Die Hardt bei Trockenerfurth: Unterschied zwischen den Versionen

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(Der junge Kaiser Wilhelm II. als Grabungshelfer in der Hardt bei Trockenerfurth)
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==Der junge Kaiser Wilhelm II. als Grabungshelfer in der Hardt bei Trockenerfurth==
 
==Der junge Kaiser Wilhelm II. als Grabungshelfer in der Hardt bei Trockenerfurth==
  
Vor 143 Jahren, am 13. Oktober 1875 öffnete der Kasseler Direktor des Museums Fridericianum, Dr. Edward Pinder ein nahezu 2m hohes Hügelgrab im Trockenerfurther Gemeindewald Hardt. Es wurden 2 Urnen zutage gefördert, eine voll Knochen, eine zweite reich verzierte Urne, deren Inhalt fettig erschien und deshalb wohl die Weichteile enthalten haben mag. "Der Ton ist auch hier schwarz und eingeschlemmt". An der Arbeit des Herauslösens beteiligten sich die Prinzen Wilhelm (der spätere Kaiser Wilhelm II.),sein Bruder Heinrich und der Erzieher der beiden Prinzen Dr. Georg Hinzpeter.
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Vor 143 Jahren, am 13. Oktober 1875 öffnete der Kasseler Direktor des Museums Fridericianum, Dr. Edward Pinder ein nahezu 2m hohes Hügelgrab im Trockenerfurther Gemeindewald Hardt. Es wurden 2 Urnen zutage gefördert, eine voll Knochen, eine zweite reich verzierte Urne (siehe Zeichnung), deren Inhalt fettig erschien und deshalb wohl die Weichteile enthalten haben mag. "Der Ton ist auch hier schwarz und eingeschlemmt". An der Arbeit des Herauslösens beteiligten sich die Prinzen Wilhelm (der spätere Kaiser Wilhelm II.),sein Bruder Heinrich und der Erzieher der beiden Prinzen Dr. Georg Hinzpeter.
 
Am 20. Oktober erfolgte die Ausgrabung des zweiten Hügels. Hier wurden Spuren eines verbrannten Leichnahms auf einem Kohlelager festgestellt. Im Kopfbereich fand sich eine bronzene Haarnadel, zu Füßen zwei zerstörte Tongefäße. "Es wurden insgesamt acht Grabhügel festgestellt", so berichtet Dr. Pinder in seinem Grabungsprotokoll, Nr.: IX, vom Oktober 1875. Es handelt sich offenbar um Grabhügel der jüngeren Bronzezeit/ältere Eisenzei (etwa 1.200 v. Chr. - 800 v. Chr).     
 
Am 20. Oktober erfolgte die Ausgrabung des zweiten Hügels. Hier wurden Spuren eines verbrannten Leichnahms auf einem Kohlelager festgestellt. Im Kopfbereich fand sich eine bronzene Haarnadel, zu Füßen zwei zerstörte Tongefäße. "Es wurden insgesamt acht Grabhügel festgestellt", so berichtet Dr. Pinder in seinem Grabungsprotokoll, Nr.: IX, vom Oktober 1875. Es handelt sich offenbar um Grabhügel der jüngeren Bronzezeit/ältere Eisenzei (etwa 1.200 v. Chr. - 800 v. Chr).     
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==Die Schulzeit in Kassel==
 
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Nach erfolgreichen Abschluss der Schule begann für beide die soldatische Laufbahn, für Wilhelm in Potsdam, im ersten Garderegiment und für Heinrich die Seeoffizierslaufbahn bei der kaiserlichen Marine in Kiel. Nach ihm wurde die "Prinz Heinrichsmütze" benannt, die auch vom verstorbenen ehemaligen  
 
Nach erfolgreichen Abschluss der Schule begann für beide die soldatische Laufbahn, für Wilhelm in Potsdam, im ersten Garderegiment und für Heinrich die Seeoffizierslaufbahn bei der kaiserlichen Marine in Kiel. Nach ihm wurde die "Prinz Heinrichsmütze" benannt, die auch vom verstorbenen ehemaligen  
 
Bundeskanzler Helmut Schmidt oft und gern getragen wurde.
 
