anderem mit einem entscheidenden Sieg von [[Landgraf Ludwig I.]] am 23. Juli 1427 bei [[Kleinenglis]]. Nach dem ''Augsburger Religionsfrieden'' blieb Fritzlar mit den benachbarten Dörfern [[Ungedanken]] und [[Rothhelmshausen]] mainzisch und katholisch, was zu einer zunehmenden konfessionellen und damit auch ökonomische Isolierung der Stadt in einem protestantisch geprägten Umland führte.  

Version vom 1. März 2009, 20:33 Uhr

Fritzlar
Frietzlar innenstadt juni 2008 poepperl.jpg
Der Marktplatz in Fritzlar
(Foto: Günther Pöpperl)
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 14.594 (2007)
Postleitzahl: 34560
Vorwahl: 05622, 05683
Kfz-Kennzeichen: HR
Stadtverwaltung: Zwischen den Krämen 7
34560 Fritzlar
Website: www.fritzlar.de
Bürgermeister: Karl-Wilhelm Lange (CDU)

Fritzlar ist eine Kleinstadt im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen und liegt etwa 25 km südlich von Kassel.

Das Stadtbild wird geprägt durch den Dom, die romanisch-gotische Stiftskirche St. Peter, mit deren Errichtung zum Ende des 11. Jahrhundert begonnen wurde und die zum Ende des 12. Jahrhundert umgebaut wurde.

Aktuelle Bilder vom Fritzlarer Marktplatz liefert eine Webcam:

Die Stadtteile

Zu Fritzlar gehören neben der Kernstadt folgende Stadtteile:

Geschichte

Aus der Stadtgeschichte

Stadtwappen

Die Gründung der Stadt Fritzlar geht auf das Wirken des heiligen Bonifatius zurück. Unter ihm begann eine planmäßige Missionstätigkeit im Gebiet der Chatten. Aus England kommend, reiste er noch unter seinem früheren Namen Winfried 722 nach Rom, wurde vom Papst zum Bischof berufen und mit der Missionierung vor allem der Chatten, Thüringer, Sachsen und Friesen betraut.

Der Naturglaube der Chatten ist zu dieser Zeit längst nicht mehr unerschüttert. Bonifatius kann es wagen, die Donareiche an heiliger Stätte zu fällen und die Chatten zum Empfang der Taufe zu bewegen. Laut päpstlicher Weisung erfolgt mit dem Bau der Peterskirche 723 und des Klosters 724 die Gründung eines wichtigen missionarischen Stützpunktes in Fritzlar. Dieser Stützpunkt gewann später an Bedeutung, als das zwischenzeitlich errichtete Bistum Büraberg 746 aufgelöst und an seine Stelle das Archidiakonat Fritzlar mit einem Probst als Vertreter des Bischofs von Mainz eingerichtet wird.

Der Nachfolger von Bonifatius, der heilige Wigbert, hat dann zwischen 725 und 731 die erste hessische Klosterschule in Fritzlar gegründet.

Erst einige Jahrhunderte später wurde der Dom zu Fritzlar errichtet, der bis heute das Stadtbild der Kleinstadt im Schwalm-Eder-Kreis (früher: Kreis Fritzlar-Homberg) prägt. Fritzlar selbst war aber zu keinem Zeitpunkt Bischofssitz.

Zunächst entstand bei der Ederfurt am Schnittpunkt alter Straßen und um das Kloster, das Bonifatius 724 im Schutz der Büraburg gegründet hatte, eine Siedlung und bereits unter Karl dem Großen eine Kaiserpfalz, die im 10. und 11. Jahrhundert zahlreiche Reichsversammlungen erlebte, bevor sie im Jahre 1079 von den Sachsen zerstört wurde.

Der Mond zwischen den Türmen des Doms
(Foto: HNA-Redakteur Reinhard Berger)
Das Rathaus in Fritzlar - Ende der 1940er-Jahre
Die Hellenwarte bei Fritzlar

Seit dem 11. Jahrhundert gehörte Fritzlar zum Erzbistum Mainz und wurde Anfang des 12. Jahrhunderts als Kaufmannsstadt neben dem alten Siedlungskern planmäßig neu gegründet, die besonders im 13. und 14. Jahrhundert ihre Blütezeit erreichte.

Mit der Errichtung der romanisch-gotischen Stiftskirche St. Peter wurde zum Ende des 11. Jahrhundert begonnen. Und zum Ende des 12. Jahrhundert entstand dann der Dom als Pfeilerbasilika im gotischen Stil und mit heute reicher Innenausstattung aus den vergangenen Jahrhunderten, darunter der barocke Hochaltar.

