Das Haus der Gebrüder Grimm: Unterschied zwischen den Versionen

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==Wohnorte in Kassel ==
 
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Das Haus der [[Brüder Grimm]] in Kassel lag in der [[Wildemannsgasse]] 24/Ecke [[Marktgasse]]. 1805 war die Witwe Grimm mit ihren jüngeren Kindern hierher gezogen, nachdem sie nach dem Tode des Vaters aus dem Amtshaus in Steinau an der Straße im Kinzigtal hatten ausziehen müssen. (Tipp: Dort ist jetzt ein wunderhübsches Grimm-Museum entstanden, das - neben dem Klassiker in Kassel - zu besuchen sich stets lohnt.)
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Das Haus der [[Brüder Grimm]] in Kassel lag in der [[Wildemannsgasse]] 24/Ecke Marktgasse. 1805 war die Witwe Grimm mit ihren jüngeren Kindern hierher gezogen, nachdem sie nach dem Tode des Vaters aus dem Amtshaus in Steinau an der Straße im Kinzigtal hatten ausziehen müssen. (Tipp: Dort ist jetzt ein wunderhübsches Grimm-Museum entstanden, das - neben dem Klassiker in Kassel - zu besuchen sich stets lohnt.)
  
 
Die älteren Brüder Jacob (1785 - 1863) und Wilhelm (1786 - 1859) waren schon 1796, nach des Vaters Tod, nach [[Kassel]] gezogen; dort wohnten sie bei einem herrschaftlichen Mundkoch, umsorgt von einer Tante, und gingen aufs [[Friedrichsgymnasium|Lyceum Fridericianum]]. Später studierten sie in Marburg Jura, ehe sie zu Mutter und Geschwistern in die Wildemannsgasse in Kassel zogen. Die Wildemannsgasse existiert, verändert, noch heute; sie führt nahe der Kleinmarkthalle von der Tränkepforte zur Freiheit und noch ein Stückchen darüber hinaus.
 
Die älteren Brüder Jacob (1785 - 1863) und Wilhelm (1786 - 1859) waren schon 1796, nach des Vaters Tod, nach [[Kassel]] gezogen; dort wohnten sie bei einem herrschaftlichen Mundkoch, umsorgt von einer Tante, und gingen aufs [[Friedrichsgymnasium|Lyceum Fridericianum]]. Später studierten sie in Marburg Jura, ehe sie zu Mutter und Geschwistern in die Wildemannsgasse in Kassel zogen. Die Wildemannsgasse existiert, verändert, noch heute; sie führt nahe der Kleinmarkthalle von der Tränkepforte zur Freiheit und noch ein Stückchen darüber hinaus.
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Am Bistro Stradivari vorbei geht man ein kurzes Stück weiter nach Norden, bis am jenseitigen Ende des sich dort öffnenden Innenhofs die Rückseite von Häusern den Weg versperrt. Dort, am Haus Kurt-Schumacher-Straße 36, sind Mietwohnungen entstanden. Auf der Rückseite belegt im Rahmen des Projekts Historischer Rundgang eine Informationstafel, dass hier einst das Grimm-Haus stand - auch Märchenhaus der Brüder Grimm genannt.
 
Am Bistro Stradivari vorbei geht man ein kurzes Stück weiter nach Norden, bis am jenseitigen Ende des sich dort öffnenden Innenhofs die Rückseite von Häusern den Weg versperrt. Dort, am Haus Kurt-Schumacher-Straße 36, sind Mietwohnungen entstanden. Auf der Rückseite belegt im Rahmen des Projekts Historischer Rundgang eine Informationstafel, dass hier einst das Grimm-Haus stand - auch Märchenhaus der Brüder Grimm genannt.
  
Noch schöner als die Annäherung über die heutige Wildemannsgasse ist es, vom Graben her durch das kurz vor der Einmündung in die Kurt-Schumacher-Straße gelegene alte Barockportal durch den Hinterhof bis zur Grimm-Tafel zu gehen. Genau dort nämlich verlief die [[Marktgasse]], die [[Ludwig Emil Grimm]] 1842 malte - ein bekanntes, anrührendes Bild aus alter Zeit. Die Marktgasse indes verschwand als Straßenzug beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Wenn man heute den Kirchturm sehen will, den der Maler-Bruder der Grimms hinter der Marktgasse hervorlugen ließ, muss man schon um die Ecke gehen. Bis man einen der heute spitzen Türme der [[Martinskirche]] sieht.
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Noch schöner als die Annäherung über die heutige Wildemannsgasse ist es, vom Graben her durch das kurz vor der Einmündung in die Kurt-Schumacher-Straße gelegene alte Barockportal durch den Hinterhof bis zur Grimm-Tafel zu gehen. Genau dort nämlich verlief die Marktgasse, die [[Ludwig Emil Grimm]] 1842 malte - ein bekanntes, anrührendes Bild aus alter Zeit. Die Marktgasse indes verschwand als Straßenzug beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Wenn man heute den Kirchturm sehen will, den der Maler-Bruder der Grimms hinter der Marktgasse hervorlugen ließ, muss man schon um die Ecke gehen. Bis man einen der heute spitzen Türme der [[Martinskirche]] sieht.
  