Bundeskanzler Helmut Schmidt oft und gern getragen wurde.
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== Die  Krönung zum Deutschen Kaiser==
 
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- H. Müller-Karpe, Niederhessische Urgeschichte, 1951
 
- H. Müller-Karpe, Niederhessische Urgeschichte, 1951
  
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* [[Der Wasserturm von Borken (Hessen)]]
 
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* [[Der Giesenbühl]]
 
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Aktuelle Version vom 27. September 2018, 10:07 Uhr

Der junge Kaiser Wilhelm II. als Grabungshelfer in der Hardt bei Trockenerfurth

Vor 143 Jahren, am 13. Oktober 1875 öffnete der Kasseler Direktor des Museums Fridericianum, Dr. Edward Pinder ein nahezu 2m hohes Hügelgrab im Trockenerfurther Gemeindewald Hardt. Es wurden 2 Urnen zutage gefördert, eine voll Knochen, eine zweite reich verzierte Urne (siehe Zeichnung), deren Inhalt fettig erschien und deshalb wohl die Weichteile enthalten haben mag. "Der Ton ist auch hier schwarz und eingeschlemmt". An der Arbeit des Herauslösens beteiligten sich die Prinzen Wilhelm (der spätere Kaiser Wilhelm II.),sein Bruder Heinrich und der Erzieher der beiden Prinzen Dr. Georg Hinzpeter. Am 20. Oktober erfolgte die Ausgrabung des zweiten Hügels. Hier wurden Spuren eines verbrannten Leichnahms auf einem Kohlelager festgestellt. Im Kopfbereich fand sich eine bronzene Haarnadel, zu Füßen zwei zerstörte Tongefäße. "Es wurden insgesamt acht Grabhügel festgestellt", so berichtet Dr. Pinder in seinem Grabungsprotokoll, Nr.: IX, vom Oktober 1875. Es handelt sich offenbar um Grabhügel der jüngeren Bronzezeit/ältere Eisenzei (etwa 1.200 v. Chr. - 800 v. Chr).

Der 18 jährige Prinz Wilhelm,später Kaiser Wilhelm II.

Die Schulzeit in Kassel

Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen, Nachfolger von Kaiser Wilhelm I. und seine Gattin Victoria hatten zusammen mit dem Prinzenerzieher Dr. Georg Hinzpeter für ihre beiden Söhne Wilhelm (später Kaiser Wilhelm II.) und Heinrich das Friedrichsgymnasium in Kassel als Bildungsstätte, bis zum Abitur für Wilhelm und bis zur mittleren Reife für Heinrich ausgesucht. So besuchten beide ab 10.09.1874 bis 25.01.1877 diese Schule. Während dieser Zeit ergab sich die Möglichkeit bei Dr. Pinder, im Oktober 1875, in der Hardt bei Trockenerfurth als archäologische Hilfskräfte tätig zu werden, was beiden offensichtlich gut gefiel und willkommene Abwechslung in den strengen Tagesablauf der beiden Prinzen brachte. Beide waren mit ihrem Erzieher untergebracht, in den Wintermonaten, im neben der Schule befindlichen Fürstenhof in der oberen Königstraße und im Sommer in der 1. Etage des Schlosses Wilhelmshöhe.

Weitere Laufbahn

Nach erfolgreichen Abschluss der Schule begann für beide die soldatische Laufbahn, für Wilhelm in Potsdam, im ersten Garderegiment und für Heinrich die Seeoffizierslaufbahn bei der kaiserlichen Marine in Kiel. Nach ihm wurde die "Prinz Heinrichsmütze" benannt, die auch vom verstorbenen ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt oft und gern getragen wurde.

Urne aus Grab 1

Die Krönung zum Deutschen Kaiser

Nachdem der Vater Friedrich Wilhelm nach nur 99 Tagen Regentschaft als Deutschher Kaiser starb, wurde Wilhelm am 15. Juni 1888 zum Deutschen Kaiser gekrönt. Er verstarb am 04.06.1941 in Doorn, in den Niederlanden. Einige archäologische Erfahrungen konnten die beiden Prinzen Heinrich, im Alter von 13 Jahren und Wilhelm, im Alter von 16 Jahren in der Hardt bei Trockenerfurth sammeln.






Literatur

  • Friedrich Döring


- Landesamt f. archäolog. Denkmalpfl. Marburg, Ortskartei

- H. Müller-Karpe, Niederhessische Urgeschichte, 1951

- Adrian Huber, Wilhelms Höhe, Kassel und der letzte Kaiser, 2002

Siehe auch