Documenta-Lexikon: B: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Künstler)
 
(48 dazwischenliegende Versionen von 4 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 2: Zeile 2:
  
  
* Elvira Bach (d 7)
+
== Begriffe ==
  
 +
=== Besucherschule ===
  
* Francis Bacon  (d II, d III, d 6, d IX)
+
siehe: [[Bazon Brock]]
  
 +
=== Besucherzahlen ===
  
* Michael Badura  (d 6)
+
Zu den naturgegebenen inneren Widersprüchen der documenta und anderer Ausstellungen gehört der Umgang mit der Besucherzahl. Als 1955 zur ersten documenta 130.000 Besucher kamen, galt das Ergebnis als großer Erfolg. Danach gewöhnte man sich daran, dass von Mal zu Mal die Besucherzahl wuchs - erst (bis [1972]) erst allmählich, dann sprunghaft. So ist seit [[1977]] immer wieder vom Besucherrekord die Rede. Dabei ist es ein Ritual geworden, dass jedes Mal die künstlerische Leitung und die Geschäftsführung die Erwartungen dämpfen und vorweg erklären, der Zuspruch der Besucher sei für den Erfolg der Ausstellung nicht ausschlaggebend. Das stimmt nicht ganz, weil bei der Etat-Kalkulation schon der Karten- und Katalogverkauf mit einkalkuliert wird. Zwar wird vorsichtig mit etwas weniger Besuchern gerechnet als beim vorigen Mal. Doch geht man von einem hohen Sockel aus. Das heißt: Natürlich hat man 2007 nicht mit 651.000 Besuchern wie 2002 und schon garnicht mit 754.000 Besuchern gerechnet. Wären aber nur 300.000 gekommen (was auch beachtlich gewesen wäre), hätte die Etat-Kalkulation nicht gestimmt.
 
+
 
+
* Eduard Dennis Baldus  (d 6)
+
 
+
 
+
* Jo Baer  (d 4)
+
 
+
 
+
* [[Monika Baer]]  (d 12)
+
 
+
 
+
* Marco Bagnoli  (d 7)
+
 
+
 
+
* Baerle & Jäger  (d III)
+
 
+
 
+
* Marco Bagnoli  (d IX)
+
 
+
 
+
* Nicos Baikas  (d IX)
+
 
+
 
+
* [[Maja Bajevic]]  (d 12)
+
 
+
 
+
* Gerrit van Bakel  (d 7)
+
 
+
 
+
* Vojin Bakic  (d II)
+
 
+
 
+
* John Baldessari  (d 5, d 7)
+
 
+
 
+
* Miroslaw Balka  (d IX)
+
 
+
 
+
* Giacomo Balla  (d 1, d 8)
+
 
+
 
+
* Balthus  (d 6)
+
 
+
 
+
* Boladéle Ajiboyé Bamgboyé  (d X)
+
 
+
 
+
* Joachim Bandau  (d 6)
+
 
+
 
+
* Richard Baquié  (d 8)
+
 
+
 
+
* Miquel Barcelo  (d 7)
+
 
+
 
+
* Eduard Bargheer  (d 1, d II)
+
+
 
+
* Julie & Stacy Levy  Bargmann (d 11)
+
 
+
 
+
* Jared Bark  (d 6)
+
 
+
 
+
* Ernst Barlach  (d 1, d III)
+
 
+
 
+
* Klarenz Barlow  (d 8)
+
 
+
 
+
* Matthew Barney  (d IX)
+
 
+
 
+
* Jerry Barr  (d IX)
+
 
+
 
+
* Artur Barrio  (d 11)
+
 
+
 
+
* Robert Barry  (d 5, d 6, d 7)
+
 
+
 
+
* [[Yael Bartana]]  (d 12)
+
 
+
 
+
* Jennifer Bartlett  (d 6)
+
 
+
+
* [[Mária Bartuszová]]  (d 12)
+
 
+
 
+
* Gianfranco Baruchello  (d 6)
+
 
+
 
+
* [[Ricardo Basbaum]]  (d 12) - siehe: [[Zwischen Öffnen und Abgrenzen]]
+
 
+
 
+
* '''Georg Baselitz ''' (d 5, d 6, d 7)
+
 
+
Deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer (*1938). Baselitz ist einer der Väter der heftigen Malerei und einer der wichtigsten Künstler der Gegenwart. Er schlug einen Sonderweg ein, indem er in seinen Bildern die Motive auf den Kopf stellte, um zu zeigen, dass es auf den Bildgegenstand nicht ankomme. Seine Malweise wurde zusehends abstrakter und grober. Baselitz belebte den Holzschnitt neu und  schuf eine Reihe roh bearbeiteter Holzskulpturen.
+
 
+
 
+
 
+
[http://dirkschwarze.net/2007/02/19/wenn-die-welt-kopf-steht/ Wenn die Welt Kopf steht]
+
 
+
[http://dirkschwarze.net/2007/02/28/zuruck-zur-rohheit-gefunden/ Georg Baselitz 60]
+
 
+
 
+
* Jean Michel Basquiat  (d 7)
+
 
+
 
+
* Saul Bass  (d III)
+
 
+
 
+
* Giorgio Batistella  (d 6)
+
 
+
 
+
* Heinz Battke  (d II)
+
 
+
 
+
* Eugen Batz  (d II)
+
 
+
 
+
* Francois Bauchet  (d 8)
+
 
+
 
+
* Gerd Baukhage  (d 6)
+
 
+
 
+
* '''Horst Baumann'''  (d 6)
+
Deutscher Multi-Media-Künstler (*1934). Über die Fotografie und das Design fand Baumann zu Kommunikationsprojekten. Einen Namen machte er sich durch stadt- und landschaftsbezogene Laser-Skulpturen und –Environments. Er setzte die farbigen Strahlen dazu ein, um sich mit historischen Achsen auseinander
+
 
+
 
+
* '''Willi Baumeister ''' (d 1, d II, d III)
+
 
+
Deutscher Maler und Grafiker(1889-1955). Baumeister war sehr früh unter den Einfluss der abstrakten Kunst gekommen. Die Nationalsozialisten erklärten sein Werk für entartet. Nach dem zweiten Weltkrieg war Baumeister einer der wichtigsten deutschen Maler. Er pflegte eine poetische Bildsprache.
+
 
+
 
+
* Bodo Baumgarten  (d 6)
+
 
+
 
+
* Lothar Baumgarten  (d 5, d 7, d IX, d X)
+
 
+
 
+
* Monika Baumgartl  (d 5, d 6)
+
 
+
 
+
* Hippolyte Bayard  (d 6)
+
 
+
 
+
* Herbert Bayer  (d III)
+
 
+
 
+
* Thomas Bayrle  (d 6)
+
 
+
 
+
* Jean Bazaine  (d 1, d II, d III)
+
 
+
[http://dirkschwarze.net/2007/03/29/poetische-verwandlung-der-natur/ Jean Bazaine]
+
 
+
 
+
* William Baziotes  (d II)
+
 
+
 
+
* Cecil Beaton  (d 6)
+
 
+
 
+
* André Beaudin  (d 1, d II)
+
 
+
 
+
* Catherine Beaugrand  (d X)
+
 
+
 
+
* Bernd & Hilla Becher (d 5, d 6, d 7,d 11)
+
 
+
[http://dirkschwarze.net/2007/02/26/industriebauten-als-skulpturen/ Industriebauten als Skulpturen]
+
 