 
In der Wildemannsgasse 24 /Ecke Marktgasse lebte die Familie von August 1805 bis zum Jahr 1814 (die Mutter starb 1808). Zitat von der Tafel: "Hier sammelten die Germanistenbrüder Jacob und Wilhelm Grimm die Kinder- und Hausmärchen, hier zeichnete der Maler Ludwig Emil Grimm..." Die Brüder begannen 1806 mit dem Sammeln von Märchen und Sagen. 1811 erschienen die ersten wissenschaftlichen Bücher, jacob schrieb unter anderem über den altdeutschen Meistergesang. Wilhelm übersetzte altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen. Ein Jahr später erschienen erstmals die Kinder- und Hausmärchen, die den Ruf der Grimms über die Wissenschaft hinaus in alle Welt trugen; bis heute.
 
In der Wildemannsgasse 24 /Ecke Marktgasse lebte die Familie von August 1805 bis zum Jahr 1814 (die Mutter starb 1808). Zitat von der Tafel: "Hier sammelten die Germanistenbrüder Jacob und Wilhelm Grimm die Kinder- und Hausmärchen, hier zeichnete der Maler Ludwig Emil Grimm..." Die Brüder begannen 1806 mit dem Sammeln von Märchen und Sagen. 1811 erschienen die ersten wissenschaftlichen Bücher, jacob schrieb unter anderem über den altdeutschen Meistergesang. Wilhelm übersetzte altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen. Ein Jahr später erschienen erstmals die Kinder- und Hausmärchen, die den Ruf der Grimms über die Wissenschaft hinaus in alle Welt trugen; bis heute.
  
Die Wohnung Wildemannsgasse 24 war abgesehen von der Schüler-Unterkunft beim Hofkoch am [[Steinweg]] - nicht die einzige der Grimms in Kassel. Sie residierten zeitweise in der Bellevue ([[Schöne Aussicht]]), im Eckhaus [[Fünffensterstraße]]/[[Garde-du-Corps-Platz]] (siehe auch [[Garde-du-Corps-Straße]]), außerdem in der Torwache am heutigen [[Brüder-Grimm-Platz]] zu Beginn der [[Wilhelmshöher Allee]]. Dort, vor dem Gebäude, steht heute ein Denkmal von Jacob und Wilhelm Grimm. Des 21-jährigen Polizeiwachtmeisters Willi Kuhlmann, der bei Unruhen und Straßenkämpfen am 10. Juni 1931 gegen 23 Uhr erschossen worden war, kann allenfalls abstrakt gedacht werden. Die tödliche Kugel traf ihn vor dem Haus Wildemannsgasse 24/Ecke Marktgasse, dem Grimm-Haus.
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Die Wohnung Wildemannsgasse 24 war abgesehen von der Schüler-Unterkunft beim Hofkoch am [[Steinweg]] - nicht die einzige der Grimms in Kassel. Sie residierten zeitweise in der Bellevue ([[Schöne Aussicht]]), im Eckhaus [[Fünffensterstraße]]/[[Ausstellung "Verlorene Stadt": Garde-du-Corps-Platz und -straße | Garde-du-Corps-Platz]] (siehe auch [[Garde-du-Corps-Straße]]), außerdem in der Torwache am heutigen [[Brüder-Grimm-Platz]] zu Beginn der [[Wilhelmshöher Allee]]. Dort, vor dem Gebäude, steht heute ein Denkmal von Jacob und Wilhelm Grimm. Des 21-jährigen Polizeiwachtmeisters Willi Kuhlmann, der bei Unruhen und Straßenkämpfen am 10. Juni 1931 gegen 23 Uhr erschossen worden war, kann allenfalls abstrakt gedacht werden. Die tödliche Kugel traf ihn vor dem Haus Wildemannsgasse 24/Ecke Marktgasse, dem Grimm-Haus.
  
