Druselturm: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zeile 1: Zeile 1:
 
[[Bild:Ebv002215.jpg|thumb|200px|Druselturm Alt-Kassel]]
 
[[Bild:Ebv002215.jpg|thumb|200px|Druselturm Alt-Kassel]]
  
Durch die Einleitung des [[Druselkanal|Druselkanals]] in die Stadt, war die Stadtbefestigung an dieser Stelle geschwächt. Daher wurde 1415  hier der Druselturm errichtet.
+
Durch die Einleitung des [[Druselkanal|Druselkanals]] in die Stadt war die Stadtbefestigung an dieser Stelle geschwächt. Daher wurde 1415  hier der Druselturm errichtet.
  
Sein Dach ist schon mehrmalig abgebrannt, aber immer wieder erneuert worden. Der runde Druselturm wurde damals als Wehrturm in die Stadtmauer eingelassen. Als diese später abgerissen wurde, blieb der Druselturm stehen. Ursprünglich diente der Druselturm, der auch Teichturm hieß, als Wehrturm und Gefängnis.  Die Gefangenen wurden durch ein Loch im Boden des Turms in die darunterliegenden Verliese herabgelassen. [[Landgraf Philipp der Großmütige]], der zwischen 1547 und 1552 in den Niederlanden kaiserliche Gefängnisse von innen erleben musste, ließ die Verliese später mit einer Heizung versehen. Auch als Räucherkammer für den Hof, Materiallager und zuletzt als Fotogeschäft fungierte der Turm.  
+
Der runde Druselturm wurde damals als Wehrturm in die Stadtmauer eingelassen. Als diese später abgerissen wurde, blieb der Druselturm stehen. Ursprünglich diente der Druselturm, der auch Teichturm hieß, als Wehrturm und Gefängnis.  Die Gefangenen wurden durch ein Loch im Boden des Turms in die darunterliegenden Verliese herabgelassen. [[Landgraf Philipp der Großmütige]], der zwischen 1547 und 1552 in den Niederlanden kaiserliche Gefängnisse von innen erleben musste, ließ die Verliese später mit einer Heizung versehen. Auch als Räucherkammer für den Hof, Materiallager und zuletzt als Fotogeschäft fungierte der Turm.  
  
 
Seinen Namen verdankt der Druselturm dem [[Druselbach]], der an dieser Stelle unter der Mauer in die Stadt hinein floss. Dieses Wasser wurde im Druselteich gespeichert und floss dort in steinernen Rinnen, die man „Drusel“ nannte in die Straßen. Die Frauen nutzten dieses Wasser zum putzen und waschen, als Trinkwasser war es allerdings nicht geeignet.
 
Seinen Namen verdankt der Druselturm dem [[Druselbach]], der an dieser Stelle unter der Mauer in die Stadt hinein floss. Dieses Wasser wurde im Druselteich gespeichert und floss dort in steinernen Rinnen, die man „Drusel“ nannte in die Straßen. Die Frauen nutzten dieses Wasser zum putzen und waschen, als Trinkwasser war es allerdings nicht geeignet.
 
Er hat als einer der letzten mittelalterlichen Bauten der Stadt einige Brände und Sturmzeiten überlebt.
 
Er hat als einer der letzten mittelalterlichen Bauten der Stadt einige Brände und Sturmzeiten überlebt.
 
Im Bereich Hedwigstraße zwischen Unterer Königsstraße und Oberster Gasse ist der Verlauf der alten Stadtmauer durch farbiges Pflaster kenntlich gemacht.
 