+
 
+
 
+
 
+
* Robert Bechtle  (d 5)
+
 
+
 
+
* Gustav Kurt Beck  (d II)
+
 
+
 
+
* Stephan Beck  (d 6)
+
 
+
 
+
* Jürgen Becker  (d 8)
+
 
+
 
+
* Samuel Beckett  (d X)
+
 
+
 
+
* Bill Beckley  (d 6)
+
 
+
 
+
* Max Beckmann (d 1, d II, d III)
+
 
+
 
+
* Larry Stuart Bell  (d 4)
+
 
+
 
+
* Hans Bellmer  (d II, d III)
+
 
+
 
+
* Ernest James Bellocq  (d 6)
+
 
+
 
+
* James Benning  (d 6)
+
 
+
 
+
* Max Bense  (d 8)
+
 
+
 
+
* Anna-Eva Bergman  (d II)
+
 
+
 
+
* Luciano Berio  (d 8)
+
 
+
 
+
* Hubert Berke  (d II)
+
 
+
 
+
* Barry Bermagne  (d 8)
+
 
+
 
+
* Franz Bernhard  (d 6)
+
 
+
 
+
* Lucian Bernhard  (d III)
+
 
+
 
+
* Janez Bernik  (d III)
+
 
+
 
+
* Ben Berns  (d 4)
+
 
+
 
+
* Miguel Berrocal  (d III)
+
 
+
 
+
* Bertholin  (d 6)
+
 
+
 
+
* Nuccio Bertone  (d 6)
+
 
+
 
+
* Gaston Bertrand  (d 6)
+
 
+
 
+
* Jean-Pierre Bertrand  (d IX)
+
 
+
 
+
* Jean-Louis Bertuccelli  (d 6)
+
 
+
 
+
'''Besucherschule'''
+
 
+
siehe: ''Bazon Brock''
+
 
+
 
+
'''Besucherzahlen'''
+
 
+
Zu den naturgegebenen inneren Widersprüchen der documenta und anderer Ausstellungen gehört der Umgang mit der Besucherzahl. Als 1955 zur ersten documenta 130.000 Besucher kamen, galt das Ergebnis als großer Erfolg. Danach gewöhnte man sich daran, dass von Mal zu Mal die Besucherzahl wuchs - erst (bis 1972) erst allmählich, dann sprunghaft. So ist seit 1977 immer wieder vom Besucherrekord die Rede. Dabei ist es ein Ritual geworden, dass jedes Mal die künstlerische Leitung und die Geschäftsführung die Erwartungen dämpfen und vorweg erklären, der Zuspruch der Besucher sei für den Erfolg der Ausstellung nicht ausschlaggebend. Das stimmt nicht ganz, weil bei der Etat-Kalkulation schon der Karten- und Katalogverkauf mit einkalkuliert wird. Zwar wird vorsichtig mit etwas weniger Besuchern gerechnet als beim vorigen Mal. Doch geht man von einem hohen Sockel aus. Das heißt: Natürlich hat man 2007 nicht mit 651.000 Besuchern wie 2002 und schon garnicht mit 754.000 Besuchern gerechnet. Wären aber nur 300.000 gekommen (was auch beachtlich gewesen wäre), hätte die Etat-Kalkulation nicht gestimmt.
+
  
 
Das stete Ansteigen der Besucherzahl hat, das ist leicht nachzuvollziehen, nichts mit der wachsenden Qualität der documenta zu tun. Es ist vielmehr die wachsende Popularität der documenta, die ausschlaggegebend ist. Je länger die Institution besteht und je mehr kommen, desto mehr fühlen sich verpflichtet, ebenfalls die documenta zu besuchen. Außerdem haben die Globalisierung der Ausstellung (Künstlerauswahl und künstlerische Leitung) das weltweite Interesse gestärkt. Zudem sind die Marketing- und Pressestrategien intensiviert und langfristiger angelegt worden. Bei der documenta 12 kam hinzu, dass das Zeitschriftenprojekt die documenta weltweit zum Gesprächsthema machte. Und schließlich ist vor Ort die Aufmerksamkeit gewachsen. Irritiert waren viele Kritiker, als sie die die documenta X als verfehlt und theorielastig abkanzelten und trotzdem mehr Besucher als fünf Jahre zuvor kamen.  
 
Das stete Ansteigen der Besucherzahl hat, das ist leicht nachzuvollziehen, nichts mit der wachsenden Qualität der documenta zu tun. Es ist vielmehr die wachsende Popularität der documenta, die ausschlaggegebend ist. Je länger die Institution besteht und je mehr kommen, desto mehr fühlen sich verpflichtet, ebenfalls die documenta zu besuchen. Außerdem haben die Globalisierung der Ausstellung (Künstlerauswahl und künstlerische Leitung) das weltweite Interesse gestärkt. Zudem sind die Marketing- und Pressestrategien intensiviert und langfristiger angelegt worden. Bei der documenta 12 kam hinzu, dass das Zeitschriftenprojekt die documenta weltweit zum Gesprächsthema machte. Und schließlich ist vor Ort die Aufmerksamkeit gewachsen. Irritiert waren viele Kritiker, als sie die die documenta X als verfehlt und theorielastig abkanzelten und trotzdem mehr Besucher als fünf Jahre zuvor kamen.  
  
Hier die Übersicht:
+
Hier die Übersicht:<ref>[http://www.basis-wien.at/avdt/htm/087/00078679.htm Besucherzahlen auf basis-wien.at]</ref>
  
 
d 1 - 130.000 Besucher
 
d 1 - 130.000 Besucher
Zeile 303: Zeile 38:
 
d11 - 651.000
 
d11 - 651.000
  
d12 - 754.000
+
d12 - 754.000
 
+
 
+
* '''Joseph Beuys'''  (d III, d 4, d 5, d 6, d 7, d 8, d IX)
+
 
+
[[Bild:IMG 8716.JPG|thumb|Beuys 1972 in seinem Büro für direkte Demokratie]]Das Werk keines anderen Künstlers ist so eng mit der documenta-Geschichte verknüpft wie das von Joseph Beuys (1921-1986). Das war auch der Grund dafür, dass Veit Loers 1993 in der Kunsthalle Fridericianum in Kassel die Ausstellung (mit Katalog) "Joseph Beuys - documenta-Arbeit" zeigte, in der Beuys' Beiträge seit 1964 dokumentiert wurden und  in der damit auch die Entwicklung des Bildhauers und Aktionskünstlers dargestellt wurde.
+
 
+
Sieben Mal waren Beuys-Werke in der documenta zu sehen, dabei wurden die Arbeiten 1987 und 1992 posthum gezeigt. Beuys seinerseits adelte die documenta dadurch, dass er sie als Forum nutzte, um jeweils neue Entwicklungsschritte vorzuführen: 1972 richtete er sein "Büro für direkte Demokratie durch Volksabstimmung" ein und diskutierte 100 Tage lang mit den Besuchern; 1977 erprobte er unter der "Honigpumpe am Arbeitsplatz" sein Modell einer Freien Universität; und 1982 begann er seine Aktion "7000 Eichen", um die Stadt zu verwalden. In der bis 1987 laufenden Aktion wurden 7000 Bäume gepflanzt und dazu jeweils eine Basaltsäule gestellt.
+
 
+
[http://dirkschwarze.net/2008/03/12/joseph-beuys-unser-lehrer/ Joseph Beuys - unser Lehrer]
+
 
+
[http://dirkschwarze.net/2007/03/05/der-wegbereiter/ Der Wegbereiter]
+
 
+
[http://dirkschwarze.net/2007/01/29/zehn-stunden-joseph-beuys/ Zehn Stunden Joseph Beuys]
+
 
+
 
+
* Zarina Bhimji  (d 11)
+
 
+
 
+
* Michael Biberstein  (d IX)
+
 
+
 
+
* James Biedermann  (d 7)
+
 
+
 
+
* Michael von Biel  (d 6)
+
 
+
 
+
* '''Guillaume Bijl ''' (d IX)
+
 
+
Belgischer Künstler (*1946). Bijl überrascht das Publikum häufig mit Räumen, in denen er reale Situationen nachgestellt oder abgebildet hat. Dadurch erreicht er, dass sich die Wirklichkeitsebenen des Lebens und der Kunst gegenseitig überlagern und kaum noch voneinander zu unterscheiden sind.
+
  
 +
d13 - 860.000
  
'''Biennale'''
+
=== Biennale ===
  
 
Biennalen sind im Zwei-Jahres-Rhythmus (aus dem Lateinischen: Biennium = Zeitraum von zwei Jahren) veranstaltete Austellungen und Festivals Die älteste und bekannteste Biennale ist die 1895 in Venedig gegründete internationale Kunstausstellung La Biennale, zu der auch eine Architektur- und Film-Biennale gekommen sind. Daneben gibt es Triennalen (alle drei Jahre) oder Quadriennalen (alle vier Jahre). [[Documenta-Lexikon: B|Arnold Bode]] dachte bei der Planung der ersten documenta bereits an die Begründung einer Quadriennale.  
 
