Borken (Hessen): Unterschied zwischen den Versionen

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'''Borken''' ist eine Kleinstadt in [[Nordhessen]] ([[Schwalm-Eder-Kreis]]) mit etwa 14.800 Einwohnern .
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!colspan="2" align=center | <div style="background:#F6740A;text-align:center;color: #fff;font-weight:bold;font-size:100%;">Borken</div>
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style="background;text-align:center;font-weight:bold;font-size:80%;">''Weithin sichtbares Wahrzeichen:<br>Der Borkener Wasserturm''
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|colspan="2" align=center | <div style="background:#F6740A;text-align:center;color: #fff;font-weight:bold;font-size:100%;">Basisdaten</div>
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| Bundesland (Deutschland)|Bundesland: || [[Hessen]]
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| Regierungsbezirk: || [[Regierungsbezirk Kassel|Kassel]]
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| Landkreis: || [[Schwalm-Eder-Kreis]]
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| Einwohner: || 12.721  ''<small>(31. Dezember 2011)</small>''
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| Postleitzahl: || 34582
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| Telefonvorwahl|Vorwahlen: || 05682, 06693
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| Kfz-Kennzeichen: || HR + FZ
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| Stadtverwaltung: || Am Rathaus 7<br>34582 Borken
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|Website: || [http://www.borken-hessen.de www.borken-hessen.de]
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|Bürgermeister: || Marcel Pritsch-Rehm ([[FWG]])
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'''Borken''' ist eine [[Nordhessen|nordhessische]] Mittelstadt<ref>[http://www.bbr.bund.de/cln_007/nn_23688/DE/Raumbeobachtung/Werkzeuge/Raumabgrenzungen/StadtGemeindetyp/StadtGemeindetyp.html Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung: Liste der Mittelstädte]</ref> im [[Schwalm-Eder-Kreis]].
  
== Borken bei Kassel ==
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== Borkener Stadtteile ==
Auf den ersten Blick mag sich nicht erschließen, was Borken direkt mit [[Kassel]] zu tun hat. Eisenbahner und auch südliche Bahn-Nutzer werden Borken kennen, ältere sich sicher auch an den '''Bergbau''' und das stattliche '''Braunkohlekraftwerk''' erinnern, aber ansonsten ist für [[Kassel]] sicher Borken "tiefste Provinz". Jedoch die Verflechtungen sind besonders durch die ehemalige "Preußische Elektrizitäts AG" und heutige Nachfolgefirma "**e.on**" sehr eng. - s.a. [[Nordhessen]]-Zusatz über die [[Schwalm]]; da Wikipedia hierüber nichts sagt -
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Zu Borken gehören neben der Kernstadt 14 weitere Stadtteile: [[Arnsbach]], [[Dillich]], [[Freudenthal]], [[Gombeth]], [[Großenenglis]], [[Haarhausen]], [[Kerstenhausen]], [[Kleinenglis]], [[Lendorf]], [[Nassenerfurth]], [[Pfaffenhausen]], [[Singlis]], [[Stolzenbach]] und [[Trockenerfurth]].
  
Aber es gibt noch etwas sehr wichtiges was Borken mit Kassel, auch [[Wehlheiden]] in enge Verbindung bringt; dies ist der Rechtsprofessor, Politiker und Staatsmann, aber auch Verfasser rechtpolitischer Schriften, wie auch zumindest eines Romanes, '''[[Ernst Koch]]**. Er wurde in '''Singlis**, also quasi am "Ufer der [[Schwalm]]", 1808 geboren und lebte einige Jahre im heutigen Stadtteil von Borken, der ersten Bahnstation in Richtung Kassel. Der Vater des "kleinen Ernst" war seinerzeit Schultheiß in Singlis. In seiner Kasseler Zeit bei "Hofe", bzw. auch Freund von Minister Hassenflug, in dieser Zeit erfolgte wohl auch der Anstoß zu seinem Roman: "**[[Prinz Rosa Stramin]]**". - s.a. "Kassels [[Weinberg]] -
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== Borkener Braunkohle und das Kraftwerk ==
  
War früher das Kasseler Kraftwerk an der [[Dennhäuser Straße]] zwar ein "selbständiges Werk", so war es doch relativ eng mit dem Borkener Werk "verbandelt", dies waren oft personelle Aushilfen, aber auch andere Gründe machten enge Zusammenarbeit oft nötig; über das "elektrische Überlandnetz", bzw. "**Freileitungsnetz**" sowieso.
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=== '''Die Atomkraft und das Borkener Kraftwerk''' ===
  
Heute wird die Ende des 20.Jahrhunderts - nach dem seinerzeitigen großen und tragischen '''Grubenunglück''' am 1.6.1988 mit über 50 Toten - zu Ende gegangene Berbau- und Kraftwerkarbeit,  als Geschichte ausführlich und auch demonstrierend im Borkener "**Hessische Braunkohle- und Bergbaumuseum**" der Nachwelt erhalten. Dies geschieht zum einem im Gebäudeteil "**Altes Amtsgericht**" - auch mit angegliederten "unterirdischen nachempfundenen '''Grubenanlagen**", aber auch im Freiluftgelände - dem so genannten "**Themenpark**" - mit Großgeräten Elektrischen Abraumzügen und einem "Minikraftwerk", das die Funktionsweise eines Kraftwerk realistisch vorführt.
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Anfang der 80iger Jahre sollte in Borken (Hessen) ein Atomkraftwerk errichtet werden. Bürger engagierten sich in Initiativen und protestierten gegen den Atomwahnsinn. Das Atomkraftwerk wurde nicht gebaut. Aufnahmen von den stattgefunden Protesten gibt es beiYou Tube zu sehen.  
  
