Fürstentum Waldeck: Unterschied zwischen den Versionen

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== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Ahnherren der Grafen von Waldeck und Fürsten von Waldeck und Pyrmont waren die Schwalenberg (Grafengeschlecht) väterlicherseits (mit [[Widekind I. von Schwalenberg]] als Stammvater), sowie die Edelherren zu Itter auf mütterlicher Seite.
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[[Bild:Schloss-Waldeck.jpg|thumb|250px|right|Burg Waldeck]]
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Ahnherren der Grafen von Waldeck und Fürsten von Waldeck und Pyrmont waren die Schwalenberg (Grafengeschlecht) väterlicherseits (mit [[Widekind I. von Schwalenberg]] als Stammvater), sowie die [[Edelherren zu Itter]] auf mütterlicher Seite.
  
[[Bild:Waldeck 1789.gif|thumb|250px|left|Fürstentum Waldeck – Historische Karte]]
 
 
Erstmals bezeugt ist die [[Burg Waldeck]] über der [[Eder]] im Jahre 1120. Nach dieser Burg nannte sich ein Zweig der Grafen von Schwalenberg ab 1180, der im Laufe der Geschichte ein kleines Herrschaftsgebiet aufbauen und 1625 durch Erbvertrag auch die Grafschaft Pyrmont erwerben konnte.
 
Erstmals bezeugt ist die [[Burg Waldeck]] über der [[Eder]] im Jahre 1120. Nach dieser Burg nannte sich ein Zweig der Grafen von Schwalenberg ab 1180, der im Laufe der Geschichte ein kleines Herrschaftsgebiet aufbauen und 1625 durch Erbvertrag auch die Grafschaft Pyrmont erwerben konnte.
  
 
[[Fürst Friedrich Anton Ulrich|Friedrich Anton Ulrich]] von Waldeck und Pyrmont wurde an 6. Januar [[1712]] von [http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_VI._(HRR) Kaiser Karl VI.] in den erblichen Fürstenstand erhoben und nannte sich seitdem Fürst von Waldeck und Pyrmont.  
 
[[Fürst Friedrich Anton Ulrich|Friedrich Anton Ulrich]] von Waldeck und Pyrmont wurde an 6. Januar [[1712]] von [http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_VI._(HRR) Kaiser Karl VI.] in den erblichen Fürstenstand erhoben und nannte sich seitdem Fürst von Waldeck und Pyrmont.  
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Unter seiner Regentschaft wurde der Umbau von [[Schloss Friedrichstein]] in [[Bad Wildungen]], das nach ihm benannt wurde, vollendet. Nach dem Niedergang der ehemaligen Burganlage (aus dem 13. Jahrundert) entstand bereits 1660 an ihrer Stelle das spätere [[Schloss Friedrichstein]], das dann in den Jahren 1707 bis 1714 restauriert und erweitert wurde. Das Schloss liegt auf einem 300 Meter hohen Bergkegel und überragt weithin sichtbar die Badestadt.
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Der „bauwütige” Landesherr ließ 1715/ 16 auch das Renaissanceschloss auf dem [[Der Obere Herrenhof in Korbach|"Oberen Herrenhof"]] in [[Korbach]] abreißen, um hier ein neues Barockschloss als Residenz zu erbauen. Der bereits begonnene , von [[J. L. Rothweil]] entworfene Bau wurde jedoch nicht vollendet.
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[[Bild:Waldeck 1789.gif|thumb|250px|right|Fürstentum Waldeck – Historische Karte]]
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Das Vorhaben scheiterte am Widerstand der Korbacher Bürger, die eine Ausweitung der Machtbefugnisse des Fürsten im Bereich ihrer Stadt befürchteten und sich daher weigerten, dem Fürsten Baugrund zur Erweiterung des Schlossbereichs zu verkaufen. Der Fürst zog es schließlich vor, den bereits begonnen Bau des [[Schloss Arolsen|Residenzschlosses in Arolsen]] voranzutreiben.
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Das ehemalige Arolser [[Renaissance]]schloss wurde bereits 1710 abgerissen und im Laufe der Jahre durch das heutige [[Barock|barocke]] Schloss ersetzt. Obwohl im Jahre 1720 erst der Ostflügel bewohnbar war, zog das Fürstenpaar hier am 13.9. ein. Im Todesjahr des Fürsten Friedrich Anton Ulrich, im Jahre 1728 wurde die Schlosskapelle eingeweiht.
  
