Die Abrissbirne regiert im Dorf: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Elternhaus Ritze.jpg|thumb|right|Das Elternhaus von Adam Ritze wurde 1964 in Altenbauna abgerissen]]
 
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Ende der 50er-Jahre kam das VW-Werk – in den folgenden Jahren hat sich Altenbauna total verändert.
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Ende der 50er-Jahre kam das [[VW-Werk]] – in den folgenden Jahren hat sich Altenbauna total verändert.
 
Zuerst werden einige Landwirte ausgesiedelt und dann sofort ihre alten Bauernhöfe abgerissen. Gleichzeitig setzt in den Randbereichen eine gewaltige Bautätigkeit ein.
 
Zuerst werden einige Landwirte ausgesiedelt und dann sofort ihre alten Bauernhöfe abgerissen. Gleichzeitig setzt in den Randbereichen eine gewaltige Bautätigkeit ein.
 
Eine ganz neue Infrastruktur wird angelegt. Dazu gehört auch, dass die Bauna ein neues Bachbett bekommt.
 
Eine ganz neue Infrastruktur wird angelegt. Dazu gehört auch, dass die Bauna ein neues Bachbett bekommt.

Version vom 18. April 2011, 09:07 Uhr

Adam Ritze aus Baunatal-Hertingshausen beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Bauna-Tals und mit Geschichten aus alten Zeiten. In einer Serie in der gedruckten HNA erzählt Ritze aus seinen Erinnerungen und ergänzt sie mit Fakten, die er zusammengetragen hat. Wir sammeln die einzelnen Teile an dieser Stelle.

In diesem Teil erzählt Adam Ritze von den Veränderungen durch die VW-Ansiedlung.

Serienteil: Die Abrissbirne regiert im Dorf

Das Elternhaus von Adam Ritze wurde 1964 in Altenbauna abgerissen

Ende der 50er-Jahre kam das VW-Werk – in den folgenden Jahren hat sich Altenbauna total verändert. Zuerst werden einige Landwirte ausgesiedelt und dann sofort ihre alten Bauernhöfe abgerissen. Gleichzeitig setzt in den Randbereichen eine gewaltige Bautätigkeit ein. Eine ganz neue Infrastruktur wird angelegt. Dazu gehört auch, dass die Bauna ein neues Bachbett bekommt. Der Abriss der Häuser im Kerngebiet von Altenbauna zieht sich noch bis in die Mitte der 60er-Jahre hin. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Besitzer erst ihre neuen Häuser bauen müssen. Wie zum Beispiel im Wiesental oder auch an anderer Stelle.

Kaum waren der Hof Berninger und der Hof Schmidt abgerissen, entstand fast an gleicher Stelle – am Ortseingang von Altenbauna – das neue Hotel Werner mitsamt Gaststätte. Schon am 1. Januar 1964 wurde hier ein großes Fest gefeiert.

Die Altenbaunaer begingen in diesem neuen Hotel den Zusammenschluss von Altenritte, Kirchbauna und Altenbauna zur neuen Großgemeinde. Erst viel später wurde aus dem Hotel Werner das Hotel Scirocco, wie es bis heute heißt. Es ist auch um einiges größer geworden.

Damit die Birkenallee an die Altenritter Straße angebunden werden kann, müssen die Häuser im Strabel abgerissen werden. Das beginnt mit der alten Post. Nachdem meine Eltern mit dem Rest der Familie ins Wiesental ausgesiedelt waren, kann auch unser Stammsitz im Dorfkern abgerissen werden. Ich bin gerade noch rechtzeitig dazugekommen, um Fotos zu machen.

Die Abrisskolonnen haben immer sehr spontan gearbeitet. Man wusste nie, welches Haus am nächsten Tag an der Reihe war. Übrigens, unser Nachbarhaus von damals ist eines der wenigen Fachwerkhäuser, welches heute noch vorhanden ist – gegenüber vom Hotel Baunataler Hof.

Dieser Artikel ist erschienen am 16.4.2011 unter dem Titel "Die Abrissbirne regiert im Dorf - Nach der VW-Ansiedlung: Alte Bauernhöfe verschwanden, um Platz für Neubürger zu schaffen".

Galerie


HNA-Serie "Früher im Bauna-Tal" mit Adam Ritze und Ria Ahrend

Adam Ritze: Teil 1 bis 17 | Teil 1: Erinnerungen an den Baunsberg | Teil 2: Amerikanische Besatzung | Teil 3: Zwei junge Männer ließen Leben | Teil 4: Erste Vertriebene kamen | Teil 5: Abenteuer im Baunsberg | Teil 6: Endlich wieder Kirmesvergnügen | Teil 7: Man lernte, was möglich war | Teil 8: Eine neue Glocke für die Kirche | Teil 9: Die Zeit, als sich alles änderte | Teil 10: Die Abrissbirne regiert im Dorf | Teil 11: Kriegsende zum Osterfest | Teil 12: Sirenengeheul prägte Schulzeit | Teil 13: Kindergartenzeit im Krieg | Teil 14: Luftmine fiel vom Himmel | Teil 15: Bei Angriff in den Splittergraben | Teil 16: Blick auf das brennende Kassel | Teil 17: Bombenangst im Keller | Ria Ahrend: Teil 18 bis 40 | Teil 18: Flucht in den Kirchenbunker | Teil 19: Füße auf dem Küchentisch | Teil 20: Schlange stehen fürs Brot | Teil 21: Schwein mit drei Beinen | Teil 22: Ein Dieb stahl die Marken | Teil 23: Neue Stiefel von den Amis | Teil 24: Auf Reisen in Trizonesien | Teil 25: Bucheckern für etwas Öl | Teil 26: Spielen mit den Lämmchen | Teil 27: Spaß mit Hickelkästchen | Teil 28: Morgenwäsche im Bach | Teil 29: Bunker sind unvergessen | Teil 30: Kaffeemühle war der Hit | Teil 31: Polster im Hosenboden | Teil 32: Baden bei Denn und Ditt | Teil 33: Kindliche Gaumenfreuden | Teil 34: Zum Zahnarzt ging’s mit Briketts | Teil 35: Omas am Spinnrad|Teil 36: Zum Geburtstag gab’s Klöße | Teil 37: Stinkattacke auf die Läuse | Teil 38: Klassenzimmer mit Kino | Teil 39/40: Mit Zöpfen auf dem Motorrad | Weitere Artikel: Teil: 41 Kreuzkirche feiert Jubiläum | Gotteshaus feiert 100-jähriges Bestehen | Besuch bei Molly in Besse | Englisch-Lektion auf der Treppe


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