Benutzer:RVahrenkamp

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Geschichte der Autobahnbrücke Bergshausen Die Geschichte dieser Brücke reicht auf das Jahr 1934 zurück, als Todt seine Einwilligung für die Planung des Südkreuzes Kassel gab ( vergl. R. Vahrenkamp: Der Autobahnbau 1933 – 1943 und das hessische Autobahnnetz, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Band 109, 2004). Damals wurde bereits angenommen, dass eine Linie von Kassel nach Westen in Richtung Dortmund-Köln gebaut werden sollte, und das Kreuz schuf dafür den notwendigen Abzweig. Die Betonierung der Unterführungen des Kreuzes wurde im Jahre 1937 vorgenommen. An der Autobahnbrücke über die Fulda bei Bergshausen bei Kassel lässt sich ablesen, wie im Autobahnprojekt der NS-Zeit verschwenderisch geplant wurde und ein großartiger Auftritt gesucht wurde. Mit der Monumentalität der 698m langen und im Jahre 1935 geplanten Brücke sollte der Herrschaftsanspruch des NS-Regimes unterstrichen werden. Zum Bau der Brücke kam es jedoch nicht mehr. Nur noch die Gründung der Fundamente für die Brückenpfeiler geschah noch im Jahre 1941. Autobahnbrücke bei Bergshausen. Aufnahme aus dem Jahre 2006


Der Bau der Brücke konnte aber nur zu Lasten der Gemeinde Bergshausen geschehen, die neben der Brücke liegt und den Lärmabstrahlungen des Verkehrs ausgesetzt ist. Diese mit dem Herrschaftsanspruch des NS-Regimes verknüpfte Brücke wurde jedoch ironischer Weise erst in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1959-1962 mit Kosten von 19 Mio. DM (zunächst zweispurig) erbaut und mit einem Autobahnteilstück versehen, das bis zum VW-Werk Kassel reichte und daher als Werksanschluß an das Autobahnnetz angesehen werden mußte. Indem man den Brückenbau mit der Formel rechtfertigte, einen „hochwasserfreien Übergang über die Fulda“ zu schaffen, blieb die Höhe der Brücke von 50 Metern unerwähnt. Als Alternative dazu hätte auch die Südtangente von Kassel dienen können, die bereits seit längerer Zeit in der Diskussion war, aber erst 1981 eröffnet wurde und damit die Brücke eigentlich überflüssig machte. Dass man nicht bereits 1959 die Südtangente als eine demokratisch-ökologische Alternative zum NS-Autobahnbau gewählt hatte, zeigt auf erschreckende Weise die Kontinuität der NS-Planungen in der Bundesrepublik auf.