  

Version vom 8. November 2011, 14:36 Uhr

Die Brüder Grimm lebten zeitweise in Kassel. Unter anderem besuchten sie in Kassel die Schule.

Das nördliche Torhaus der Torwache (im Bild rechts) war von 1814 bis 1822 Wohnhaus der Brüder Grimm

Wohnorte in Kassel

Das Haus der Brüder Grimm in Kassel lag in der Wildemannsgasse 24/Ecke Marktgasse. 1805 war die Witwe Grimm mit ihren jüngeren Kindern hierher gezogen, nachdem sie nach dem Tode des Vaters aus dem Amtshaus in Steinau an der Straße im Kinzigtal hatten ausziehen müssen. (Tipp: Dort ist jetzt ein wunderhübsches Grimm-Museum entstanden, das - neben dem Klassiker in Kassel - zu besuchen sich stets lohnt.)

Die älteren Brüder Jacob (1785 - 1863) und Wilhelm (1786 - 1859) waren schon 1796, nach des Vaters Tod, nach Kassel gezogen; dort wohnten sie bei einem herrschaftlichen Mundkoch, umsorgt von einer Tante, und gingen aufs Lyceum Fridericianum. Später studierten sie in Marburg Jura, ehe sie zu Mutter und Geschwistern in die Wildemannsgasse in Kassel zogen. Die Wildemannsgasse existiert, verändert, noch heute; sie führt nahe der Kleinmarkthalle von der Tränkepforte zur Freiheit und noch ein Stückchen darüber hinaus.

Am Bistro Stradivari vorbei geht man ein kurzes Stück weiter nach Norden, bis am jenseitigen Ende des sich dort öffnenden Innenhofs die Rückseite von Häusern den Weg versperrt. Dort, am Haus Kurt-Schumacher-Straße 36, sind Mietwohnungen entstanden. Auf der Rückseite belegt im Rahmen des Projekts Historischer Rundgang eine Informationstafel, dass hier einst das Grimm-Haus stand - auch Märchenhaus der Brüder Grimm genannt.

Noch schöner als die Annäherung über die heutige Wildemannsgasse ist es, vom Graben her durch das kurz vor der Einmündung in die Kurt-Schumacher-Straße gelegene alte Barockportal durch den Hinterhof bis zur Grimm-Tafel zu gehen. Genau dort nämlich verlief die Marktgasse, die Ludwig Emil Grimm 1842 malte - ein bekanntes, anrührendes Bild aus alter Zeit. Die Marktgasse indes verschwand als Straßenzug beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Wenn man heute den Kirchturm sehen will, den der Maler-Bruder der Grimms hinter der Marktgasse hervorlugen ließ, muss man schon um die Ecke gehen. Bis man einen der heute spitzen Türme der Martinskirche sieht.

In der Wildemannsgasse 24 /Ecke Marktgasse lebte die Familie von August 1805 bis zum Jahr 1814 (die Mutter starb 1808). Zitat von der Tafel: "Hier sammelten die Germanistenbrüder Jacob und Wilhelm Grimm die Kinder- und Hausmärchen, hier zeichnete der Maler Ludwig Emil Grimm..." Die Brüder begannen 1806 mit dem Sammeln von Märchen und Sagen. 1811 erschienen die ersten wissenschaftlichen Bücher, jacob schrieb unter anderem über den altdeutschen Meistergesang. Wilhelm übersetzte altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen. Ein Jahr später erschienen erstmals die Kinder- und Hausmärchen, die den Ruf der Grimms über die Wissenschaft hinaus in alle Welt trugen; bis heute.

Die Wohnung Wildemannsgasse 24 war abgesehen von der Schüler-Unterkunft beim Hofkoch am Steinweg - nicht die einzige der Grimms in Kassel. Sie residierten zeitweise in der Bellevue (Schöne Aussicht), im Eckhaus Fünffensterstraße/ Garde-du-Corps-Platz (siehe auch Garde-du-Corps-Straße), außerdem in der Torwache am heutigen Brüder-Grimm-Platz zu Beginn der Wilhelmshöher Allee. Dort, vor dem Gebäude, steht heute ein Denkmal von Jacob und Wilhelm Grimm. Des 21-jährigen Polizeiwachtmeisters Willi Kuhlmann, der bei Unruhen und Straßenkämpfen am 10. Juni 1931 gegen 23 Uhr erschossen worden war, kann allenfalls abstrakt gedacht werden. Die tödliche Kugel traf ihn vor dem Haus Wildemannsgasse 24/Ecke Marktgasse, dem Grimm-Haus.


siehe auch

Weblinks