Bodenfelde

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Ev. Kirche in Bodenfelde

Bodenfelde ist eine Gemeinde im Landkreis Northeim am Rande des Naturparks Solling-Vogler in Südniedersachsen mit etwa 3.500 Einwohnern.

Ortsteile sind - neben dem Kernort Bodenfelde - Amelith, Nienover, Polier und Wahmbeck.

Geografie

Der Kernort Bodenfelde liegt im Süden des Naturparks Solling-Vogler im Tal der oberen Weser zwischen dem Solling im Norden und dem Reinhardswald im Süden. Westlich erheben sich der Kahlberg (224.7 m) und südöstlich der Feldberg (217.4 m) sowie der Höhenzug Kiffing.

Südwestlich von Bodenfelde liegt unmittelbar an der Weser - gegenüber dem nordhessichen Ort Gewissenruh - der Ortsteil Wahmbeck, nördlich von Bodenfelde liegen - im Tal des Reiherbachs im Solling - die Ortsteile Nienover und Amelith.

In Wahmbeck überquert seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts eine Auto- und Personenfähre die Weser.

Der Kernort Bodenfelde - mit einer Holzkohlefabrik am Ortseingang - verfügt auch über einen Regionalbahnhof.

Geschichte

Die Ortsteile von Bodenfelde blicken auf eine lange Siedlungsgeschichte zurück.

Bereits im Jahre 833 wird Bodenfelde als Feldsiedlung in einer Urkunde erwähnt und begeht im Jahre 2008 seine 1175-Jahr - Feier.

Blick auf Bodenfelde und zum Solling
Weserblick
Evangelische Kirche
Gemeindeverwaltung

Der Ortsteil Wahmbeck wurde erstmals im Jahre 1031 erwähnt und die ehemalige Gemeinde Nienover – entstanden aus den ursprünglichen Ortschaften Nienover, Amelith und Polier – wurde im Jahre 1144 urkundlich genannt. Zuvor bestand in Nienover schon das Schloss, ehemals Sitz der Grafen von Dassel, das später zum Jagdschloss und Amtssitz umgebaut wurde und heute von der Universität Göttingen genutzt wird.

Seit dem Mittelalter wurden die Solevorkommen bei Bodenfelde zur Salzgewinnung genutzt, bevor die Salzproduktion in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zum Erliegen kam.

Als sich im Dreißigjährigen Krieg auch im Solling Überfälle unterschiedlicher Söldnerheere häuften (vgl. dazu auch den Artikel: Dreißigjähriger Krieg - Söldnerheere im Solling), griffen die Bauern in den 1620-er Jahren wie im Harz und in der Heide zur Selbsthilfe. Mehrere hundert Männer aus den Sollingdörfern sowie einige „verlaufene Knechte“ bewaffneten sich und legten im Wald Verstecke an. Einer ihrer Anführer wurde Stoffel Winkel aus Lippoldsberg.

Allmählich wurden die Aktivitäten der schlecht bewaffneten Bauernhaufen für die Obrigkeiten immer bedrohlicher. So musste der Braunschweiger Herzog Friedrich Ulrich am 17. Mai 1627 feststellen, dass sich im „Harz und im Solling viele Untertanen zusammenrottierten und sich zur Plackerei, Niederwerfung, Landzwingerei und Mordbrennerei“ gebrauchen ließen. Er drohte den Aufrührern, die im „räuberischen Leben“ verharren wollten, mit Tillys Soldaten und dem Tod.

Stoffel Winkel wurde letztlich bei einer Auseinandersetzung mit einem „Mitgesellen“ in Bodenfelde erschossen. Seine „Mitconsorten“ begruben ihn am 14. Juli 1627 in seinem Heimatdorf.

Nur langsam konnte sich die Landwirtschaft von den Folgen des Krieges erholen. Daneben haben im 18. Jahrhundert einige Brauer und bis zu vier Branntweinbrennereien (1733) im wirtschaftlichen Leben von Bodenfelde eine Rolle gespielt, dazu einige Schiffsbauer und Schiffer.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte Bodenfelde zum Königreich Westphalen, das nach dem Frieden von Tilsit im Jahre 1807 mit König Jérôme, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, an der Spitze errichtet worden war. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurde das Königreich Westfalen aufgelöst und durch den Wiener Kongress 1814/ 1815 die alten Regierungsstrukturen weitestgehend wiederhergestellt. Auch das von Napoleon aufgelöste Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (auch Kurhannover genannt) wurde als Königreich Hannover neu errichtet.

Im Jahre 1866, im sog. Deutschen Krieg zwischen Preußen und Österreich, verlor das Königreich Hannover seine Unabhängigkeit und auch Bodenfelde wurde preußisch. Nach dem Sieg der preußischen über die hannoveraner Truppen im Jahre 1866 wurde das ehemalige Königreich Hannover zur preußischen Provinz Hannover.