Ausführlich wird auf die Borkener Region auch als wichtigen [[Schwalm]]bereich und früher mit dem Sitz eines der "wichtigsten Unternehmen in Nordhessen", also der "Preag", im Beitrag zur Kasseler Gesamtregion [[Nordhessen]] mit dem Zusatz zur [[Schwalm]] eingegangen. Auch heute noch ist Borken zumindest für das "e.on-Stromleitungsnetz" ein wichtiger Knotenpunkt.
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Der Film '''"Deutschland im Winter"''' ist eine Zusammenfassung des digitalisierten Materials. Der Amateurfilm zeigt Interviews, Redebeiträge und Ausschnitte von Demonstrationen aus den Jahren 1980 und 1981.  
  
Die '''[[Universität Kassel]]''' war maßgeblich seinerzeit und wohl auch noch heute über ihre "landwirtschaftliche Sparte" an der Rekultivierung, bzw. der auch teilweise der Natur überlassenen ehemaligen Tagebauflächen - im besonderen "Löcher" und "Kippen" - beteiligt.
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Hier die Links zu den digitalisierten Super 8-Filmen aus 1980 und 1981:
  
Hiervon "durften" einige der "Löcher" sich füllen mit dem einquellenden Grundwasser, das hier aus dem im Untergrund anstehenden Bundsandstein mit erheblichem Druck "einströmt"; der naheliegende '''Kellerwald''' speist wohl diesen Schatz. Der Größte dieser nun entstandenen Seen, ist der ehemalige Tagebau "Altenburg IV", südwestlich unmittelbar an Borken angrenzend.
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[http://youtu.be/Lz3pRBGSM-0 '''Deutschland im Winter - Kein AKW in Borken!''']
Er bleibt "naturbelassen", ist eingezäunt und das Ufer darf nicht betreten werden; allerdings kann wer will von entsprechenden Standpunkten, auch Aussichtstürmen, die sich neu entwickelnde Flora und Fauna, besonders die Vogelwelt besichtigen und bestaunen.
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Aber auch für Surfer gibt es einen ehemaligen Tagebau, den "**Singliser See**", seit kurzem ist dort auch Aqua-Golf möglich, allerdings nicht gut zum Baden geeignet, da durch das Verkippen von schwefelhaltiger "Kraftwerksasche" das Wasser zu "sauer" ist; jedoch haben die Borkener Marinekameraden ein ausgemustertes Kanonenboot der BW-Marine hier als Clubraum umgestaltet "vor Anker liegen". Für die Badefreudigen gibt es nahe dem [[Autobahn A49]]-Anschluss den Badesee "Stocklache" und ein weiterer See, das Restloch des Tagebau Gombeth ist im "Entstehen".
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[http://www.youtube.com/watch?v=XMBdbDBMPXM '''Atomstreit auf nordhessisch am 1.MAi 1980''']  
  
Unweit nordöstlich der Schwalmpforte liegt das zum einen durch ein "Meuchelereignis" unrühmlich bekannte '''Kleinenglis**, denn hier wurde im Mittelalter ein potenzieller Kaiser ermordet. Ihm zu Ehren, bzw. des schrecklichen Ereignisses zu gedenken, wurde am westlichen Ortsrand das so genannte '''Kaiserkreuz''' gesetzt. Bis in die späten Jahre des 20.Jh. stand auch eine stattliche Linde daneben; als sie altersschwach fiel, wurde eine neue gepflanzt. Also "[[Joseph Beuys]]" gab es anscheinend schon früher. Aber auch steht hier in Kleinenglis ein beachtliches Kleinod des Kirchenbaues, bzw. der Ausmalung; vor einigen Jahren konnten Ranken-Bemalungen um 1400 freigelegt und gesichert werden.
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[http://www.youtube.com/watch?v=5wDThwoDQwk '''Aktionstag in Borken 1980''']
  
**Singlis**, das wie vor berichtet, der Geburtsort des Jura-Professors '''[[Ernst Koch]]''' (gest.1858) ist; also dies Singlis liegt an der Stelle nordöstlich von Borken, wo die [[Schwalm]] das Borkener Becken verlässt und die große Eiszeit-Sandmoräne - auf der Großenenglis liegt - beginnt zu umgehen, um dann hinter Uttershausen in die fruchtbare "Waberner Ebene" einzufließen; zwischen Singlis und Uttershausen gibt es in dieser "Moräne" noch eine Besonderheit, um
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=== Der Braunkohlenbergbau und das Borkener Kraftwerk ===
die sich auch eine Sage rankt; dies sind die sogenannten '''Wichtelhöhlen**, vermutlich alte Auswaschungen oder Reste prähistorischen Bergbaus.
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Vom Bergbau ist in der Landschaft um Borken - außer schönen Seen und den unter Denkmalschutz stehenden Resten des Kraftwerks - kaum noch etwas zu sehen. Aber die in Borken vorhandene starke Bergbauverbundenheit ließ ein sehr schönes und informatives [[Hessisches Braunkohle und Bergbaumuseum|Braunkohlebergbaumuseum]] entstehen, noch dazu in einem historischen und prächtigen Fachwerkhaus, dem "Alten Amtsgericht". Zum Museum gehört aber auch ein Freigelände, der so genannte "Themenpark" mit Elektro-Zügen und Großbaggern und einem "Minikraftwerk".  
  
Zu '''Großenenglis''' ist anzumerken, dass diese große Hochebene auf der "Eiszeitmoräne" immer wieder bei Kriegen für Schlachten "genutzt" wurde, aber auch im Frieden für Mannöver; so auch in den 30ern des "1000-jährigen-Reiches" unter den Nazis, als tausende Soldaten hier aufmarschierten um vor der obersten NS-Führung anzutreten. Im Ort selbst steht ein eindrucksvolles Ensemble des mittelalterlichen Gutshofbaues, mit arrondierten großzügigen Wirtschaftsgebäuden und einem prächtigen Wohnhaus mit hohem Dach auf Fachwerkobergeschoss und gotischem Erdgeschoss; dicht daneben ein freistehender Wehrturm, der mit seinem Glocken beherbergendem Holzaufbau knapp 30 m hoch ist und so als '''Kampanile''' schon lange Zeit als Großenengliser Kirchturm genutzt wird.
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Auch ein so genannter "Bergbaurundwanderweg" mit Fragmenten der ehemaligen Großgeräte wurde erstellt und wird gepflegt. In Borken selbst stehen an wichtigen Stellen von einem renommierten Künstler geschaffene "Plastiken" aus Bergbau- und Kraftwerksmaterialien und auch Werkzeugen. Diese sind typisch für die einzelnen dort notwendigen Berufe und Tätigkeiten ausgestaltet und sollen auf die traditionsreiche Vergangenheit hinweisen.  
  
