Buchhandlung Lometsch: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
 
Zeile 1: Zeile 1:
 +
[[Bild:Lometsch01.jpg|Provisorium für Lometsch, solange das Gebäude in der Kölnischen Straße wieder aufgebaut wurde, Fotos: Archiv HNA]]
 +
 +
 
Der Artikel bezieht sich sowohl auf die Buchhandlung Lometsch als auch auf Buchhändler Klaus Lometsch, der das Geschäft jahrelang führte.  
 
Der Artikel bezieht sich sowohl auf die Buchhandlung Lometsch als auch auf Buchhändler Klaus Lometsch, der das Geschäft jahrelang führte.  
  

Version vom 16. Januar 2008, 15:12 Uhr

Provisorium für Lometsch, solange das Gebäude in der Kölnischen Straße wieder aufgebaut wurde, Fotos: Archiv HNA


Der Artikel bezieht sich sowohl auf die Buchhandlung Lometsch als auch auf Buchhändler Klaus Lometsch, der das Geschäft jahrelang führte.


Die Buchhandlung Lometsch war ein Kasseler Familienunternehmen. 126 Jahre lang, nämlich von 1910 bis Januar 2008, befand sich das auf Kunstbücher und Kunstdrucke spezialisierte Geschäft an der Ecke Kölnische Straße / Wolfsschlucht. Dann konnte die Buchhandlung nicht mehr den übermächtigen Branchenriesen trotzen und musste aus wirtschaftlichen Gründen schließen.

Viele Jahre lang war Lometsch oberhalb des Königsplatz|Königsplatzes]] eine der ersten Buchhandels-Adressen in Kassel. Zunächst führte Klaus Lometsch gemeinsam mit seinem Vater Fritz den Laden mit der Galerie im oberen Stockwerk. In der Nachkriegszeit gab es ein großes Nachholbedürfnis und viele Menschen waren aufs Lesen erpicht. Das Unternehmen wuchs schnell.

In den 1980er- und 1990er-Jahren florierte das Geschäft, das in seinen besten Zeiten 15 Mitarbeiter hatte. Im Laufe seines 40-jährigen Berufslebens hat Klaus Lometsch 50 Lehrlinge ausgebildet. Die gehobene Bürgerschicht hatte sich in dem Geschäft die Klinke in die Hand gegeben, darunter auch viele Freunde der Kunst sowie Theologen.

1882 war die Firma von Hermann Löwenthal in der Hohentorstraße 23 an der Martinskirche gegründet worden. Ernst Röttger übernahm die Buchhandlung vier Jahre später. Friedrich Lometsch war sein Lehrling und später sein Schwager. Friedrich Lometsch wurde Teilhaber und übernahm die Firma 1903. Sieben Jahre später wurden die Geschäftsräume in die Kölnische Straße 5 verlegt - wo sie sich bis zu ihrer Schließung befanden.

Friedrich Lometschs Sohn Fritz trat 1924 in das Unternehmen ein. 1943 wurde das Geschäftshaus im Krieg völlig zerstört. Der Buchverkauf wurde provisorisch im Privathaus in Kassel-Wilhelmshöhe weitergeführt, bis der Laden 1948 vorübergehend im „Merkur“-Haus an der Oberen Königsstraße eine neue Bleibe fand. 1967 eröffnete Klaus Lometsch auf zwei Geschossen im neu erbauten Hochhaus am alten Platz Kölnische Straße / Wolfsschlucht.




Zur Person

Klaus Lometsch wurde 1931 in Kassel geboren. Nach dem Abitur 1952 am Wilhelmsgymnasium ließ er sich zum Buchhändler in der väterlichen Buch- und Kunsthandlung ausbilden. Nach seiner Abschlussprüfung an der Buchhändlerschule in Köln arbeitete er in Buchhandlungen in Stuttgart und Hamburg. 1957 ging er nach Kassel zurück und übernahm 1962 die Leitung des Geschäfts. Er baute zusammen mit seiner Frau Mechthild die zum Unternehmen gehörige Kunsthandlung zu einer Galerie mit internationaler Künstlergrafik und wechselnden Ausstellungen aus. 1967 zog Lometsch in die modernen Geschäftsräume in der Kölnischen Straße 5 ein. Die Firma trug fortan den neuen Namen Buch+Kunst Lometsch KG. Gemeinsam mit seinem Vater war Klaus Lometsch persönlich haftender Gesellschafter. 1992 starb sein Vater Friedrich, Klaus Lometsch führte die Firma als alleiniger Inhaber bis zum 31. Dezember 1994 weiter. Nach 40-jähriger Berufstätigkeit übergab er das Unternehmen an fünf Mitarbeiter der Buchhandlung. Lometsch war von 1965 bis 1994 Mitglied im Hessischen Verleger- und Buchhändler-Verband und von 1965 bis 1973 dessen Vorstandsmitglied. Von 1968 bis 1994 war er Vorsitzender der Bezirksgruppe Kassel und von 1985 bis 1993 Mitglied des Prüfungsausschusses für Buchhändler der IHK Kassel an der Berufsschule.