 
Die Wirren an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert überstand das Fürstentum, wie auch eine kurzfristige Erbteilung 1806-1812, und trat [[1815]] dem Deutschen Bund bei.  
 
Die Wirren an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert überstand das Fürstentum, wie auch eine kurzfristige Erbteilung 1806-1812, und trat [[1815]] dem Deutschen Bund bei.  
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== Gliederung der Verwaltung ==
 
== Gliederung der Verwaltung ==
[[Bild:Schloss-Waldeck.jpg|thumb|300px|right|Burg Waldeck]]
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[[Bild:Arolsen-Barockstadt1.JPG|thumb|250 px|left|Residenzstadt Arolsen]]
Bis 1816 war Waldeck in neun Ämter gegliedert: [[Bad Arolsen|Arolsen]], [[Eilhausen]], [[Eisenberg]], [[Landau]], [[Lichtenfels]], [[Rhoden]], [[Waldeck]], [[Wetterburg]] und [[Bad Wildungen|Wildungen]]. 1816 wurden diese zu fünf Oberämtern zusammengelegt.  
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Bis 1816 war Waldeck in neun Ämter gegliedert: [[Bad Arolsen|Arolsen]], [[Eilhausen]], [[Eisenberg]], [[Landau]], [[Lichtenfels]], [[Rhoden]], [[Waldeck]], [[Wetterburg]] und [[Bad Wildungen|Wildungen]].  
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Im Jahre 1816 wurden diese zu fünf Oberämtern zusammengelegt.  
  
 
1849/50 wurde das Fürstentum dann in Kreise eingeteilt:
 
1849/50 wurde das Fürstentum dann in Kreise eingeteilt:
# Kreis der Eder ([[Bad Wildungen]])
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# [[Kreis der Eder]] ([[Bad Wildungen]])
# Kreis des Eisenbergs ([[Korbach]])
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# [[Kreis des Eisenbergs]] ([[Korbach]])
# Kreis der Diemel-Twiste ([[Bad Arolsen]])
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# [[Kreis der Diemel-Twiste]] ([[Bad Arolsen]])
# Kreis Pyrmont; ab 1921 mit dem preußischen Kreis Hameln (Provinz Hannover) vereinigt
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# [[Kreis Pyrmont]]; ab 1921 mit dem preußischen Kreis Hameln (Provinz Hannover) vereinigt
# Stadt Züschen
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# [[Stadt Züschen]]
  
Nach dem Anschluss an die preußische Provinz Hessen-Nassau 1929 wurden die drei verbliebenen Kreise zunächst noch weiter geführt, aber dann 1942 zum Landkreis Waldeck mit Sitz in [[Korbach]] vereinigt. Im Zuge der hessischen Gebietsreform von 1974 wurde der Kreis mit dem benachbarten Kreis Frankenberg (Eder) zusammengeschlossen im neuen [[Landkreis Waldeck-Frankenberg]]; dabei wurde die Stadt Züschen aus ihrer jahrhundertealten Zugehörigkeit zu Waldeck herausgelöst und als Stadtteil der im Nachbarkreis liegenden Stadt [[Fritzlar]] eingegliedert.
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Nach dem Anschluss an die preußische Provinz Hessen-Nassau 1929 wurden die drei verbliebenen Kreise zunächst noch weiter geführt, aber dann 1942 zum Landkreis Waldeck mit Sitz in [[Korbach]] vereinigt.  
  