Biennalen sind im Zwei-Jahres-Rhythmus (aus dem Lateinischen: Biennium = Zeitraum von zwei Jahren) veranstaltete Austellungen und Festivals Die älteste und bekannteste Biennale ist die 1895 in Venedig gegründete internationale Kunstausstellung La Biennale, zu der auch eine Architektur- und Film-Biennale gekommen sind. Daneben gibt es Triennalen (alle drei Jahre) oder Quadriennalen (alle vier Jahre). [[Documenta-Lexikon: B|Arnold Bode]] dachte bei der Planung der ersten documenta bereits an die Begründung einer Quadriennale.  
Zeile 373: Zeile 79:
 
[http://www.singaporebiennale.org/ Singapur Biennale]
 
[http://www.singaporebiennale.org/ Singapur Biennale]
  
 +
=== Boxen und Kunst ===
  
* Max Bill  (d 1, d II, d III)
+
Streng genommen haben Kunst und Boxen nichts miteinander zu tun. Gleichwohl gibt es Affinitäten von Künstlern und Kuratoren zum Boxen. Der Leiter der documenta IX, der Belgier Jan Hoet, zählt dazu. Er hat selbst früher Boxkämpfe bestritten. Und er sah im Jazz, Baseball und Boxen Disziplinen, die entfernt etwas ausdrücken, auf das auch die zeitgenössische Kunst zielt. So holte er zu seiner documenta ein Jazzkonzert, ein Baseballspiel und einen Boxkampf nach Kassel. Zu dieser documenta hatte außerdem der Aktionskünstler Flatz im Fridericianum einen Raum geschaffen, in dem dicht an dicht Boxsäcke von der Decke hingen. Manche Besucher fühlten sich durch die Schlagsäcke animiert und setzten durch kräftige Schläge das ganze Feld in Bewegung, andere mühten sich, möglichst ohne Körperberührung zwischen den Säcken hindurchzugehen.
  
 +
Schon einmal hatte es einen documenta-Boxkampf gegeben: In dem Raum von Ben Vautier im Fridericianum bestritt Joseph Beuys am 8. 10. 1972 zum Ausstellungsschluss einen Boxkampf gegen den Kunststudenten Abraham David Christian, der zu dem Kampf herausgefordert hatte. Beuys gewann den Boxkampf in drei Runden mit einem Punktsieg "für direkte Demokratie durch Volksabstimmung". Zuvor hatte Beuys in seinem gleichnamigen Büro 100 Tage lang mit den Besuchern über direkte Demokratie diskutiert.
  
* [[Johanna Billing]]  (d 12)
+
=== Bundesgartenschau ===
  
 +
[[1955]] war die [[Bundesgartenschau]] in [[Kassel]] die Basis für die Planung der ersten documenta. Prof. Hermann Mattern, Kollege von [[Arnold Bode]] an der Kasseler Werkakademie, war mit der Planung der Bundesgartenschau beauftragt. Er hatte bereits [[1939]], in der Nazi-Zeit, die Reichsgartenschau verantwortet. Mattern wollte nach dem Vorbild der Bundesgartenschau [[1951]] in Hannover in die Blumenschau eine Kunstausstellung integrieren. In Hannover hatte Alfred Hentzen "Plastik im Garten und am Bau" gezeigt.
  
* Lapo Binazzi (d 8)
+
Für Kassel dachte Mattern an eine Kunstschau im Zelt auf dem [[Friedrichsplatz]] oder im Gartengelände über dem Küchengraben, das möglicherweise  Frei Otto gestaltet hätte. Doch Arnold Bode, der die Idee begeistert aufgriff, entdeckte für sein Vorhaben das Museum Fridericianum als idealen Ort. Seit 1946 hatte Bode verschiedentlich Anläufe unternommen, eine große internationale Ausstellung in Kassel zu präsentieren.
  
 +
Auch die zweite Bundesgartenschau, die [[1981]] in Kassel stattfand, hatte indirekt mit der documenta zu tun. Dem Turnus zufolge hätte die [[Documenta 7|documenta 7]] im Jahr 1981, parallel zur Gartenschau, gezeigt werden sollen. Doch der damalige Oberbürgermeister und Aufsichtsrats-Vorsitzende Hans Eichel setzte sich für eine Verschiebung der documenta auf 1982 ein, weil die Ausstellung mittlerweile zum Selbstläufer geworden sei und Kassel somit in zwei Jahren hintereinander mit Attraktionen aufwarten könne. Das ursprünglich als kulturelles Rahmenprogramm gedachte Kunstereignis hatte sich also endgültig emanzipiert. Nachdem die [[Documenta 6|documenta 6]] aus organisatorischen Gründen um ein Jahr verschoben worden war, waren es nun touristische Aspekte, die zu einer erneuten Verschiebung führten. Damit war ungeplant aus dem Vier- ein Fünf-Jahres-Rhythmus geworden. Dieser wurde von [[1982]] an für die weitere Zukunft festgeschrieben.
  
* Dara Birnbaum  (d 7, d 8, d IX)
+
== Personen ==
  
 +
* [[Arnold Bode]]
  
* Renato Birolli  (d 1, d II)
+
* [[Roger Buergel]]
  
 +
* [[Herbert von Buttlar]]
  
* Werner Bischof  (d 6)
+
== Künstler ==
  
 +
* [[Elvira Bach]] (d 7)
  
* Julius Bissier  (d II, d III)
+
* [[Alexandra Bachzetsis]] (d 13)
  
 +
* [[Francis Bacon]] (d II, d III, d 6, d IX)
  
* Roger Bissière  (d 1, d III)
+
* [[Bactrian Princesses]] (d 13)
  
 +
* [[Michael Badura]]  (d 6)
  
* Auguste und Louis Bisson (d 6)
+
* [[Jo Baer]] (d 4)
  
 +
* [[Monika Baer]]  (d 12)
  
* Black Audio Film Collective (d 11)
+
* [[Baerle & Jäger]] (d III)
  
 +
* [[Marco Bagnoli]]  (d 7, IX)
  
* Ronald Bladen (d 4)
+
* [[Nicos Baikas]] (d IX)
  
 +
* [[Maja Bajevic]]  (d 12)
  
* Irma Blank (d 6)
+
* [[Gerrit van Bakel]] (d 7)
  
 +
* [[Vojin Bakic]]  (d II)
  
* Blank & Jeron (d X)
+
* [[John Baldessari]] (d 5, d 7)
  
 +
* [[Eduard Dennis Baldus]]  (d 6)
  
* Karl Oskar Blase  (d III, d 8)
+
* [[Nanni Balestrini]] (d 13)
  
 +
* [[Miroslaw Balka]]  (d IX)
  
* André Bloc  (d II)
+
* [[Amy Balkin]] (d 13)
  
 +
* [[Giacomo Balla]]  (d 1, d 8)
  
* Karl Blossfeldt  (d 6)
+
* [[Balthus]]  (d 6)
  
 +
* [[Boladéle Ajiboyé Bamgboyé]]  (d X)
  
* Norman Bluhm (d II)
+
* [[Joachim Bandau]] (d 6)
  
 +
* [[Lars Bang Larsen]] (d 13)
  
* Bernhard Blume (d 6)
+
* [[Richard Baquié]] (d 8)
  
 +
* [[Karen Barad]] (d 13)
  
* Hermann Blumenthal (d 1)
+
* [[Miquel Barcelo]] (d 7)
  
 +
* [[Eduard Bargheer]]  (d 1, d II)
  
* Lyn Blumenthal  (d 8)
+
* [[Julie & Stacy Levy Bargmann]] (d 11)
  
 +
* [[Jared Bark]]  (d 6)
  
* '''Umberto Boccioni ''' (d 1, d II, d III)
+
* [[Ernst Barlach]]  (d 1, d III)
  
Italienischer Maler, Bildhauer und Schriftsteller(1882-1916). Er gehörte zu den Künstlern, die als Futuristen bezeichnet wurden und die die Kunst revolutionieren wollten. Vor allem Boccioni ging es darum, Zeitabläufe und Bewegung im Bild darzustellen. Durch die Aufsplitterung und Wiederholung der Formen gelang es ihm zum Teil.
+
* [[Klarenz Barlow]]  (d 8)
  
 +
* [[Matthew Barney]]  (d IX)
  
* Mel Bochner  (d 5, d 6)
+
* [[Bassam El Baroni]] (d 13)
  
 +
* [[Jerry Barr]]  (d IX)
  
* John Bock (d 11)
+
* [[Artur Barrio]] (d 11)
  
 +
* [[Robert Barry]]  (d 5, d 6, d 7)
  
