Die Burg Borken (Hessen): Unterschied zwischen den Versionen

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Die ehemalige Burg Borken befand sich zwischen den heutigen Straßen Obere Bergstraße, Am Amtsgericht und untere Bergstraße.
 
 
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Die ehemalige Burg [[Borken (Hessen)|Borken]] befand sich zwischen den heutigen Straßen Obere Bergstraße, Am Amtsgericht und untere Bergstraße. Diese Örtlichkeit ist seit nunmehr 752 Jahren bekannt und wurde bereits vor 158 Jahren von dem Archivar Georg Landau in seinen Beiträgen zur hessischen Ortsgeschichte (ZHG 8,1860, S. 91) schriftlich erwähnt, er schreibt:"Die Burg lag hinter dem jetzigen Renterei Gebäude, dem alten Renthofe der Burg" (landgräfliche Finanzverwaltung, heute Kulturzentrum Altes Amtsgericht). Diese Beschreibung der Örtlichkeit der Borkener Burg wird von allen Persönlichkeiten, die sich bis zum heutigen Tag mit der Geschichte der Borkener Burg befasst haben, bestätigt und als nachgewiesen und realistisch angesehen. Zu einer anderen,nicht nachvollziehbaren,Bewertung des Standortes der Burg gelangt die Stadtverwaltung Borken auf ihrer Internetseite "700 jähriges Jubiläum: Von der Siedlung zur Stadt". Sie schreibt: '''"Wo diese Burg stand,''' wie sie aussah und wie sie befestigt war, '''ist''' '''nicht bekannt"'''? Derartige Zweifel an der Örtlichkeit der Burg Borken sind nicht begründbar und deshalb unangebracht und nicht gerechtfertigt.
  
 
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Als Erbauungszeit der Burg gilt die Mitte des 13. Jahrhunderts, zwischen den Jahren 1253 und 1266. Der Adelige Volpert von Borken wird als Erbauer der Burg genannt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1253 wird Borken als "Dorf" bezeichnet. Man schließt daraus, dass bis dahin noch keine Burg vorhanden war. In einer weiteren Urkunde vom 10. Oktober 1266 erwähnt Ritter Volpert die Burg Borken zum ersten mal schriftlich, in dem er in der Urkunde als Ort, an dem diese Urkunde ausgefertigt wurde, festhält ("in castro meo burken") in meiner Burg Borken. Dieses Datum (10.10.1266) gilt daher als Ersterwähnungsdatum der Burg Borken.
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Als Erbauungszeit der Burg gilt die Mitte des 13. Jahrhunderts, zwischen den Jahren 1253 und 1266. Der Adelige Volpert von Borken wird als Erbauer der Burg genannt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1253 wird Borken noch als "Dorf" bezeichnet. Man schließt daraus, dass bis dahin noch keine Burg vorhanden war. In einer weiteren Urkunde vom 10. Oktober 1266 erwähnt Ritter Volpert die Burg Borken zum ersten mal schriftlich, in dem er in der Urkunde als Ort, an dem diese Urkunde ausgefertigt wurde, festhält ("in castro meo burken") in meiner Burg Borken. Dieses Datum (10.10.1266) gilt daher als Ersterwähnungsdatum der Burg Borken. Das Adelsgeschlecht derer von Borken bestand von 1108, bis zu seinem Aussterben im Jahr 1470 etwa 360 Jahre in Borken.
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Volpert von Borken war Nachlehensnehmer der Grafen von Reichenbach, denen Borken als Lehen von den Thüringer Landgrafen (vor 1247) übertragen wurde und damit erster Burgherr in Borken. Nachfolger der Grafen von Reichenbach waren die Grafen von Ziegenhain. Im Jahr 1285 wurde, durch Heirat, ein Werner von Bischofshausen (später Fam.von Löwenstein) hälftiger Eigentümer der Burg Borken. Die andere Hälfte gehörte den Grafen von Ziegenhain. Im Jahr 1302 verkaufte Werner von Bischofshausen seinen hälftigen Anteil an der Stadt und Burg Borken an Landgraf Otto von Hessen. Dieser begann, ab diesem Zeitpunkt, das landgräfliche Amt Borken zu entwickeln. Nach dem Aussterben der Grafen von Ziegenhain im Jahr 1450 gelangten Stadt und Burg Borken vollständig in den Besitz der Landgrafen von Hessen.
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Volpert von Borken war Nachlehensnehmer der Grafen von Reichenbach(kleiner Ort südöstlich von Hess.-Lichtenau) denen Borken als Lehen von den Thüringer Landgrafen (vor 1247) übertragen wurde und damit war er erster Burgherr in Borken. Nachfolger der [[Bergfried Reichenbach|Grafen von Reichenbach]] waren, bedingt durch verwandtschaftliche Verbindungen, die Grafen von Ziegenhain. Im Jahr 1285 wurde, durch Heirat, ein [[Burg Löwenstein|Werner von Bischofshausen]] (später Fam.von Löwenstein) hälftiger Eigentümer der Burg Borken. Die andere Hälfte gehörte den [[Grafen von Ziegenhain]]. Im Jahr 1302 verkaufte Werner von Bischofshausen seinen hälftigen Anteil an der Stadt und Burg Borken an Landgraf Otto von Hessen. Dieser begann, ab diesem Zeitpunkt, das landgräfliche Amt Borken zu entwickeln. Nach dem Aussterben der Grafen von Ziegenhain im Jahr 1450 gelangten Stadt und Burg Borken vollständig in den Besitz der [[Landgrafschaft Hessen|Landgrafen von Hessen]].
  