== Liste der Regenten und Regierungschefs ==
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Im Zuge der hessischen Gebietsreform von 1974 wurde der Kreis mit dem benachbarten Kreis Frankenberg (Eder) zusammengeschlossen im neuen [[Landkreis Waldeck-Frankenberg]]; dabei wurde die Stadt Züschen aus ihrer jahrhundertealten Zugehörigkeit zu Waldeck herausgelöst und als Stadtteil der im Nachbarkreis liegenden Stadt [[Fritzlar]] eingegliedert.
<div style="margin: 0px 5px 5px 0px; padding: 0.5em 1em 0.5em 1em; border: 1px solid #698FB3; background-color:#f7ffef;">
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=== Grafen und Fürsten des Hauses Waldeck ===
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==== Grafen von Waldeck ====
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*1137-1185: Volkwin I.
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*1185-1209: Heinrich III.
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*1185-1189: Widukind IV.
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*1185-1223: Hermann III.
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*1214-1249: Volkwin II.
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*1218-1270: Adolf I.
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*1270-1271: Adolf II.
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*1271-1305: Otto I.
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*1305-1344: Heinrich IV.
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*1344-1369: Otto II.
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*1344-1349: Heinrich V.
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*1369-1397: Heinrich VI.
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*1397-1444: Heinrich VII.
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*1444-1474: Wolrad I.
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''Teilung in Waldeck-Eisenberg und Waldeck-Wildungen''
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==== Grafen von Waldeck-Eisenberg ====
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== Liste der Regenten und Regierungschefs ==
*1474-1524: Philipp II.
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<div style="margin: 0px 5px 5px 0px; padding: 0.5em 1em 0.5em 1em; border: 1px solid #136381; background-color:#fff;">
**Sein Sohn Franz von Waldeck war seit 1530 Bischof von Minden, seit 1532 Bischof von Münster und Osnabrück
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[[Bild:Carl.jpg|thumb|200px|right|[[Fürst Carl August Friedrich]] zu Waldeck und Pyrmont, Gemälde in [[Schloss Bad Arolsen]]]]
*1524-1539: Philipp III.
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'''Grafen und Fürsten des Hauses Waldeck'''
*1539-1578: Wolrad II.
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*1578-1588: Josias
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*1578-1587: Wolrad III.
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*1588-1638: Christian
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*1588-1607: Wolrad IV.
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*1638-1668: Johann II.
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*1638-1645: Philipp VI.
+
*1645-1706: Christian Ludwig zu Waldeck
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==== Grafen und Fürsten von Waldeck-Wildungen ====
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*1474-1475: Philipp I.
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*1474-1512: Heinrich VIII.
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*1512-1574: Philipp IV.
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*1574-1577: Daniel
+
*1577: Heinrich IX.
+
*1577-1585: Günther
+
*1585-1598: Wilhelm Ernst
+
*1598-1640: Wolrad IV.
+
*1640-1645: Philipp Theodor
+
*1645-1664: Heinrich Wolrad
+
*1664-1692: Georg Friedrich; wurde an 17. Juni '''1682''' durch Kaiser Leopold I. in den Reichsfürstenstand erhoben. Nach ihm geht sein Gebiet an Waldeck-Eisenberg.
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==== Grafen von Pyrmont (Haus Waldeck) ====
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- siehe dazu auch: [[Grafen von Waldeck]] -
*1706-1712: [[Friedrich Anton Ulrich]]
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==== Fürsten zu Waldeck und Pyrmont ====
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=== Fürsten zu Waldeck und Pyrmont ===
 
*1712-1728: [[Fürst Friedrich Anton Ulrich]]; wurde 1712 von Kaiser Karl VI. in den erblichen Fürstenstand erhoben
 
*1712-1728: [[Fürst Friedrich Anton Ulrich]]; wurde 1712 von Kaiser Karl VI. in den erblichen Fürstenstand erhoben
 
*1728-1763: [[Fürst Karl August Friedrich]]
 
*1728-1763: [[Fürst Karl August Friedrich]]
*1763-1812: Friedrich Karl August (bis 1766 unter Vormundschaft, ab 1805 durch Erbteilung nur Fürst zu Waldeck)
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*1763-1812: [[Fürst Friedrich Karl August]] (bis 1766 unter Vormundschaft, ab 1805 durch Erbteilung nur Fürst zu Waldeck)
*1812-1813: Georg I. (1805-1812: Prinz zu Waldeck und Fürst zu Pyrmont)
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*1812-1813: [[Fürst Georg I.]] (1805-1812: Prinz zu Waldeck und Fürst zu Pyrmont)
*1813-1845: Georg II. Heinrich
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*1813-1845: [[Fürst Georg II.|Fürst Georg II. Heinrich]]
*1845-1893: [[Georg Victor]]
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*1845-1893: [[Georg Victor|Fürst Georg Victor]]
*1893-1918: Friedrich; Bruder der späteren niederländischen Königin Emma; Vater von Josias von Waldeck-Pyrmont
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*1893-1918: [[Fürst Friedrich]]; Bruder der späteren niederländischen Königin Emma; Vater von Josias von Waldeck-Pyrmont
  
==== Chefs des Hauses Waldeck-Pyrmont ====
+
=== Chefs des Hauses Waldeck-Pyrmont ===
*1918-1946: Friedrich
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*1918-1946: [[Fürst Friedrich|Friedrich]]
*1946-1967: Josias
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*1946-1967: [[Josias von Waldeck|Josias]]
 
*seit 1967: [[Wittekind Fürst zu Waldeck und Pyrmont]]
 
