Druselturm

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Druselturm Alt-Kassel

Durch die Einleitung des Druselkanals in die Stadt, war die Stadtbefestigung an dieser Stelle geschwächt. Daher wurde 1415 hier der Druselturm errichtet.

Sein Dach ist schon mehrmalig abgebrannt, aber immer wieder erneuert worden. Der runde Druselturm wurde damals als Wehrturm in die Stadtmauer eingelassen. Als diese später abgerissen wurde, blieb der Druselturm stehen. Ursprünglich diente der Druselturm, der auch Teichturm hieß, als Wehrturm und Gefängnis. Die Gefangenen wurden durch ein Loch im Boden des Turms in die darunterliegenden Verliese herabgelassen. Landgraf Philipp der Großmütige, der zwischen 1547 und 1552 in den Niederlanden kaiserliche Gefängnisse von innen erleben musste, ließ die Verliese später mit einer Heizung versehen. Auch als Räucherkammer für den Hof, Materiallager und zuletzt als Fotogeschäft fungierte der Turm.

Seinen Namen verdankt der Druselturm dem Druselbach, der an dieser Stelle unter der Mauer in die Stadt hinein floss. Dieses Wasser wurde im Druselteich gespeichert und floss dort in steinernen Rinnen, die man „Drusel“ nannte in die Straßen. Die Frauen nutzten dieses Wasser zum putzen und waschen, als Trinkwasser war es allerdings nicht geeignet. Er hat als einer der letzten mittelalterlichen Bauten der Stadt einige Brände und Sturmzeiten überlebt. Im Bereich Hedwigstraße zwischen Unterer Königsstraße und Oberster Gasse ist der Verlauf der alten Stadtmauer durch farbiges Pflaster kenntlich gemacht.

Seit Januar 2007 ist der Druselturm in grüne Netze eingepackt und mit einem Gitter abgesperrt. Der Grund: Der zum großen Teil jahrhundertealte Fugenmörtel bröckelt. Der einst höchste Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung muss saniert werden.