Von Großenenglis weiß ich auch aus persönlicher Erinnerung, dass nach den folgenreichen
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Auch die Traditionen werden von den ehemaligen Bergleuten im "Bergmannschor" und dem "Bergmannsverein" gepflegt; ebenso sind auch die "ehemaligen Kraftwerker" stolz auf ihre Vergangenheit und veranstalten regelmäßig und auf Wunsch Vorführungen im "Kraftwerk in Kleinformat" mit fast realer Ausgestaltung auf dem Freigelände.
Kriegsjahren, vor allem nach [[1943]] viele Kasseler als so genannte "**Ausgebombte**" aufs Land mussten. Viele hatten persönliche Wurzeln zur dörflichen Bevölkerung, denn ihre Mütter, Väter oder gar sie selbst waren vor Jahrzehnten nach Kassel "zugewandert", meist wegen der Arbeit auf die dann die Liebe und Verheiratung folgte.
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Kleinenglis und Großenenglis sind die größten Borkener Stadtteile; während Kleinenglis vom Kraftwerk und somit Bergbau ausschließlich profitierte, musste Großenenglis seinen südlichen Teil dem Bergbau opfern und zudem wurden durch den Untertage-Kohleabbau im nördlichen und östlichen Gemarkungsteil erhebliche Bergsenkungen hervorgerufen; auch die örtlichen Quellen versiegten. Sicher alles wurde entschädigt, zudem gab auch "der Verursacher" die Preag (heute e.on) vielen Menschen Arbeit und Brot.
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=== Kasseler Kraftwerk war eng mit dem Borkener Werk vernetzt ===
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Eisenbahner und auch südliche Bahnnutzer werden Borken kennen, Ältere sich sicher auch an den Bergbau und das stattliche Braunkohlekraftwerk erinnern, aber ansonsten ist aus der Sicht der Großstadt [[Kassel]] Borken sicher "tiefste Provinz". Jedoch sind die Verflechtungen besonders durch die ehemalige "Preußische Elektrizitäts AG" und heutige Nachfolgefirma E.ON sehr eng.  
  
In der Gemarkung Uttershausen gibt es ein großes "Kiesgruben- und Sandproduktewerk" und auf dem Arreal eine Mülldeponie sowie riesige Hallen einer Logistikfirma. Diese unterhält auch ähnliche Hallen in Borken auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände. Uttershausen ist ein Ortsteil von '''Wabern**, das durch den [[Karlshof]] Kassel früher und heute sicher gut bekannt ist.
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Das Kasseler Kraftwerk an der [[Dennhäuser Straße]] war früher ein "selbständiges Werk", hat jedoch eng mit dem Borkener Werk zusammen gearbeitet. Dies waren oft personelle Aushilfen; aber auch andere Gründe machten eine enge Zusammenarbeit oft nötig. Durch das "elektrische Überlandnetz" bzw. "Freileitungsnetz" waren die Verknüpfungen in einem weiteren wichtigen Bereich der Energieverteilung gegeben.
  
Die Bundesbahnstrecke von Kassel nach Frankfurt und früher "**[[Main-Weser-Bahn]]**" genannt, führt westlich an diesem großen naturbelassenem See nahe vorbei und es bedurfte früher auch besonderer Maßnahmen, dass der Bahnverkehr nicht beeinträchtigt wurde. Sicher hin und wieder musste sogar auch ein Großgerät die Bahnstrecke queren, aber das musste dann die Logistik von Bahn und "Preußenelektra" gemeinsam schultern.
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=== Hessisches Braunkohle- und Bergbaumuseum ===
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Das [[Hessisches Braunkohle und Bergbaumuseum|Hessische Braunkohle- und Bergbaumuseum]] in Borken führt mit nachempfundenen Grubenanlagen und einem Freiluftgelände - dem so genannten "Themenpark" - die Funktionsweise eines Kraftwerk realistisch vor.
  
Die Eisenbahn war von dem/n damals herrschenden '''Kasseler [[Kurfürst]]**/en noch vor der "Preußenzeit" im 19.Jahrhundert gewollt und gebaut worden. Für viele Borkener war und ist das Einpendeln zur Arbeit mit der Bahn in den Kasseler [[Hauptbahnhof]] alltägliche Gewohnheit; womit auch so eine wichtige Verbindung mit Kassel bestand und heute auf selbe Weise immer noch besteht.
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Hier wird die Geschichte der im 20. Jahrhundert zu Ende gegangene Bergbau- und Kraftwerkarbeit der Nachwelt erhalten.
  
- H.-J.Schulz,28.04.06 -
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Auch das große und tragische Grubenunglück am 1. Juni 1988 in [[Stolzenbach]] wird dargestellt, bei dem seinerzeit 51 Kumpel starben.  
==siehe auch==
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* [[Katholische Kirchengemeinden in Nordhessen]]
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== Weblink ==
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* [http://www.borken-hessen.de  Borken]
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Das Museum ist untergebracht im Gebäudeteil "Altes Amtsgericht" (mit den angegliederten unterirdischen nachempfundenen Grubenanlagen), erstreckt sich aber auch auf ein Freiluftgelände - den so genannten "Themenpark" -, wo mit Großgeräten, elektrischen Abraumzügen und einem "Minikraftwerk" die Funktionsweise eines Kraftwerk realistisch vorgeführt wird.
  
