Borken (Hessen): Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 15. Oktober 2007, 19:16 Uhr

Borken
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 14.800
Postleitzahl: 34582
Vorwahl: 05682
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeverwaltung:
Website: Borken
Bürgermeister: Bernd Heßler

Borken ist eine Kleinstadt in Nordhessen (Schwalm-Eder-Kreis) mit etwa 14.800 Einwohnern.

Stadtteile

Im Westen des Borkener Beckens; urkundlich erstmals im Jahr 1245 als „Arnesbach“ erwähnt (etwa 560 Einwohner)

Im Südosten der Olmesniederung; urkundlich erstmals im Jahre 1008 erwähnt. (etwa 530 Einwohner)

Urkundlich wurde der Ort erstmals in einer Urkunde des Klosters Spieskappel im Jahre 1221 als „Vrowechendal“ erwähnt. (etwa 400 Einwohner)

Der Ort wurde erstmals bereits im Jahre 807 in einer Urkunde als „Guntbotere marca in pago Hessim“ genannt. (etwa 820 Einwohner)

Die Bezeichnung Großenenglis (Engilgis maior) taucht erstmals in einer Urkunde im Jahre 1255 auf. (1.188 Einwohner)

Im Olmesgrund; erstmals im Jahre 1234 als „Horhusen“ urkundlich genannt. (etwa 100 Einwohner)

Im Jahr 1044 wurde der Ort als „Christinenhysen“ erstmals urkundlich erwähnt. (etwa 600 Einwohner)

Am Nordrand der Schwalmniederung unweit der Hundsburg; wurde im Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld im Jahre 775 als „Angelgise“ genannt. (etwa 1.600 Einwohner)

Am Rande der Schwalmniederung; erstmals urkundlich in den Jahren 1221 und 1222 in Urkunden des Kloster Spieskappel als „Lintorp“ und „Lintorf“ erwähnt. (etwa 370 Einwohner)

Im Olmesgrund; urkundlich erstmals als „Erffrede“ im Jahre 1040 erwähnt. (etwa 630 Einwohner)

Urkundlich wird der Ort erstmals im Jahre 1359 erwähnt; 1928 kamen auch die Staatsdomäne Marienrode und das Gut Gilserhof hinzu. (etwa 200 Einwohner)

Im Borkener Becken an der Einmündung des Gilsbach in die Schwalm; erstmals wird der Ort als „Sungsule“ im Jahre 775 im Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld urkundlich erwähnt. (etwa 880 Einwohner)

Zwischen Weinkopf und Leuteberg liegt der Ort, der erstmals um das Jahr 1250 urkundlich erwähnt wird. (etwa 120 Einwohner)

Im Jahre 1258 wurde der Ort westlich von Borken erstmals urkundlich erwähnt. (etwa 950 Einwohner)

Borken bei Kassel

Auf den ersten Blick mag sich nicht erschließen, was Borken direkt mit Kassel zu tun hat. Eisenbahner und auch südliche Bahn-Nutzer werden Borken kennen, ältere sich sicher auch an den Bergbau und das stattliche Braunkohlekraftwerk erinnern, aber ansonsten ist für Kassel sicher Borken "tiefste Provinz". Jedoch die Verflechtungen sind besonders durch die ehemalige "Preußische Elektrizitäts AG" und heutige Nachfolgefirma "e.on" sehr eng.

- s.a. Nordhessen-Zusatz über die Schwalm; da Wikipedia hierüber nichts sagt -

Aber es gibt noch etwas sehr wichtiges was Borken mit Kassel, auch Wehlheiden in enge Verbindung bringt; dies ist der Jurist und Dichter, Ernst Koch. Er wurde in Singlis, also quasi am "Ufer der Schwalm", am 3. 6. 1808 im Haus seines Großvaters, des Vogts der Universität Marburg, Conrad Hermann Murhard, geboren. Sein Vater, Karl Georg Koch, war seinerzeit Friedensrichter (nach dem Recht des Königreichs Westfalen) in Oberaula.

- s.a. Kassels Weinberg -

Borkener Kraftwerk

Kasseler Kraftwerk war eng mit dem Borkener Werk vernetzt

War früher das Kasseler Kraftwerk an der Dennhäuser Straße zwar ein "selbständiges Werk", so war es doch relativ eng mit dem Borkener Werk vernetzt, dies waren oft personelle Aushilfen, aber auch andere Gründe machten enge Zusammenarbeit oft nötig; über das "elektrische Überlandnetz", bzw. "Freileitungsnetz" sowieso.