'''Arnold Bode'''
+
* [[Judith Barry]] (d 13)
  
[[Bild:01b Arnold Bode - von Gerhard Richter.jpg|thumb|left|Arnold Bode - von Gerhard Richter gemalt]]Der Kasseler Künstler, Hochschullehrer und Ausstellungsgestalter Arnold Bode (1900-1977) gilt als der Vater der documenta. Die Idee zu der Ausstellung entwickelte er zusammen mit Freunden, nachdem er von seinem Kollegen an der Werkakademie erfahren hatte, dass zur Bundesgartenschau 1955 eine Begleitausstellung für Kunst geplant werden könne. Bode entdeckte die provisorisch gesicherte Ruine des Museums Fridericianum als Ausstellungsraum.
+
* [[Yael Bartana]] (d 12)
  
Bei seiner Konzeptentwicklung konnte Arnold Bode auf seine Erfahrungen aus den 20er-Jahren zurückgreifen. Als Student und später freier Künstler hatte er 1922, 1925, 1927 und 1929 an Ausstellungen in der Orangerie mitgewirkt, in denen die Künstler der deutschen Moderne vertreten waren. Zahlreiche deutsche Künstler, die 1955 zur documenta eingeladen wurden, waren bereits 1927 und 1929 in Kassel dabei. Auch war in einer dieser Ausstellungen zeitgenössische Architektur dokumentiert worden. So war es für Bode naheliegend, auch bei der documenta immer Architektur mitzudenken. Das Projekt einer "documenta urbana" wurde allerdings erst 1982 und außerhalb der documenta verwirklicht.
+
* [[Jennifer Bartlett]]  (d 6)
  
Auch schon vor 1955 dachte Bode daran, die documenta im Vier-Jahres-Rhythmus zu wiederholen. Den ersten drei Ausstellungen, die Bode inhaltlich gemeinsam mit Werner Haftmann gestaltete, gab er durch die Art der Inszenierung ihr Gesicht.
+
* [[Massimo Bartolini]]  (d13)
  
Bode blieb bis 1968 (in dem Jahr vor allem zusammen mit Jan Leering) Ausstellungsleiter. 1972 setzte sich Bode mit Erfolg dafür ein, dass die Installation "Five Car Stud" von Edward Kienholz in Kassel gezeigt wurde. 1977, als er längst nicht mehr zum Leitungsteam gehörte, kämpfte Bode für seine Idee, im Oktogonschloss des Herkules eine ergänzende (alternative) Ausstellung zu zeigen. Unmittelbar nach Schluss der documenta 6 starb Arnold Bode.
+
* [[Mária Bartuszová]]  (d 12)
  
 +
* [[Gianfranco Baruchello]]  (d 6, d 13)
  
* Walter Bodmer (d II)
+
* [[Ricardo Basbaum]] (d 12)  
  
 +
* [[Georg Baselitz]] (d 5, d 6, d 7)
  
* Gábor Bódy  (d 8)
+
* [[Ahmed Basiony]] (d 13)
  
 +
* [[Jean Michel Basquiat]]  (d 7)
  
* Claus Böhmler (d 6)
+
* [[Saul Bass]] (d III)
  
[http://dirkschwarze.net/2007/03/05/die-kunst-als-ein-ewiges-spiel/ Ein ewiges Spiel]
+
* [[Giorgio Batistella]] (d 6)
  
 +
* [[Heinz Battke]]  (d II)
  
* Alighiero Boetti (d 5, d 7)
+
* [[Eugen Batz]] (d II)
  
 +
* [[Francois Bauchet]]  (d 8)
  
* Marinus Boezem (d 5)
+
* [[Gerd Baukhage]] (d 6)
  
 +
* [[Horst Baumann]] (d 6)
  
* Blythe Bohnen  (d 6)
+
* [[Willi Baumeister]] (d 1, d II, d III)
  
 +
* [[Bodo Baumgarten]]  (d 6)
  
* Karl-Heinz Bohrmann (d 6)
+
* [[Lothar Baumgarten]] (d 5, d 7, d IX, d X)
  
 +
* [[Monika Baumgartl]]  (d 5, d 6)
  
* Kay Bojesen  (d III)
+
* [[Hrach Bayadyan]] (d 13)
  
 +
* [[Hippolyte Bayard]]  (d 6)
  
* Christian Boltanski (d 5, d 6, d 8)
+
* [[Herbert Bayer]] (d III)
  
 +
* [[Thomas Bayrle]]  (d 6, d 13)
  
* Camille Bombois (d 1)  
+
* [[Jean Bazaine]] (d 1, d II, d III)
  
 +
* [[William Baziotes]]  (d II)
  
* [[Cosima von Bonin]]  (d 12)
+
* [[Cecil Beaton]]  (d 6)
  
 +
* [[André Beaudin]]  (d 1, d II)
  
* '''Ecke Bonk''' (d X, d 11)
+
* [[Catherine Beaugrand]]  (d X)
  
Deutscher Künstler, Jahrgang 1953. Bonk denkt über Sprache und deren Umsetzung in Zeichen und Bilder nach. Seine Arbeiten machen Sprach- und Denksysteme sichtbar und nutzen dabei die Möglichkeiten neuer Medien. Wissenschaftliche Erkenntnis und ästhetische Ausformung werden zusammengeführt. In der documenta X arbeitete er mit Richard Hamilton zusammen. Zur Documenta11 schuf er eine dreiteilige Arbeit zum Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Im zweiten Anlauf wurde die Arbeit 2007 für Kassel angekauft.
+
* [[Bernd & Hilla Becher]] (d 5, d 6, d 7,d 11)
  
 +
* [[Robert Bechtle]]  (d 5)
  
* Pierre Bonnard (d III)  
+
* [[Gustav Kurt Beck]] (d II)
  
 +
* [[Stephan Beck]]  (d 6)
  
* Anne Bonnet (d II)
+
* [[Jürgen Becker]] (d 8)
  
 +
* [[Samuel Beckett]]  (d X)
  
* Lee Bontecou (d III)
+
* [[Bill Beckley]] (d 6)
  
 +
* [[Max Beckmann]] (d 1, d II, d III)
  
* Florian Borkenhagen  (d 8)
+
* [[Jérôme Bel]] (d 13)
  
 +
* [[Larry Stuart Bell]]  (d 4)
  
* '''Jonathan Borofsky ''' (d 7, d 8, d IX)
+
* [[Mario Bellatin]] (d 13)
  
Amerikanischer Künstler (*1942). Borofsky ist ein besessener Zeichner. Seine Ideen holt er aus seinen Träumen, die er schon früher regelmäßig notierte. Aus den Zeichnungen entwickelte er Großskulpturen, die mittlerweile weltweit die Innenstände prägen. Im Zentrum stehen dabei häufig Menschen und Figuren, die wie Maschinenwesen erscheinen.
+
* [[Hans Bellmer]]  (d II, d III)
  
 +
* [[Ernest James Bellocq]]  (d 6)
  
* Eberhard Bosslett  (d 8)
+
* [[Walter Benjamin]] (d 13)
  
 +
* [[Jill Bennett]] (d 13)
  
* Fernando Botero  (d 6)
+
* [[Gordon Bennett]] (d 13)
  
 +
* [[James Benning]]  (d 6)
  
* Frédéric Bruly Bouabré (d 11)
+
* [[Max Bense]] (d 8)
  
 +
* [[Anna-Eva Bergman]]  (d II)
  
* Louise Bourgeois (d IX, d 11)
+
* [[Luciano Berio]]  (d 8)
  
[http://dirkschwarze.net/2007/02/26/louise-bourgeois-grose-alte-dame/ Die große alte Dame]
+
* [[Hubert Berke]] (d II)
  
 +
* [[Barry Bermagne]]  (d 8)
  
* Margaret Bourke-White (d 6)
+
* [[Franz Bernhard]] (d 6)
  
 +
* [[Lucian Bernhard]]  (d III)
  
'''Boxen und Kunst'''
+
* [[Janez Bernik]]  (d III)
  