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Ausführlich wird auf die Borkener Region als Sitz eines der "wichtigsten Unternehmen in Nordhessen", der "Preag" eingegangen. Auch heute noch ist Borken für das "e.on-Stromleitungsnetz" ein wichtiger Knotenpunkt.
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=== Rekultivierung ===
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[[Bild:Bergbaumuseum-Borken.JPG|right|250px|thumb|Hessisches Braunkohle- und Bergbaumuseum in Borken]]
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[[Bild:Stadtkirche-Borken.JPG|right|250px|thumb|Stadtkirche Borken]]
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Die [[Universität Kassel]] war seinerzeit und wohl auch noch heute noch  maßgeblich über ihre "landwirtschaftliche Sparte" an der Rekultivierung bzw. der auch teilweise der Natur überlassenen ehemaligen Tagebauflächen - im besonderen "Löcher" und "Kippen" - beteiligt.
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Hierbei "durften" sich einige der "Löcher" mit dem einquellenden Grundwasser füllen, das hier aus dem Buntsandstein im Untergrund  mit erheblichem Druck "einströmt"; der naheliegende [[Kellerwald]] speist wohl diesen Schatz. Der größte dieser nun entstandenen Seen, ist der ehemalige Tagebau "Altenburg IV", südwestlich an Borken angrenzend.
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Er bleibt "naturbelassen", ist eingezäunt und das Ufer darf nicht betreten werden; allerdings kann von entsprechenden Standpunkten, auch Aussichtstürmen, die sich neu entwickelnde Flora und Fauna, besonders die Vogelwelt besichtigt und bestaunt werden.
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Für Surfer gibt es einen ehemaligen Tagebau, den "[[Singliser See]]", seit kurzem ist dort auch Aqua-Golf möglich. Allerdings ist der See nicht gut zum Baden geeignet, da durch das Verkippen von schwefelhaltiger "Kraftwerksasche" das Wasser zu "sauer" ist. Die Borkener Marinekameraden haben hier ein ausgemustertes Schnellboot der Bundesmarine - als Clubraum umgestaltet - "vor Anker liegen".
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Für die Badefreudigen gibt es nahe am Autobahnanschluss (A 49) den [[Badesee Stockelache]]. Ein weiterer See, das Restloch des Tagebaus [[Gombeth]], ist im "Entstehen".
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== Geschichte ==
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[[Bild:WappenBorken.jpg|left|75px]]
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In einer Schenkungsurkunde von [[Karl der Große|Karl dem Großen]] an das [[Kloster Hersfeld]] vom 5. Januar 775 wird Borken erstmals urkundlich erwähnt.
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Der Ort blickt allerdings auf eine sehr viel ältere Siedlungsgeschichte zurück.
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Am 9. November 1317 unterzeichneten der hessische [[Landgraf Otto I. ]] von [[Landgrafschaft Hessen|Hessen]] und [[Grafen von Ziegenhain|Graf Johann I. von Ziegenhain]] einen Vertrag zur Gründung der Stadt Borken.
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Zum hessischen Amt Borken gehörten 1372 die Ortschaften [[Herboldshausen]] und [[Heckenhausen]] als Bestandteile der Stadt Borken.
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Im [[Hessischer Bruderkrieg|Hessischen Bruderkrieg]] war Borken zwischen [[Heinrich III. von Hessen-Marburg]] und seinem Bruder [[Landgraf Ludwig II.]] stark umkämpft und wurde im Jahre 1469 verwüstet.
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In der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Kriegs]] wurde die Stadt in den Jahren 1631, 1635 und 1636 wiederholt geplündert.
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Zur Zeit des [[Königreich Westphalen|Königreichs Westphalen]] (1807-1813) war Borken dann Sitz einer Kantonalsverwaltung im damaligen Distrikt Hersfeld.
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Das Meyersche Konversationslexikon beschreibt Borken in seiner Vierten Auflage (1885-1892) als ''Alte Stadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Homberg, 205 m ü. M., am Olmsbach und der Eisenbahnlinie Kassel-Frankfurt a. M., mit Amtsgericht und (1880) 1248 meist evang. Einwohnern''.
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Borken gehörte einst zum Landkreis Homberg, ab [[1932]] dann zum Landkreis Fritzlar-Homberg.
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1974 wurden im Rahmen der hessischen Gebietsreform in Hessen die Landkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain zum heutigen Schwalm-Eder-Kreis zusammengefasst.
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Die Gemarkung der Kernstadt Borken wurde 1996 um ca. 11ha erweitert, da diese Fläche, im Bereich des ehemaligen Kraftwerks, von der Gemarkung Kleinenglis abgetrennt wurde und der Gemarkung der Kernstadt hinzugefügt wurde.
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== Kirchen ==
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* [[Evangelische Stadtkirche Borken]]
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* [[Chriskönig  Borken|Katholische Kirchengemeinde Christkönig Borken]]
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== Persönlichkeiten ==
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* [[Ernst Koch]], Jurist und Dichter; er wurde in [[Singlis]], am "Ufer der [[Schwalm]]", am 3. Juni 1808 im Haus seines Großvaters, des Vogts der Universität Marburg, Conrad Hermann [[Familie Murhard|Murhard]], geboren. Sein Vater, Karl Georg Koch, war seinerzeit Friedensrichter (nach dem Recht des Königreichs Westfalen) in [[Oberaula]]. 
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== Politik ==
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'''Ende einer Ära:''' Bei den Wahlen zum neuen Stadtoberhaupt 2016, am 09. September 2015, gelang es dem [[FWG]]-Kandidaten Marcel Pritsch-Rehm, sich gegen Carsten Schletzke (SPD) überraschend deutlich mit 68,6 % aller abgegebenen Stimmen durchzusetzen. Am 01. Januar 2016 stellt damit erstmals im Schwalm-Eder-Kreis eine Freie Wählergemeinschaft den Rathauschef.
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Darüber hinaus ist dann - seit Kriegsende 1945 - das Amt eines Bürgermeisters in Borken (Hessen) erstmals nicht mehr von einem SPD-Angehörigen besetzt. Die Wahlbeteilung betrug 60,1 %.
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=== Parteien ===
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* [http://www.cdu-borken-hessen.de CDU Borken]
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* [http://www.spd-schwalm-eder.de/ovs/nv_nes.pl?50014 SPD Borken]
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* [[Unabhängige Wählergemeinschaften]]
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=== Wahlkreise ===
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==== Bundestag ====
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* [[Dr. Edgar Franke]], MdB
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==== Landtag ====
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* [http://www.guenter-rudolph.de Günter Rudolph, MdL]