*seit 1967: [[Wittekind Fürst zu Waldeck und Pyrmont]]
*Nachfolger: Carl-Anton zu Waldeck und Pyrmont(*1991)
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*Nachfolger: Carl-Anton zu Waldeck und Pyrmont (* 1991)
  
 
=== Regierungschefs des Freistaats Waldeck-Pyrmont in der Weimarer Republik ===
 
=== Regierungschefs des Freistaats Waldeck-Pyrmont in der Weimarer Republik ===
 
*1918-1920: Karl Hermann Friedrich Wilhelm von Redern
 
*1918-1920: Karl Hermann Friedrich Wilhelm von Redern
*1920-1929: Dr. Wilhelm Schmiedling, Deutsche Volksparte
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*1920-1929: Dr. Wilhelm Schmiedling, Deutsche Volkspartei
 
*1929: Herbert Herberg
 
*1929: Herbert Herberg
  
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== Literatur ==
 
== Literatur ==
 
* Franz, Eckhart G.: ''Die Chronik Hessens''; Chronik Verlag, ISBN 3-611-00192-9
 
* Franz, Eckhart G.: ''Die Chronik Hessens''; Chronik Verlag, ISBN 3-611-00192-9
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[[Bild:Schloss_friedrichstein.jpg|thumb|right|250px|Schloss Friedrichstein in Alt-Wildungen]]
 
* Bohle, Michael: ''Sozialstruktur, sozialer Wandel und politische Willensbildung im Fürstentum Waldeck 1871-1914''; Selbstverlag des Waldeckischen Geschichtsvereins, ISBN 3-9802226-4-0
 
* Bohle, Michael: ''Sozialstruktur, sozialer Wandel und politische Willensbildung im Fürstentum Waldeck 1871-1914''; Selbstverlag des Waldeckischen Geschichtsvereins, ISBN 3-9802226-4-0
 
* Budach, Eckhard Werner: ''Das Fürstentum Waldeck in der Zeit des Deutschen Bundes: Studien zur Verfassungsgeschichte der Kleinstaaten 1815 bis 1866: die Beziehungen des Fürstentums Waldeck zum Deutschen Bund und seinen einzelnen Mitgliedern, besonders Preußen, sowie die innere Verfassungsentwicklung des Staates''; Kiel, Universität, Rechtswissenschaftliche Fakultät, Dissertation 1974
 
* Budach, Eckhard Werner: ''Das Fürstentum Waldeck in der Zeit des Deutschen Bundes: Studien zur Verfassungsgeschichte der Kleinstaaten 1815 bis 1866: die Beziehungen des Fürstentums Waldeck zum Deutschen Bund und seinen einzelnen Mitgliedern, besonders Preußen, sowie die innere Verfassungsentwicklung des Staates''; Kiel, Universität, Rechtswissenschaftliche Fakultät, Dissertation 1974
* Grote, H.: ''Stammtafeln'', Leipzig 1877
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* Grote, Hermann: ''Stammtafeln'', Leipzig 1877
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* Haarmann, Torsten: [http://www.fuerstenfamilien.de/heft_35.html Das Haus Waldeck und Pyrmont - Mehr als 900 Jahre Gesamtgeschichte mit Stammfolge, 1. Auflage, Werl 2011]
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* Platte, Hartmut: [http://www.fuerstenfamilien.de/heft_03.html Waldeck und Pyrmont - Geschichte eines Fürstenhauses, 4. Auflage, Werl 2008]
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* [http://www.waldeckischer-geschichtsverein.de/download/ErgaenzteBibliographie01.pdf Waldeckische Bibliographie], bearbeitet von Heinrich Hochgrebe, 1998 (für die Präsentation im Internet eingerichtet von Dr. Jürgen Römer, 2010 - pdf), S.49 ff.
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* [http://www.blumenbach.info/_/Reise_ins_Waldekische.html Johann Friedrich Blumenbach, Reise ins Waldeckische vom 1, bis 14. Oktober 1777 - Ein unveröffentlichter Reisebericht]
  
 
== Musik ==
 
== Musik ==
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'''siehe dazu auch:'''  
 
'''siehe dazu auch:'''  
* [[Johann Heinrich Kämmerer]];
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* [[August Koch]] und
* das berühmte [[Waldecker Lied]].
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* das [[Waldecker Lied]].
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== Persönlichkeiten ==
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* [[Johann Wilhelm Kaulbach]]
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* [[Wilhelm von Kaulbach]]
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* [[Christian Daniel Rauch]]
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* [[Franz Friedrich Rothweil]]
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* [[Julius Ludwig Rothweil]]
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* [[Johann Friedrich Valentin]]
  
