Ehrenmal

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Gedenktafel am Ehrenmal

In der Kasseler Karlsaue befindet sich ein Ehrenmal zum Gedenken an gefallene deutsche Soldaten und an die Menschen, die sich dem Kriegsdienst verweigert haben und desertiert sind. Die monumentale Anlage verfügt über breite Treppen und verbindet die Karlsaue mit der Straße "Schöne Aussicht".

Gedenktafeln

Mehrere Gedenktafeln sind an dem Ehrenmal angebracht. So ist an einer zu lesen, dass „Treues deutsches Blut“ von einem Kurhessischen Artillerie-Regiment vergossen wurde und Pioniere „den Heldentod“ starben.

Auf halber Höhe der Treppenanlage befindet sich seit 1985 eine Gedenktafel, die an die Menschen erinnert, die sich dem Kriegsdienst verweigert haben und desertiert sind. Um diese Tafel wurde in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung erbittert gestritten. Durch die Stimmen von SPD und Grünen - CDU und FDP waren dagegen - gab es eine Mehrheit für die Tafel. Ein weiteres Mahnmal gegen den Krieg ist weiter oben in der „Ruhmeshalle“, die überlebensgroße Skulptur eines gefallenen Soldaten. Die hat in den 1920er-Jahren der Kasseler Kunstprofessor und Leiter der Kunstgewerbeschule Hans Sautter geschaffen.

Den Nazis war diese Skulptur aber nicht heroisch genug für die wahnhafte Vorstellung vom Endsieg. Sie versteckten die Figur unter einer Bodenplatte. Sautter, der für die SPD als Stadtrat in Kassel aktiv war, wurde von den Nazis politisch verfolgt. Bereits kurz nach der Machtübernahme 1933 bekam er Hausverbot in seiner Schule und wurde mehrmals verhaftet.

Nach dem Krieg beteiligte er sich an dem von der Stadt angeregten Wettbewerb für ein Denkmal für die Opfer des Faschismus. Sein Entwurf bekam 1953 den Zuschlag. Der Dornenkranz im Fürstengarten am Weinberg ist Sautters Werk.

In der Karlsaue vor dem Ehrenmal artete im März 2011 eine ausgiebige Feier aus. Mehrere Personen haben versucht, ein Lagerfeuer zu entfachen und dafür einige der umstehenden Bäume als Brennmaterial genutzt. Die Parkangestellten fanden auf der Wiese vor dem Ehrenmal zehn Flaschen Wodka um ein abgebranntes Lagerfeuer. Ein frisch gepflanzter Kirschbaum wurde samt Ballen 50 Meter geschleppt und angekohlt, drei weitere Bäume wurden abgebrochen, die Pfähle, an denen sie befestigt waren, herausgerissen. Alle vier Bäume gehörten zu seltenen Sorten und sind dementsprechend teuer. Der finanzielle Schaden wurde auf 4000 Euro beziffert.

Weblinks und Quellen