Streng genommen haben Kunst und Boxen nichts miteinander zu tun. Gleichwohl gibt es Affinitäten von Künstlern und Kuratoren zum Boxen. Der Leiter der documenta IX, der Belgier Jan Hoet, zählt dazu. Er hat selbst früher Boxkämpfe bestritten. Und er sah im Jazz, Baseball und Boxen Disziplinen, die entfernt etwas ausdrücken, auf das auch die zeitgenössische Kunst zielt. So holte er zu seiner documenta ein Jazzkonzert, ein Baseballspiel und einen Boxkampf nach Kassel. Zu dieser documenta hatte außerdem der Aktionskünstler Flatz im Fridericianum einen Raum geschaffen, in dem dicht an dicht Boxsäcke von der Decke hingen. Manche Besucher fühlten sich durch die Schlagsäcke animiert und setzten durch kräftige Schläge das ganze Feld in Bewegung, andere mühten sich, möglichst ohne Körperberührung zwischen den Säcken hindurchzugehen.
+
* [[Ben Berns]]  (d 4)
  
Schon einmal hatte es einen documenta-Boxkampf gegeben: In dem Raum von Ben Vautier im Fridericianum bestritt Joseph Beuys am 8. 10. 1972 zum Ausstellungsschluss einen Boxkampf gegen den Kunststudenten Abraham David Christian, der zu dem Kampf herausgefordert hatte. Beuys gewann den Boxkampf in drei Runden mit einem Punktsieg "für direkte Demokratie durch Volksabstimmung". Zuvor hatte Beuys in seinem gleichnamigen Büro 100 Tage lang mit den Besuchern über direkte Demokratie diskutiert.
+
* [[Miguel Berrocal]]  (d III)
  
 +
* [[Bertholin ]] (d 6)
  
* Matthew Brady (d 6)
+
* [[Nuccio Bertone]] (d 6)
  
 +
* [[Gaston Bertrand]]  (d 6)
  
* Pavel Braila (d 11)
+
* [[Jean-Pierre Bertrand]] (d IX)  
  
 +
* [[Jean-Louis Bertuccelli]]  (d 6)
  
* Stan Brakhage (d 5)
+
* [[Joseph Beuys]] (d III, d 4, d 5, d 6, d 7, d 8, d IX)
  
 +
* [[Zarina Bhimji]]  (d 11)
  
* Constantin Brancusi (d II, d III)
+
* [[Michael Biberstein]] (d IX)
  
 +
* [[James Biedermann]]  (d 7)
  
* Herbert Brandl (d IX)
+
* [[Michael von Biel]] (d 6)
  
 +
* [[Franco  Berardi Bifo]] (d 13)
  
* Andreas Brandolini  (d 8)
+
* [[Guillaume Bijl]] (d IX)
  
 +
* [[Max Bill]]  (d 1, d II, d III)
  
* Andrea Branzi (d 8)
+
* [[Johanna Billing]] (d 12)
  
 +
* [[Lapo Binazzi]] (d 8)
  
* Georges Braque (d 1, d II, d III)
+
* [[Dara Birnbaum]] (d 7, d 8, d IX)
  
 +
* [[Renato Birolli]]  (d 1, d II)
  
* Brassai (d 6)
+
* [[Werner Bischof]] (d 6)
  
 +
* [[Rossella Biscotti]] (d 13)
  
* Theo Braun (d II)
+
* [[Julius Bissier]]  (d II, d III)
  
 +
* [[Roger Bissière]]  (d 1, d III)
  
* Victor Brauner (d II)
+
* [[Auguste und Louis Bisson]] (d 6)
  
 +
* [[Black Audio Film Collective]]  (d 11)
  
* Troy Brauntuch (d 7)
+
* [[Ronald Bladen]] (d 4)
  
 +
* [[Irma Blank]]  (d 6)
  
* Claudio Bravo (d 5)
+
* [[Blank & Jeron]] (d X)
  
 +
* [[Karl Oskar Blase]]  (d III, d 8)
  
* George Brecht (d 5, d 6, d 8)
+
* [[Iwona Blazwick]] (d 13)
  
 +
* [[André Bloc]]  (d II)
  
* Rudolphe Breddin  (d III)
+
* [[Karl Blossfeldt]] (d 6)
  
 +
* [[Norman Bluhm]]  (d II)
  
* KP Brehmer (d 5. d 6)
+
* [[Bernhard Blume]] (d 6)
  
[http://dirkschwarze.net/2007/03/05/bilder-der-wahrheit-und-der-luge/ Bilder der Wahrheit und der Lüge]
+
* [[Hermann Blumenthal]] (d 1)
  
 +
* [[Lyn Blumenthal]]  (d 8)
  
* George Breitner  (d 6)
+
* [[Umberto Boccioni]] (d 1, d II, d III)
  
 +
* [[Mel Bochner]]  (d 5, d 6)
  
* Heinz Brelch (d 6)
+
* [[John Bock]] (d 11)
  
 +
* [[Walter Bodmer]]  (d II)
  
* Ricardo Brey (d IX)
+
* [[Gábor Bódy]] (d 8)
  
 +
* [[Claus Böhmler]]  (d 6)
  
* Stuart Brisley  (d 6)
+
* [[Manon de Boer]] (d 13)
  
 +
* [[Alighiero Boetti]]  (d 5, d 7, d 13)
  
* Shawn Brixey (d 8)
+
* [[Marinus Boezem]] (d 5)
  
 +
* [[Anna Boghiguian]] (d 13)
  
* '''Bazon Brock''' (d 8)
+
* [[Blythe Bohnen]] (d 6)
  
Prof. Bazon Brock ist Künstler, Kunstvermittler und Kunstphilosoph. Für die documenta (und später für andere Ausstellungen und Kunstmärkte) entwickelte er das Modell der Besucherschule. Die erste Besucherschule war in der 4. documenta zu erleben. Bei der documenta 5 gehörte er zum Planungsteam, und lange Zeit schien es so, als würde die ganze Ausstellung zur Besucherschule, doch das enzyklopädische didaktische Konzept war nicht umzusetzen. Brocks Besucherschule des Sommers 1972 war ein eigener Performance-Beitrag zur documenta. Eine weitere Besucherschule folgte 1977. Fünf Jahre später übertrug Brock sein Modell in einen Kurzführer. Und 1992 machte er den Versuch einer Besucherschule per Video.
+
* [[Karl-Heinz Bohrmann]]  (d 6)
  
 +
* [[Kay Bojesen]]  (d III)
  
* Christine Brodbeck (d 8)
+
* [[Christian Boltanski]] (d 5, d 6, d 8)
  
 +
* [[Camille Bombois]]  (d 1)
  
* Jürgen Brodwolf (d 6)
+
* [[Cosima von Bonin]] (d 12)
  
 +
* [[Ecke Bonk]] (d X, d 11)
  
* '''Marcel Broodthaers''' (d 5, d 6, d 7, d X)
+
* [[Pierre Bonnard]]  (d III)  
  
Belgischer Künstler (1924-1976). Angeregt durch Marcel Duchamp und René Magritte ging Broodthaers der Frage nach, wann und wodurch etwas zur Kunst werde. Seine Arbeiten sind voller Ironie und Witz. Zu seinen größten Arbeiten gehörte das Projekt eines Adlermuseums, das nicht wirklich bestand, das er aber in Ausstellungen vorstellte.
+
* [[Anne Bonnet]]  (d II)
  
 +
* [[Lee Bontecou]]  (d III)
  
* James Brooks  (d II)
+
* [[Florian Borkenhagen]] (d 8)
  
 +
* [[Jonathan Borofsky]] (d 7, d 8, d IX)
  
 +
* [[Eberhard Bosslet]]  (d 8)
  
* Stanley Brouwn  (d 5, d 6, d 7,
+
* [[Bruno Bosteels]] (d 13)  
d 11)
+
  
 +
* [[Fernando Botero]]  (d 6)
  
* Tony Brown  (d IX)
+
* [[Carol Bove]] (d 13)
  
 +
* [[Frédéric Bruly Bouabré]] (d 11)
  
* [[Trisha Brown]] (d 12)
+
* [[Louise Bourgeois]] (d IX, d 11)
  
 +
* [[Margaret Bourke-White]]  (d 6)
  
* '''Peter Brüning ''' (d II, d III, d 4)
+
* [[Matthew Brady]]  (d 6)
  
Deutscher Maler und Objektgestalter(1929-1970). Brüning hatte mit abstrakter Malerei begonnen. Unter dem Eindruck der Pop-Art entwickelte er Bilder und Objekte, in denen er Elemente aus Straßenkarten und der Verkehrswirklichkeit zu eigenständigen Ornamenten und Zeichen verarbeitete. Diese Signalkunst machte ihn populär, führte aber auch dazu, dass sein malerisches Werk unterschätzt wurde
+
* [[Pavel Braila]]  (d 11)
  