 
== siehe auch ==
 
== siehe auch ==
* [[Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck]]
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[[Bild:Wa_200px-Queen_Emma_of_the_Netherlands.jpg|thumb|250px|right|Prinzessin Emma]]
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* [[Arolser Weltchronik]]
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* [[Bergbaugeschichte im Landkreis Waldeck-Frankenberg|Bergbaugeschichte]]
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* [[Burg Waldeck]]
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* [[Grafschaft Waldeck]]
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* [[Grafen von Waldeck]]
 
* [[Graf Josias II. von Waldeck]]
 
* [[Graf Josias II. von Waldeck]]
 
* [[Fürstin Christiane von Waldeck und Pyrmont]]
 
* [[Fürstin Christiane von Waldeck und Pyrmont]]
 
* [[Prinzessin Emma]]
 
* [[Prinzessin Emma]]
 +
* [[Edelherren zu Itter]]
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* [[Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck]]
 +
* [[Rhene-Diemeltal-Eisenbahn]]
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* [[Romanische Dorfkirchen im Waldecker Land]]
 +
* [[Schloss Arolsen]]
 +
* [[Schloss Friedrichstein]]
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* [[Schloss Rhoden]]
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* [[Schloss Landau]]
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== Waldecker Lied ==
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Das Lebenswerk von [[August Koch]] ist das [[Waldecker Lied]]. Noch in seinem Ausweis von 1927, der sich im Besitz von Enkelin Gertrud Tschierschky befindet, die heute in Kochs Alterswohnsitz in [[Mengeringhausen]] wohnt, wird im übrigen August Kochs Staatsangehörigkeit als ''Waldecker'' festgehalten, „ansässig im Kreis der Twiste im Staate Waldeck”.
  
 
== Wappen ==
 
== Wappen ==
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[[Datei:Arolsen 2009 064a.jpg|thumb|right|250 px|Schloss Arolsen - Ansicht]]
 
'''Waldeck-Pyrmont: Großes Staatswappen'''
 
'''Waldeck-Pyrmont: Großes Staatswappen'''
  
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Als Schildträger dienen zwei goldene Löwen, die auf einen Ornament stehen, um das ein schwarzes Band mit der Devise "PALMA SUB PONDERE CRESCIT" (Die Palme wächst unter der Last) geschlungen ist.
 
Als Schildträger dienen zwei goldene Löwen, die auf einen Ornament stehen, um das ein schwarzes Band mit der Devise "PALMA SUB PONDERE CRESCIT" (Die Palme wächst unter der Last) geschlungen ist.
  
== Weblinks ==
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== Weblinks und Quellen ==
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Waldeck Waldeck - Wikipedia-Eintrag]
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[[Bild:Waldecker-Stern.JPG|thumb|right|250px|Wappensymbol "Waldecker Stern"]]
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=== Quellen ===
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<references/>
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=== Weblinks ===
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*[http://de.wikipedia.org/wiki/Waldeck Waldeck - Wikipedia-Eintrag]
 
*[http://www.deutsche-schutzgebiete.de/fuerstentum_waldeck.htm Fürstentum Waldeck]
 
*[http://www.deutsche-schutzgebiete.de/fuerstentum_waldeck.htm Fürstentum Waldeck]
 
*[http://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900/gem1900.htm?waldeck1900.htm Fürstentum Waldeck (Kreise und Gemeinden) 1910]
 
*[http://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900/gem1900.htm?waldeck1900.htm Fürstentum Waldeck (Kreise und Gemeinden) 1910]
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*[http://www.hoeckmann.de/geschichte/waldeck.htm Geschichte und Karte des Fürstentums Waldeck 1789]
 
*[http://www.hoeckmann.de/geschichte/waldeck.htm Geschichte und Karte des Fürstentums Waldeck 1789]
 
*[http://www.edelfrei.org/pages/waldeck.html Lexikon edelfreier Geschlechter]
 
*[http://www.edelfrei.org/pages/waldeck.html Lexikon edelfreier Geschlechter]
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*[http://www.info-waldeck.de www.info-waldeck.de]
  
 
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{{Navigation Waldeck-Frankenberg}}
 
