Bad Wilhelmshöhe

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Herkules
Herkules wasserspiele kaskaden unten ds 05 2006.jpg

Bergpark, Kurbetrieb und Fernbahnhof prägen den Stadtteil und Westen Kassels.

Bad Wilhelmshöhe ist ein Stadtteil im Westen von Kassel und nicht zuletzt durch den im Habichtswald gelegenen Bergpark Wilhelmshöhe ein gesuchtes Wohnquartier.

Ein Blick auf den Stadtteil

Der Kasseler Stadtteil mit heute etwa 12.000 Einwohnern entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert am oberen Teil der Wilhelmshöher Allee zwischen dem Stadtzentrum, dem Schloss Wilhelmshöhe und dem Bergpark. Ebenso finden sich in einem Teil des Stadtteils aber bis heute dörfliche Strukturen. Allmählich wuchs bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das Dorf Wahlershausen mit dem Villenvorort Mulang zusammen. Als Kaiser Wilhelm II. noch zur Sommerfrische in das nach ihm benannte Schloss kam, war der Bahnhof kaum mehr als ein Haltepunkt. Seit 20 Jahren gilt er mittlerweile als Kassels Tor zur Welt. Für den Stadtteil war und ist der IC-Bahnhof ein Motor der Entwicklung. Aus einem verschlafenen Quartier ist ein urbanes Zentrum mit modernen Bürohäusern, Hotels und einer Vielzahl von Fachgeschäften geworden. Es gibt Menschen, die an der Landgraf-Karl-Straße, an der Wilhelmshöher Allee oder an der Langen Straße wohnen, die wochenlang nicht in die Innenstadt kommen. Sie finden alles, was sie brauchen, vor ihrer Haustür.

Geografie

Bekannt ist Bad Wilhelmshöhe vor allem durch den nahe gelegenen Habichtswald und den Bergpark Wilhelmshöhe. Bad Wilhelmshöhe liegt am Fuß des Habichtswalds, die höchste Erhebung des zu Bad Wilhelmshöhe gehörenden Gebiets ist das Hohe Gras (615 m).

Im Nordwesten und Norden grenzt der Stadtteil an die zu Harleshausen gehörenden Gemarkungen und im Nordosten an Kirchditmold. Östlich des Bahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe liegen die Stadtteile West, Wehlheiden, weiter im Süden Süsterfeld-Helleböhn und Brasselsberg.

Der östliche Teil des Kasseler Stadtteils ist zumeist dicht bebaut. Der ursprüngliche und historische Ortsbezirks Wahlershausen bzw. des Rammelsbergs sind von dörflicher Bebauung und altem Fachwerk geprägt. Auf der südlichen Seite der Wilhelmshöher Allee, die einst das Stadt- und Parkschloss miteinander verband, befinden sich gründerzeitliche Quartiere etwa entlang der Landgraf-Karl-Straße.

Die Drusel durchfließt unterhalb des Straßenbahndepots den Stadtteil, später dann am Bundessozialgericht verrohrt.

Mit Stand: 31. Dezember 2010 hatte Wilhelmshöhe 11958 Einwohner (Ausländeranteil: 686 Einwohner = 5,7 Prozent).

Geschichte

Die Anfangsjahre

Als Wahlershausen 1906 eingemeindet wurde, gehörte die Villenkolonie Wilhelmshöhe bereits zu dem neuen Stadtteil. Dort war man schon in der Moderne angelangt. Als die Menschen in der Altstadt abends noch im trüben Licht der Gasfunzeln saßen, gab es im westlichsten Quartier der Stadt bereits elektrischen Strom.

ca.1895 Wilhelmshöhe bei Cassel Schlossteichstraße Hotel "KRONPRINZEN"
Quelle Friedrich Forssman
www.kassel-wilhelmshoehe.de

Dafür hatte der Unternehmer Gustav Henkel gesorgt, der auch die Herkulesbahn betrieb. Die beförderte in ihren Anfangsjahren Braunkohle aus dem Habichtswald ins Tal. Gustav Henkel nutzte den Grus als Brennstoff und trieb über Dampfmaschinen Dynamos an, die den Strom erzeugten. Und ganz nebenbei entstand zwischen den Villen an der Hunrodstraße auch das erste Kasseler Hallenbad. Beheizt durch die Abwärme aus dem Elektrizitätswerk und ausgestattet mit tropischen Pflanzen.

Das Palmenbad war eine Attraktion, der neue Stadtteil eine Bereicherung. Der sorgte regelmäßig für einen Hauch von großer, weiter Welt. Bis 1918 verbrachte Kaiser Wilhelm II. mit seinem Gefolge immer wieder einige Wochen auf seiner Sommerresidenz Schloss Wilhelmshöhe. Beim Besuch des englischen Königs Eduard VII. im August 1907 drängten sich 70000 Menschen vom Bahnhof bis zum Schloss.