 
==Zerstörung==
 
==Zerstörung==
  
Im hessischen Bruderkrieg, im Jahr 1469, zwischen den landgräflichen Brüdern Ludwig II. und Heinrich III. wurden die Stadt Borken und auch die Burg vollständig zerstört. Während die Stadt wieder aufgebaut wurde, verzichtete man jedoch auf den Wiederaufbau der Burg. Die Burg hat somit nur etwa 210 Jahre bestanden. Heute  sind von der Burg noch einige Gewölbekeller unter dem ehemaligen Burggelände sowie einige Mauerreste vorhanden und sichtbar.
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Im hessischen Bruderkrieg, im Januar des Jahres 1469, zwischen den landgräflichen Brüdern Ludwig II. und Heinrich III. wurden die Stadt Borken und auch die Burg vollständig zerstört. Während die Stadt wieder aufgebaut wurde, verzichtete man jedoch auf den Wiederaufbau der Burg. Die Burg hat somit nur etwa 210 Jahre bestanden. Heute  sind von der Burg noch einige Gewölbekeller unter dem ehemaligen Burggelände sowie einige Mauerreste vorhanden und sichtbar.
 
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==Literatur==
 
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   - Georg Landau, Beschreibung des Kurfürstentums Hessen 1842, S 257
 
   - Georg Landau, Beschreibung des Kurfürstentums Hessen 1842, S 257
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  - Georg Landau, ZHG, Band 8, 1860, Seite 90 - 105
 
   - Werner Ide, Geschichte der alten Stadt 1967, S 1 - 44
 
   - Werner Ide, Geschichte der alten Stadt 1967, S 1 - 44
 
   - Wilhelm Killmer, Das alte Amt Borken 1929, S 37-40
 
   - Wilhelm Killmer, Das alte Amt Borken 1929, S 37-40
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==Siehe auch==
 
==Siehe auch==
  
* Steinkopf vom Weinkopf
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* [[Steinkopf von Borken]]
* Mühlsteine aus Borken(Hessen)
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* [[Mühlsteine aus Borken(Hessen)]]
* Hügelgräber in Borken (Hessen)
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* [[Hügelgräber in Borken (Hessen)]]
* Der Sträflingskopf
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* [[Der Sträflingskopf]]
* 700 Jahre Stadt Borken (Hessen)
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* [[700 Jahre Stadt Borken (Hessen)]]
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* [[Der Giesenbühl]]
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* [[Der Wasserturm von Borken (Hessen)]]
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* [[Die Hardt bei Trockenerfurth]]
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* [[Hügelgräber in Singlis]]
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* [[Die Schwalm]]
  
  
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[[Kategorie: Schwalm-Eder]]
 
[[Kategorie: Schwalm-Eder]]
 
[[Kategorie: Borken]]
 
[[Kategorie: Borken]]
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[[Kategorie: Geschichte]]

