Die Schwalm: Unterschied zwischen den Versionen

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==Alte Kulturlandschaft==
 
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Eine Vielzahl von Mühlen sorgten in den vergangenen Jahrhunderten für das erforderliche Mehl zum Kuchen- und Brotbacken oder für Geschrotenes als Tierfutter. Auch zahlreiche Fischereivereine gehen ihrem Hobby des Angelns und des Neubesatzes der Schwalm mit Fischen nach. Die Nähe des Wassers hat schon die "Bandkeramiker", die ersten Menschen die sich vor 7.000 Jahren sesshaft gemacht hatten, angezogen um auf den Terrassen in der Nähe des Flusses zu siedeln. So begegnet man im Umfeld des Flusses einer beeindruckenden nordhessischen Kulturlandschaft.
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Eine Vielzahl von Mühlen sorgten in den vergangenen Jahrhunderten für das erforderliche Mehl zum Kuchen- und Brotbacken oder für Geschrotenes als Tierfutter. Viele der ehemaligen Mühlen haben heute Turbinen installiert und produzieren umweltfreundlichen Strom mit dem Wasser der Schwalm. Auch zahlreiche Fischereivereine gehen ihrem Hobby des Angelns und des Neubesatzes der Schwalm mit Fischen nach. Die Nähe des Wassers hat schon die "Bandkeramiker", die ersten Menschen die sich vor 7.000 Jahren sesshaft gemacht hatten, angezogen um auf den Terrassen in der Nähe des Flusses zu siedeln. So begegnet man im Umfeld des Flusses einer beeindruckenden nordhessischen Kulturlandschaft.
  
 
==Die "zweite Schwalm"==
 
==Die "zweite Schwalm"==

Version vom 21. September 2015, 14:29 Uhr

Namen

Der Flussnamen "Schwalm" ist aus dem im 8./9. Jahrhundert gebräuchlichen althochdeutschen Wörtern suualmanaha, suualmaha und Swalmanaha entstanden und bedeutet soviel wie wallendes Wasser oder in anderer Auslegung Dampf - oder Nebelwasser.

Quelle

Als kaum wahrnehmbares Rinnsal entspringt die Schwalm am nördlichen Rand des Vogelsberges, etwa 200 Meter südöstlich der Kreisstraße K 130, der Verbindungsstraße zwischen dem Ort Meiches und Köddingen, nahe der sogenannten "Fohlenstall"-Schneise im Vogelsbergkreis.
Die Schwalmquelle

Verlauf

Nördlich von Heidelbach verlässt sie den Vogelsbergkreis und fließt in den Schwalm-Eder-Kreis ein, schlängelt sich sodann durch die, nach ihr benannte Region der Schwalm. Von Neuental und Bad Zwesten kommend erreicht sie westlich von Kerstenhausen das Borkener Stadtgebiet. Sie durchbricht die Schwalmpforte zwischen Kleinenglis und Kerstenhausen mit der nördlich gelegenen Hundsburg (334 Meter hoch) und dem südlichen Kuhberg (343 Meter hoch) und gelangt dann in das Borkener - Waberner Becken. Im Bereich von Uttershausen befindet sie sich auf dem Gebiet der Gemeinde Wabern. Nach einem Lauf von 97 Kilometern mündet sie bei dem Felsberger Stadtteil Rhünda, gegenüber dem Bergfried der Altenburg, in die Eder. Sie ist damit der längste Fluss Hessens der ausschließlich auf hessischem Gebiet fließt.

Geschichtliches und Hochwasserschutz

Seit dem Ausbau der Wasserfestung Ziegenhain im 16. Jahrhundert speisten Neue - und Alte Schwalm das Wassergrabensystem der Festung. Die Schwalm war Bestandteil des von Landgraf Karl um 1710 geplanten Rhein-Weser-Kanals. Ein kleines Stück (21km von insgesamt ca.195km) von diesem Projekt wurde zwischen Karlshafen und Hümme in den Jahren 1715 bis 1730 verwirklicht und ist heute noch z. T. sichtbar. Es sollte eine schiffbare Verbindung zwischen Weser und Rhein hergestellt werden. Nach dem Tod Landgraf Karls am 23.März 1730 wurde das Projekt eingestellt.