Weniger begeistert von den Schönheiten vor Ort war offenbar Joachim Ringelnatz, der bei seinem Aufenthalt im Jahre 1922 lieber im legendären „Café Mulang“ saß und dichtete: "Ich brauche mindestens zwei Flöhe für einen Reim auf Wilhelmshöhe".

Nur einen Steinwurf entfernt vom Glanz und Glamour der Residenz ging es im dörflichen Wahlershausen eher beschaulich zu. Bereits im Jahr 1145 wurde die Keimzelle des Stadtteils erstmals urkundlich erwähnt, damals noch als Waldopheshusen. 3711 Einwohner hatte das Dorf im Jahr der Eingemeindung, eine eigene Pfarrei, eine öffentliche Volksschule und eine private Vorschule.

Schon damals waren die Villen immer dichter an das Dorf herangerückt, Geschäftsleute und Beamte konnten es sich leisten, hier zu bauen. Den dörflichen Charakter mit Kopfsteinpflaster und Fachwerk hat sich Wahlershausen in einigen Quartieren bis heute bewahrt.

Zwei Ereignisse haben den Stadtteil in der jüngeren Vergangenheit entscheidend geprägt und nach vorn gebracht. Als Werner Wicker im Jahr 1983 die Kurhessen-Therme eröffnete, war das der wichtigste Schritt auf dem Weg zur Anerkennung als Thermalsole-Heilbad 17 Jahre später. Ein Kurort mit Bad-Titel am Rande der Großstadt - das haben nicht viele Metropolen zu bieten. Da fiel es leicht, den alten Doppelnamen Wilhelmshöhe/Wahlershausen aufzugeben.

Ebenfalls ein Meilenstein für die Entwicklung war der Neubau des Bahnhofs Wilhelmshöhe. Seit 1991 ist der Fernbahnhof das Tor zur Welt für Kassel. Vom Bau des Atriums über das Anthroposophische Zentrum bis zu den Bürogebäuden an der Bertha-von-Suttner-Straße hat der Bahnhof einen enormen Schub gebracht.

Was jetzt noch fehlt, ist die Anerkennung des Bergparks als Weltkulturerbe.

Schon für einige Reisende des 18. und 19. Jahrhunderts waren der Bergpark Wilhelmshöhe und das Oktogon mit dem Herkules eine Sensation. Die Schriftstellerin Johanna Schopenhauer schrieb 1787 gar von dem achten Wunder der Welt. Und auch Georg Dehio, der im 20. Jahrhundert die maßgeblichen Handbücher für die Kunstdenkmäler verfasste, schwärmte: Die von dem italienischen Architekten Giovanni Francesco Guerniero gestaltete Anlage sei vielleicht das Grandioseste, was der Barock in Verbindung von Architektur und Landschaft gewagt habe.

Die Anerkennung als Bad

Mit dem Titel Bad darf sich Wilhelmshöhe seit 2001 schmücken. Die Kurhessen-Therme und die Habichtswaldklinik sind die Herzstücke des Kurwesens. Und natürlich der Bergpark mit seinen herausragenden Sehenswürdigkeiten Herkules, Wasserspiele, Löwenburg und Schloss.

Geschichtliche Daten

Schloss Wilhelmshöhe
Blick zum Herkules
  • 1145 Erwähnung von „Waldopheshusen“ in einer Urkunde, des Klosters Hasungen.
  • 1881 Kaiser Wilhelm II. hat bis 1918 seine Sommerresidenz in Schloss Wilhelmshöhe.
  • 1906 Wahlershausen mit der Villenkolonie Wilhelmshöhe wird eingemeindet.
  • 1945 Bei einem der vielen Luftangriffe auf Kassel wird am 29. Januar Schloss Wilhelmshöhe getroffen. Es geht in Flammen auf.
  • 1970 Im Schlosshotel treffen sich Bundeskanzler Willy Brandt und DDR-Ministerpräsident Willi Stoph.
  • 1983 Die Kurhessen-Therme wird eröffnet.
  • 1991 Einweihung des IC-Bahnhofs Wilhelmshöhe durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker.
  • 2000 Anerkennung als Thermalsoleheilbad. Kurz darauf Namensänderung in "Bad Wilhelmshöhe".

Stadtbezirke

Der Stadtteil Wilhelmshöhe besteht aus

siehe auch

Bahnhof Wilhelmshöhe bei Nacht
(Foto: Phillip Donth)

Vereine

Weblinks

Grafik zu den Wasserspielen (Stand 09/2006)

siehe auch: Zusammenstellung von Friedrich Forssman unter www.kassel-mulang.de mit folgenden Inhalten:



Kassels Stadtteile

Mitte | Südstadt | West | Wehlheiden | Bad Wilhelmshöhe | Wahlershausen | Brasselsberg | Süsterfeld-Helleböhn | Harleshausen | Kirchditmold | Rothenditmold | Nord-Holland | Philippinenhof-Warteberg | Fasanenhof | Wesertor | Wolfsanger-Hasenhecke | Bettenhausen | Forstfeld | Waldau | Niederzwehren | Oberzwehren | Nordshausen | Jungfernkopf | Unterneustadt