Bonifatius

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Der Mönch Winfrid, genannt Bonifatius bekam im Jahre 723 von Rom den Auftrag zur Missionsarbeit "in pago hassorum", im Lande Hessen (Althessen), womit im Mittelalter Nordhessen gemeint war.

Bekannt wurde seine Missionsarbeit durch das Fällen der sogenannten Donar-Eiche im Jahre 723 bei dem Ort „Geismar“, die einer heidnischen Gottheit geweiht war. Bonifatius fällte die Eiche, ohne dass ihn der von den Einheimischen erwartete Zorn Donars traf und baute aus dem Holz eine Kirche, die dem heiligen Petrus geweiht wurde. Dieses Ereignis gilt als Beginn der Christianisierung, nicht nur in diesem Bereich des heutigen Bistums Fulda.

Die Donar-Eiche in Geismar

Gemeinhin wird angenommen, dass die Donar-Eiche in dem Ort Geismar bei Fritzlar stand. Dafür spricht auch die spätere Gründung eines Klosters in der Stadt Fritzlar durch Bonifatius. Sichere geschichtliche Erkenntnisse gibt es dazu allerdings nicht. Ebenso findet man die Überzeugung, dass die Donareiche in dem etwa 50 km weit entfernten Hof-Geismar in Nordhessen gestanden haben könnte. Auch hier gab es schon früh eine dem heiligen Petrus geweihte Holzkirche, eine Vorgängerkirche der späteren Petrikirche in der Hofgeismarer „Petristadt“.

In den Erinnerungen des Paters Theodor Bogler heißt es dazu: „Meine Wiege stand in einem kleinen Städtchen des nördlichen Hessengaus, das mit wenigen anderen Orten der weiteren Umgebung sich um die Ehre streitet, dass ein Sohn des heiligen Benedikt, der große Apostel der Deutschen, St. Bonifatius, hier die Donareiche gefällt habe. Bei einer Jubiläumsfeier der katholischen St. Petruskirche meiner Heimatstadt (gemeint ist die heutige katholische Pfarrkirche in Hofgeismar) im Jahre 1948 habe ich mich in der Festpredigt denen angeschlossen, die den Beweis für erbracht halten, es habe sich bei uns jenes für die Bekehrung der Hessen zum Christentum so bedeutende Ereignis abgespielt."

aus: Theodor Bogler, Jugendzeit in Hofgeismar, in: Heimatjahrbuch – Landkreis Kassel 1973, S. 49 ff.

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