Die Schwalm: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Literatur)
(Quelle)
Zeile 3: Zeile 3:
  
 
==Quelle==
 
==Quelle==
Als kaum wahrnehmbares Rinnsal entspringt die Schwalm am nördlichen Rand des Vogelsberges, etwa 200 Meter südöstlich der Kreisstraße K 130, der Verbindungsstraße zwischen dem Ort Meiches und Köddingen, nahe der sogenannten "Fohlenstall" - Schneise im Vogelsbergkreis.
+
Als kaum wahrnehmbares Rinnsal entspringt die Schwalm am nördlichen Rand des Vogelsberges, etwa 200 Meter südöstlich der Kreisstraße K 130, der Verbindungsstraße zwischen dem Ort Meiches und Köddingen, nahe der sogenannten "Fohlenstall" - Schneise im Vogelsbergkreis. [[Datei: Die Schwalmquelle.jpg|thumbs|300px|right|Die Schwalmquelle]]
  
 
==Verlauf==
 
==Verlauf==

Version vom 27. April 2015, 19:08 Uhr

Namen

Der Flussnamen "Schwalm" ist aus dem im 8./9. Jahrhundert gebräuchlichen althochdeutschen Wörtern suualmanaha, suualmaha und Swalmanaha entstanden und bedeutet soviel wie wallendes Wasser oder in anderer Auslegung Dampf - oder Nebelwasser.

Quelle

Als kaum wahrnehmbares Rinnsal entspringt die Schwalm am nördlichen Rand des Vogelsberges, etwa 200 Meter südöstlich der Kreisstraße K 130, der Verbindungsstraße zwischen dem Ort Meiches und Köddingen, nahe der sogenannten "Fohlenstall" - Schneise im Vogelsbergkreis.

Verlauf

Nördlich von Heidelbach verlässt sie den Vogelsbergkreis und tritt in den Schwalm - Eder - Kreis ein, durchfließt die nach ihr benannte Region der Schwalm. Von Neuental kommend erreicht sie westlich von Kerstenhausen das Borkener Stadtgebiet. Sie durchfließt die Schwalmpforte zwischen Kleinenglis und Kerstenhausen mit der nördlich gelegenen Hundsburg, 334m hoch und dem südlichen Kuhberg, 343m hoch und gelangt dann in das Borkener - Waberner Becken.Im Bereich von Uttershausen befindet sie sich im Bereich der Gemeinde Wabern. Nach einem Lauf von 97 Kilometern mündet sie bei dem Felsberger Stadtteil Rhünda, gegenüber dem Bergfried der Altenburg, in die Eder. Sie ist damit der längste Fluss Hessens der ausschließlich auf hessischem Gebiet fließt.

Hochwasserschutz

Sie hat ein Einzugsgebiet von ca. 1.300 km². Ihr Gefälle ist sehr gering, durchschnittlich nur 60 cm - 1,30 m auf 1.000 Meter. In früheren Jahren führte dieser Umstand zu häufigen Überschwemmungen. Eine Anekdote aus der Region der Schwalm sagte:"Wenn im Juni/Juli ein Hochwasser hereinbrach dann kostete es dem Schwälmer Bauer alle 7 Jahre eine volle Heuernte. Die Frühjahrsüberschwemmungen fanden jedoch seinen Beifall, weil sie seine Wiesenflur mit fetten Schlamm beschenkten". Die Hochwasser gehören der Vergangenheit an, da man in den Jahren 1965 - 1968 bei Heidelbach ein Hochwasserrückhaltebecken mit einem Stauraum von 5,6 Millonen Kubikmetern Inhalt und zwischen Ziegenhain und Treysa von 1967 - 1972 ein Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 8 Millionen Kubikmeter geschaffen hat. Zudem wurde an der Antrift, einem Nebenfluß der Schwalm, ein weiteres Rückhaltebecken mit einem Vollumen von 2,1 Millionen Kubikmetern geschaffen. Insgesamt also Stauraum genug, damit es nur noch in ganz seltenen Fällen zu einem gefürchteten Hochwasser kommen kann.

Verlegung

Bedingt durch bergbauliche Eingriffe in die Landschaft wurde im Borkener Bereich die Schwalm mehrmals verlegt. Im Jahr 1940 zwischen Arnsbach und Kleinenglis. Im Jahr 1957 zwischen Kleinenglis und Gombeth. Von 1923 bis 1991 war die Schwalm Kühlwasserlieferant für das Braunkohlekraftwerk Borken.

Alte Kulturlandschaft

Eine Vielzahl von Mühlen sorgten in den vergangenen Jahrhuderten für Mehl zum Brotbacken. Viele ältere Menschen in den Anrainerkommunen werden sich gern daran erinnern, dass sie einmal in der Schwalm das Schwimmen gelernt haben. Auch zahlreiche Fischereivereine gehen ihren Hobby des Angelns und den Neubesatz der Schwalm mit Fischen nach. Die Nähe des Wassers hat schon die "Bandkeramiker", die ersten Menschen die sich vor 7.000 Jahren seßhaft gemacht haben, angezogen um dort zu siedeln. So begegnen wir wir einer beeindruckenden Kulturlandschaft in unserer nordhessischen Heimat im Bereich der Schwalm.



Literatur

Friedrich Döring

(Ansiedlung und Wanderung deutscher Stämme, Wilhelm Arnold 1881, Ortsnamen Hessens,Wilhelm Sturmfels 1900,Deutsches Gewässernamenbuch von AlbrechtGreule, Seite 485)

Siehe auch