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== Schwalm ==
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Bei Borken-[[Kerstenhausen]] - dem Bereich der AS-Borken der Autobahn A 49/ Bundesstrasse B 3 - verlässt die [[Schwalm]] durch die sogenannte Schwalmpforte (zwischen der "Hundsburg" und der vermutlichen Keltenwohn- oder Kultstätte, der "Altenburg") den "[[Kellerwald]]-Bereich", um nun [[Wabern]] und der [[Eder]] zuzueilen.
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Für den schon angeführten Braunkohleabbau wurden in früheren Jahren auch einige "kleinere" Verlegungen notwendig. Trotzdem konnte der Schwalm ihren eigenen Charakter erhalten.
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== siehe auch ==
 +
[[Bild:KW 18.jpg|200px|right|thumb|250px|Marinekameradschaft Borken (Vereinsheim)]]
 +
* [[Portal: Schwalm-Eder-Kreis|Schwalm-Eder-Portal]]
 +
* [[Atomkraftwerk Borken]]
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* [[Badesee Stockelache]]
 +
* [[Borkener Seen]]
 +
* [[Computerclub Borken (Hessen) e. V.]]
 +
* [[Ernst Koch]]
 +
* [[Evangelische Stadtkirche Borken]]
 +
* [[Hessisches Braunkohle und Bergbaumuseum]]
 +
* [[Interessenvertretung Klärwerk e. V.]]
 +
* [[Chriskönig  Borken|Katholische Kirchengemeinde Christkönig Borken]]
 +
* [[Marinekameradschaft Borken und Umgebung e. V.]]
 +
* [[Schloss Dillich]]
 +
* [[Wasserturm Borken]]
 +
* [[Die Schwalm]]
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* [[Kippe Dosenberg]]
 +
* [[700 Jahre Stadt Borken (Hessen)]]
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* [[Mühlsteine aus Borken(Hessen)]]
 +
* [[Der Sträflingskopf]]
 +
* [[Hügelgräber in Borken (Hessen)]]
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* [[Steinkopf von Borken]]
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* [[Die Burg Borken (Hessen)]]
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* [[Der Giesenbühl]]
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* [[Der Wasserturm von Borken (Hessen)]]
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== Verkehrsanschluss ==
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=== Eisenbahn ===
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Die Bahnstrecke von [[Kassel]] nach Frankfurt, früher "[[Main-Weser-Bahn]]" genannt, führt westlich an dem großen naturbelassenem See der Borkener Seenlandschaft vorbei. Es bedurfte früher besonderer Maßnahmen, dass der Bahnverkehr nicht beeinträchtigt wurde. Hin und wieder musste sogar ein Großgerät die Bahnstrecke queren, aber das musste dann die Logistik von Bahn und "Preußen Elektra" gemeinsam schultern.
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Die Eisenbahn war von den damals herrschenden Kasseler [[Kurfürst]]en noch vor der "[[Preußen]]zeit" im 19. Jahrhundert gebaut worden. Für viele Borkener war und ist das Pendeln zur Arbeit mit der Bahn nach [[Kassel]] alltägliche Gewohnheit, womit eine wichtige Verbindung mit [[Kassel]] bestand und heute noch immer besteht.
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[[Bild:VW Werk Kassel 50 Jahre Kaefer9.JPG|250px|right|thumb||VW Käfer-Modell "Lucy"<br> Künstler: Schülerinnen der Klasse 9 der Gustav-Heinemann-Schule in Borken.<br>s. dazu: [[Käfer-Modelle aus der VOLKSWAGEN Stadt Baunatal]]]]
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=== Straßenverkehr ===
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Borken ist über die [[Autobahn A 49]] und die [[Bundesstrasse B 3]] an das überörtliche Strassennetz angebunden.
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== Wandern und Radwandern ==
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=== Radwandern ===
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Der [[Schwalm-Eder-Kreis]] hat seit [[1990]] ein regionales [[Radroutennetz]] entwickelt, dass im Jahr [[2006]] 11 Routen umfasste. Zusätzliche verlaufen durch den Landkreis drei hessische Radfernwege. In Planung befinden sich darüber hinaus neun nationale Routen, von denen zwei auch in den [[Schwalm-Eder-Kreis]] führen.
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Der "Schwalm-Radweg" ist das neueste Großprojekt. Er soll künftig von der Quelle im Vogelsberg südlich von [[Alsfeld]] bis zur Mündung in die Eder bei [[Felsberg]] über ca. 100 km verlaufen und schafft damit eine zusätzliche Nord-Süd-Route durch Hessen, denn im Volgelsberg schließt sich der Vulkan-Radweg in das Kinzigtal und das Rhein-Main-Gebiet an. Im [[Schwalm-Eder-Kreis]] kreuzt der künftige Schwalm-Radweg in Schwalmstadt die nationale Mittelland-Route, bei Borken den R 5 und trifft in [[Felsberg]] auf den Eder-Radweg. Auf die Fertigstellung bis 2008 kann realistisch gehofft werden. Der Schwalm-Radweg soll ebenfalls wegen seiner überegionalen Bedeutung hessischer Radfernweg werden.
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=== Wandern ===
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Der Borkener Braunkohle-Rundwanderweg vermittelt auf vier Teilstrecken die landschaftlichen Folgen des Bergbaus. Er führt zum Borkener See, der Gombether Grube oder der Gedenkstätte Stolzenbach.
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== Wussten Sie schon ... ==
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* ... dass [[Borken (Hessen)|Borken]] bis 1469 eine Burg besaß und der Name der Stadt von diesem Wort abgeleitet ist? ''(Friedrich Döring, Kleinenglis)''
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''siehe dazu auch:''
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* [[Wussten Sie schon, dass ... Unbekannter Schwalm-Eder-Kreis|Wussten Sie schon, dass ... ? - Unbekannter Schwalm-Eder-Kreis]]
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== Weblinks ==
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{| cellpadding="2" style="float: right; margin-left: 1em; border-spacing: 1px;"
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!colspan="2" align=center | <div style="border:1px solid #ccc; background: #fff; border-right:3px solid #ccc; border-bottom:3px solid #ccc; text-align: left; padding:3px; float:right; font-size: smaller; line-height: 1.3; margin-right: 4px; width: 50 px;">[http://www.openstreetmap.org/?minlon=8.97276782989502&minlat=50.7729072570801&maxlon=9.78083801269531&maxlat=51.2576293945312 Karte Schwalm-Eder-Kreis<br />auf www.openstreetmap.org]
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</div>
 +
|-
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|}
 +
* [http://www.borken-hessen.de Offizielle Internetseite der Stadt Borken]
 +
* [http://www.feuerwehr-borken-hessen.de Freiwillig Feuerwehr Borken]
 +
* [http://www.spsv1966.npage.de Sportschützenverein Borken (Hessen) e. V.]
 +
* [http://www.hr-online.de/website/rubriken/freizeit/index.jsp?rubrik=9984&key=standard_document_4984092 Informationen zum Braunkohlenrundweg auf www.hr-online.de]
 +
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Borken_%28Hessen%29 Borken in der Wikipedia]
 +
 +
== Einzelnachweise ==
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<references />
 +
 +
<br clear="all">
 +
 +
{{Navigation Stadtteile Borken}}
 