Tragisches Grubenunglück am 1.6.1988

Heute wird die Ende des 20.Jahrhunderts - nach dem seinerzeitigen großen und tragischen Grubenunglück am 1.6.1988 mit über 50 Toten - zu Ende gegangene Berbau- und Kraftwerkarbeit, als Geschichte ausführlich und auch demonstrierend im Borkener "Hessische Braunkohle- und Bergbaumuseum" der Nachwelt erhalten. Dies geschieht zum einem im Gebäudeteil "Altes Amtsgericht" - auch mit angegliederten "unterirdischen nachempfundenen Grubenanlagen, aber auch im Freiluftgelände - dem so genannten "Themenpark" - mit Großgeräten Elektrischen Abraumzügen und einem "Minikraftwerk", das die Funktionsweise eines Kraftwerk realistisch vorführt.

Ausführlich wird auf die Borkener Region auch als wichtigen Schwalmbereich und früher mit dem Sitz eines der "wichtigsten Unternehmen in Nordhessen", also der "Preag", im Beitrag zur Kasseler Gesamtregion Nordhessen mit dem Zusatz zur Schwalm eingegangen. Auch heute noch ist Borken zumindest für das "e.on-Stromleitungsnetz" ein wichtiger Knotenpunkt.

Rekultivierung

Die Universität Kassel war maßgeblich seinerzeit und wohl auch noch heute über ihre "landwirtschaftliche Sparte" an der Rekultivierung, bzw. der auch teilweise der Natur überlassenen ehemaligen Tagebauflächen - im besonderen "Löcher" und "Kippen" - beteiligt.

Hiervon "durften" einige der "Löcher" sich füllen mit dem einquellenden Grundwasser, das hier aus dem im Untergrund anstehenden Bundsandstein mit erheblichem Druck "einströmt"; der naheliegende Kellerwald speist wohl diesen Schatz. Der Größte dieser nun entstandenen Seen, ist der ehemalige Tagebau "Altenburg IV", südwestlich unmittelbar an Borken angrenzend.

Er bleibt "naturbelassen", ist eingezäunt und das Ufer darf nicht betreten werden; allerdings kann wer will von entsprechenden Standpunkten, auch Aussichtstürmen, die sich neu entwickelnde Flora und Fauna, besonders die Vogelwelt besichtigen und bestaunen.

Borken und der "Singliser See"

Aber auch für Surfer gibt es einen ehemaligen Tagebau, den "Singliser See", seit kurzem ist dort auch Aqua-Golf möglich, allerdings nicht gut zum Baden geeignet, da durch das Verkippen von schwefelhaltiger "Kraftwerksasche" das Wasser zu "sauer" ist; jedoch haben die Borkener Marinekameraden ein ausgemustertes Kanonenboot der BW-Marine - hier als Clubraum umgestaltet - "vor Anker liegen". Für die Badefreudigen gibt es nahe dem Autobahn-Anschluss (A 49) den Badesee Stockelache. Ein weiterer See, das Restloch des Tagebaus Gombeth, ist im "Entstehen".

Unweit nordöstlich der Schwalmpforte liegt das zum einen durch ein "Meuchelereignis" unrühmlich bekannte Kleinenglis, denn hier wurde im Mittelalter ein potenzieller Kaiser ermordet. Ihm zu Ehren, bzw. des schrecklichen Ereignisses zu gedenken, wurde am westlichen Ortsrand das so genannte Kaiserkreuz gesetzt. Bis in die späten Jahre des 20. Jh. stand auch eine stattliche Linde daneben; als sie altersschwach fiel, wurde eine neue gepflanzt. Also "Joseph Beuys" gab es anscheinend schon früher. Aber in Kleinenglis steht auch ein beachtliches Kleinod des Kirchenbaues, bzw. der Ausmalung; vor einigen Jahren konnten Ranken-Bemalungen um 1400 freigelegt und gesichert werden.