 +
* [[Stan Brakhage]]  (d 5)
  
* Tania Fernandéz Bruguera (d 11)
+
* [[Constantin Brancusi]] (d II, d III)
  
[http://dirkschwarze.net/2007/02/12/versuch-die-schuld-nachzuerleben/ Die Schuld nacherleben]
+
* [[Herbert Brandl]] (d IX)
  
 +
* [[Andreas Brandolini]]  (d 8)
  
* Heinrich Brummack (d 8)
+
* [[Andrea Branzi]] (d 8)
  
 +
* [[Georges Braque]]  (d 1, d II, d III)
 +
* [[Brassai]]  (d 6)
 +
* [[Theo Braun]] (d II)
 +
* [[Victor Brauner]]  (d II)
 +
* [[Troy Brauntuch]]  (d 7)
 +
* [[Claudio Bravo]]  (d 5)
 +
* [[George Brecht]]  (d 5, d 6, d 8)
 +
* [[Rudolphe Breddin]]  (d III)
 +
* [[KP Brehmer]]  (d 5, d 6)
 +
* [[George Breitner]]  (d 6)
 +
* [[Heinz Breloh]]  (d 6)
 +
* [[Ricardo Brey]]  (d IX)
 +
* [[Stuart Brisley]]  (d 6)
  
* Donald Brun (d III)
+
* [[Ali Brivanlou]] (d 13)
  
 +
* [[Shawn Brixey]]  (d 8)
 +
* [[Bazon Brock]]  (d 8)
 +
* [[Christine Brodbeck]]  (d 8)
 +
* [[Jürgen Brodwolf]]  (d 6)
 +
* [[Marcel Broodthaers]] (d 5, d 6, d 7, d X)
 +
* [[James Brooks]]  (d II)
 +
* [[Stanley Brouwn]]  (d 5, d 6, d 7, d 11)
 +
* [[Tony Brown]]  (d IX)
 +
* [[Trisha Brown]]  (d 12)
 +
* [[Peter Brüning]] (d II, d III, d 4)
 +
* [[Tania Fernandéz Bruguera]]  (d 11)
 +
* [[Heinrich Brummack]]  (d 8)
 +
* [[Donald Brun]]  (d III)
 +
* [[Günter Brus]]  (d 5, d 6, d 7)
 +
* [[Anatolij Brusilowskij]]  (d 6)
 +
* [[Wojciech Bruszewski]]  (d 6, d 8)
  
* Günter Brus  (d 5, d 6, d 7)
+
* [[Kristina Buch]] (d 13)
  
 +
* [[Carl Buchheister]]  (d II)
  
* Anatolij Brusilowskij  (d 6)
+
* [[Susan Buck-Morss]] (d 13)
 
+
   
 
+
* [[Heath Bunting]] (d X)
* Wojciech Bruszewski  (d 6, d 8)
+
* [[Luis Bunuel]] (d 6)
 
+
* [[Chris Burden]] (d 6, d 8)
 
+
* [[Daniel Buren]] (d 5, d 6, d 7)
* Carl Buchheister  (d II)
+
* [[Victor Burgin]] (d 5)
 
+
* [[Klaus Burkhardt]] (d III)
 
+
* [[Marie José Burki]] (d IX)
'''Roger Buergel'''
+
* [[Charles Burnett]] (d X)
 
+
* [[Alberto Burri]] (d III, d 7)
[[Bild:Roger buergel.jpg|thumb|Roger Buergel]]Am 2. Dezember 2003 wurde der in Berlin geborene Roger M. Buergel (Jahrgang 1962) zum Leiter der documenta 12 berufen. Er hatte in Wien Kunst und Philosphie studiert, war von 1985 bis 1987 Privatsekretär von Hermann Nitsch, hatte verschiedene Lehraufträge und gehörte zum Autorenkreis der Zeitschrift "Springerin". Seit 1999 hat Buergel zahlreiche Ausstellungen organisiert - zumeist zusammen mit seiner Frau Ruth Noack (Jahrgang 1964), die Kunstgeschichte und feministische Theorie in USA, England, Deutschland und Österreich studiert hatte. So war auch schnell klar, dass Ruth Noack als Kuratorin in das documenta-Team kommen würde. Ihr größtes gemeinsames Projekt war die Ausstellung "Die Regierung" (Lüneburg, Barcelona, Rotterdam und Wien). Zu den Künstlern zählten: James Coleman, Ines Doujak, Patrick Faigenbaum, Dmitij Gutov, Sanja Ivecovic, Dierk Schmidt, Allan Sekula, Andreas Sieckmann und Simon Wachsmuth, die dann auch auf der documenta-Teilnehmerliste standen. Mehrere seiner früheren Ausstellungen reflektierten das Ausstellungmachen wie "Dinge, die wir nicht verstehen".
+
* [[Jan Burssens]] (d II)
 
+
* [[Scott Burton]] (d 6, d 7, d 8)
Bei der Planung seiner Ausstellung knüpfte Roger M. Buergel einerseits bei der documenta 1955 von [[Documenta-Lexikon: B|Arnold Bode]] und zum anderen bei [[Documenta-Lexikon: D|Catherine Davids]] documenta X an. Dabei bezog sich Buergel auf die in beiden Fällen angewandte Strategie, Arbeiten der aktuellen Kunst durch ältere Kunstwerke zu ergänzen, die den Weg zur jeweils zeitgenössischen Kunstproduktion ebneten. Außerdem nahm das Team Buergel-Noack Elemente der Ausstellungsinszenierung von Bode aus dem Jahre 1955 auf: Im zahlreichen Ausstellungsräumen hingen Vorhänge vor den Fenstern, die das Licht filterten.
+
* [[Pol Bury]] (d III, d 4)
 
+
* [[Jean-Marc Bustamante]] (d 8, d IX, d X)
 
+
* [[Michael Buthe]] (d 5, d 6, d 7, d IX)
'''Buergel-Noack: Kuratoren im Doppelpack '''
+
 
+
Eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zur documenta in der Hochschule. Roger M. Buergel hat seine Rede beendet, und der Moderator bittet um Wortmeldungen. Wie so oft wagt sich erst einmal niemand vor. Endlich meldet sich eine Frau mit einer kritischen Anfrage zu Wort. Die wenigsten Zuhörer wissen im Moment, dass es sich bei der Diskussionsteilnehmerin um Ruth Noack handelt, die Kuratorin an der Seite von documenta-Leiter Roger Buergel und seine Lebenspartnerin.
+
 
+
[[Bild:Buergel noack.jpg|thumb|Ruth Noack und Roger Buergel]]Beide lieben das Spiel der gegenseitigen Herausforderung und Korrektur. Jeder soll Zeuge werden, dass sie trotz privater Verbindung und langjähriger gemeinsamer Arbeit eigenständig geblieben sind und ihre gegenseitige Unabhängigkeit auch im öffentlichen Gespräch beanspruchen. Und nicht nur einmal passiert es, dass Ruth Noack kritischer nachfragt als alle anderen. Sie hat ein anderes Denken und Fühlen als er und bringt die feministische Perspektive ein.
+
 
+
Ist es es nur ein Spiel? Nicht unbedingt. Im ersten Interview nach seiner Berufung sagte Buergel auf die Frage, ob er ein Team-Arbeiter sei: "Ja, ich habe den Prozess gern, in dem das zerstört wird, was ich allein ausgedacht habe. Das gilt sowohl für den Austausch mit meiner Frau Ruth Noack als auch mit Künstlern. Ich werde gerne dekonstruiert, weil mir das hilft, meine Konzepte zu schärfen."
+
Beide sind ein Team, das in mehreren Ausstellungen die Ausstellung und deren Gesetzmäßigkeiten untersucht und hinterfragt hat. Sie sind aber auch streitende Partner, die sich ins Wort fallen, ergänzen oder ganz einfach dem anderen den Vortritt lassen.
+
 
+
Bei aller Vertrautheit haben sie sich die Neugierde für das bewahrt, was der andere sagt. Etwa bei der Pressekonferenz am 24. 4. 2007, in der das Architekturkonzept vorgestellt wurde: Ruth Noack erläuterte die Struktur der Gebäude. Und während sie sprach sah Roger Buergel sie von der Seite an und hörte ihr zu, als würde er wie die Journalisten erstmals in die Vorstellungen eingeweiht. Buergel blickte sie an, als hätte er gerade erst entdeckt, welche Faszination von ihr ausgeht.
+
 