{{Navigation Schwalm-Eder}}
 
{{Navigation Schwalm-Eder}}
  
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Aktuelle Version vom 1. März 2018, 00:16 Uhr

Borken
Wasserturm-Borken.JPG
Weithin sichtbares Wahrzeichen:
Der Borkener Wasserturm
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 12.721 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34582
Vorwahlen: 05682, 06693
Kfz-Kennzeichen: HR + FZ
Stadtverwaltung: Am Rathaus 7
34582 Borken
Website: www.borken-hessen.de
Bürgermeister: Marcel Pritsch-Rehm (FWG)

Borken ist eine nordhessische Mittelstadt[1] im Schwalm-Eder-Kreis.

Borkener Stadtteile

Zu Borken gehören neben der Kernstadt 14 weitere Stadtteile: Arnsbach, Dillich, Freudenthal, Gombeth, Großenenglis, Haarhausen, Kerstenhausen, Kleinenglis, Lendorf, Nassenerfurth, Pfaffenhausen, Singlis, Stolzenbach und Trockenerfurth.

Borkener Braunkohle und das Kraftwerk

Die Atomkraft und das Borkener Kraftwerk

Anfang der 80iger Jahre sollte in Borken (Hessen) ein Atomkraftwerk errichtet werden. Bürger engagierten sich in Initiativen und protestierten gegen den Atomwahnsinn. Das Atomkraftwerk wurde nicht gebaut. Aufnahmen von den stattgefunden Protesten gibt es beiYou Tube zu sehen.

Der Film "Deutschland im Winter" ist eine Zusammenfassung des digitalisierten Materials. Der Amateurfilm zeigt Interviews, Redebeiträge und Ausschnitte von Demonstrationen aus den Jahren 1980 und 1981.

Hier die Links zu den digitalisierten Super 8-Filmen aus 1980 und 1981:

Deutschland im Winter - Kein AKW in Borken!

Atomstreit auf nordhessisch am 1.MAi 1980

Aktionstag in Borken 1980

Der Braunkohlenbergbau und das Borkener Kraftwerk

Vom Bergbau ist in der Landschaft um Borken - außer schönen Seen und den unter Denkmalschutz stehenden Resten des Kraftwerks - kaum noch etwas zu sehen. Aber die in Borken vorhandene starke Bergbauverbundenheit ließ ein sehr schönes und informatives Braunkohlebergbaumuseum entstehen, noch dazu in einem historischen und prächtigen Fachwerkhaus, dem "Alten Amtsgericht". Zum Museum gehört aber auch ein Freigelände, der so genannte "Themenpark" mit Elektro-Zügen und Großbaggern und einem "Minikraftwerk".

Auch ein so genannter "Bergbaurundwanderweg" mit Fragmenten der ehemaligen Großgeräte wurde erstellt und wird gepflegt. In Borken selbst stehen an wichtigen Stellen von einem renommierten Künstler geschaffene "Plastiken" aus Bergbau- und Kraftwerksmaterialien und auch Werkzeugen. Diese sind typisch für die einzelnen dort notwendigen Berufe und Tätigkeiten ausgestaltet und sollen auf die traditionsreiche Vergangenheit hinweisen.

Auch die Traditionen werden von den ehemaligen Bergleuten im "Bergmannschor" und dem "Bergmannsverein" gepflegt; ebenso sind auch die "ehemaligen Kraftwerker" stolz auf ihre Vergangenheit und veranstalten regelmäßig und auf Wunsch Vorführungen im "Kraftwerk in Kleinformat" mit fast realer Ausgestaltung auf dem Freigelände.

