Brüder Grimm

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Die Brüder Jacob Ludwig Carl und Wilhelm Carl Grimm werden 1785 beziehungsweise 1786 in Hanau geboren. Sie wachsen in Hanau und in Steinau an der Straße auf und besuchen das Lyceum Fridericianum in Kassel, ab 1802/03 studieren beide in Marburg. Sie kehren anschließend wieder nach Kassel zurück. 1830 übernehmen sie Stellen an der Universität in Göttingen.

Im Jahr 1840 werden sie als Mitglieder der Akademie der Wissenschaften nach Berlin berufen. Dort stirbt Wilhelm 1859 und Jacob 1863.


Vorlage:Grimm1959.jpg ?130//Brüder Wilhelm Grimm (1786 - 1859 ) und Jacob Grimm (1785 - 1863 )

auf der Briefmarke Deutsche Bundespost Ausgabetag 1.Oktober 1959

//Günther Pöpperl 2006/01/05 21:12//


Die wichtigsten Daten

  • 1785 4. 1. Jacob Ludwig Carl Grimm in Hanau geboren
  • 1786 24. 2. Wilhelm Carl Grimm geboren. Sie sind die ältesten von sechs Geschwistern
  • 1798-1802/03 Schulbesuch in Kassel
  • 1802/03 bis 1805/06 Studium der Rechte in Marburg
  • 1805 Mutter Grimm zieht von Steinau nach Kassel
  • 1806 Jacob Sekretär in Kassel
  • 1808 Jacob Bibliothekar in Kassel, Wilhelm bis 1814 wegen Krankheit ohne Anstellung
  • 1811 Erste Buchpublikationen von Jacob und Wilhelm
  • 1812 „Hildebrandlied“ und „Kinder- und Hausmärchen
  • Ab 1814/16 Wilhelm und Jacob an der Kasseler Bibliothek
  • 1829 Wechsel nach Göttingen
  • 1837 Nach dem Protest der „Göttinger Sieben“ Entlassung
  • 1838 Vertrag zur Erarbeitung des „Deutschen Wörterbuches
  • 1840 Berufung der Brüder Grimm an die Akademie der Wissenschaften in Berlin
  • 1859 Wilhelm stirbt
  • 1863 Jacob stirbt

Die Märchen der Brüder Grimm

Über 200 Kinder- und Hausmärchen trugen die Brüder Grimm zusammen, 37 davon gehen komplett oder teilweise auf Dorothea Viehmann zurück. Hits wie Schneewittchen, Dornröschen oder Rotkäppchen gehören nicht dazu, wohl aber Geschichten wie die vom Teufel und seiner Großmutter, der Gänsemagd oder der klugen Else.

Die meisten Märchen hörten Jacob und Wilhelm Grimm in Bürgertum und Adel. Gerade deshalb war ihnen Dorothea Viehmann so wichtig: Diese Quelle passte zur Volkspoesie. Heute indes weiß man, dass die Viehmännin nicht nur Wirtshaus-Geschichten von der Knallhütte weitergab, sondern dank ihrer hugenottischen Wurzeln auch französische und damit europäische Erzähltradition pflegte.

    • Alle Welt liest die Grimms**

//Die „Kinder- und Hausmärchen“ sind in 160 Sprachen übersetzt worden//

Bis in die Zeit der Brüder Grimm wurden die Märchen vornehmlich in Erzählform überliefert. So kam es immer wieder zu landschaftlichen Einfärbungen der Stoffe. Rotkäppchen etwa wird gern als ein Schwälmer Mädchen angesehen. Dabei gibt es im Kasseler Brüder-Grimm-Museum eine gedruckte Fassung von 1697, die beweist, dass die Geschichte auch im französischen Sprachraum eine Tradition hat.

Die Märchen wanderten um die Welt. Eine der berühmtesten Sammlungen sind die Geschichten aus „Tausendundeiner Nacht“. Die ältesten handschriftlichen Quellen dieser arabischen Erzählungen stammen aus dem 9. Jahrhundert. Aber nicht nur im Orient, sondern auch in den europäischen Ländern faszinierten die Geschichten Generationen. Möglicherweise war es auch der Reiz der Fremde, der diesen Märchen bei uns zum Erfolg verhalf.

Wahrscheinlich hat der Siegeszug der Grimm-Märchen einen ähnlichen Ursprung. Gewiss begeistert an ihnen immer wieder das Nebeneinander von Gewalt und Schrecken sowie Glück, Hoffen und Erlösung. Auch gefällt ihre klare Erzählweise. Doch dass auch die Japaner und Chinesen diese Märchen so sehr lieben, hängt damit zusammen, dass sie in eine für sie exotische und idyllische Welt entführen.