Bevor die Edertalsperre, vor 1914, erbaut wurde, wurden auch im Bereich der Schwalmpforte Untersuchungen angestellt, ob hier eine Sperrmauer errichtet werden könne? Dies wurde aber dann aufgrund der günstigeren geologischen Voraussetzungen, vom preußischen Staat, zugunsten des Edertals entschieden.

Die Schwalm hat hat ein Einzugsgebiet von ca. 1.300 km². Ihr Gefälle ist sehr gering, durchschnittlich nur 60 cm - 1,30 m auf 1.000 Meter. In früheren Jahren führte dieser Umstand zu häufigen Überschwemmungen. Eine Anekdote aus der Region der Schwalm sagte: "Wenn im Juni/Juli ein Hochwasser hereinbrach dann kostete es den Schwälmer Bauern alle sieben Jahre eine volle Heuernte. Die Frühjahrsüberschwemmungen fanden jedoch seinen Beifall, weil sie seine Wiesenflur mit fettem Schlamm beschenkten."

Die Hochwasser gehören der Vergangenheit an, da man in den Jahren 1965 bis 1968 bei Heidelbach ein Hochwasserrückhaltebecken mit einem Stauraum von 5,6 Millonen Kubikmetern Inhalt und zwischen Ziegenhain und Treysa von 1967 bis 1972 ein Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 8 Millionen Kubikmeter geschaffen hat. Zudem wurde an der Antrift, einem Nebenfluß der Schwalm, ein weiteres Rückhaltebecken mit einem Vollumen von 2,1 Millionen Kubikmetern geschaffen.

Verlegung

Bedingt durch bergbauliche Eingriffe in die Landschaft wurde im Borkener Bereich die Schwalm mehrmals verlegt. Im Jahr 1940 zwischen Arnsbach und Kleinenglis. Im Jahr 1957 zwischen Kleinenglis und Gombeth. Von 1923 bis 1991 war die Schwalm Kühlwasserlieferant für das Braunkohlekraftwerk Borken.

Alte Kulturlandschaft

Eine Vielzahl von Mühlen sorgten in den vergangenen Jahrhunderten für das erforderliche Mehl zum Kuchen- und Brotbacken oder für Geschrotenes als Tierfutter. Viele der ehemaligen Mühlen haben heute Turbinen installiert und produzieren umweltfreundlichen Strom mit dem Wasser der Schwalm. Auch zahlreiche Fischereivereine gehen ihrem Hobby des Angelns und des Neubesatzes der Schwalm mit Fischen nach. Die Nähe des Wassers hat schon die "Bandkeramiker", die ersten Menschen die sich vor 7.000 Jahren sesshaft gemacht hatten, angezogen um auf den Terrassen in der Nähe des Flusses zu siedeln. So begegnet man im Umfeld des Flusses einer beeindruckenden nordhessischen Kulturlandschaft.

Die "zweite Schwalm"

Ein weiteres Flüsschen welches den Namen Schwalm trägt, befindet sich im deutsch - niederländischen Grenzgebiet. Es entspringt ca. 10km südwestlich von Mönchengladbach in dem Ortsgebiet,südöstlich von Wegberg/Tüschenbroich. Der Fluss hat eine Länge von 46km, wovon 13km auf niederländischen Gebiet verlaufen. Er mündet in die Maas.

Literatur

Friedrich Döring

(Ansiedlung und Wanderung deutscher Stämme, Wilhelm Arnold 1881, Ortsnamen Hessens,Wilhelm Sturmfels 1900,Deutsches Gewässernamenbuch von Albrecht Greule, Seite 485, Forschungsbericht,Band 7/2000, Fachgebiet Wasserbau und Wasserwirtschaft der Uni-Kassel.)

Siehe auch

Weblinks