Bad Zwesten

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bad Zwesten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 4300
Postleitzahl: 34596
Vorwahl: 05626
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeverwaltung: Ringstr. 1, 34596 Bad Zwesten
Website: Bad Zwesten
Bürgermeister: Michael Köhler

Bad Zwesten Heilbad und Luftkurort im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen mit etwa 4.300 Einwohnern. Die Gemeinde Bad Zwesten liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen B 3 und B 485, ca. 40 Km südlich von Kassel.

Geschichte

Zwesten wurde im Jahr 817 in den Aufzeichnungen des Mönches Eberhard erstmalig als "Tuwesten" erwähnt. Um das Jahr 1000 erfolgte der Bau einer ersten Kirche.

  • 1338 wurde der Ort "Twisten" genannt. In 1504 wurde erstmalig eine Mühle erwähnt. Die sogenannte "Zwestener Bluthochzeit" fand im Jahr 1538 statt.
  • Ab 1616 wird nur noch die Schreibweise "Zwesten" für den Ortsnamen genutzt. Im dreißigjährigen Krieg werden die Dörfer Zwesten, Niederurff, Oberurff und Kerstenhausen von den Truppend des kaiserlichen Generals Böninghausen zerstört.
  • 1653/54 wird die Kirche, als Wehrkirche, wieder aufgebaut. Im Jahr 1661 taucht erstmals die Bezeichnung "Schulmeister" in den alten Unterlagen auf. Während des siebenjährigen Krieges befindet sich Ende März 1761 das Hauptquartier der französichen und österreichischen Truppen in Zwesten.
  • Im Jahr 1769 wird erstmals die jüdische Synagoge erwähnt, die jedoch 1968 im Rahmen der Dorfsanierung abgerissen wurde. Eine Gedenktafel erinnert heute an den Standort der Synagoge in der Schulstraße. 1832 wurde der Schulneubau (heute Rathaus) fertig gestellt. 1873 wird eine Kaiserliche Postagentur eröffnet.
  • Im Jahr 1895 erfolgt die Gründung des "Darlehnskassenvereins" (Raiffeisenverein). 1903 wurde mit dem Bau der Wasserleitung begonnen. Der 1. Weltkrieg hinterläßt in Zwesten seine Spuren und man hat den Verlust von 42 gefallenen Soldaten zu beklagen.
  • 1923 nimmt das Kraftwerk in Borken seine Arbeit auf und zahlreiche Zwestener finden hier Lohn und Brot.
  • 1926 erfolgte ein Schulneubau in der heutigen Schulstraße. Im strengen Winter 1928/29 friert die Wasserleitung zu bzw. kaputt und in Zwesten herrscht Wassermangel. Im Rahmen der Progromme wandern in 1933 von 84 Juden 38 Juden aus.
  • Im Jahr 1939 zählt die Einwohnerzahl von Zwesten nur noch 6 Juden, die im Jahr 1941 leider deportiert werden. Zahlreiche "Stolpersteine" im Ort erinnern heute an die Wohnhäuser der Zwestener Juden. 1943 erfolgt die Bombardierung der Ederseesperrmauer und der Stadt Kassel. Dadurch wurden 334 Evakuierte in Zwesten untergebracht.
  • Am 30.03.1945 befreiten amerikanische Truppen Zwesten vom Nationalsozialismus. Über 100 gefallene bzw. vermisste Soldaten werden nach dem 2. Weltkrieg von den Zwestener Bürgern betrauert.
  • Mit der Währungsreform im Jahr 1948 wagten auch die Zwestener Bürger einen Neuanfang. Im Jahr 1954 wird mit dem Bau der öffentlichen Kanalisation begonnen, die im Jahr 1956 fertiggestellt wird.
  • 1955 können wieder erste Feriengäste begrüßt werden. 1963 wird der Grundstein für die Altenburgschule gelegt.
  • 1972 erfolgt im Rahmen der Gebietsreform der Zusammenschluß der ehemals selbständigen Gemeinden Betzigerode, Niederurff, Oberurff-Schiffelborn, Wenzigerode und Zwesten zur Großgemeinde "Zwesten". Oberurff und Schiffelborn hatten sich bereits im Jahr 1964 freiwillig zusammen geschlossen.
  • 1972 wird die Kläranlage in Zwestenin Betrieb genommen. 1973 auch die Kläranlage Urfftal für die Ortsteile Niederurff und Oberurff-Schiffelborn. 1973 überschreitet die Einwohnerzahl erstmalig die magische Grenzen von 3000.
  • 1983 wird Zwesten an das Erdgasnetz angeschlossen. Die Ortsteile Betzigerode und Wenzigerode werden an die Kläranlage in Zwesten angeschlossen. In den Jahren 1983 bis 1989 erfolgt die Dorferneuerung, in deren Rahmen auch der "Platz an der Sandkaute" und der "Rathausplatz gestaltet werden. Im Jahr 1985 können "750 Jahre Oberurff" und "900 Jahre Niederurff" gefeiert werden.
  • 1986 wird ein Partnerschaftsvertrag mit der französischen Stadt Chaumont-en-Vexin geschlossen.
  • 1989 wird ein neuer Kindergarten mit 88 Plätzen fertiggestellt.
  • Seit 1992 verbindet Zwesten eine Partnerschaft mit der Gemeinde Finsterbergen in Thüringen. 1996 wird das Heimatmuseum eröffnet, der Ortsteil Betzigerode feiert sein 700-jähriges Bestehen und der Kindergarten am "Betzigeröder Weg" wird eingeweiht.
  • 1999 wird ein Jugendzentrum geschaffen, um das sich ein hauptamtlicher Jugendpfleger kümmert. * 2002 erhält Bad Zwesten die Auszeichnung "familienfreundliche Kommune". Der Ortsteil Wenzigerode feiert 2003 sein 675-jähriges Bestehen.