In 160 Sprachen sind die Grimm-Märchen übersetzt. Unzählige Illustratoren und Karikaturisten haben die erzählten Geschichten in gezeichnete und gemalte Bilder umgesetzt.

Das Haus der Brüder Grimm

Das Haus der Brüder Grimm lag in der Wildemannsgasse 24/Ecke Marktgasse. 1805 war die Witwe Grimm mit ihren jüngeren Kindern hierher gezogen, nachdem sie nach dem Tode des Vaters aus dem Amtshaus in Steinau an der Straße im Kinzigtal hatten ausziehen müssen (Tipp: Dort ist jetzt ein wunderhübsches Grimm-Museum entstanden, das - neben dem Klassiker in Kassel - zu besuchen sich stets lohnt.).

Die älteren Brüder Jacob (1785 - 1863) und Wilhelm (1786 - 1859) waren schon 1796, nach des Vaters Tod, nach Kassel gezogen; dort wohnten sie bei einem herrschaftlichen Mundkoch, umsorgt von einer Tante, und gingen aufs Lyceum Fridericianum. Später studierten sie in Marburg Jura, ehe sie zu Mutter und Geschwistern in die Wildemannsgasse in Kassel zogen. Die Wildemannsgasse existiert, verändert, noch heute; sie führt nahe der Kleinmarkthalle von der Tränkepforte zur Freiheit und noch ein Stückchen darüber hinaus.

Am Bistro Stradivari vorbei geht man ein kurzes Stück weiter nach Norden, bis am jenseitigen Ende des sich dort öffnenden Innenhofs die Rückseite von Häusern den Weg versperrt. Dort, am Haus Kurt-Schumacher-Straße 36, sind Mietwohnungen entstanden. Auf der Rückseite belegt im Rahmen des Projekts Historischer Rundgang eine Informationstafel, dass hier das Grimm-Haus einst stand, auch Märchenhaus der Brüder Grimm genannt.

Noch schöner als die Annäherung über die heutige Wildemannsgasse ist es, vom Graben her durch das kurz vor der Einmündung in die Kurt-Schumacher-Straße gelegene alte Barockportal durch den Hinterhof bis zur Grimm-Tafel zu gehen. Genau dort nämlich verlief die Marktgasse, die Ludwig Emil Grimm 1842 malte - ein bekanntes, anrührendes Bild aus alter Zeit. Die Marktgasse indes verschwand als Straßenzug beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Wenn man heute den Kirchturm sehen will, den der Maler-Bruder der Grimms hinter der Marktgasse hervorlugen ließ, muss man schon um die Ecke gehen. Bis man einen der heute spitzen Türme der Martinskirche sieht.

In der Wildemannsgasse 24 /Ecke Marktgasse lebte die Familie von August 1805 bis zum Jahr 1814 (die Mutter starb 1808). Zitat von der Tafel: "Hier sammelten die Germanistenbrüder Jacob und Wilhelm Grimm die Kinder- und Hausmärchen, hier zeichnete der Maler Ludwig Emil Grimm..." Die Brüder begannen 1806 mit dem Sammeln von Märchen und Sagen. 1811 erschienen die ersten wissenschaftlichen Bücher, über den altdeutschen Meistergesang beispielsweise schrieb Jacob. Wilhelm übersetzte altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen. Ein Jahr später erschienen erstmals mit dem ersten Band die Kinder- und Hausmärchen, die den Ruf der Grimms über die Wissenschaft hinaus in alle Welt trugen; bis heute.

Die Wohnung Wildemannsgasse 24 war abgesehen von der Schüler-Unterkunft beim Hofkoch am Steinweg - nicht die einzige der Grimms in Kassel. Sie residierten zeitweise in der Bellevue (Schöne Aussicht), im Eckhaus Fünffensterstraße/Garde-du-Corps-Platz (siehe auch Garde-du-Corps-Straße), außerdem in der Torwache am heutigen Brüder-Grimm-Platz zu Beginn der Wilhelmshöher Allee. Dort, vor dem Gebäude, steht heute ein Denkmal von Jacob und Wilhelm Grimm. Des 21-jährigen Polizeiwachtmeisters Willi Kuhlmann, der bei Unruhen und Straßenkämpfen am 10. Juni 1931 gegen 23 Uhr erschossen worden war, kann allenfalls abstrakt gedacht werden. Die tödliche Kugel traf ihn vor dem Haus Wildemannsgasse 24/Ecke Marktgasse, dem Grimm-Haus.


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