Documenta: Unterschied zwischen den Versionen

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* [http://www.documenta12.de Offizielle Seite der d 12]
 
* [http://www.documenta12.de Offizielle Seite der d 12]
* [http://dirkschwarze.net/documenta-1-ix/ Geschichte der Documenta I-IX]
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* [http://dirkschwarze.net/documenta-1-ix/ Geschichte der Documenta I-IX Dirkschwarze-Kassel]
 
* [http://www.documentaarchiv.de Offizielle Seite des documenta-Archivs]
 
* [http://www.documentaarchiv.de Offizielle Seite des documenta-Archivs]
  

Version vom 11. April 2007, 15:23 Uhr

Die documenta ist die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Sie findet seit 1955 ursprünglich alle vier, heute alle fünf Jahre für die Dauer von 100 Tagen in Kassel statt, zuletzt im Jahr 2002. Die nächste, die documenta12 wird vom 16. Juni bis zum 23. September 2007 stattfinden. Der Name der Ausstellung wird in der Regel klein geschrieben und mitunter auch als d abgekürzt (beispielsweise d 11). Man bezeichnet die documenta - angelehnt an die Ausstellungsdauer - auch als Museum der 100 Tage.

Die sieben Gesichter der documenta seit 1955

Arnold Bode (1900 - 1977) gilt als der Vater der documenta. Der Maler, Ausstellungsgestalter und Kunstprofessor hatte bereits in den 20er-Jahren wegweisende Ausstellungen in Kassel mitorganisiert. 1955 nutzten er und seine Freunde die Bundesgartenschau, um im Museum Fridericianum die erste documenta zu organisieren, die die Kunst der Moderne seit 1900 vorstellte. Bode blieb bis 1968 (documenta 4) maßgeblicher Organisator.

Harald Szeemann

Harald Szeemann war als Generalsekretär der documenta 5 (1972) der erste Ausstellungsmacher, der von außen kam. Seine Ausstellung rief heftigste Kritik hervor, wird heute aber als der Höhepunkt in der Geschichte der Kasseler Ausstellung gewürdigt. Ihm gelang es mit seinem Team, die verschiedenen Bildwelten zu konfrontieren. Er verhalf der neuen Künstlergeneration um Richard Tuttle, Joseph Beuys und Mario Merz zum Durchbruch.

Manfred Schneckenburger

Manfred Schneckenburger musste zwei Mal den Verantwortlichen aus der Verlegenheit helfen. Ihm wurde die Leitung der Ausstellungen von 1977 und 1987 übertragen, nachdem andere im Streit aufgegeben hatten. Die documenta 6 (1977) setzte Maßstäbe, indem sie der Fotografie als Kunst und dem Video gleichberechtigte Plätze sicherte. Unvergesslich sind auch die Skulpturen im Park geblieben.


Rudi Fuchs Die documenta 8 (1982) setzte die Linie fort. Rudi Fuchs war nach dem Schweizer Harald Szeemann der zweite Ausländer an der documenta-Spitze. Der Holländer propagierte 1982 den Rückzug ins Museum. Dabei stand für ihn die Malerei im Mittelpunkt. Trotzdem eroberte die Ausstellung die Stadt: Claes Oldenburg stellte am Fuldaufer seine Skulptur Spitzhacke auf, und der Künstler Joseph Beuys leitete seine weltweit einzigartige Aktion 7000 Eichen ein.

Jan Hoet

Jan Hoet inszenierte 1992 die ausgreifendste documenta. Dem Belgier ging es darum, die Vielfalt der Ausdrucksformen zu spiegeln. Er gilt als derjenige, der die Ausstellung als großes Erlebnis bislang zum letzten Mal organisierte. Hoet bezog erstmals Künstler ein, die nicht dem westeuropäisch-amerikanischen Kulturraum angehören. Als Erinnerung ist die Skulptur Man walking to the Sky (Himmelsstürmer) in Kassel geblieben.

Catherine David

Catherine David war 1997 die erste Frau an der Spitze. Nach der als Jahrmarkt kritisierten Ausstellung von Hoet vollzog die Französin eine Kehrtwendung. Ihrem Konzept lag eine kulturkritische Fragestellung zugrunde. Neben die klassische Bildende Kunst stellte sie gleichberechtigt Fotografie und Film, aber auch Literatur. Ein Höhepunkt ihres viel kritisierten Konzepts war die Vortrags- und Diskussionsreihe 100 Tage - 100 Gäste.

Okwui Enwezor

Okwui Enwezor, Gast der Vortragsreihe von David, knüpfte an ihren politisch-kritischen und kulturtheoretischen Ansatz an und lud erstmals Künstler aus der nicht-westlichen Welt konsequent ein. Ihm gelang die Umsetzungen seiner Ideen auf anschauliche Weise. Seiner Documenta11 (2002) kam zugute, dass er in der ehemaligen Binding-Brauerei ideale Räume in Ergänzung zum Fridericianum und Kulturbahnhof fand.