{{Navigation Waldeck-Frankenberg}}
  

Aktuelle Version vom 4. Dezember 2015, 08:50 Uhr

Fürstentum Waldeck
Arolsen-Schloss1.JPG
Schloss Arolsen
Flagge: Schwarz-Rot-Gold
Residenzstadt: 1655 - 1918 Arolsen
Residenz: 1180-1655 Burg Waldeck
1655-1918 Schloss Arolsen
Staatsform: ab 1180 Grafschaft
ab Januar 1712 Fürstentum
ab 1918 Freistaat
Einwohner: 56.224 im Jahre 1871
55.816 im Jahre 1925
Gründungen: 1180 Grafschaft Waldeck
1625 Grafschaft Waldeck und Pyrmont
1712 Fürstentum Waldeck-Pyrmont
Nationallied: Waldecker Lied

Waldeck war − als Fürstentum Waldeck-Pyrmont − Mitgliedsland des Deutschen Bundes und danach ein Gliedstaat des Deutsches Reichs und später der Weimarer Republik.

An die Stelle der Grafschaft Waldeck trat ab 1712 das Fürstentum und ab 1918 der Freistaat Waldeck.

Residenz war zuerst das Schloss Waldeck an der Eder; ab 1655 war Arolsen (heute Bad Arolsen) die Residenz- und Hauptstadt.

Gebiet

Das Fürstentum bestand aus zwei räumlich getrennten Teilen, der ehemaligen Grafschaft Waldeck (heute in Nordhessen) und der wesentlich kleineren Grafschaft Pyrmont (heute in Südniedersachsen).

Geschichte

Burg Waldeck

Ahnherren der Grafen von Waldeck und Fürsten von Waldeck und Pyrmont waren die Schwalenberg (Grafengeschlecht) väterlicherseits (mit Widekind I. von Schwalenberg als Stammvater), sowie die Edelherren zu Itter auf mütterlicher Seite.

Erstmals bezeugt ist die Burg Waldeck über der Eder im Jahre 1120. Nach dieser Burg nannte sich ein Zweig der Grafen von Schwalenberg ab 1180, der im Laufe der Geschichte ein kleines Herrschaftsgebiet aufbauen und 1625 durch Erbvertrag auch die Grafschaft Pyrmont erwerben konnte.

Friedrich Anton Ulrich von Waldeck und Pyrmont wurde an 6. Januar 1712 von Kaiser Karl VI. in den erblichen Fürstenstand erhoben und nannte sich seitdem Fürst von Waldeck und Pyrmont.

Unter seiner Regentschaft wurde der Umbau von Schloss Friedrichstein in Bad Wildungen, das nach ihm benannt wurde, vollendet. Nach dem Niedergang der ehemaligen Burganlage (aus dem 13. Jahrundert) entstand bereits 1660 an ihrer Stelle das spätere Schloss Friedrichstein, das dann in den Jahren 1707 bis 1714 restauriert und erweitert wurde. Das Schloss liegt auf einem 300 Meter hohen Bergkegel und überragt weithin sichtbar die Badestadt.

Der „bauwütige” Landesherr ließ 1715/ 16 auch das Renaissanceschloss auf dem "Oberen Herrenhof" in Korbach abreißen, um hier ein neues Barockschloss als Residenz zu erbauen. Der bereits begonnene , von J. L. Rothweil entworfene Bau wurde jedoch nicht vollendet.

Fürstentum Waldeck – Historische Karte

Das Vorhaben scheiterte am Widerstand der Korbacher Bürger, die eine Ausweitung der Machtbefugnisse des Fürsten im Bereich ihrer Stadt befürchteten und sich daher weigerten, dem Fürsten Baugrund zur Erweiterung des Schlossbereichs zu verkaufen. Der Fürst zog es schließlich vor, den bereits begonnen Bau des Residenzschlosses in Arolsen voranzutreiben.

Das ehemalige Arolser Renaissanceschloss wurde bereits 1710 abgerissen und im Laufe der Jahre durch das heutige barocke Schloss ersetzt. Obwohl im Jahre 1720 erst der Ostflügel bewohnbar war, zog das Fürstenpaar hier am 13.9. ein. Im Todesjahr des Fürsten Friedrich Anton Ulrich, im Jahre 1728 wurde die Schlosskapelle eingeweiht.

Die Wirren an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert überstand das Fürstentum, wie auch eine kurzfristige Erbteilung 1806-1812, und trat 1815 dem Deutschen Bund bei.