Kasseler Kraftwerk war eng mit dem Borkener Werk vernetzt

Eisenbahner und auch südliche Bahnnutzer werden Borken kennen, Ältere sich sicher auch an den Bergbau und das stattliche Braunkohlekraftwerk erinnern, aber ansonsten ist aus der Sicht der Großstadt Kassel Borken sicher "tiefste Provinz". Jedoch sind die Verflechtungen besonders durch die ehemalige "Preußische Elektrizitäts AG" und heutige Nachfolgefirma E.ON sehr eng.

Das Kasseler Kraftwerk an der Dennhäuser Straße war früher ein "selbständiges Werk", hat jedoch eng mit dem Borkener Werk zusammen gearbeitet. Dies waren oft personelle Aushilfen; aber auch andere Gründe machten eine enge Zusammenarbeit oft nötig. Durch das "elektrische Überlandnetz" bzw. "Freileitungsnetz" waren die Verknüpfungen in einem weiteren wichtigen Bereich der Energieverteilung gegeben.

Hessisches Braunkohle- und Bergbaumuseum

Das Hessische Braunkohle- und Bergbaumuseum in Borken führt mit nachempfundenen Grubenanlagen und einem Freiluftgelände - dem so genannten "Themenpark" - die Funktionsweise eines Kraftwerk realistisch vor.

Hier wird die Geschichte der im 20. Jahrhundert zu Ende gegangene Bergbau- und Kraftwerkarbeit der Nachwelt erhalten.

Auch das große und tragische Grubenunglück am 1. Juni 1988 in Stolzenbach wird dargestellt, bei dem seinerzeit 51 Kumpel starben.

Das Museum ist untergebracht im Gebäudeteil "Altes Amtsgericht" (mit den angegliederten unterirdischen nachempfundenen Grubenanlagen), erstreckt sich aber auch auf ein Freiluftgelände - den so genannten "Themenpark" -, wo mit Großgeräten, elektrischen Abraumzügen und einem "Minikraftwerk" die Funktionsweise eines Kraftwerk realistisch vorgeführt wird.

Ausführlich wird auf die Borkener Region als Sitz eines der "wichtigsten Unternehmen in Nordhessen", der "Preag" eingegangen. Auch heute noch ist Borken für das "e.on-Stromleitungsnetz" ein wichtiger Knotenpunkt.

Rekultivierung

Hessisches Braunkohle- und Bergbaumuseum in Borken
Stadtkirche Borken

Die Universität Kassel war seinerzeit und wohl auch noch heute noch maßgeblich über ihre "landwirtschaftliche Sparte" an der Rekultivierung bzw. der auch teilweise der Natur überlassenen ehemaligen Tagebauflächen - im besonderen "Löcher" und "Kippen" - beteiligt.

Hierbei "durften" sich einige der "Löcher" mit dem einquellenden Grundwasser füllen, das hier aus dem Buntsandstein im Untergrund mit erheblichem Druck "einströmt"; der naheliegende Kellerwald speist wohl diesen Schatz. Der größte dieser nun entstandenen Seen, ist der ehemalige Tagebau "Altenburg IV", südwestlich an Borken angrenzend.

Er bleibt "naturbelassen", ist eingezäunt und das Ufer darf nicht betreten werden; allerdings kann von entsprechenden Standpunkten, auch Aussichtstürmen, die sich neu entwickelnde Flora und Fauna, besonders die Vogelwelt besichtigt und bestaunt werden.

Für Surfer gibt es einen ehemaligen Tagebau, den "Singliser See", seit kurzem ist dort auch Aqua-Golf möglich. Allerdings ist der See nicht gut zum Baden geeignet, da durch das Verkippen von schwefelhaltiger "Kraftwerksasche" das Wasser zu "sauer" ist. Die Borkener Marinekameraden haben hier ein ausgemustertes Schnellboot der Bundesmarine - als Clubraum umgestaltet - "vor Anker liegen".

Für die Badefreudigen gibt es nahe am Autobahnanschluss (A 49) den Badesee Stockelache. Ein weiterer See, das Restloch des Tagebaus Gombeth, ist im "Entstehen".

Geschichte

WappenBorken.jpg

In einer Schenkungsurkunde von Karl dem Großen an das Kloster Hersfeld vom 5. Januar 775 wird Borken erstmals urkundlich erwähnt.

Der Ort blickt allerdings auf eine sehr viel ältere Siedlungsgeschichte zurück.

Am 9. November 1317 unterzeichneten der hessische Landgraf Otto I. von Hessen und Graf Johann I. von Ziegenhain einen Vertrag zur Gründung der Stadt Borken.

Zum hessischen Amt Borken gehörten 1372 die Ortschaften Herboldshausen und Heckenhausen als Bestandteile der Stadt Borken.

Im Hessischen Bruderkrieg war Borken zwischen Heinrich III. von Hessen-Marburg und seinem Bruder Landgraf Ludwig II. stark umkämpft und wurde im Jahre 1469 verwüstet.

In der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Stadt in den Jahren 1631, 1635 und 1636 wiederholt geplündert.

Zur Zeit des Königreichs Westphalen (1807-1813) war Borken dann Sitz einer Kantonalsverwaltung im damaligen Distrikt Hersfeld.

Das Meyersche Konversationslexikon beschreibt Borken in seiner Vierten Auflage (1885-1892) als Alte Stadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Homberg, 205 m ü. M., am Olmsbach und der Eisenbahnlinie Kassel-Frankfurt a. M., mit Amtsgericht und (1880) 1248 meist evang. Einwohnern.

Borken gehörte einst zum Landkreis Homberg, ab 1932 dann zum Landkreis Fritzlar-Homberg.

1974 wurden im Rahmen der hessischen Gebietsreform in Hessen die Landkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain zum heutigen Schwalm-Eder-Kreis zusammengefasst.

Die Gemarkung der Kernstadt Borken wurde 1996 um ca. 11ha erweitert, da diese Fläche, im Bereich des ehemaligen Kraftwerks, von der Gemarkung Kleinenglis abgetrennt wurde und der Gemarkung der Kernstadt hinzugefügt wurde.