Die dreischiffige Basilika gilt als eines der schönsten Bauwerke Deutschlands. Eine beeindruckende sakrale Sammlung enthält das Dommuseum mit Bibliothek und Domschatz, darunter das "Kaiser-Heinrich-Kreuz" aus dem frühen 11. Jahrhundert.

Als "schwarzer Tag" in der Stadtgeschichte gilt der 14. September 1232. Konrad von Thüringen und der Ritter von Treffurt, die Fritzlar lange Zeit belagert hatten, erstürmten die Mauern, zerstörten und plünderten und brandschatzten die Stadt.

Das Rathaus in Fritzlar entstand ursprünglich in romanischer Zeit (auch als "Vogtei" bezeichnet) und erhielt im 15. Jahrhundert ein reichverziertes Fachwerkgeschoss. Überhaupt wird das Stadtbild rund um den Markt (mit Rolandsbrunnen) durch eindrucksvolle Fachwerkbauten bestimmt.

Aufgrund der ständigen Auseinandersetzungen zwischen dem Erzbistum Mainz und der Landgrafschaft Hessen entstanden im Bereich der mainzischen Stadt Fritzlar eine ganze Reihe von Wehrtürmen (etwa der Graue Turm von 1274) und Landwarten. Auch die Hellenwarte im Norden war eine dieser runden Wachtürme, die mit Ringmauer und Graben umgeben waren. Die Überreste von fünf dieser ursprünglich sieben Warten sind heute noch vorhanden.

Auch sie änderten allerdings nicht an der späteren militärischen Niederlage der Mainzer Erzbischöfe gegen die hessischen Landgrafen im 15. Jahrhundert, unter anderem mit einem entscheidenden Sieg von Landgraf Ludwig I. am 23. Juli 1427 bei Kleinenglis. Nach dem Augsburger Religionsfrieden blieb Fritzlar mit den benachbarten Dörfern Ungedanken und Rothhelmshausen mainzisch und katholisch, was zu einer zunehmenden konfessionellen und damit auch ökonomische Isolierung der Stadt in einem protestantisch geprägten Umland führte.

Besonders unter dem Dreißigjährigen Krieg hat die Stadt dann sehr gelitten. Als zum Ende des Kriegs die Pest ausbricht, überleben von etwa 2000 Einwohnern nur 600. Erst im Jahre 1840 erreichte die Stadt wieder 2000 Einwohner.

Das heutige Heimat- und Geschichtsmuseum der Stadt befindet sich im "Hochzeits- und Patrizierhaus", einem der grössten Fachwerkgebäude Hessens aus dem Jahren 1580 - 1590. Im Dreißigjährigen Krieg war in dem Haus ein Lazarett untergebracht, von 1839 bis 1863 war es Sitz der Stadtverwaltung, Gerichtsgebäude und Gefängnis und von 1903 bis 1949 auch Schulhaus. Heute ist hier das Regionalmuseum beheimatet - mit vollständigem Namen "das Museum für Vor- und Frühgeschichte, Volkskunde und Stadtgeschichte", das neben der vor- und frühgeschichtlichen Sammlung auch eine umfangreiche Sammlung zur Stadtgeschichte bereit hält.

Auch die Verwaltungsgliederungen erfuhren manche Veränderung. Nach der Wiedererrichtung des Kurfürstentums Hessen wurde 1821 wird im Rahmen der Kurhessischen Verwaltungsreform in Fritzlar ein Justizamt eingerichtet und es entstand der Kreis Fritzlar. Gut hundert Jahre später, im Jahre 1932 wurde aus den Kreisen Fritzlar und Homberg dann der Kreis Fritzlar-Homberg gebildet. Und am 1. Januar 1974 schließlich wurden die Kreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain zum neuen Schwalm-Eder-Kreis zusammenfasst.

siehe auch:

Die Spur der Kachel-Kunst

In Fritzlar wurde eine Töpferei gefunden und eventuell auch Spuren einer Burg

Anfang 2008 wurden Teile seiner Töpferei auf der Großbaustelle in der Fritzlarer Innenstadt gefunden. Die Funde belegen, dass vor etwa 500 Jahren direkt vor den Toren der Stadt Fritzlar kunstvolle Kacheln geschaffen wurden. Die Kacheln sind von hoher Qualität, urteilte ein Archäologe. Zu den schönsten Funden gehört eine Gussform, auf der Petrus zu erkennen ist, mit fein gearbeiteten Zügen und Details.