Entwicklung des Fremdenverkehrs und Kurbetriebes

Die Gemeinde Zwesten verfügt über eine Mineralquelle die 1914 als "Löwensprudel" erstmals gefasst wird. Im Jahr 1922 erfolgte daraufhin die Gründung der Firma "Zwestener Löwensprudel". 1926 wird der Brunnentempel über der Quelle fertiggestellt und Mitte der 20er Jahre kommen die ersten Feriengäste nach Zwesten. Im Jahr 1929 gründet sich der Verkehrs- und Verschönerungsverein (heute Kur- und Verkehrsverein). 1931 wird der Kurpark am Löwensprudel angelegt und 1932 die Quelle "Löwensprudel" durch Erlass des Preußischen Ministers für Volkswohlfahrt als gemeinnützig anerkannt. 1955 kommen, nach dem 2. Weltkrieg, die ersten Feriengäste mit einem Reisebus an. In 1960 werden bereits wieder über 8.000 Übernachtungen gezählt und der "Löwensprudel" wird "staatlich anerkannte Heilquelle". 1962 wird der Campingplatz eröffnet. 1963 erfolgt der Bau des Aussichtsturms auf der Altenburg und Zwesten erhält das Prädikat "Staatlich anerkannter Erholungsort". Im Jahr 1972 wird die Hardtwaldklinik I eröffnet. 1975 wird dem Ort das Prädikat "Staatlich anerkannter Luftkurort" verliehen und 1977 öffnet die Hardtwaldklinik II ihre Pforten. Das Kurzentrum mit Hallen-Bewegungsbad und Kurmittelpraxis wird 1978 eingeweiht. 1982 wird der erste Bauabschnitt des "neuen Kurparks" zwischen Ort und den Hardtwaldkliniken eingeweiht. 1986 erfolgt die Verleihung des Prädikates "Heilquellen-Kurbetrieb" und die Bestätigung des Prädikates "Luftkurort". Zwesten wird Mitglied im "Verband Hessicher Heilbäder" und im "Deutschen Bäderverband e.V.". 1999 erfolgt die Erweiterung des Kurzentrums zum Kurhaus mit Veranstaltungssälen, Trinkkurbereich, Leseraum und Funktionsräumen. Bei der Einweihung eines weiteren Bauabschnittes im Kurpark am Kurhaus, erhält die Gemeinde Zwesten die Urkunde mit dem Prädikat "Heilbad" aus den Händen des Hessischen Wirtschafsministers. Anläßlich der Feierlichkeiten zur 1175-Jahr-Feier, am 21. August 1992, überreicht der damalige Hessische Innnenminster Heribert Günther die Urkunde zur Namensänderung von "Zwesten" in "Bad Zwesten". 1997 wird das Hallen-Bewegungsbad um ein Rundbecken erweitert und ein neuer Abschnitt des Kurparks am Kurhaus, mit begehbarer Sonnenuhr und Rosengarten, kann eingeweiht werden. In den Jahren 2001 bis 2002 erfolgt der Umbau des Wehrturms der Burgruine Löwenstein zum Aussichtsturm und die Prädikate "Heilbad", "Luftkurort" und "Heilquellen-Kurbetrieb" werden überprüft und bestätitgt. 2002 wird der Kurpark am Kurhaus um einen "Klangerlebnispfad" erweitert. Nachdem der Waldcampingplatz in 2002 sein 40-jähriges Bestehen gefeiert hat, kann die Erweiterung des Platzes im Jahr 2003 gefeiert werden. Der Kunstwanderweg "ARS NATURA" und der Kellerwaldsteig werden 2004 zum Bestandteil des Bad Zwestener Wanderwegenetzes. Ebenso werden Terrainkurwege, der Planetenweg, der "Keltenweg - der archäologische Wanderweg auf der Altenburg" und ein Nordic-Walking-Park angelegt. 2006 folgen noch der "Landwirtschaftliche Lehrpfad" und der Rundwandeweg X 8 a "ARS NATURA", der sich mit 12,5 Km gut für eine Halbtagestour eignet. Somit verfügt Bad Zwesten über ein umfangreiches Netz an Themen- und Rundwanderwegen. 2005 wurden 2/3 aller Beherbergungsbetriebe nach den Richtlinien des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes bzw. Deuschen Tourismus Verbandes zertifiziert. In 2007 folgt die Klassifizierung von 19 Betrieben als "Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland" nach den Richtlinien des Deutschen Wanderverbandes.