Im Bereich Hedwigstraße zwischen Unterer Königsstraße und Oberster Gasse ist der Verlauf der alten Stadtmauer durch farbiges Pflaster kenntlich gemacht.
 +
 +
Nicht immer bedeckte den Druselturm das schlichte Kegeldach, das ihn heute behütet. Von 1906 bis 1943 trug der Turm ein schmuckes Dach mit vier Erkertürmchen, die lange Zeit das Stadtbild prägten. Im Zweiten Weltkrieg aber brannte der Turm aus und das Dach wurde zerstört. Zum zweiten Mal in seiner Geschichte, denn bereits 1905 war der Turm vollständig ausgebrannt.
 +
Man nimmt an, dass der Turm bereits bei seiner Erbauung mit Dacherkern ausgestattet wurde. 1686 aber war dieses Ur-Dach abgebrochen worden, weil es schadhaft war. Zu dieser Zeit erhielt der Druselturm jedenfalls ein schlichtes erkerloses Kegeldach.
 +
 +
Nach dem Krieg orientierte man sich an diesem Vorbild und war erst 1960 fertig mit dem Wiederaufbau.
 +
  
 
Seit Januar 2007 ist der Druselturm in grüne Netze eingepackt und mit einem Gitter abgesperrt.
 
Seit Januar 2007 ist der Druselturm in grüne Netze eingepackt und mit einem Gitter abgesperrt.

Version vom 30. Januar 2007, 21:05 Uhr

Druselturm Alt-Kassel

Durch die Einleitung des Druselkanals in die Stadt war die Stadtbefestigung an dieser Stelle geschwächt. Daher wurde 1415 hier der Druselturm errichtet.

Der runde Druselturm wurde damals als Wehrturm in die Stadtmauer eingelassen. Als diese später abgerissen wurde, blieb der Druselturm stehen. Ursprünglich diente der Druselturm, der auch Teichturm hieß, als Wehrturm und Gefängnis. Die Gefangenen wurden durch ein Loch im Boden des Turms in die darunterliegenden Verliese herabgelassen. Landgraf Philipp der Großmütige, der zwischen 1547 und 1552 in den Niederlanden kaiserliche Gefängnisse von innen erleben musste, ließ die Verliese später mit einer Heizung versehen. Auch als Räucherkammer für den Hof, Materiallager und zuletzt als Fotogeschäft fungierte der Turm.

Seinen Namen verdankt der Druselturm dem Druselbach, der an dieser Stelle unter der Mauer in die Stadt hinein floss. Dieses Wasser wurde im Druselteich gespeichert und floss dort in steinernen Rinnen, die man „Drusel“ nannte in die Straßen. Die Frauen nutzten dieses Wasser zum putzen und waschen, als Trinkwasser war es allerdings nicht geeignet. Er hat als einer der letzten mittelalterlichen Bauten der Stadt einige Brände und Sturmzeiten überlebt. Im Bereich Hedwigstraße zwischen Unterer Königsstraße und Oberster Gasse ist der Verlauf der alten Stadtmauer durch farbiges Pflaster kenntlich gemacht.

Nicht immer bedeckte den Druselturm das schlichte Kegeldach, das ihn heute behütet. Von 1906 bis 1943 trug der Turm ein schmuckes Dach mit vier Erkertürmchen, die lange Zeit das Stadtbild prägten. Im Zweiten Weltkrieg aber brannte der Turm aus und das Dach wurde zerstört. Zum zweiten Mal in seiner Geschichte, denn bereits 1905 war der Turm vollständig ausgebrannt. Man nimmt an, dass der Turm bereits bei seiner Erbauung mit Dacherkern ausgestattet wurde. 1686 aber war dieses Ur-Dach abgebrochen worden, weil es schadhaft war. Zu dieser Zeit erhielt der Druselturm jedenfalls ein schlichtes erkerloses Kegeldach.

Nach dem Krieg orientierte man sich an diesem Vorbild und war erst 1960 fertig mit dem Wiederaufbau.


Seit Januar 2007 ist der Druselturm in grüne Netze eingepackt und mit einem Gitter abgesperrt. Der Grund: Der zum großen Teil jahrhundertealte Fugenmörtel bröckelt. Der einst höchste Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung muss saniert werden.