documenta 1 bis 12 Leiter - Künstler - Exponate - Besucherzahl

| documenta 1 | 1955 | Arnold Bode | 148 | 670 | 130 000 | | documenta 2 | 1959 | Arnold Bode, Werner Haftmann | 392 | 1770 | 134 000 | | documenta 3 | 1964 | Arnold Bode, Werner Haftmann | 280 | 1450 | 200 000 | | documenta 4 | 1968 | 24-köpfiger documenta-Rat | 150 | 1000 | 220 000 | | documenta 5 | 1972 | Harald Szeemann | 218 | 820 | 228 621 | | documenta 6 | 1977 | Manfred Schneckenburger | 622 | 2700 | 343 410 | | | documenta 7 | 1982 | Rudi Fuchs | 182 | 1000 | 378 691 | | | documenta 8 | 1987 | Manfred Schneckenburger | 150 | 600 | 474 417 | | | documenta 9 | 1992 | Jan Hoet | 189 | 1000 | 603 456 | | | documenta 10 | 1997 |Catherine David | 120 | 700 | 628 776 | | | documenta 11 | 2002 | Okwui Enwezor | 118 | 450 | 650 924 | | | documenta 12 | 2007 | Roger-Martin Buergel

documenta-Arbeiten im Kasseler Außenraum

aus der gleichnamigen Broschüre zur Ausstellung "50 Jahre documenta"


Seit dem Jahr 1977 sind nach jeder Ausstellung einige Exponate nicht abgebaut worden, sondern auf Dauer in der Stadt verblieben. Es sind dies:


1) Jonathan Borofsky: Man walking to the sky, 1992


(Himmelsstürmer) lackierter Stahl, Fiberglas, Aluminium, Höhe ca. 25 m, documenta 9 (1992), Vorplatz Kulturbahnhof (ursprünglich Friedrichsplatz)


(2) Thomas Schütte: Die Fremden, 1992

Die Fremden, Keramik glasiert, documenta 9 (1992), Portal ehemaliges Rotes Palais (heute Kaufhaus Sinn Leffers), Friedrichsplatz


(3) Walter de Maria: Der vertikale Erdkilometer, 1977

Der vertikale Erdkilometer, Messing, Länge 1 km, Durchmesser 5 cm, Einfassung: Sandstein 200 x 200 cm, documenta 6 (1977), Friedrichsplatz


(4) Joseph Beuys: 7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung, 1982-1987

7000 Eichen: 3826 Eichen, 1086 Eschen, 651 Linden, 549 Platanen, 391 Ahorne, 216 Rot-Apfeldorne, 163 Robinien, 91 Kastanien, 7 Ulmen, 6 Mehlbeeren, 6 Japanische Schnurbäume, 7 Hainbuchen, 2 Walnussbäume, 1 Ginko, 1 Lederhülsenbaum, 1 Tulpenbaum und je eine Basaltstele documenta 7 (1982) - documenta 8 (1987), Stadtgebiet Kassel


(5) Horst H. Baumann: Laser-Environment, 1977

Laser-Environment: (seit 2000: Laser Scape 2000), Laserstrahlen, Reflektoren, documenta 6 (1977) - Zwehrenturm, Herkules, Orangerie, Vesta/Karlswiese, Karlsaue


(6) Max Neuhaus: Three to one, 1992

Klanginstallation, documenta 9 (1992), Treppenhaus des AOK-Gebäudes, Schöne Aussicht


(7) Ulrich Rückriem: Ein Granitblock in drei Teile gespalten, der mittlere Teil in vier Teile geschnitten.

Granitblock: Alle Teile zur ursprünglichen Blockform zusammengefügt, der untere Teil als Fundament in die Erde eingelassen, 1982; Südafrikanischer Granit, 330 x 198 x100 cm, documenta 7 (1982) Neue Galerie, Schöne Aussicht, Freigelände


(8) Per Kirkeby: Raumskulptur, 1992

Raumskulptur: Ziegelmauerwerk, 875 x 1074 x 399 cm, documenta 9 (1992), An der Karlsaue, östlich der documenta-Halle


(9) Haus-Rucker-Co: Rahmenbau, 1977

Rahmenbau: Stahl, Stahlgitter, 14 x 16,5 x 31 m, documenta 6 (1977), Gustav-Mahler-Treppe, Auehang


(10) Claes Oldenburg: Spitzhacke, 1982

Spitzhacke, Stahl, Höhe 12 m, documenta 7 (1982), Fuldaufer, Nähe Drahtbrücke


(11) Anatol: Das Traumschiff Tante Olga, 1977

Traumschiff, documenta 6 (1977), Polyester, Höhe ca. 3 m, Heinrich-Schütz-Schule, Freiherr-vom-Stein-Straße, Freigelände


(12)Jimmie Durham: "This Stone is from the Mountain / This Stone is from the Red Palace"

"This Stone is from the Mountain / This Stone is from the Red Palace", documenta 9 (1992), Sandstein, 2 Teile, Karlsaue, Gustav-Mahler Treppe


(13) Erich Hauser: Stahlskulptur, 1977

Stahlskulptur, documenta 6 (1977), Friedrichsplatz, Anfang der Gustav-Mahler Treppe

documenta-Archiv

Nach einer Idee von Arnold Bode entstand 1961 in Kassel das documenta-Archiv, bestehend aus einer Spezialbibliothek zur Gegenwartskunst und den vollständigen Akten und Materialien aus dem Umfeld der documenta-Organisation. Das Archiv beherbergt eine Videothek mit Ausstellungs- und Aktionsdokumentationen, Künstlerporträts zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts sowie Kunstvideos aus den letzten 30 Jahren.


Weblinks
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