Delbrück, Max

Aus Regiowiki
Version vom 15. November 2011, 17:37 Uhr von Deejana (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „Max Delbrück '''Max Delbrück''' (* 4. September 1906 in Berlin, † 9. März 1981 in Pasadena, Kalifornien) war…“)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Max Delbrück

Max Delbrück (* 4. September 1906 in Berlin, † 9. März 1981 in Pasadena, Kalifornien) war ein deutscher, ab 1945 US-amerikanischer Genetiker, Biophysiker und Nobelpreisträger.

Studium in Göttingen

Max Delbrück gehörte zu jener ursprünglich aus Alfeld an der Leine stammenden niedersächsischen Delbrück-Familie, die im 19. Jahrhundert in Preußen und im Deutschen Kaiserreich einige einflussreiche Positionen inne hatte.

Delbrück studierte an der Universität [[Göttingen]] zunächst Astronomie. Kam dann aber über die neu entdeckte Quantenmechanik zur theoretischen Physik. In diesem Fachgebiet wurde er 1929 promoviert. Auf physikalischem Gebiet ist die Delbrück-Streuung in der Quantenelektrodynamik (Streuung hochenergetischer Photonen am Coulombfeld eines Kerns über die Erzeugung und Vernichtung von Elektron-Positron-Paaren) nach ihm benannt.

Forschung

1935 veröffentlichte er zusammen mit dem Genetiker Nikolai Timofejew-Ressowski ein Werk über Genmutationen, in dem sie als erste vorschlugen, Gene als komplexe Atomverbände aufzufassen. Damit begann die moderne Genetik.

1937 war der politische Einfluss auf die Forschung zu groß geworden; Delbrück emigrierte zunächst als Forschungsstipendiat in die USA. Dort forschte er am Caltech und bot ab 1945 in der Fachwelt beachtete Sommerkurse in New York an. Als im Herbst 1939 das Stipendium auslief, erhielt er durch den Einsatz von Kollegen eine Physikprofessur an der Vanderbilt University in Nashville, ab 1947 arbeitete Delbrück wieder am Caltech - über Bakteriophagen. In den späten 1940ern arbeitete er eng mit Salvador Luria zusammen, mit dem zusammen er unter anderem im Luria-Delbrück-Experiment den Vermehrungsprozess der Bakteriophagen aufklärte. Auch mit Alfred Day Hershey tauschte er bald Informationen aus. Mit ihren Untersuchungen schufen die drei Wissenschaftler Grundlagen der modernen Molekularbiologie und Genetik.

Dafür erhielt er 1969 zusammen mit Hershey und Luria den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Delbrücks Verdienst im weiteren Sinne ist vor allem die Einführung mathematischer Modelle und wissenschaftlicher Methoden in die Biologie. Auch sein Appell zur Interdisziplinarität und zur offenen Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Gemeinde, den er durch sein eigenes Beispiel unterstützte, machte Schule und brachte ihm Anerkennung.[1]

Weblinks

  1. Max Delbrück bei Wikipedia