Freimaurer: Unterschied zwischen den Versionen

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Eine Aura des Geheimnisvollen umgibt auch heute noch die Freimaurer. Dabei wollen die "Brüder" das Gegenteil erreichen: Aufklärung, Toleranz und Menschlichkeit im Alltag sind die Ziele des Männerbundes.
 
Eine Aura des Geheimnisvollen umgibt auch heute noch die Freimaurer. Dabei wollen die "Brüder" das Gegenteil erreichen: Aufklärung, Toleranz und Menschlichkeit im Alltag sind die Ziele des Männerbundes.
  
[[1998]] feierten vier Kasseler Freimaurer-Logen das 225jährige Bestehen der Freimaurerei in [[Kassel]]. Sie beziehen sich dabei auf das Gründungsdatum der Loge "Friedrich von der Freundschaft", die von 1773 bis zum 1794 - von [[Landgraf Wilhelm IX.]] ausgesprochenem - Verbot in der Fuldastadt Bestand hatte. Diese Loge gibt es zwar seitdem nicht mehr, doch die [[1947]] nach dem Verbot im Nationalsozialismus wieder gegründete Loge "Goethe zur Bruderliebe" sieht sich nach Angaben des Vorsitzenden [[Klaus Weigel]] in der Tradition von "Friedrich von der Freundschaft", so dass sie das Gründungsdatum übernahm.
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[[1998]] feierten vier Kasseler Freimaurer-Logen das 225jährige Bestehen der Freimaurerei in [[Kassel]]. Sie beziehen sich dabei auf das Gründungsdatum der Loge "Friedrich von der Freundschaft", die von 1773 bis zum 1794 - von [[Kurfürst Wilhelm I.|Landgraf Wilhelm IX.]] ausgesprochenem - Verbot in der Fuldastadt Bestand hatte. Diese Loge gibt es zwar seitdem nicht mehr, doch die [[1947]] nach dem Verbot im Nationalsozialismus wieder gegründete Loge "Goethe zur Bruderliebe" sieht sich nach Angaben des Vorsitzenden [[Klaus Weigel]] in der Tradition von "Friedrich von der Freundschaft", so dass sie das Gründungsdatum übernahm.
  
 
=== Ursprünge ===
 
=== Ursprünge ===

Aktuelle Version vom 11. April 2008, 14:39 Uhr

Freimaurerei in Kassel

Verbot im Nationalsozialismus

Eine wechselvolle Geschichte erlebten die Freimaurer in Kassel

Eine Aura des Geheimnisvollen umgibt auch heute noch die Freimaurer. Dabei wollen die "Brüder" das Gegenteil erreichen: Aufklärung, Toleranz und Menschlichkeit im Alltag sind die Ziele des Männerbundes.

1998 feierten vier Kasseler Freimaurer-Logen das 225jährige Bestehen der Freimaurerei in Kassel. Sie beziehen sich dabei auf das Gründungsdatum der Loge "Friedrich von der Freundschaft", die von 1773 bis zum 1794 - von Landgraf Wilhelm IX. ausgesprochenem - Verbot in der Fuldastadt Bestand hatte. Diese Loge gibt es zwar seitdem nicht mehr, doch die 1947 nach dem Verbot im Nationalsozialismus wieder gegründete Loge "Goethe zur Bruderliebe" sieht sich nach Angaben des Vorsitzenden Klaus Weigel in der Tradition von "Friedrich von der Freundschaft", so dass sie das Gründungsdatum übernahm.

Ursprünge

Ursprung und Wurzeln haben die Freimaurer in den mittelalterlichen Steinmetzbruderschaften und Dombauhütten in England und Schottland. Die bei weltlichen und kirchlichen Fürsten als Fachmänner begehrten Bauleute gaben sich untereinander in einer Art Geheimsprache zu erkennen und sicherten ihre Berufs- und Zunftgeheimnisse unter anderem in codierten Zeichen.

Im Jahre 1717 folgte dann die endgültige Wandlung in einen Zusammenschluß nur geistig und intellektuell arbeitender Bauhütten.

In Kassel wurde die Freimaurerei erstmals 1794 verboten, da die Logen als Fürsprecher der französischen Revolution galten. In napoleonischer Zeit wurden Logen in Kassel wieder gegründet, und ab dem Jahre 1807 sammelten sich bis 1813 viele Angehörige der Eliten hessischer wie französischer Herkunft und erstmals auch Juden in drei Logen unter dem Dach einer Großloge von Westphalen. Allein bis 1824 gab es nach Angaben Weigels über 1000 Mitgliederin den Kasseler Logen, wie eine Dokumentation der Historikerin Dr. Ortrud Wörner-Heil beweist.

Nach dem Ende der kurhessischen Souveränität 1866, so Weigel, wurden weitere Logen gegründet, so dass bis zum endgültigen Verbot im Nationalsozialismus 1935 in Kassel sechs Logen arbeiteten.

Nach der Gründung von "Goethe zur Bruderliebe" 1947 wurde ein Jahr später die Loge "Zur Freundschaft" wieder eingerichtet, es folgten "Durch Licht zum Frieden" (1958) und "Tor zum Osten" (1991).

Freimaurer nennen sie sich deshalb, weil der Begriff eine sinnbildliche Baukunst darstellt, Gegenstand des Bauens ist dabei der einzelne Mensch, die Werkzeuge des Maurers werden heute als Symbole für die Ziele verwendet. So dient beispielsweise das Senkblei, ein wichtiges Werkzeug des Maurers, heute den Freimaurern als Symbol, um die Gleichheit aller Menschen darzustellen.

Statt beispielsweise des Worts 'Gott' benutzen sie den Begriff 'allmächtiger Baumeister aller Welt', "damit sich alle Religionen wiederfinden und wir niemanden ausgrenzen", erklärt Weigel. Auch ein Grund dafür, dass beispielsweise ebenso die Politik bei den regelmäßigen Treffen tabu ist.

Geschichte der Freimaurer

Die erste Freimaurerloge in Kassel wurde 1773 unter der Patenschaft von Landgraf Friedrich II. von Hessenkassel gegründet.

Ursprünglich geht die Tradition der Freimaurer auf Steinmetz-Bruderschaften und Werksmaurer der mittelalterlichen Dombauhütten zurück. Deshalb gibt es vom Ursprung her auch keine Freimaurerinnen, da diese keine Steinmetze und auch sonst nicht am Dombau beteiligt waren. Die erste Freimaurerloge Deutschlands wurde 1737 in Hamburg gegründet. Weltweit setzen sich sechs Millionen Mitglieder für mehr Humanität und Toleranz ein. Es gibt unterschiedliche Lehrarten in der Freimaurerei, so wird zum Beispiel zwischen Freimaurerorden und Alte Freie Angenommene Maurer (AFAM) unterschieden. TzO gehört zu den AFAM.

Während des Dritten Reichs waren die Logen in Deutschland offiziell verboten. Allerdings wurde während dieser Zeit in vielen Logen heimlich weitergearbeitet. Nach 1945 lebte die Freimaurerei in Deutschland wieder auf.


Links

http://www.goethe-zur-bruderliebe.de