Kirchen

Persönlichkeiten

  • Ernst Koch, Jurist und Dichter; er wurde in Singlis, am "Ufer der Schwalm", am 3. Juni 1808 im Haus seines Großvaters, des Vogts der Universität Marburg, Conrad Hermann Murhard, geboren. Sein Vater, Karl Georg Koch, war seinerzeit Friedensrichter (nach dem Recht des Königreichs Westfalen) in Oberaula.

Politik

Ende einer Ära: Bei den Wahlen zum neuen Stadtoberhaupt 2016, am 09. September 2015, gelang es dem FWG-Kandidaten Marcel Pritsch-Rehm, sich gegen Carsten Schletzke (SPD) überraschend deutlich mit 68,6 % aller abgegebenen Stimmen durchzusetzen. Am 01. Januar 2016 stellt damit erstmals im Schwalm-Eder-Kreis eine Freie Wählergemeinschaft den Rathauschef.

Darüber hinaus ist dann - seit Kriegsende 1945 - das Amt eines Bürgermeisters in Borken (Hessen) erstmals nicht mehr von einem SPD-Angehörigen besetzt. Die Wahlbeteilung betrug 60,1 %.

Parteien

Wahlkreise

Bundestag

Landtag

Schwalm

Bei Borken-Kerstenhausen - dem Bereich der AS-Borken der Autobahn A 49/ Bundesstrasse B 3 - verlässt die Schwalm durch die sogenannte Schwalmpforte (zwischen der "Hundsburg" und der vermutlichen Keltenwohn- oder Kultstätte, der "Altenburg") den "Kellerwald-Bereich", um nun Wabern und der Eder zuzueilen.

Für den schon angeführten Braunkohleabbau wurden in früheren Jahren auch einige "kleinere" Verlegungen notwendig. Trotzdem konnte der Schwalm ihren eigenen Charakter erhalten.

siehe auch

Marinekameradschaft Borken (Vereinsheim)

Verkehrsanschluss

Eisenbahn

Die Bahnstrecke von Kassel nach Frankfurt, früher "Main-Weser-Bahn" genannt, führt westlich an dem großen naturbelassenem See der Borkener Seenlandschaft vorbei. Es bedurfte früher besonderer Maßnahmen, dass der Bahnverkehr nicht beeinträchtigt wurde. Hin und wieder musste sogar ein Großgerät die Bahnstrecke queren, aber das musste dann die Logistik von Bahn und "Preußen Elektra" gemeinsam schultern.

Die Eisenbahn war von den damals herrschenden Kasseler Kurfürsten noch vor der "Preußenzeit" im 19. Jahrhundert gebaut worden. Für viele Borkener war und ist das Pendeln zur Arbeit mit der Bahn nach Kassel alltägliche Gewohnheit, womit eine wichtige Verbindung mit Kassel bestand und heute noch immer besteht.

VW Käfer-Modell "Lucy"
Künstler: Schülerinnen der Klasse 9 der Gustav-Heinemann-Schule in Borken.
s. dazu: Käfer-Modelle aus der VOLKSWAGEN Stadt Baunatal

Straßenverkehr

Borken ist über die Autobahn A 49 und die Bundesstrasse B 3 an das überörtliche Strassennetz angebunden.

Wandern und Radwandern

Radwandern

Der Schwalm-Eder-Kreis hat seit 1990 ein regionales Radroutennetz entwickelt, dass im Jahr 2006 11 Routen umfasste. Zusätzliche verlaufen durch den Landkreis drei hessische Radfernwege. In Planung befinden sich darüber hinaus neun nationale Routen, von denen zwei auch in den Schwalm-Eder-Kreis führen.

Der "Schwalm-Radweg" ist das neueste Großprojekt. Er soll künftig von der Quelle im Vogelsberg südlich von Alsfeld bis zur Mündung in die Eder bei Felsberg über ca. 100 km verlaufen und schafft damit eine zusätzliche Nord-Süd-Route durch Hessen, denn im Volgelsberg schließt sich der Vulkan-Radweg in das Kinzigtal und das Rhein-Main-Gebiet an. Im Schwalm-Eder-Kreis kreuzt der künftige Schwalm-Radweg in Schwalmstadt die nationale Mittelland-Route, bei Borken den R 5 und trifft in Felsberg auf den Eder-Radweg. Auf die Fertigstellung bis 2008 kann realistisch gehofft werden. Der Schwalm-Radweg soll ebenfalls wegen seiner überegionalen Bedeutung hessischer Radfernweg werden.

Wandern

Der Borkener Braunkohle-Rundwanderweg vermittelt auf vier Teilstrecken die landschaftlichen Folgen des Bergbaus. Er führt zum Borkener See, der Gombether Grube oder der Gedenkstätte Stolzenbach.

Wussten Sie schon ...

  • ... dass Borken bis 1469 eine Burg besaß und der Name der Stadt von diesem Wort abgeleitet ist? (Friedrich Döring, Kleinenglis)

siehe dazu auch:

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung: Liste der Mittelstädte


Stadtteile der Stadt Borken
WappenBorken.jpg

Arnsbach | Borken | Dillich | Freudenthal | Gombeth | Großenenglis | Haarhausen | Kerstenhausen | Kleinenglis | Lendorf | Nassenerfurth | Pfaffenhausen | Singlis | Stolzenbach | Trockenerfurth


Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis
WappenSchwalmEderKreis.jpg

Bad Zwesten | Borken | Edermünde | Felsberg | Frielendorf | Fritzlar | Gilserberg | Gudensberg | Guxhagen | Homberg | Jesberg | Knüllwald | Körle | Malsfeld | Melsungen | Morschen | Neuental | Neukirchen | Niedenstein | Oberaula | Ottrau | Schrecksbach | Schwalmstadt | Schwarzenborn | Spangenberg | Wabern | Willingshausen