B. Braun Melsungen AG: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 18. Februar 2011, 17:33 Uhr

B. Braun Melsungen AG
Prof. Dr. h. c. Ludwig Georg Braun  erhält für sein Lebenswerk den Deutschen Gründerpreis HNA Bericht am 15. September von Barbara Will Foto: B.Braun
Prof. Dr. h. c. Ludwig Georg Braun
Unternehmensform: nicht börsennotiert
Sitz: Melsungen
Leitung: Ludwig Georg Braun; ab 1. April 2011 Heinz-Walter Große (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiterzahl: ca. 40.000
Branche: Pharma- und Medizinprodukte, Medizintechnik
Homepage: www.bbraun.de

Die B. Braun Melsungen AG ist ein international tätiger Medizintechnikhersteller mit Stammsitz in Melsungen (Schwalm-Eder-Kreis).

Das Unternehmen ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft. Die Aktien stehen gänzlich im Besitz der Familie Braun.

Der Konzern in Zahlen

- Stand 2009 -

  • Umsatz: 4,028 Milliarden Euro
  • Betriebsergebnis: 410,6 Millionen Euro
  • Konzernjahresüberschuss: 239,6 Millionen Euro
  • Investitionen: 454,8 Millionen Euro
  • Mitarbeiter weltweit: 39.504

Sparten

Die B. Braun Melsungen AG ist in vier Sparten aktiv:

Hospital Care

Infusions- und Injektionslösungen und andere Produkte der medizinischen Einmalversorgung für Krankenhäuser

Out Patient Market (OPM)

Medizinischer Bedarf außerhalb des Krankenhauses sowie für chronisch Kranke und Langzeitpatienten

Aesculap

Chirurgiebedarf, Produkte für Orthopädie und Traumatologie, Wirbelsäulenchirurgie, Neurochirurgie, Gefäßtherapie

Avitum

Produkte und Dienstleistungen für die Blutbehandlung, z.B. Dialyse

Geschichte

1839 bis 1899

Die B. Braun Melsungen AG entstand aus der Melsunger Rosenapotheke. Im Jahr 1839 erwirbt Julius Wilhelm Braun die Rosenapotheke. Außerdem beginnt er mit einem Versandhandel für heimische Kräuter.

Sein ältester Sohn Bernhard Braun übernimmt 1867 die väterliche Apotheke. Er beginnt mit der Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse. Hierzu zählen Pflaster und Migränestifte. Bernhard Braun teilt sein Unternehmen in zwei Abteilung auf. Die Apotheke bildet die Abteilung A, während die Erzeugung pharmazeutischer Artikel die Abteilung B bildet. Darüber hinaus lässt er die Firma als B. Braun in das Handelsregister eintragen.

1900 bis 1924

Im Jahr 1900 übernimmt Carl Braun, der Sohn von Bernhard Braun, die Firma seines Vaters. Ab 1908 wird Katgut, medizinisches Nahtmaterial, aus Hammeldärmen hergestellt. Dieses hatte den Vorteil, dass es vom Körper nach einigen Tagen aufgenommen (resorbiert) wurde und die Fäden daher nicht gezogen werden brauchten. Heute darf Katgut zum Schutz vor Krankheiten nicht mehr eingesetzt werden.

1914 werden bei B. Braun erstmals chirugische Schienen, einfache Extensionen und Blutdruckmessapparate hergestellt. Hierzu wurde eine medico-mechanische Werkstatt eingerichtet. 1916 erscheint die erste Ausgabe der "Melsunger Medizinischen Mitteilungen".

1923 gründet die Firma B. Braun eine eigene Betriebskrankenkasse für ihre Mitarbeiter.

1925 bis 1949

Die erste ausländische Niederlassung entsteht 1925 in Mailand. 1929 stirbt Carl Braun und sein Sohn Otto Braun übernimmt die Leitung des Unternehmens. Zur Erinnerung an Carl Braun wird die Carl-Braun-Gedächtnisunterstützungskasse gegründet. Sie unterstützt Mitarbeiter der Firma B. Braun die in Not geraten sind.

1930 wird die modifizierte Tyrodelösung Sterofundin® entwickelt. Sie bildet die Basis für alle später entwickelten Infusionslösungen. Ab 1935 wird mit der Produktion von Synthofil A, einem unresorbierbaren synthetischen Nahtmaterial begonnen. 1937 tritt der jüngste Sohn von Carl Braun, Dr. Bernd Braun, als wissenschaftlicher Leiter in das Unternehmen ein. 1939 feiert das Unternehmen seinen 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten bei B. Braun ca. 500 Menschen.

1949 wird Supramid-Braun, ein chirurgisches Nahtmaterial auf Nylonbasis, entwickelt.

1950 bis 1974

1951 wird erstmals eine Spritzenpumpe zur Dauerinfusion hergestellt. Ab 1953 beginnt die Produktion von Infusionsgeräten aus Glas. 1956 werden Infusionsgeräte aus Kunststoff hergestellt, so genannte Infusoren. Im Jahr 1958 hat das Unternehmen erstmals über 1.000 Beschäftigte.

Ab 1960 werden Präparate für die moderne Knochen-Chirugie hergestellt. 1962 wird die Braunüle® für den Verkauf freigegeben. Es handelt sich hierbei um eine einteilige Plastikkanüle für Dauerinfusionen. Gleichzeitig wird Lipofundin® in den Markt eingeführt, eine infundierbare Fettemulsion. Es erscheind die erste Ausgabe der Zeitschrift "Die Schwester".