Ortsteile

1285 als Urf inferior erwähnt, während die Burg Urff schon 1272 genannt wird. Der Ort hatte wechselnde Besitzer. 1509 wird der Ort in einer Fehde mit dem Grafen von Waldeck zerstört. 1596 wird er an den Hessischen Landgrafen verkauft. Dem Ort wird dabei das Marktrecht genommen. Niederurff wird von der Urff durchflossen und besitzt eine Wehrkirche, die um 1500 errichtet wurde. Viele alte Fachwerkhäuser prägen das Ortsbild von Niederurff. Neben der Alten Pfarrei ist der Ratskeller, das ehemalige Amtshaus, eines der imposantesten Gebäude im Ort. Dies Gebäude weist darauf hin, daß Niederurff im Mittelalter Marktflecken mit eigener Brauberechtigung gewesen ist und dokumentiert so die geschichtliche Bedeutung des Ortes. Das Rathaus war also gleichzeitig Brauhaus und dürfte von jeher eine Gastwirtschaft beherbergt haben. Der Unterbau des Hauses besteht aus rotem Sandstein. Darauf wurde ein früher rot verputztes Fachwerk-Stockwerk aufgebaut, das dem Gebäude auch den Namen „Rotes Häuslein“ eintrug. An der rechten Seite neben der Eingangstür ist ein Relief zu erkennen, das Adam und Eva unter dem Baume der Erkenntnis und daneben einen Weinstock zeigt. Der Stein trägt die Jahreszahl 1535. An der Fußschwelle des Fachwerks ist die Jahreszahl 1577 eingehauen. Früher waren an dem Hause noch Schandpfahl und Halseisen zu sehen, Zeichen richterlicher Gewalt, die einst von diesem Hause ausging. Eines Hauses, das sicher zu den schönsten Fachwerkhäusern der Umgebung zu zählen ist, das aber gleichzeitig auf die geschichtliche Bedeutung von Niederurff in früheren Jahrhunderten mit aller Deutlichkeit hinweist

1235 als Urf superior genannt. Besitzer waren die Grafen von Waldeck, die von Urff und von Löwenstein. 1778 gab es sechs adelige Höfe und einen Blechhammer. Das Ende des 19. Jahrhunderts von Prinz Philipp von Hanau errichtete Schloß dient jetzt als Verwaltungssitz der Jugenddorf-Christophorus-Schule. Am Fuße der Burg Löwenstein gelegen wurde Schiffelborn früher nach der Burg genannt. Der Ortsname taucht erst 1580 auf. 1964 schlossen sich Schiffelborn und Oberurff in einer ersten Gebietsreform zusammen. Der Wehrturm der ehemaligen Burg Löwenstein wurde in in den Jahren 2002 und 2003 restauriert und dient nun als Aussichtsturm mit einem herrlichen Ausblick in die Schwalmpforte, das Kurhessische Bergland und in den Naturpark Kellerwald-Edersee. Ab Beginn der Wandersaison 2008 wird es dort eine Jausenstation, direkt am Kellerwaldsteig geben.

1296 im Besitz derer von Westerburg und ging 1523 an Heinrich von Löwenstein. 1773 ließ Ernst-Ludwig von Heßberg eine kleine Fachwerkkirche bauen. Die neue Kirche stammt aus dem Jahr 1964. Betzigerode schmiegt sich idyllisch in ein enges Bachtal.

1349 erstmals urkundlich erwähnt. 1533 gehörte der Ort je zur Hälfte den Grafen von Waldeck und den Landgrafen von Hessen. Nach Auseinandersetzungen im Jahr 1716 zwischen Hessen und Waldeck wurde der Ort erst im Jahre 1738 Hessen zugesprochen. Von den Höhen rund um Wenzigerode hat man einen schönen Ausblick über das Schwalmtal und in das Wildunger Land. Am Ortsrand von Wenzigerode führt der ARS NATURA Wanderweg vorbei und Wenzigerode ist auch einer Ausgangspunkte für den ARS NATURA-Rundwanderweg X 8 a, der auf 12,5 Km Länge 10 Kunstwerke zeigt. Dieser Rundwanderweg bietet sich für eine halbtägige Schnupperrunde an.

Der Kellerwaldsteig in 12 Etappen

Zum Vergrößern anklicken

Der Kellerwaldsteig lässt sich in 12 Etappen auf sehr gut markierten, natur belassenen Wegen und Pfaden erkunden:


siehe auch

Weblinks


Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis
WappenSchwalmEderKreis.jpg

Bad Zwesten | Borken | Edermünde | Felsberg | Frielendorf | Fritzlar | Gilserberg | Gudensberg | Guxhagen | Homberg | Jesberg | Knüllwald | Körle | Malsfeld | Melsungen | Morschen | Neuental | Neukirchen | Niedenstein | Oberaula | Ottrau | Schrecksbach | Schwalmstadt | Schwarzenborn | Spangenberg | Wabern | Willingshausen