Bodenfelde gehörte ab dem Jahre 1885 zum damals neu gegründeten Kreis Uslar, der im Zuge der Gebietsreform in der Provinz Hannover durch die Zusammenlegung der Ämter Uslar, Nienover, Lauenförde und Adelebsen entstand, bevor er 1932 in den Kreis Northeim eingegliedert wurde.

Bescheidenen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr die Gegend um Bodenfelde im 19. Jahrhundert durch die Holzverkohlungsindustrie, die Holzflößerei sowie den Bau der Eisenbahnlinien Bodenfelde - Göttingen und Bodenfelde - Northeim.

Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen entstand am 1.3.1974 aus den Ortschaften Bodenfelde, Nienover und Wahmbeck die Gemeinde „Flecken Bodenfelde“, benannt nach einer historischen Bezeichnung für eine Gemeinde mit stadtähnlichen Rechten, die schon früh über Marktrechte verfügte.

Eine Partnerschaft mit der österreichischen Gemeinde Spital am Pyhrn besteht seit dem Jahr 1977.

Im Jahre 2003 wurde im Salzkottenpark ein Gedenkstein mit den Namen von 20 während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ermordeten jüdischen Mitbürgern errichtet, die in Bodenfelde gelebt haben.

Im Jahre 2008 feierte Bodenfelde die 1175-Jahr-Feier, gemeinsam mit dem Musikverein Bodenfelde, der sein 30-jähriges Jubiläum feierte.

Radwandern und Wandern

Die "Hessen" weseraufwärts bei Bodenfelde

Aus Richtung Hann. Münden (Start) verläuft der Weser-Radweg entlang der Weser bis nach Oberweser (25,0 km) und weiter nach Lippoldsberg (30,0 km), Bodenfelde-Wahmbeck (35,0 km) und Bad Karlshafen (45,0 km). Von dort schliesst sich eine mehr als 400 km lange Strecke bis nach Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven an.

Der nahe Solling ermöglicht zahlreiche Ausflüge in die Natur und die großen Waldgebiete laden zum Wandern ein.

Interessant ist auch eine Wanderung durch das Hutewaldprojekt am Reiherbach. Mit dem im Sommer 2000 begonnenen Projekt wurde im südlichen Solling eine neue Form der Beweidung gestartet. Ein Wanderweg führt durch das Hutewaldgehege, mit dem Lebensräume zahlreicher gefährdeter einheimischer Tiere aber auch Pflanzenarten bewahrt werden sollen.

Schüttenhoff und andere Feste

Gedenkstein der Schüttenhoffgarde

Schüttenhoff

Seinen Ursprung hat der historische „Schüttenhoff“ (Schützenhof) im Jahre 1674 als Fest, bei dem die Männer das Schießen trainierten.

Daraus entwickelte sich ein Spektakel, bei dem das Schießen heute kaum noch eine Rolle spielt und bei dem ein theatermäßig inszeniertes Schauspiel nach festgelegten Regeln im Vordergrund steht.

Pfingsten 2009 soll der nächste „Schüttenhoff“ stattfinden.

Kirmes

Regelmäßig am zweiten Wochenende im November findet in Bodenfelde die Kirmes statt.

1175-Jahr-Feier in 2008

Die Festmeile auf der Blumenstraße und auf dem Nienoverer Weg war der Mittelpunkt des Heimatfestes, das in Bodenfelde anlässlich des 1175-jährigen Bestehens im August 2008 gefeiert wurde. Bodenfelder Vereine und Einrichtungen, Firmen und Verbände präsentierten sich nach einem Bericht in der HNA unter dem Motto "Vom Mittelalter bis zur Neuzeit". Mit dabei waren Waschfrauen aus dem Ort, Salzsieder vom Heimatverein, Korbflechterinnen vom Tennis-Club, Kräuterfrauen der Nachbarschaftshilfe, Schauspieler vom Freibad-Förderverein, Sensenmäher und viele Handwerker oder die Schüttenhoff-Einheiten. Dazu gehörte auch ein größerer Vergnügungspark auf dem Festplatz und viele Stände, an denen Essen und Getränke angeboten wurde.

Sehenswürdigkeiten

siehe auch

Weserflößer

Im Jahre 2008 veranstalteten das „Büro am Fluss - Lebendige Weser e.V.“ und die „Flößerfreunde Reinhardshagen“ eine Floßfahrt auf der Weser von Reinhardshagen nach Bremen.

Damit wurde an das uralte Gewerbe der Weserflößer erinnert und eine historische Flusslandschaft neu entdeckt.

Etwa 360 Kilometer haben die Teilnehmer aus Reinhardshagen dabei auf ihrem Weg nach Bremen zurückgelegt und viele tausende Menschen haben die Reise vom Ufer aus verfolgt.

Der zweite Haltepunkt auf der Reise lag - nach dem Start in Veckerhagen und einem ersten Zwischenstopp in Gieselwerder - am 13. Juli 2008 in Bodenfelde.

Weblinks


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