Aktuelle Version vom 4. März 2018, 13:33 Uhr

Ehemaliger Standort

Der Burgplatz in der Altstadt

Die ehemalige Burg Borken befand sich zwischen den heutigen Straßen Obere Bergstraße, Am Amtsgericht und untere Bergstraße. Diese Örtlichkeit ist seit nunmehr 752 Jahren bekannt und wurde bereits vor 158 Jahren von dem Archivar Georg Landau in seinen Beiträgen zur hessischen Ortsgeschichte (ZHG 8,1860, S. 91) schriftlich erwähnt, er schreibt:"Die Burg lag hinter dem jetzigen Renterei Gebäude, dem alten Renthofe der Burg" (landgräfliche Finanzverwaltung, heute Kulturzentrum Altes Amtsgericht). Diese Beschreibung der Örtlichkeit der Borkener Burg wird von allen Persönlichkeiten, die sich bis zum heutigen Tag mit der Geschichte der Borkener Burg befasst haben, bestätigt und als nachgewiesen und realistisch angesehen. Zu einer anderen,nicht nachvollziehbaren,Bewertung des Standortes der Burg gelangt die Stadtverwaltung Borken auf ihrer Internetseite "700 jähriges Jubiläum: Von der Siedlung zur Stadt". Sie schreibt: "Wo diese Burg stand, wie sie aussah und wie sie befestigt war, ist nicht bekannt"? Derartige Zweifel an der Örtlichkeit der Burg Borken sind nicht begründbar und deshalb unangebracht und nicht gerechtfertigt.

Erbauer

Als Erbauungszeit der Burg gilt die Mitte des 13. Jahrhunderts, zwischen den Jahren 1253 und 1266. Der Adelige Volpert von Borken wird als Erbauer der Burg genannt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1253 wird Borken noch als "Dorf" bezeichnet. Man schließt daraus, dass bis dahin noch keine Burg vorhanden war. In einer weiteren Urkunde vom 10. Oktober 1266 erwähnt Ritter Volpert die Burg Borken zum ersten mal schriftlich, in dem er in der Urkunde als Ort, an dem diese Urkunde ausgefertigt wurde, festhält ("in castro meo burken") in meiner Burg Borken. Dieses Datum (10.10.1266) gilt daher als Ersterwähnungsdatum der Burg Borken. Das Adelsgeschlecht derer von Borken bestand von 1108, bis zu seinem Aussterben im Jahr 1470 etwa 360 Jahre in Borken.

Rekonstruktionsversuch der Burg Borken

Burgherren

Volpert von Borken war Nachlehensnehmer der Grafen von Reichenbach(kleiner Ort südöstlich von Hess.-Lichtenau) denen Borken als Lehen von den Thüringer Landgrafen (vor 1247) übertragen wurde und damit war er erster Burgherr in Borken. Nachfolger der Grafen von Reichenbach waren, bedingt durch verwandtschaftliche Verbindungen, die Grafen von Ziegenhain. Im Jahr 1285 wurde, durch Heirat, ein Werner von Bischofshausen (später Fam.von Löwenstein) hälftiger Eigentümer der Burg Borken. Die andere Hälfte gehörte den Grafen von Ziegenhain. Im Jahr 1302 verkaufte Werner von Bischofshausen seinen hälftigen Anteil an der Stadt und Burg Borken an Landgraf Otto von Hessen. Dieser begann, ab diesem Zeitpunkt, das landgräfliche Amt Borken zu entwickeln. Nach dem Aussterben der Grafen von Ziegenhain im Jahr 1450 gelangten Stadt und Burg Borken vollständig in den Besitz der Landgrafen von Hessen.

Zerstörung

Im hessischen Bruderkrieg, im Januar des Jahres 1469, zwischen den landgräflichen Brüdern Ludwig II. und Heinrich III. wurden die Stadt Borken und auch die Burg vollständig zerstört. Während die Stadt wieder aufgebaut wurde, verzichtete man jedoch auf den Wiederaufbau der Burg. Die Burg hat somit nur etwa 210 Jahre bestanden. Heute sind von der Burg noch einige Gewölbekeller unter dem ehemaligen Burggelände sowie einige Mauerreste vorhanden und sichtbar.

Literatur

  • Friedrich Döring
 - Georg Landau, Beschreibung des Kurfürstentums Hessen 1842, S 257
 - Georg Landau, ZHG, Band 8, 1860, Seite 90 - 105
 - Werner Ide, Geschichte der alten Stadt 1967, S 1 - 44
 - Wilhelm Killmer, Das alte Amt Borken 1929, S 37-40
 - Heinrich Ewald 1986, Die Burg Borken, S 1-15
 - StAM, Urk 26, Nr 82
 - StAM, Urk 26, Nr 249

Siehe auch