Und es gibt immer mehr Hinweise, dass noch einmal zwei- bis dreihundert Jahre zuvor dort eine Burg stand, die bis zu 150 mal 150 Meter groß gewesen sein könnte. So steht es jedenfalls in alten Plänen.

siehe dazu den ausführlichen Artikel:

Kaiserfest

Stadtfest 2007 am Rolandsbrunnen auf dem Marktplatz - im Hintergrund das mittelalterliche Kaufmannsgildenhaus

Schon zur Zeit Karls des Großen, der hier eine Pfalzanlage errichtet haben soll, lag die Siedlung Fritzlar an einem Kreuzungspunkt wichtiger frühmittelalterlicher Straßen und war Aufenthaltsort deutscher Könige und Kaiser. Daran erinnert die Stadt ab 2008 mit dem Kaiserfest. Zur Zeit Konrads I. (911 bis 918) etwa war in der Stadt ein Königshof errichtet worden und 919 wurde der von ihm designierte Heinrich von Sachsen auch in Fritzlar zum König gewählt. Noch bis zum Ende des 11. Jahrhunderts war Fritzlar ein Ort bedeutender Reichstage, Synoden und Kaiserbesuche.

Kirchen

Radwege

Sehenswürdigkeiten

sehe auch

Gastraum des Brauhauses in Fritzlar (FOTO: ZERHAU)

Wissenswertes über Fritzlar auch unter:

Vereine

TuS Fritzlar

Im Jahre 1911 nannte sich der erste Fritzlarer Fußballclub noch Teutonia. Ab dem Jahre 1932 erfolgte dann der Zusammenschluss zum "Turn- und Sportverein 1862/1911 Fritzlar" (Tus Fritzlar). Im gleichen Jahr wurde der Platz an der Obermöllricher Straße gebaut und seiner Bestimmung übergeben. Der erste Sportplatz befand sich übrigens auf dem Exerzierplatz nahe der Kasseler Warte.
Klaus Leise, Geschichtsverein Fritzlar

Weitere Fritzlarer Vereine

Wandern

Auf den Spuren von Bonifatius

Ein Wandervorschlag vom Rhönklub Kassel - Rundwanderung mit Start und Ziel in Fritzlar

Die Wanderung ist eine Rundwanderung, sie beginnt und endet in Fritzlar, am Parkplatz Allee/Ecke Kasseler Straße, direkt an der Stadtmauer. Empfehlenswert ist ein Rundgang durch Fritzlar, entlang der Stadtmauer in östlicher Richtung, vorbei am Edermühlengraben, Domplatz, Marktplatz und wieder zum Ausgangspunkt zurück.

> weitere Streckenführung: Auf den Spuren von Bonifatius

Auf dem Barbarossaweg nach Fritzlar

Ein Wandervorschlag des Deutschen Alpenvereins, Sektion Kassel

Wandertipp

Am Bad Wildunger Bahnhof suchen wir die Straße Richtung Wenzigerode. Gleich am Verkehrsschild sehen wir unser Wanderzeichen X 8. Es weist uns bergauf, der Straße folgend, aus dem Ort hinaus. Auch nach Unterqueren der Umgehungsstraße geht es auf der relativ viel befahrenen Straße etwa ein Kilometer weiter. Wer die Straße meiden möchte, geht direkt hinter der Unterführung in den Weg nach links, umrundet das Naturschutzgebiet "Blauer Bruch", hält sich am nächsten Weg rechts und trifft an der Straße das Zeichen, das jetzt in das Feld führt.

Dann kommen wir in den Wald und wandern über Mühlenberg, Katze (höchster Punkt der Wanderung), vorbei an der Kreuzeiche Richtung Rothhelmshausen, das wir rechts umgehen. Auf dem "Braunauer Totenweg" wandernd erreichen wir den Büraberg oberhalb von Ungedanken.

Auf dem letzten Wegstück stehen Grenzsteine mit dem Waldecker Stern, Mainzer Rad und dem Petrusschlüssel von Fritzlar im Wald.

> weitere Streckenführung: Auf dem Barbarossaweg nach Fritzlar

Weblinks

HNA- Geschäftsstelle in Fritzlar, Marktplatz


Stadtteile der Stadt Fritzlar
WappenFritzlar.jpg

Cappel | Fritzlar | Geismar | Haddamar | Lohne | Obermöllrich | Rothhelmshausen | Ungedanken | Wehren | Werkel | Züschen


Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis
WappenSchwalmEderKreis.jpg

Bad Zwesten | Borken | Edermünde | Felsberg | Frielendorf | Fritzlar | Gilserberg | Gudensberg | Guxhagen | Homberg | Jesberg | Knüllwald | Körle | Malsfeld | Melsungen | Morschen | Neuental | Neukirchen | Niedenstein | Oberaula | Ottrau | Schrecksbach | Schwalmstadt | Schwarzenborn | Spangenberg | Wabern | Willingshausen