Der Giesenbühl: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 4. März 2018, 12:34 Uhr

Namen

Der Giesenbühl von Süden

Der Giesenbühl ist ein 222,8 Meter hoher Basaltkegel, in der Flur 9, am Westrand der Stadt Borken in Hessen. Der Namen ist zusammengesetzt aus den Wörtern "Giese" und "Bühl". Das Wort "Giese" ist die mittelhochdeutsche Bezeichnung für eine Wohnstätte, in der Nähe eines fließenden Gewässers oder eines Baches. Das Wort "Bühl" oder auch "Bühel" entstammt dem süddeutschen Sprachraum und bezeichnet einen Hügel, eine Anhöhe oder Buckel. Für den Giesenbühl in Borken trifft diese Deutungsvariante auch voll zu. Unmittelbar westlich des Hügels floss in früherer Zeit, bevor der Tagebau 4 entstand (heute Borkener See), das Flüsschen Olmes vorbei. Das Plateau des Hügels wurde bereits in der Vorgeschichte von Menschen genutzt.

Religiös/kultischer Ort

Da der Giesenbühl, insbesondere aus westlicher Richtung, von weither sichtbar war, so z.B. aus dem Raum Nassenerfurth, Arnsbach und von Norden aus dem Raum Kleinenglis und Großenenglis, erscheint es durchaus realistisch, dass sein Plateau zwar nicht zu Wohnzwecken genutzt wurde, da es sehr klein ist. Eine kultisch/religiöse Nutzung, aufgrund seiner exponierten Lage, ist jedoch sehr wahrscheinlich. Hier opferte man offenbar den Göttern um diese gnädig zu stimmen oder um Beistand zu bitten. Die Feuer der Opferstätte konnte man von vielen umliegenden Siedlungen aus sehen. Viele dieser Siedlungen sind später, im Mittelalter verlassen worden und wüst geworden (Adorf,Bobenhausen,Blankenheim,Herboldshausen, Ulsdorf u.a.). Bis in das 13. Jahrhundert hinein wurde auf dem Plateau auch Gericht gehalten. So hat der, auch heute noch markante, Basalthügel am Westerand der Stadt Borken eine nicht unbedeutende historische Vergangenheit vorzuweisen. An seinen Hängen und auf seinem Plateau befindet sich ein Magerrasen, der vom Forst- und Umweltdienst des Schwalm-Eder-Kreises betreut und gepflegt wird.

Literatur

  • Friedrich Döring
 - Aus der Geschichte des Borkener Gerichts, Wilhelm Rabe, Heimatschollen 6, 1926, Nr. 7
 - Borkener Blätter, Heft V/1985, Seite 44/45
 - Onomastik, Familiennamen, vom 31.07.2007
 - Lagis-Hessen, Hist. Ortslexikon

Siehe auch