1964 feiert das Unternehmen sein 125-jähriges Bestehen. Es werden über 1.700 Mitarbeiter beschäftigt und ein Umsatz von ca. 50 Millionen DM erzielt. 1966 wird die B. Braun Stiftung zur Förderung der Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegepersonal gegründet. Im Geschäftsjahr 1968/69 erzielt das Unternehmen erstmals einen Umsatz von mehr als 100 Millionen DM und hat über 2.000 Mitarbeiter.

1971 wird das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

1975 bis 1999

Im Jahr 1976 erwirbt die B. Braun Melsungen eine Mehrheitsbeteiligung an der Aesculap AG in Tuttlingen. Im Geschäftsjahr 1975/76 erreicht der Umsatz darauf einen neuen Höchststand von 424 Millionen DM. Die Zahl der Mitarbeiter erhöht sich auf 3.098. Im Jahr darauf wird Ludwig Georg Braun, der Sohn von Otto Braun, Sprecher des Vorstandes. 1979 wird die B. Braun of America mit Burron Medical Inc. in Bethlehem/USA gegründet.

1980 wird eine Produktionsgesellschaft in Penang/Malaysia gegründet.

Im Jahr 1992 entsteht am Stammsitz das neue Werk Pfieffewiesen. Es wurde vom britischen Architekten James Stirling entworfen. 1995 wird in Tuttilingen die Aesculap-Akademie und das Aesculapium eröffnet. Im Jahr 1997 wird die McGaw Inc. in Kalifornien/USA erworben. Die Aesculap AG & Co. KG wird 1998 in das Unternehmen als Sparte Aesculap eingegliedert. Das Unternehmen hat jetzt erstmals über 4 Milliarden DM Umsatz, weltweit werden 27.000 Mitarbeiter beschäftigt. Im gleichen Jahr wird das Hochregallager auf 40.000 Palettenplätze erweitert. 1999 wird in Tuttlingen eine neue Werkanlage gebaut und eine neue Zentrale in England eröffnet. Außerdem wird erstmals eine Internetseite unter www.bbraun.de online gestellt.

2000 bis heute

Im Jahr 2000 trennt sich der Konzern von seinem Bereich Biotechnologie. Auf zwei Musteretagen wird das Bürokonzept 2010 umgesetzt. Hierbei hat ein Mitarbeiter keinen festen Arbeitsplatz mehr, sondern sein Arbeitsplatz befindet sich dort, wo er gerade ist.[1]

2001 trifft die B. Braun Melsungen AG die Entscheidung zum Bau einer neuen Pharmafabrik in Melsungen. In Tuttlingen wird die Benchmark-Factory eröffnet, eine Produktionsstätte für Implantate. In den Werksanlagen Pfieffewiesen wird das Europagebäude eröffnet.

2002 wird erstmals der B. Braun-Innovationspreis verliehen. In Melsungen erfolgt der erste Spatenstich für die neuen Produktionsstätte für Infusionen (Leading Infusion Factory Europe - L.I.F.E.). Eine neu gestaltete Internetseite geht unter www.bbraun.de online.

2004 erfolgt in China der Spatenstich für zwei neue Fabriken für Infusionslösungen und chirurgische Instrumente. Die Saxonia Medical GmbH in Radeberg wird erworben.

2005 Kauf der Ascalon GmbH in Berggießhübel und Eröffnung der modernsten Fertigung für Infusionslösungen in Melsungen (L.I.F.E.). Eröffnung einer neuen Fertigung für chirurgische Instrumente in China. Die Aesculap-Akademie erhält eine Repräsentanz in Berlin.

2006 Eröffnung eines Pharmatechnikums in Melsungen, Einweihung eines neuen Schweizer Hauptsitzes in Sempach

2007 Eröffnung einer Produktionsstätte für Rechtsherzkatheter in Indien. Spatenstich zum Erweiterungsbau der Infusionsgerätefertigung am Standort Melsungen. Start eines weltweiten Investitionsprojekte-Programms mit einer Investitionssumme von insgesamt 1,4 Mrd. Euro.

2008 B. Braun erwirbt die Firma Gematek in Twer, ca. 200 km nördlich von Moskau. 130 Mitarbeiter produzieren dort Standard- und Elektrolytlösungen. LIFE Nutrition und ein Zentrallabor in Melsungen - B. Braun investiert 190 Millionen Euro und schafft 80 neue Arbeitsplätze. Anlässlich des 100. Geburtstags der industriellen Produktion von sterilem resorbierbarem Nahtmaterial, vergibt B. Braun den internationalen „Future of Sutures“ Preis, welcher mit 400.000 Euro dotiert ist (www.sutures-bbraun.de).

2009 Privatdozent Dr. Hanns-Peter Knaebel tritt als stellvertretendes Mitglied in den Vorstand der B. Braun Melsungen AG ein. Er folgt Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Michael Ungethüm, der in den Aufsichtsrat wechselt. In Krakau, Polen, wird das Ortopedicum, eine orthopädische Klinik, eröffnet – das weltweit erste Krankenhaus in den Strukturen des B. Braun-Konzerns.

2010 Der Medizintechnik- und Pharmahersteller B. Braun Melsungen AG bekommt einen neuen Vorstandschef. Heinz-Walter Große löst zum 1. April 2011 Ludwig Georg Braun ab, der das Unternehmen mehr als 30 Jahre geleitet hat.[2]

2011 Der einmilliardste Kunststoffbehälter zur Flüssigkeitsversorgung von Klinik-Patienten wurde produziert.[3]

Siehe auch

Weblinks

Quellen

Internet

Einzelnachweise

  1. Future Ways To Work, B. Braun Melsungen AG
  2. HNA.de
  3. HNA.de