Am 19.04.1816 erhielt das Fürstentum Waldeck eine neue von Fürst und Ständen gemeinsam verabschiedete Verfassung. Sie ersetzte das Organisationsedikt von Fürst Georg Heinrich vom 28. Januar 1814 und bestätigte ausdrücklich die "hergebrachten Landständischen Rechte".

Bestand der waldeckische Landtag bis dahin nur aus geborenen Repräsentanten und städtischen Amtsträgern, so zogen hier neuerdings auch zehn auf Lebenszeit gewählte Abgeordnete des Bauernstandes ein, der die Mehrzahl der Bewohner des Agrarlandes darstellte.

Ab 1868 wurde das Fürstentum von Preußen verwaltet, blieb aber nominell selbständig. 1871 wurde Waldeck ein Bundesstaat des Deutschen Reiches.

1879 heiratete die 20-jährige Prinzessin Emma von Waldeck-Pyrmont (Tochter von Fürst Georg Viktor) König Wilhelm III. der Niederlande und wurde damit zur Ahnin aller folgenden niederländischen Könige und Königinnen.

Das Brockhaus'sche Konversationslexikon beschreibt in seiner 14. Auflage (Leipzig, Berlin und Wien 1894 – 1896) das Fürstentum Waldeck als „... Hügel- und Gebirgsland ... Seine höchsten westl. Teile (das sog. Upland, d. h. Hochland) gehören dem rhein. - westfäl. Schiefergebirge an, das hier im Ettelsberg (831 m) unfern der preuß. Grenze seine höchste Erhebung erreicht. Die Flüsse gehören dem Gebiet der Weser an. Die bedeutendsten sind Eder und Diemel. ... Das Klima ist infolge der Höhenlage im ganzen rauh, die Fruchtbarkeit in den eigentlich gebirgigen Teilen gering, am bedeutendsten in der untern Edergegend und im Nordosten des Landes.

Bevölkerung: W. und Pyrmont haben (1895) zusammen 57766 (27932 männl., 29 834 weibl.) E., darunter 55212 Evangelische, 1700 Katholiken (2 Gemeinden, in Arolsen und Eppe), 158 Altlutheraner und 696 Israeliten, 8922 bewohnte Wohnhäuser, 11536 Haushaltungen und 59 Anstalten. ... Der Hang zur Auswanderung, hauptsächlich nach Nordamerika und den industriereichen Gegenden Westfalens und Rheinpreußens, ist besonders stark bei der Bevölkerung im Norden und Westen des Landes ... Haupterwerbszweige sind Ackerbau und Viehzucht. ... Die Industrie ist unbedeutend ... Von Bergwerken sind die Eisensteingruben bei Adorf erwähnenswert. Der Handel ist gering, zum Teil wohl infolge des Mangels an Eisenbahnen und Wasserwegen. Nur zwei Sekundärbahnen berühren das Land: Wabern - Wildungen und Warburg - Arolsen - Corbach.

Nach Abdankung des Fürsten nach dem Ersten Weltkrieg wurde Waldeck-Pyrmont ein Freistaat innerhalb der Weimarer Republik.

Am 30. November 1921 wurde der Kreis Pyrmont nach einer Volksabstimmung abgetrennt und im Rahmen eines Staatsvertrags mit Preußen der preußischen Provinz Hannover zugeordnet und mit dem Landkreis Hameln zum Landkreis Hameln-Pyrmont vereinigt.

Am 1. April 1929 wurde der verbleibende Freistaat Waldeck ebenfalls in Preußen eingegliedert und Teil der Provinz Hessen-Nassau.

Gliederung der Verwaltung

Residenzstadt Arolsen

Bis 1816 war Waldeck in neun Ämter gegliedert: Arolsen, Eilhausen, Eisenberg, Landau, Lichtenfels, Rhoden, Waldeck, Wetterburg und Wildungen.

Im Jahre 1816 wurden diese zu fünf Oberämtern zusammengelegt.

1849/50 wurde das Fürstentum dann in Kreise eingeteilt:

  1. Kreis der Eder (Bad Wildungen)
  2. Kreis des Eisenbergs (Korbach)
  3. Kreis der Diemel-Twiste (Bad Arolsen)
  4. Kreis Pyrmont; ab 1921 mit dem preußischen Kreis Hameln (Provinz Hannover) vereinigt
  5. Stadt Züschen

Nach dem Anschluss an die preußische Provinz Hessen-Nassau 1929 wurden die drei verbliebenen Kreise zunächst noch weiter geführt, aber dann 1942 zum Landkreis Waldeck mit Sitz in Korbach vereinigt.