+
Roger Buergel (Jahrgang 1962) und Ruth Noack (Jahrgang 1964) haben zwei Kinder. Sie leben normalerweise in Wien und haben seit 2000 mehrere Ausstellungen gemeinsam organisiert: "Dinge, die wir nicht verstehen" (Wien, 2000), "Formen der Organisation" (Leipzig,Lüneburg, 2003), "Die Regierung" (Lüneburg, Barcelona, Miami, Wien, Rotterdam, 2003-05).
+
 
+
 
+
'''Bundesgartenschau'''
+
 
+
1955 war die Bundesgartenschau in Kassel die Basis für die Planung der ersten documenta. Prof. Hermann Mattern, Kollege von Arnold Bode an der Kasseler Werkakademie, war mit der Planung der Bundesgartenschau beauftragt. Er hatte bereits 1939, in der Nazi-Zeit, die Reichsgartenschau verantwortet. Mattern wollte nach dem Vorbild der Bundesgartenschau 1951 in Hannover in die Blumenschau eine Kunstausstellung integrieren. In Hannover hatte Alfred Hentzen "Plastik im Garten und am Bau" gezeigt. Für Kassel dachte Mattern an eine Kunstschau im Zelt auf dem Friedrichsplatz oder im Gartengelände über dem Küchengraben, das möglicherweise Frei Otto gestaltet hätte. Doch Arnold Bode, der die Idee begeistert aufgriff, entdeckte für sein Vorhaben das Museum Fridericianum als idealen Ort. Seit 1946 hatte Bode verschiedentlich Anläufe unternommen, eine große internationale Ausstellung in Kassel zu präsentieren.
+
 
+
Auch die zweite Bundesgartenschau, die 1981 in Kassel stattfand, hatte indirekt mit der documenta zu tun. Dem Turnus zufolge hätte die documenta 7 im Jahre 1981, parallel zur Gartenschau, gezeigt werden sollen. Doch der damalige Oberbürgermeister und Aufsichtsrats-Vorsitzende Hans Eichel setzte sich für eine Verschiebung der documenta auf 1982 ein, weil die Ausstellung mittlerweile zum Selbstläufer geworden sei und Kassel somit in zwei Jahren hintereinander mit Attraktionen aufwarten könne. Das ursprünglich als kulturelles Rahmenprogramm gedachte Kunstereignis hatte sich also endgültig emanzipiert. Nachdem die documenta 6 aus organisatorischen Gründen um ein Jahr verschoben worden war, waren es nun touristische Aspekte, die zu einer erneuten Verschiebung führten. Damit war ungeplant aus dem Vier- ein Fünf-Jahres-Rhythmus geworden. Dieser wurde von 1982 an für die weitere Zukunft festgeschrieben.
+
 
+
 
+
* Heath Bunting  (d X)
+
 
+
 
+
* Luis Bunuel  (d 6)
+
 
+
 
+
* Chris Burden  (d 6, d 8)
+
 
+
 
+
* '''Daniel Buren ''' (d 5, d 6, d 7)
+
 
+
Französischer Konzeptkünstler (*1938). Buren interessieren Räume, auf die er sich in seinen Arbeiten beziehen und die er kommentieren kann. Als nahezu immer gleiches Ausgangsmaterial wählt Buren gestreiften Markisenstoff. Mit den Stoffbahnen zirkelt er Räume ab oder hebt er Architekturelemente hervor. Bisweilen überträgt er die Systematik der Streifenstrukturen auf Spiegelflächen oder  Mauern. Die Streifen sind unverkennbar zu einem Teil seiner  Handschrift geworden.
+
 
+
[http://dirkschwarze.net/2007/02/28/die-gestreiften-raume/ Die gestreiften Räume]
+
 
+
 
+
* Victor Burgin  (d 5)
+
 
+
 
+
* Klaus Burkhardt  (d III)
+
 
+
 
+
* Marie José Burki  (d IX)
+
 
+
 
+
* Charles Burnett  (d X)
+
 
+
 
+
* Alberto Burri  (d III, d 7)
+
 
+
 
+
* Jan Burssens  (d II)
+
 
+
 
+
* '''Scott Burton''' (d 6, d 7, d 8)
+
 
+
Amerikanischer Künstler (*1939). Burtons Anfänge liegen in der Performance. Später ging er dazu über, möbelähnliche Objekte und Skulpturen zu gestalten. Und schließlich  begann  er mit der  Planung von öffentlichen Plätzen. Die Skulptur erhielt bei ihm eine architektonische Funktion.
+
 
+
 
+
 
+
* Pol Bury  (d III, d 4)
+
 
+
 
+
* Jean-Marc Bustamante  (d 8, d IX, d X)
+
 
+
 
+
* Michael Buthe  (d 5, d 6, d 7, d IX)
+
 
+
 
+
* Reg Butler  (d 1, d II)
+
 
+
 
+
'''Herbert v. Buttlar'''
+
 
+
Der Kunsthistoriker Dr. Herbert Freiherr von Buttlar, Kustos an den Staatlichen Kunstsammlungen Kassel, zählte zum Bode-Freundeskreis, der die Konzeptpapiere für die erste documenta entwarf. 1955 leitete von Buttlardas Ausstellungssekretariat. Zur II. documenta wirkte er im Ausschuss für Malerei, Skulptur und Druckgrafik mit und war Mitglied der Hängekommission. Auch 1964 gehörte er dem Ausschuss für Malerei und Skulptur an; 1968 war er Mitglied des documenta-Rates.
+
  
 +
* [[Judith Butler]] (d 13)
  
 +
* [[Reg Butler]]  (d 1, d II)
  
* '''James Lee Byars ''' (d 5, d 6, d 7, d 8, d 9)
+
* [[Andrea Büttner]] (d 13)
  
Amerikanischer Performance-Künstler(1932-1997). Byars war ein Philosoph und Poet. Er zelebrierte seine Auftritte in Weiß oder Schwarz beziehungsweise  in Gold oder Rot in priesterlicher Manier. Er trat als lebende Skulptur auf, schuf Räume des Zaubers und der Schönheit und stellte die Verbindungen zwischen Leben
+
* [[James Lee Byars]] (d 5, d 6, d 7, d 8, d 9)
  
[http://dirkschwarze.net/2007/03/05/hang-zur-perfekten-schonheit/ Hang zur perfekten Schönheit]
+
* [[Gerard Byrne]] (d 13)
  
[http://dirkschwarze.net/2007/03/05/philosoph-poet-und-provokateur/ Poet und Provokateur]
+
== siehe auch ==
  
 +
* [[Bundesgartenschau]]
  
 +
== Weblinks und Quellen ==
 +
<references/>
  
 
[[Kategorie:Documenta]] [[Kategorie:Kunst und Kultur]]
 
[[Kategorie:Documenta]] [[Kategorie:Kunst und Kultur]]

Aktuelle Version vom 19. Februar 2015, 17:05 Uhr

Das documenta-Lexikon
Buchstaben: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Index


Begriffe

Besucherschule

siehe: Bazon Brock

Besucherzahlen

Zu den naturgegebenen inneren Widersprüchen der documenta und anderer Ausstellungen gehört der Umgang mit der Besucherzahl. Als 1955 zur ersten documenta 130.000 Besucher kamen, galt das Ergebnis als großer Erfolg. Danach gewöhnte man sich daran, dass von Mal zu Mal die Besucherzahl wuchs - erst (bis [1972]) erst allmählich, dann sprunghaft. So ist seit 1977 immer wieder vom Besucherrekord die Rede. Dabei ist es ein Ritual geworden, dass jedes Mal die künstlerische Leitung und die Geschäftsführung die Erwartungen dämpfen und vorweg erklären, der Zuspruch der Besucher sei für den Erfolg der Ausstellung nicht ausschlaggebend. Das stimmt nicht ganz, weil bei der Etat-Kalkulation schon der Karten- und Katalogverkauf mit einkalkuliert wird. Zwar wird vorsichtig mit etwas weniger Besuchern gerechnet als beim vorigen Mal. Doch geht man von einem hohen Sockel aus. Das heißt: Natürlich hat man 2007 nicht mit 651.000 Besuchern wie 2002 und schon garnicht mit 754.000 Besuchern gerechnet. Wären aber nur 300.000 gekommen (was auch beachtlich gewesen wäre), hätte die Etat-Kalkulation nicht gestimmt.