Singlis, das wie zuvor berichtet, der Geburtsort des Jura-Professors Ernst Koch (gest. 1858) ist, liegt an der Stelle nordöstlich von Borken, wo die Schwalm das Borkener Becken verlässt und die große Eiszeit-Sandmoräne - auf der Großenenglis liegt - beginnt zu umgehen, um dann hinter Uttershausen in die fruchtbare Waberner Ebene einzufließen; zwischen Singlis und Uttershausen gibt es in dieser "Moräne" noch eine Besonderheit, um die sich auch eine Sage rankt; dies sind die sogenannten Wichtelhöhlen, vermutlich alte Auswaschungen oder Reste prähistorischen Bergbaus.

Großenglis und Kleinenglis

Zu Großenenglis ist anzumerken, dass diese große Hochebene auf der "Eiszeitmoräne" immer wieder bei Kriegen für Schlachten "genutzt" wurde, aber auch im Frieden für Mannöver; so auch in den 30ern des "1000-jährigen-Reiches" unter den Nazis, als tausende Soldaten hier aufmarschierten um vor der obersten NS-Führung anzutreten. Im Ort selbst steht ein eindrucksvolles Ensemble des mittelalterlichen Gutshofbaues, mit arrondierten großzügigen Wirtschaftsgebäuden und einem prächtigen Wohnhaus mit hohem Dach auf Fachwerkobergeschoss und gotischem Erdgeschoss; dicht daneben ein freistehender Wehrturm, der mit seinem Glocken beherbergendem Holzaufbau knapp 30 m hoch ist und so als Kampanile schon lange Zeit als Großenengliser Kirchturm genutzt wird.

Von Großenenglis weiß ich auch aus persönlicher Erinnerung, dass nach den folgenreichen Kriegsjahren, vor allem nach 1943 viele Kasseler als so genannte "Ausgebombte" aufs Land mussten. Viele hatten persönliche Wurzeln zur dörflichen Bevölkerung, denn ihre Mütter, Väter oder gar sie selbst waren vor Jahrzehnten nach Kassel "zugewandert", meist wegen der Arbeit auf die dann die Liebe und Verheiratung folgte.

Kleinenglis und Großenenglis sind die größten Borkener Stadtteile; während Kleinenglis vom Kraftwerk und somit Bergbau ausschließlich profitierte, musste Großenenglis seinen südlichen Teil dem Bergbau opfern und zudem wurden durch den Untertage-Kohleabbau im nördlichen und östlichen Gemarkungsteil erhebliche Bergsenkungen hervorgerufen; auch die örtlichen Quellen versiegten. Sicher alles wurde entschädigt, zudem gab auch "der Verursacher" die Preag (heute e.on) vielen Menschen Arbeit und Brot.

In der Gemarkung Uttershausen gibt es ein großes "Kiesgruben- und Sandproduktewerk" und auf dem Arreal eine Mülldeponie sowie riesige Hallen einer Logistikfirma. Diese unterhält auch ähnliche Hallen in Borken auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände. Uttershausen ist ein Ortsteil von Wabern, das durch den Karlshof Kassel früher und heute sicher gut bekannt ist.

Eisenbahnanschluss

Die Bundesbahnstrecke von Kassel nach Frankfurt und früher "Main-Weser-Bahn" genannt, führt westlich an diesem großen naturbelassenem See nahe vorbei und es bedurfte früher auch besonderer Maßnahmen, dass der Bahnverkehr nicht beeinträchtigt wurde. Sicher hin und wieder musste sogar auch ein Großgerät die Bahnstrecke queren, aber das musste dann die Logistik von Bahn und "Preußenelektra" gemeinsam schultern.

Die Eisenbahn war von dem/n damals herrschenden Kasseler Kurfürsten noch vor der "Preußenzeit" im 19. Jahrhundert gewollt und gebaut worden. Für viele Borkener war und ist das Einpendeln zur Arbeit mit der Bahn in den Kasseler Hauptbahnhof alltägliche Gewohnheit; womit auch so eine wichtige Verbindung mit Kassel bestand und heute auf selbe Weise immer noch besteht.

- vom Abschnitt "Borken bei Kassel" bis "Eisenbahnanschluss": H.-J. Schulz, 28.04.06 -

Braunkohle und Bergbaumuseum

Das Borkener "Hessische Braunkohle- und Bergbaumuseum" führt mit nachempfundenen Grubenanlagen und einem Freiluftgelände - dem so genannten "Themenpark" - die Funktionsweise eines Kraftwerk realistisch vor.

Kirchen

siehe auch

Weblinks


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WappenSchwalmEderKreis.jpg

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