Im Zuge der hessischen Gebietsreform von 1974 wurde der Kreis mit dem benachbarten Kreis Frankenberg (Eder) zusammengeschlossen im neuen Landkreis Waldeck-Frankenberg; dabei wurde die Stadt Züschen aus ihrer jahrhundertealten Zugehörigkeit zu Waldeck herausgelöst und als Stadtteil der im Nachbarkreis liegenden Stadt Fritzlar eingegliedert.

Liste der Regenten und Regierungschefs

Fürst Carl August Friedrich zu Waldeck und Pyrmont, Gemälde in Schloss Bad Arolsen

Grafen und Fürsten des Hauses Waldeck

- siehe dazu auch: Grafen von Waldeck -

Fürsten zu Waldeck und Pyrmont

Chefs des Hauses Waldeck-Pyrmont

Regierungschefs des Freistaats Waldeck-Pyrmont in der Weimarer Republik

  • 1918-1920: Karl Hermann Friedrich Wilhelm von Redern
  • 1920-1929: Dr. Wilhelm Schmiedling, Deutsche Volkspartei
  • 1929: Herbert Herberg

Landesvertretung 1919-1925

1919: Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,4% - 7 Sitze | DNVP 23,2% - 6 Sitze | Deutsche Demokratische Partei 21,2% - 4 Sitze | Waldeckischer Volksbund 13,6% - 3 Sitze | Deutsche Volkspartei 7,1% - 1 Sitz
1922: Waldeckischer Landeswahlverband (Landbund (Deutschland) DNVP/Deutsche Volkspartei/Handwerkerbund) 50,2% - 9 Sitze | Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,9% - 4 Sitze | Deutsche Demokratische Partei 12,9% - 2 Sitze | Waldeckische Vereinigung 8,7% - 1 Sitz | USPD 7,4% - 1 Sitz
1925: Landbund (Deutschland]) 33,5% - 7 Sitze | Sozialdemokratische Partei Deutschlands 18,6% - 3 Sitze | DNVP 16,1% - 3 Sitze | Handwerkerbund 12,1% - 2 Sitze | Deutsche Volkspartei 9,6% - 1 Sitz | Deutsche Demokratische Partei 6,7% - 1 Sitz
(An 100% fehlende Stimmen = Nicht in der Landesvertretung vertretene Wahlvorschläge.)

Literatur

Schloss Friedrichstein in Alt-Wildungen

Musik

Der Fürst von Waldeck hatte bereits im 18. Jahrhundert eine Hofkapelle.

siehe dazu auch:

Persönlichkeiten

siehe auch

Prinzessin Emma

Waldecker Lied

Das Lebenswerk von August Koch ist das Waldecker Lied. Noch in seinem Ausweis von 1927, der sich im Besitz von Enkelin Gertrud Tschierschky befindet, die heute in Kochs Alterswohnsitz in Mengeringhausen wohnt, wird im übrigen August Kochs Staatsangehörigkeit als Waldecker festgehalten, „ansässig im Kreis der Twiste im Staate Waldeck”.

Wappen

Schloss Arolsen - Ansicht

Waldeck-Pyrmont: Großes Staatswappen

Blasonierung: Das große Staatswappen des Fürstentums führt einen zweimal gespaltenen und zweimal geteilten Schild mit aufgelegten Herzschildchen, welches das alte Wappen des Fürstentums Waldeck zeigt. Im ersten und neunten Feld erscheint das Wappen der Grafschaft Rappoltstein (auf die die Waldecker Fürsten seit 1793 einen nur vage begründeten Anspruch erhoben), im dritten und siebten Feld das Wappen der Herrschaft Hohenach/Hohenack (beide im Elsass), im vierten Feld das Wappen der Herrschaft Tonna in Thüringen (die von 1640 bis 1677 zu Waldeck gehörte) und im sechsten Feld das Wappen der Herrschaft Geroldseck.

Auf den Schild ruhen fünf Spangenhelme:

  • Herrschaft Hohenach
  • Rappoltstein
  • Waldeck und Pyrmont
  • Tonna
  • Geroldseck

Als Schildträger dienen zwei goldene Löwen, die auf einen Ornament stehen, um das ein schwarzes Band mit der Devise "PALMA SUB PONDERE CRESCIT" (Die Palme wächst unter der Last) geschlungen ist.

Weblinks und Quellen

Wappensymbol "Waldecker Stern"

Quellen


Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Waldeck-Frankenberg
WappenWaldeckFrankenberg.jpg

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