Das stete Ansteigen der Besucherzahl hat, das ist leicht nachzuvollziehen, nichts mit der wachsenden Qualität der documenta zu tun. Es ist vielmehr die wachsende Popularität der documenta, die ausschlaggegebend ist. Je länger die Institution besteht und je mehr kommen, desto mehr fühlen sich verpflichtet, ebenfalls die documenta zu besuchen. Außerdem haben die Globalisierung der Ausstellung (Künstlerauswahl und künstlerische Leitung) das weltweite Interesse gestärkt. Zudem sind die Marketing- und Pressestrategien intensiviert und langfristiger angelegt worden. Bei der documenta 12 kam hinzu, dass das Zeitschriftenprojekt die documenta weltweit zum Gesprächsthema machte. Und schließlich ist vor Ort die Aufmerksamkeit gewachsen. Irritiert waren viele Kritiker, als sie die die documenta X als verfehlt und theorielastig abkanzelten und trotzdem mehr Besucher als fünf Jahre zuvor kamen.

Hier die Übersicht:[1]

d 1 - 130.000 Besucher

d 2 - 134.000

d 3 - 200.000

d 4 - 207.000

d 5 - 220.000

d 6 - 355.000

d 7 - 387.000

d 8 - 487.000

dIX - 616.000

d X - 629.000

d11 - 651.000

d12 - 754.000

d13 - 860.000

Biennale

Biennalen sind im Zwei-Jahres-Rhythmus (aus dem Lateinischen: Biennium = Zeitraum von zwei Jahren) veranstaltete Austellungen und Festivals Die älteste und bekannteste Biennale ist die 1895 in Venedig gegründete internationale Kunstausstellung La Biennale, zu der auch eine Architektur- und Film-Biennale gekommen sind. Daneben gibt es Triennalen (alle drei Jahre) oder Quadriennalen (alle vier Jahre). Arnold Bode dachte bei der Planung der ersten documenta bereits an die Begründung einer Quadriennale.

Er hatte seit 1946 den Gedanken an eine internationale Kunstausstellung verfolgt. Dabei konnte er an die Erfahrungen mit den Orangerie-Ausstellungen in den 20er-Jahren in Kassel anknüpfen. Als dann die Planungen für die documenta 1955 konkret wurden, hatten er und Werner Haftmann die Biennale von Venedig im Sinn. Die Ausstellung in Venedig litt aber immer wieder unter Qualitätsmängeln, weil den Kern der Ausstellung die Pavillons der Nationen bildeten, über deren Gestaltung die Länder selbst entscheiden konnten. Deshalb wollten Bode und Haftmann keine Nationen-Ausstellung. Gleichwohl enthält der Katalog der documenta 1955 einen nach Nationen geordneten Überblick über die teilnehmenden Künstler.

Direkt oder indirekt wurde die documenta immer wieder in Konkurrenz zur Biennale in Venedig gesehen, vor allem dann, wenn beide Ausstellungen parallel veranstaltet wurden. In der Biennale von Venedig ist die Zentralausstellung außerhalb der Nationenschau immer wichtiger geworden. Seit den 80er-Jahren ist die documenta ein deutlich größerer Publikumsmagnet. Mittlerweile ist die Biennale-Idee von zahlreichen Städten und Ländern aufgegriffen worden. Rund um die Welt gibt es ein fast unüberschaubares Angebot internationaler Kunstausstellungen, die im Zwei-Jahres-Rhythmus organisiert werden. Im Jahre 2000 organisierte René Block in der Kunsthalle Fridericianum eine Ausstellung, in der verschiedene Biennalen mit ausgewählten Künstlern zu Gast waren, und einen Biennale-Kongress. Die Idee, in Kassel ein Verbindungsbüro für die Kunstbiennalen zu gründen, wurde aber nicht aufgegriffen.

Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) hat eine Biennalen-Datenbank erstellt, in der auch die documenta zu finden ist:

Biennalen Datenbank

Hier die Links zu einigen Biennalen:

La Biennale di Venezia

Biennale de Paris

Berlinbiennale

Skulptur-Biennale Münsterland 2005

Biennale of Sydney

Prague Biennale

Vienna Biennale (Viennabiennale) Bucharest Biennale

Istanbul Biennale

Biennale de Lyon

Werkleitz Biennale

Singapur Biennale

Boxen und Kunst

Streng genommen haben Kunst und Boxen nichts miteinander zu tun. Gleichwohl gibt es Affinitäten von Künstlern und Kuratoren zum Boxen. Der Leiter der documenta IX, der Belgier Jan Hoet, zählt dazu. Er hat selbst früher Boxkämpfe bestritten. Und er sah im Jazz, Baseball und Boxen Disziplinen, die entfernt etwas ausdrücken, auf das auch die zeitgenössische Kunst zielt. So holte er zu seiner documenta ein Jazzkonzert, ein Baseballspiel und einen Boxkampf nach Kassel. Zu dieser documenta hatte außerdem der Aktionskünstler Flatz im Fridericianum einen Raum geschaffen, in dem dicht an dicht Boxsäcke von der Decke hingen. Manche Besucher fühlten sich durch die Schlagsäcke animiert und setzten durch kräftige Schläge das ganze Feld in Bewegung, andere mühten sich, möglichst ohne Körperberührung zwischen den Säcken hindurchzugehen.

Schon einmal hatte es einen documenta-Boxkampf gegeben: In dem Raum von Ben Vautier im Fridericianum bestritt Joseph Beuys am 8. 10. 1972 zum Ausstellungsschluss einen Boxkampf gegen den Kunststudenten Abraham David Christian, der zu dem Kampf herausgefordert hatte. Beuys gewann den Boxkampf in drei Runden mit einem Punktsieg "für direkte Demokratie durch Volksabstimmung". Zuvor hatte Beuys in seinem gleichnamigen Büro 100 Tage lang mit den Besuchern über direkte Demokratie diskutiert.

Bundesgartenschau

1955 war die Bundesgartenschau in Kassel die Basis für die Planung der ersten documenta. Prof. Hermann Mattern, Kollege von Arnold Bode an der Kasseler Werkakademie, war mit der Planung der Bundesgartenschau beauftragt. Er hatte bereits 1939, in der Nazi-Zeit, die Reichsgartenschau verantwortet. Mattern wollte nach dem Vorbild der Bundesgartenschau 1951 in Hannover in die Blumenschau eine Kunstausstellung integrieren. In Hannover hatte Alfred Hentzen "Plastik im Garten und am Bau" gezeigt.

Für Kassel dachte Mattern an eine Kunstschau im Zelt auf dem Friedrichsplatz oder im Gartengelände über dem Küchengraben, das möglicherweise Frei Otto gestaltet hätte. Doch Arnold Bode, der die Idee begeistert aufgriff, entdeckte für sein Vorhaben das Museum Fridericianum als idealen Ort. Seit 1946 hatte Bode verschiedentlich Anläufe unternommen, eine große internationale Ausstellung in Kassel zu präsentieren.

Auch die zweite Bundesgartenschau, die 1981 in Kassel stattfand, hatte indirekt mit der documenta zu tun. Dem Turnus zufolge hätte die documenta 7 im Jahr 1981, parallel zur Gartenschau, gezeigt werden sollen. Doch der damalige Oberbürgermeister und Aufsichtsrats-Vorsitzende Hans Eichel setzte sich für eine Verschiebung der documenta auf 1982 ein, weil die Ausstellung mittlerweile zum Selbstläufer geworden sei und Kassel somit in zwei Jahren hintereinander mit Attraktionen aufwarten könne. Das ursprünglich als kulturelles Rahmenprogramm gedachte Kunstereignis hatte sich also endgültig emanzipiert. Nachdem die documenta 6 aus organisatorischen Gründen um ein Jahr verschoben worden war, waren es nun touristische Aspekte, die zu einer erneuten Verschiebung führten. Damit war ungeplant aus dem Vier- ein Fünf-Jahres-Rhythmus geworden. Dieser wurde von 1982 an für die weitere Zukunft festgeschrieben.

Personen

Künstler

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Besucherzahlen auf basis-wien.at